DE19619902C2 - Heizzugkonstruktion für ein Einzelkammerverkokungssystem - Google Patents
Heizzugkonstruktion für ein EinzelkammerverkokungssystemInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Heizzugkonstruktion für ein Einzelkammerverkokungssystem,
bestehend aus Läufern und Bindern. Einzelkammerverkokungssysteme sind z. B. aus der
DE-PS 36 43 919 bekannt und gegenüber Vielkammerverkokungssystemen dadurch
gekennzeichnet, daß die von oben beschickten und horizontal gedrückten Kammern/Reaktoren
einzeln und unabhängig voneinander betreibbar sind. Das wird dadurch ermöglicht, daß die
Einzelkammer/Reaktor aus zwei zusammengehörigen Heizwänden gebildet wird, die durch
wärmedämmende starre Seitenwände eingespannt werden. Besonders vorteilhaft sind
Seiteneinspannungen aus Stahl. In diesem Sinne haben sich T-Träger bewährt. Zu dem Reaktor
gehören wie bei der Kammer des Vielkammersystems noch Sohle, Decken und Ofentüren.
Einzelkammerverkokungsreaktoren sind leicht daran zu erkennen, daß zwei
zusammengehörige, die Verkokungskammer/Reaktor bildende Heizwände jeweils nur eine
Charge beheizen, was dazu führt, daß sie als Baumodule eine eigene selbständige Einheit
bilden, die einzeln und unabhängig betrieben werden können. Demgegenüber wirkt bei
Vielkammerverkokungssystemen jede Heizwand auf zwei nebeneinander liegende und durch
die Heizwand voneinander getrennte Kammerhälften. Damit können
Vielkammerverkokungssysteme nur batterieweise (bis zu 70 Kammern) betrieben und
gesteuert werden. Gleichwohl lassen sich Einzelkammern/Reaktoren batterieweise
zusammenfassen. Die Unabhängigkeit der Einzelkammern wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Die besondere Funktion der Einzelkammerverkokungssysteme schließt nicht aus, daß die
verschiedenen Einzelkammern/Reaktoren in Reihen nebeneinander angeordnet werden, wie das
für Vielkammerverkokungssysteme üblich ist.
Beim Vielkammerverkokungssystem wird die Stabilität der Heizwand durch die Breite der
Heizzüge und die Deckenauflast erreicht. Aufgrund des hohen Schlankheitsgrades der
Heizwand und der begrenzten Deckenauflast ist die Stabilität der Heizwand gegen seitlich
wirkenden Verkokungsdruck relativ gering. Wegen dieses konstruktiven Nachteils und wegen
der Wärmeabgabe der Heizwand nach beiden Seiten ist eine Abstimmung des Druckrhythmus
zwingend erforderlich. Bewährt haben sich die Druckrhythmen 1,3,5/2,4,8 und
1,6,11/3,8,13/5,10,15/2,7,12/4,9,14. Hierdurch wird vermieden, daß
- a) während einer Treibdruckspitze ein benachbarter Koksofen ausgedrückt werden muß und
- b) eine zu starke Wärmeentspeicherung einer Heizwand einsetzt, wenn zwei benachbarte Koksöfen in zu kurzen Zeitabständen chargiert werden.
Die notwendige Einhaltung eines bestimmten Druckrhythmus macht das
Vielkammerverkokungssystem unflexibel und störungsanfällig, denn in manchen Fällen muß
gegen die Regel verstoßen werden, um betrieblichen Erfordernissen - z. B. Reparaturfällen -
gerecht werden zu können.
Bei dem Einzelkammerverkokungssystem sind in Batteriebauweisen zwischen je zwei
benachbarten Reaktoren in einer bekannten Ausführungsform zwei Seitenwände vorgesehen.
D.h. jedem Reaktor ist eine separate Seitenwand zugeordnet. Ferner sind beide Seitenwände -
beispielsweise durch T-Träger - so versteift, daß trotz schlanker Bauweise im
Feuerfestbereich eine beliebig vorzugebende Steifigkeit gegeben ist, um beide Reaktoren
unabhängig voneinander betreiben zu können. Dies erlaubt folgende für
Vielkammerverkokungssysteme nicht durchführbare Reparaturmaßnahmen: an einzelnen
Reaktoren Stillsetzen, Erneuern.
Das Einzelkammerverkokungssystem erlaubt auch eine von der Deckenauflast unabhängige
Konstruktion der Heizzüge zur Optimierung der Flammenführung und der Verbrennung.
Das Einzelkammerverkokungssystem gibt eine extrem große Unabhängigkeit gegenüber der
Kohlengrundlage bei gleichzeitig hohem Koksausbringen durch den Einsatz niederflüchtiger
Kohle. Die Verwendung vorerhitzter Kohle in Kombination mit Kokstrockenkühlung und
programmgesteuerter Beheizung führen zu einer beträchtlichen Steigerung des energetischen
Wirkungsgrades.
In den bisherigen Planungen wurde davon ausgegangen, daß für eine Jahreskapazität von z. B.
2 Millionen Tonnen Koks mit einer aus Einzelkammerverkokungsreaktoren bestehenden
Kokerei benötigt werden. Die Planungen basieren auf den Abmessungen eines seit einiger Zeit
in der Erprobung befindlichen Einzelkammerverkokungsreaktors (Demonstrationsreaktor) mit
einer Kammerbreite von 850 mm und einer Kammerhöhe von 12,5 m und einer Kammerlänge
bis 25 m.
Die Kammerbreite von 850 mm zeigt den Endpunkt bisheriger Koksofenentwicklung. Seit 25
Jahren sind die Kammerbreiten größer geworden. Die größeren Kammerbreiten waren das
Ergebnis industrieller Bemühungen um Wirtschaftlichkeit, Arbeits- und Umweltschutz. Ein
wesentlicher Wirtschaftlichkeitsfaktor war die Anzahl der Maschinenspiele für die
Druckmaschinen, mit denen die Kokskuchen nach ausreichender Garung aus den Koksöfen
gedrückt werden. Jede Druckmaschine hat eine natürliche Kapazitätsgrenze. Im Sinne
wirtschaftlicher und umwelttechnischer Optimierung wurden die Kammerbreiten zur Erhöhung
des Ofenvolumens vergrößert, um einen Ofenbetrieb mit einer minimalen Anzahl von
Druckmaschinen unter möglichst großer Auslastung der Druckmaschinen bei
Aufrechterhaltung ausreichender Wartungsmaßnahmen (optimales Maschinenspiel) zu
erreichen. Wegen der oben beschriebenen beschränkten Belastbarkeit der Ofenwände und
wegen wärmetechnischer Grenzen muß die Volumensänderung dabei vorrangig durch die
Vergrößerung der Kammerbreite erfolgen. Kammerabmessungen von 600 mm bei 7,5 bis 8 m
Höhe und 18 m Länge wurden bisher als Grenzwerte gesehen.
Das Einzelkammersystem ist in seiner Kammerhöhe unabhängig von der Kammerbreite.
Der letzte auf Basis des Einzelkammerverkokungssystems durchgeführte Entwicklungsschritt
zur Kammerbreite von 850 mm sollte darüber hinaus eine Garungszeit von 24 h ermöglichen.
Damit kann ein Zwei-Schichten-Betrieb anstelle eines bisherigen Drei-Schichten-Betriebes
verwirklicht werden. Das führt zu beträchtlichen Personalkosteneinsparungen.
Auf der anderen Seite ist die Bauweise des Einzelkammerverkokungsreaktors mit der
Seiteneinspannung und notwendigen seitlichen Wärmedämmung aufwendiger als die Bauweise
herkömmlicher Koksöfen. Die bisherigen Planungen für einen Kokereineubau auf Basis der
Ergebnisse aus dem Demonstrationsreaktor gingen deshalb davon aus, daß trotz der sehr viel
geringeren Anzahl von Reaktoren immer noch ein Investitionsmehraufwand durch andere
wirtschaftliche Vorteile zu kompensieren ist.
Ein wesentlicher Teil des Investitionsaufwandes der bekannten Reaktoren wird durch den
Feuerfestteil des Einzelkammerverkokungsreaktors gebildet. Der Feuerfestteil wird durch die
Heizwand und die Isolierung gebildet. Die Heizwand besteht aus klassischen Bauteilen,
nämlich Läufer-, Binder- und Binderkopfsteinen. Die Heizwand wir aus den in Reihe
angeordneten Heizzügen gebildet.
Das Carree aus zwei Läufern und zwei Bindersteinen bildet den Heizzugquerschnitt. Zwischen
dem außenseitigen Läufer und der Versteifung, z. B. den T-Trägern, ist die Isolierung
vorgesehen. Die bekannten Läufer besitzen einen massiven, gleichbleibenden Querschnitt.
Im Hinblick auf den hier angesprochenen Investitionsaufwand besteht die Aufgabe in einer
konstruktiven Optimierung des Feuerfestteiles. Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Nach der Erfindung wird eine wesentliche Verbesserung dadurch erreicht, daß die
Binderfortsätze nach außen hin eine Verdickung aufweisen und/oder der außenseitige Läufer
als Hohlläufer und/oder als Isolierläufer ausgebildet ist. Der Hohlläufer hat nicht nur eine
besondere Isolierungswirkung. Er kann auch zur Vorwärmung der Medien genutzt werden.
Günstig ist die Durchführung von Verbrennungsluft. Die Verbrennungsluft kann in bekannter
Weise in verschiedenen Höhen in den Heizzug eingespeist werden, um die Flamme im Heizug
zu strecken und die Beheizung zu vergleichmäßigen.
Zwar ist es bekannt, bei üblichen Heizwänden des Vielkammerverkokungssystems die
Verbrennungsluft durch hohl ausgebildete Bindersteine zu führen. In den Bindern findet zwar
auch eine weitere Erwärmung der Verbrennungsluft statt, eine Kühlwirkung auf die
außenliegenden Läufer ist damit jedoch noch nicht verbunden, auch nicht beabsichtigt, weil es
im Vielkammerverkokungssystem keine außenliegenden Binder gibt. Jeder Binder hat im
Vielkammerverkokungssystem die Aufgabe, die ihm benachbarte Ofenkammer zu beheizen.
Die Ausbildung des außenseitigen Läufers als Isolierungsläufer äußert sich vorzugswiese in der
Dicke des Läufers. Nach der Erfindung beträgt die Läuferdicke bei vergleichbarem Material
mindestens 110 mm.
Die erfindungsgemäße Verdickung der Binderfortsätze senkt die Flächenpressung zwischen
den Bindern und den Binderköpfen und den außenseitigen Läufern in der Heizwand. Bei den
Isolierstoffen gilt die Erfahrung, daß sie mit zunehmender Wärmebelastbarkeit bzw.
Druckfestigkeit unter Wärmeeinwirkung ihre Isolierfähigkeit einbüßen. Trotz gleichbleibender
Wärmebelastung erlaubt die geringere Flächenpressung den Einsatz besser isolierender Stoffe.
Von Vorteil ist eine Vergrößerung durch stetige Verdickung. Die Verdickung kann einen
Kurvenverlauf beschreiben, aber auch eine gerade, schräg verlaufende Fläche bilden. Im
Extremfall kann sich dadurch ein dreieckiger Querschnitt für den Heizzug ergeben.
Überraschenderweise ist der mögliche Heizzugquerschnitt trotz der Querschnittsverengung,
die mit der Verdickung der Binder verknüpft ist, für die Beheizung ausreichend. Das ist auf die
Besonderheit des Einzelkammerverkokungssystems zurückzuführen.
Wahlweise wird die Verbreiterung der Binder/Binderköpfe durch eine einteile oder mehrteilige
Konstruktion umgesetzt. Bei einteiliger Konstruktion ist die Verbreiterung mit den
Bindern/Binderköpfen einteilig. Bei mehrteiliger Konstruktion wird die Verbreiterung
wahlweise durch separate Feuerfeststeine gebildet. Es ist von Vorteil, wenn alle Steine
miteinander verklammert sind.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt:
Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Einzelkammerverkokungsreaktor. Mit 1 ist eine
Heizwand bezeichnet. 3 bezeichnet eine schematisch erkennbare Hälfte der
Verkokungskammer, 2 die vorgesehene Isolierung an der gegenüberliegenden Seite der
Heizwand. Die Heizwand besteht aus Silika-Material mit
- * innenseitigen Läufern 4
- * außenseitigen Läufern 5 und 8
- * sowie Bindern 7.
Die zwischen den außenseitigen Läufern 5 bzw. 6 und den innenseitigen Läufern 4 in
regelmäßigen Abständen angeordneten Binder 7 unterteilen die Heizwand 1 in verschiedene
Heizzüge. Der durch die Läufer 4 und 5 sowie die Binder 7 gebildete Heizzug ist gegenüber
bekannten Heizzügen neu, weil die außenseitigen Läufer 6 hohl ausgebildet sind und die
Verbrennungsluft nicht mehr durch die Binder sondern durch die hohl ausgebildeten Läufer
geführt wird. Der Luftaustritt erfolgt jedoch an gleichen Stellen wie bei herkömmlicher
Luftzuführung.
In dem Einzelkammerverkokungsreaktor des Ausführungsbeispiels wird Schwachgas in den
Heizzügen verbrannt. Das Schwachgas wird durch eine Sohlöffnung zugeführt.
In Fig. 2 sind die innenseitigen Läufer mit 14, die außenseitigen Läufer mit 15 und 16 und die
Binder mit 17 bezeichnet. Binder und Läufer sind in gleicher Weise wie nach Fig. 1
angeordnet, jedoch anders ausgebildet. Die Binder 17 sind außenseitig am Kopf mit einer
Verdickung versehen. Die Verdickung trägt die Bezeichnung 19 und bewirkt eine
Verringerung der Flächenpressung. Die Binderfortsätze bilden die Verlängerung der Binder
durch die außenseitige Isolierung hindurch bis zur seitlichen Einspannung des Reaktors. Die
Binderfortsätze tragen in Fig. 2 die Bezeichnung 18 und sind gleichfalls mit einer Verdickung
versehen. Die Verdickung 18 hat die gleiche Wirkung wie die Verdickung 19. Im
Ausführungsbeispiel besitzt die Verdickung 18 Schrägflächen, in anderen
Ausführungsbeispielen andere Formen, auch Kurvenformen.
Claims (5)
1. Heizzugkonstruktion für Einzelkammerverkokungsreaktoren, bestehend aus Läufern und
Bindern, dadurch gekennzeichnet, daß der außenseitige Läufer
- a) als Hohlläufer (6) ausgebildet ist
- b) und/oder als Isolierläufer ausgebildet ist
- c) und/oder außenseitig mit einer Verdickung (19) versehen ist
- d) und/oder mit einem sich verdickenden Binderfortsatz (18) versehen ist.
2. Konstruktion nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen verringerten
Heizzugquerschnitt.
3. Konstruktion nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch schräg oder kurvenförmig
verlaufende Verdickungen.
4. Konstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine
Luftvorwärmung im Hohlläufer (6).
5. Konstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Verklammerung
der Verdickungen (19) mit den Läufern (16).
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| DE19619902A DE19619902C2 (de) | 1996-02-01 | 1996-05-19 | Heizzugkonstruktion für ein Einzelkammerverkokungssystem |
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| DE19619902A1 DE19619902A1 (de) | 1997-08-07 |
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| DE (1) | DE19619902C2 (de) |
Citations (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE3643919C1 (en) * | 1986-12-22 | 1988-04-14 | Bergwerksverband Gmbh | Coking system |
-
1996
- 1996-05-19 DE DE19619902A patent/DE19619902C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE3643919C1 (en) * | 1986-12-22 | 1988-04-14 | Bergwerksverband Gmbh | Coking system |
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| DE19619902A1 (de) | 1997-08-07 |
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