DE196440C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
-if ■ η, υ ,--λ - ·
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
196440 KLASSE 30 h. GRUPPE
Dr. R. H. DEUTSCHMANN in HAMBURG.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von tierischem Heilserum
, gemäß dem die Tiere mit Hefe behandelt werden. Nach den bisher üblichen Verfahren zur Herstellung von Heilseren
werden die Tiere mit den Erregern der betreffenden Krankheiten, gegen die das zu gewinnende
Serum Heilkraft besitzen soll, infiziert, indem ihnen zunächst kleinste Mengen
ίο von Reinkulturen der Krankheitserreger oder
in bestimmter Weise in ihrer Giftigkeit abgeschwächte Kulturen oder deren Stoffwechselprodukte
eingespritzt und die einzuspritzenden Mengen allmählich gesteigert werden, bis die Tiere gegen das Gift immun
sind. Alsdann wird ihnen Blut entzogen und aus diesem das nun gegen die betreffenden
Krankheiten wirksame Serum gewonnen.
Es sind auch gewisse Versuche an Tieren mit Hefe oder Hefepreßsaft ausgeführt worden.
Diese Versuche hatten aber weder den Zweck, ein Heilserum zu erzielen, sie haben
auch nicht zur Gewinnung eines solchen geführt, noch war die Behandlung der Tiere
etwa die gleiche, sondern eine ganz andere als gemäß dem vorliegenden Verfahren. Bei
den früheren rein biologischen Versuchen handelte es sich darum, die Tiere entweder
durch längere Behandlung mit schwach virulenter pathogener Hefe gegen stark virulente
Hefe zu immunisieren oder sie in gleicher Weise wie bei dem bisher üblichen Verfahren
mit pathogenen Mikroorganismen, gegen pathogene, aus denjenigen menschlichen Erkrankungen,
gegen die das Serum Heilkraft besitzen soll, gezüchtete Hefe in bekannter Weise immun zu machen; endlich
wurde den Tieren in beliebiger Weise, ohne Berücksichtigung bestimmter Verhaltungsmaßregeln,
fiefepreßsaft injiziert, um durch Agglutination festzustellen, ob Antihefestoffe von
einem solchen Tiere bereitet würden.
Demgegenüber kennzeichnet sich das vorliegende Verfahren dadurch, daß danach
Tiere zunächst nicht mit Krankheitserregern infiziert, sondern mit gutartiger oder nicht
virulenter lebender Hefe systematisch behandelt werden. Die Hefe wird den Tieren
durch Fütterung beigebracht. Sie wird ihnen in allmählich steigenden Dosen gereicht, die
ihrem Organismus angepaßt und namentlich unter Berücksichtigung des Alters, des Gewichts
und der Nahrung der Tiere festgelegt werden. Auf diese Weise werden in
dem Blute der Tiere Schutzstoffe gegen menschliche und tierische Krankheiten, oder
Stoffe, die den Organismus im Kampfe gegen diese in wirksamer Weise zu unterstützen ■
vermögen, angehäuft, die sich dann in dem Serum konzentriert vorfinden. Sollen diese
Stoffe gegen bestimmte Krankheiten spezifisch wirksam werden, so werden die Tiere gleichzeitig
mit den Erregern der betreffenden Krankheiten, gegen die das Serum spezifische Heilwirkung besitzen soll, infiziert.
Das Verfahren ist z.B. das folgende: Einem geeigneten Tiere, z.B. einem ausgewachsenen
Kaninchen von 3000 g Gewicht, wird eine zeitlang bei bestimmtem Hafer- und Grasfutter Hefe durch Fütterung einverleibt.
Hat das Tier die Hefebehandlung durch Fütterung 8 Tage hintereinander in
langsam ansteigenden Dosen, und zwar bis dreimal ι g täglich, letzteres 4 Tage lang
gut vertragen, so ist es in der Regel für die Serumgewinnung brauchbar. Zwecks Gewinnung
eines nicht spezifischen Schutzserums wird dem Tiere jetzt das Blut entzogen und aus diesem das Serum gewonnen.
Handelt es sich aber um die Gewinnung von spezifisch wirkendem Heilserum, so \vird das
Tier gleichzeitig durch Einspritzung mit den betreffenden Krankheitserregern infiziert.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von tierischem Heilserum, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiere mit gewöhnlicher Hefe in einer ihrem Organismus angepaßten Weise behandelt werden, wobei ein Serum ohne spezifische Wirkung erhalten wird, indem in dem Blute der Tiere bakterienfeindliche, nicht spezifische Schutzstoffe angehäuft werden, die sich dann in dem Serum konzentriert vorfinden.
- 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiere bei der Behandlung mit Hefe gleichzeitig mit pathogenen Substanzen infiziert werden, wobei ein Serum von entsprechender spezifischer Wirkung erhalten wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE196440C true DE196440C (de) |
Family
ID=459422
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT196440D Active DE196440C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE196440C (de) |
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