DE1962385C - Biocide Zubereitung - Google Patents

Biocide Zubereitung

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DE1962385C
DE1962385C DE1962385C DE 1962385 C DE1962385 C DE 1962385C DE 1962385 C DE1962385 C DE 1962385C
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DE
Germany
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compounds
percent
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Eberhard Dr Holtschmidt Ulrich Dr 4300 Essen Hofmann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
TH Goldschmidt AG
Publication date

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Description

Die vorliegende lirlinduiiglxMnlTl eine synergistische biocide Zubereitung mit einem wirksamen Gehalt eines Gemisches von un sich bekannten Verbindungen der allgemeinen Formeini und Il .
R1
N N
H2N-Ii J- NH2
IO
R1 ist ein Alkylrest mit 5 bis 15 Kohlenstoffatomen, wobei ein Gemisch von Alkylresten dieses Bereichs vorliegen kann.
R2 — C — NH — CH2 CH2 — CH2 -,
CH3
-Nf-CH2COO CH1
Il
R2 ist ein Alkylrest mit 11 bis 17 Kohlenstoffutomcn, wobei ein Gemisch von Alkylresten dieses Bereichs vorliegen kann.
Verbindungen der Formel I waren bislang nur als z. B. Schaumregulatoren, Modifizierungsmittel für Aminoplastharze, Mittel zum Stabilisieren von Formaldehyd und Herbicide bekannt.
überraschenderweise wurde nun gefunden, daß Zubereitungen mit einem wirksamen Gehalt an Guanaminen der Formel I und bakteriologisch an sich indifferenten Betainen der Formel M eine im Vergleich zu den Einzelkomponenten I und II allein erheblich verbesserte bakteriologische Wirksamkeit aufweisen und zusätzlich eine geringe Reizwirkung und Toxizität zeigen. Obendrein sind die erfindungsgemäßen Zubereitungen praktisch geruchsneutral.
Als Verbindungen gemäß der Formel I eignen sich z. B. Caproguanamin, önanthoguanamin, Capryloguanamin, Pelargoguanamin, Caprinoguanamin, Lauroguanamin und Myristoguanamin oder deren Gemische, wie sie z. B. als sogenanntes Kokosguanamin oder Kokosvorlaufguanamin handelsüblich sind.
Als Verbindungen gemäß Formel II kommen /. B. in Frage die durch Umsetzung mit Nalriumchloraeetat hergestellten Quaternierungsprodukte von N-Lauroyl-N'.N'-dimethylpropylcndiami^N-Myrisloyl-NVN'-dimethy!propylendiamin, N-Palmitoyl-N',N'-dinieihylpropylcndiamin und N-Stearoyl-N'.N'-dimcthylpropylendiamin. Sie können in an sich hekannler Weise, /. B. gemäß deutscher Auslegeschrifi I Od2 W. hergestellt werden
Hei t.\a\ crlindiii^sgcinäßcn /.iibeieilimiien soll il;is Mi .iliiiiiL'svrrliallnis von I Il /wischen ' I um!
Die unter Verwendung der Verbindungen vom Formeltyp I und Il eventuell unter Zusatz von Lösungsmitteln, wie Wasser, Methanol, Äthanol, Methylglykol, Äthylglykol, Äthylenglykol, Propylenglykol (1.2), Glycerin, Dispergiermitteln, wie nichtionogenen Tcnsiden, z. B. Äthoxylierungsprodukte von Uurylulkohol, Tridecylalkohol, Isooctyl- und Nonylphenol, sowie den Mischpolymerisaten von Älhylenoxid und Propylenoxid, indifferenten Füllstoffen, wie hochdi.sperser Kieselsäure, Aluminiumoxid, Zinksulfid, Titandioxid sowie Harnstoff, Rohrzucker und Cellulose, Farbstoffen und Verdickungsmittel^ wie Methyl-,' Hydroxyaryl- und Carboxymethylcellulose, Polyacrylsäure und deren Derivaten sowie Polyvinylalkohol, hergestellten erfindungsgemäßen Zubereitungen können von flüssiger, pastöser und fester Konsistenz sein. Der pH-Wert derselben soll vorzugsweise zwischen 3 und 7 liegen. Die Einstellung erfolgt z. B. mit Essigsäure, Zitronensäure, Weinsäure, Milchsäure, Salzsäure oder Phosphorsäure.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können verwendet werden z. B. als baktericid wirksame Komponente mit zugleich adstringierender Wirkung zur Desinfektion von Wunden, zur Herstellung von Deodorantien, zur Reinigung und Desinfektion der menschlichen und tierischen Haut, als baktericidcr Bestandteil von Syndctstücken und zur antibakteriellen Ausrüstung von Fasern und Textilien in Verbindung mit Griffverbesserung.
In den folgenden Beispielen wird die Herstellung der erfindungsgcmäßen Zubereitungen näher erläutert:
Beispiel 1
KM) Gewichtsteile Vorlaufguanamin
X
55
H2N -
(X ist ein Alkylgruppengemisch, bestehend aus 3 Gewichtsprozent C4H.,-, 12 Gewichtsprozent C5H11-, 20 Gewichtsprozent QFi13-, 20 Gewichtsprozent C7H15-, 20 Gewichtsprozent QH17-, 15 Gewichtsprozent G,Hiq-, 5 Gewichtsprozent C111H2,- und 5 Gewichtsprozent CnH21-Gruppen).
K)O Gewichtsteile Betain
Y C Nil (CH,)
CH,
I· "
N CII, COO
cn,
IY ist ein Mkvlgriippengeniisch, bestehend aus ■Ό ( iew irhlspi o/enl ( ,, 11,,- und U) ( iewii.ht\|tio/eiil ' 1 ;! I |., ( il ll| 1J Jl' 11 >
.100 Gewidusteile EssigsHure uihI 5(K) Gewichtüteilc Äthiinol werden auf 70 C erwiirmt, wobei lebhaft gerührt wird. Es resultiert eine klare, hallbare Lösung mit 10% Wirkstoff,
U e i s ρ i e I 2 100 Gewiehtsleile Kokosguanttmin
Beispiel 5
KM) Gewichtsteile Caprinoguanamin, 50 Gewichtsteile Belain der Formel
CH3
IU
H, N
ίο C15H11C - NH - (CH2)3 -- N — CH2 — COO
CH3
(Z ist ein Alkylgruppengemisch, bestehend aus. 5 Gewichtsprozent C7Hi5-, 15 Gewichtsprozent GjH1,,-.. 45 Gewichtsprozent C11H23-, 15 Gewichtsprozent CuH27-, 14 Gewichtsprozent C15H31-, 6 Gewichtsprozent C17H35-Gruppen).
200 Gewichtsteile Betain der unter Beispiel I! beschriebenen Zusammensetzung, 2(X) Gewichtsteile Essigsäure, 400 Gewichtsteile Äthanol und 100 Gewichtsteile Wasser werden unter starkem Rühren auf 50 C erwärmt, wobei eine klare Lösung erhalten wird.
Beispiel 3
100 Gewichtsteile Caprinoguanamin, 100 Gewichtsteile des unter Beispiel I beschriebenen Bclains, 300 Gewichtsteile Essigsäure und 500 Gewichtsteile Äthanol werden unter Rühren auf 50"C eirwärmt, wobei eine klare Lösung resultiert.
Beispiel 4
100 Gewichtsteile Lauroguanamin, 100 Gewichtsteile des unter Beispiel 1 beschriebenen Betains, 400 Gewichtsteile Essigsäure und 400 Gewichtsteile Äthanol werden unter Rühren bis zum Entstehen einer klaren Lösung auf 40 C erwärmt.
und 100 Gewichtsteile Phosphorsäure (85%ig) werden mechanisch bei etwa 70°C zusammengeknetet. Nach dem Trocknen iin einem Vakuumtrockenschrank bei etwa 50"C erhält man ein bei Zimmertemperatur festes Produkt, das Syndetstücken einverleibt werden kann.
Aus der folgenden Tabelle ist ersichtlich, in welchem Umfang bei den crfindungsgemäßen Zubereitungen die zur Abtölung von Bakterien erforderliche Zeit im Vergleich zu den nicht erfindungsgemäß zusammengesetzten Zubereitungen herabgesetzt wird.
Die Durchführung der bakteriologischen Untersuchungen erfolgte gemäß den bekannten Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie.
Mit A werden hierbei die bctainhaltigen crfindungsgemäßcn Zubereitungen gemäß Beispiel ! bis 4, mit B die nur aus den jeweiligen Guanaminen, Essigsäure und Wasser hergesteüien, nicht erfindungsgemäßen Zubereitungen bezeichnet. Durch Vergleichsversuche wurde sichergestellt, daß Zubereitungen, welche vergleichbare Konzentrationen der Verbindungen II allein enthalten, bzw. essigsaure wäßrige Lösungen vom pH 3,5 unter den Versuchsbedingungen, wie sie bei der Prüfung der erfindungsgemäßen Zubereitungen herrschten, keinerlei bakteriologische Wirksamkeit aufweisen.
Abtötungszeiten (min) der 0,05% Wirkstoff (500.ppm) enthaltenden erfindungsgemäßen Zubereitungen (A) im Vergleich zu den nicht erfindungsgemäßen Zubereitungen (B), somit also
O H
CH3
A = C11-PH23^jC N — (CH2), — N — CH, COO + das genannte Guanamin.
B = das genannte Guanamin allein. pH = 3,5.
Staphylococcus aureus
Pscudoiuonas aeruginosa
l'i'oicus vulgaris
iia coli
Viuliiulj. 11.1 na nun Λ unamin (Aiprinoguuuamin It I aiirogi 5
Λ Il 5 I) Λ IO Λ 1
20 W) I 30 2,5 I IO
1 20 I I IO Kl
H) M) 20 S
S M) 20 I

Claims (1)

  1. Pulentanspruch:
    Biocide Zubereitung, gekennzeichnet durch einen wirksamen Gehalt einer synergistischen Mischung uns Verbindungen der allgemeinen Formel I
    H1
    IO
    H1N
    - NH2
    (K1 = Alkylrcst mit S bis 15 Kohlenstoffatomen,
    wobei ein Gemisch von Aikylreslen dieses Bereichs vorliegen kann) und Verbindungen der allgemeinen Formel II
    K2 - C — NH -· (CH2)., - N CI-J2C1Of)
    CH1
    (R2 - Alkyiresl mit 11 bis 17 Kohlenstoffatomen, wobei ein Gemisch von Alkyl resten dieses Bereichs vorliegen kann), wobei das Gewiehlsverhiiltnis der Verbindungen der Formel 1 zu Verbindungen der Formel 112:1 his 1 : 5 beträgt.

Family

ID=

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102023201127A1 (de) 2023-02-10 2024-08-14 B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft Medizinprodukt und Verfahren zur Herstellung des Medizinprodukts

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102023201127A1 (de) 2023-02-10 2024-08-14 B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft Medizinprodukt und Verfahren zur Herstellung des Medizinprodukts

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