DE192467C - - Google Patents

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DE192467C
DE192467C DENDAT192467D DE192467DA DE192467C DE 192467 C DE192467 C DE 192467C DE NDAT192467 D DENDAT192467 D DE NDAT192467D DE 192467D A DE192467D A DE 192467DA DE 192467 C DE192467 C DE 192467C
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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/68Treatment of water, waste water, or sewage by addition of specified substances, e.g. trace elements, for ameliorating potable water
    • C02F1/685Devices for dosing the additives
    • C02F1/686Devices for dosing liquid additives

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 85 b. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 5. August 1906 ab.
Es ist mit Hilfe der bei den verschiedenen Systemen zur Reinigung des Kesselspeisewassers mittels Kalk- und Sodazusatz vorhandenen Einrichtungen nicht möglich, die Chemikalienzusätze der wechselnden chemischen Beschaffenheit des Rohwassers in der Weise anzupassen,, daß eine stets genau entsprechende Zuteilung selbsttätig erfolgt. Wenn die Einstellung der betreffenden Zuführungsorgane am
ίο Wasserreiniger einmal auf Grund einer chemischen Analyse erfolgt ist, so verändert sich die Menge der zugeführten Chemikalien höchstens proportional der jeweiligen Rohwassermenge. . Bei der vorliegenden Vorrichtung erfolgt die Zuteilung der Chemikalien entsprechend der sich ändernden chemischen Zusammensetzung des Wassers dadurch selbsttätig, daß durch die Widerstandsänderungen eines in einen elektrischen Stromkreis eingeschalteten und von 'durch Proben des Speisewassers hindurchgegangenem Licht verschieden bestrahlten Selenwiderstandes ein in diesem Stromkreis liegendes Solenoid verschieden erregt und dadurch der Antriebsmechanismus für die Zuleitungsorgane der Chemikalien in geeigneter Weise gesteuert wird.
Fig. ι zeigt eine schematische Anordnung der Vorrichtung zur Bestimmung und Regulierung des Kalküberschusses, Fig. 2 die die Zuführungsvorrichtung für den Kalkzusatz beeinflussende Reguliervorrichtung und Fig. 3 diese Reguliervorrichtung in Verbindung mit dem Antriebsmechanismus für die Zuführungsvorrichtung des Kalkzusatzes allein. Fig. 4 und 5 zeigen in größerem Maßstabe die Zuführungsvorrichtungen für die Reagenzien bzw. für das zu untersuchende Wasser. Fig. 6 zeigt eine schematische Anordnung der Vorrichtung zur Bestimmung und Regulierung der Kalk- und Sodazusätze bei dem vereinigten Kalk- und Sodaverfahren, Fig. 7 den dazugehörigen Übertragungsmechanismus auf die entsprechenden Zuführungsvorrichtungen an einem Wasserreiniger. Fig. 8 stellt das Triebwerk dar, von dem der ■ Antrieb der Reguliervorrichtung erfolgt, und Fig. 9 die die Zufuhrungsvorrichtung für die Salzsäure beeinflussende Regulier vorrichtung.
Bekanntlich werden zur Ausfällung der Kesselsteinbildner bestimmte Mengen von KaIk- und Sodalösung dem Rohwasser zugeführt. Um nun der verschiedenen Zusammensetzung des Rohwassers Rechnung zu tragen, nimmt man von vornherein größera Mengen der betreffenden Lösung. Die zusätzliche Menge heißt der Kalk- oder Sodaüberschuß.
Die Überwachung der Arbeitsweise des Wasserreinigers geschieht in der Weise, daß ihm von Zeit zu Zeit Wasserproben entnommen werden, die auf ihren Kalk- und Sodaüberschuß hin untersucht werden. Um die Höhe des Kalküberschusses zu bestimmen, bedient man sich des Phenolphtaleins, welches bekanntlich alkalische Lösungen rot färbt. Da nun sowohl Soda- als Kalklösungen rot gefärbt werden, muß der Einfluß der Soda aufgehoben werden, um die Untersuchung auf Kalk anstellen zu können. Dies geschieht durch einen Zusatz von Chlorbarium. Um den Kalküberschuß zu bestimmen, wird der zu untersuchenden, im Gefäß ι (Fig. 1) befindlichen abgemessenen Wassermenge aus den Glasgefäßen 2 bzw. 3 eine gewisse Menge Chlorbarium bzw. Phenolphtalein
55
zugeführt. Je nach der Stärke des Kalküberschusses tritt eine mehr oder weniger starke rote Färbung auf. Wenn das Glasgefäß ι (Fig. i) so zwischen der konstanten Leuchtquelle 4 und dem in den elektrischen Stromkreis 5 mit konstanter Stromquelle 6 eingeschalteten Selen 7 oder einem anderen, seinen elektrischen Widerstand mit der Belichtung ändernden Stoff angeordnet wird, daß die von der Lichtquelle ausgehenden Strahlen, bevor sie auf das Selen auftreffen, erst durch das Gefäß 1 hindurchtreten müssen, so werden in dem Stromkreis 5 Schwankungen auftreten, je nachdem eine mehr oder weniger starke Absorption oder Reflexion der Strahlen durch die Flüssigkeit stattgefunden hat.
Die Übertragung dieser Stromschwankungen auf die Einstellung des Organs, das die Zuteilung des Kalkzusatzes an dem Wasserreiniger bewerkstelligt, geschieht in folgender Weise: In den Stromkreis 5 ist ein Solenoid 8 (Fig. 2) eingeschaltet, dessen Eisenkern 9 unten einen konisch zulaufenden mit treppenartigen Abstufungen versehenen Anschlagkörper 10 trägt. Der Eisenkern 9 hängt an einem gleicharmigen Wagebalken 11, der um den Punkt 12 der Unterstützungsstange 13 drehbar ist. An dem anderen Ende des Wagebalkens hängt eine Stange 14, die dem Eisenkern 9 teilweise das Gleichgewicht hält und an ihrem unteren Ende ebenfalls einen Anschlagkörper 15 trägt, der gleich oder ähnlich ist dem An-
. schlagkörper 10. Der Eisenkern 9 und die Stange 14 werden in zwei Lagern 16 bzw. 17 geführt. Diejenige Lage der Anschlagkörper 10 und 15, bei der sich je zwei gleichartige Absätze in einer Horizontalebene befinden, heißt die Mittellage. Wenn die Anschlagkörper 10 und 15 in dieser Mittellage durch den von dem Grad der Lichtdurchlässigkeit abhängigen Selenstrom gehalten werden, dann hat der Kalküberschuß den richtigen Wert. Dagegen tritt eine gegenseitige Verschiebung der Ansätze 10 und 15 in Richtung der Achsen ein, sobald der Selenwiderstand bzw. die Stromstärke entsprechend einem anderen Lichtdurchlässigkeitsgrad der Flüssigkeit im Gefäß 1 eine andere geworden ist. Die Auslösung der Bewegung erfolgt in bekannter Weise durch ein Triebwerk 61 (Fig. 1), das ein die nötige Kraft in ebenfalls bekannter Weise, z. B. vermittels eines niedergehenden Gewichts, lieferndes Triebwerk 60 in Bewegung setzt. Die drehende Bewegung des mit den Nocken 18 und 19 (Fig. 3) versehenen horizontalen Rades 20, das von dem Triebwerk 60 in Umdrehung versetzt wird, wird mittels des um den festen Punkt 21 drehbaren Hebels 22 und der Lasche 23 in eine axiale Bewegung der Stange 24 verwandelt, die in den Lagern 25 und 26 geführt wird. Um den Punkt 27 der Stange 24 ist ein zweiarmiger Hebel 28 horizontal drehbar angeordnet, der mittels zweier Federn 29 und 30 in der Mittellage zu der Stange 24 gehalten wird. Die Lage des Hebels 28 ist so, daß er sich mit den Mitten der Anschlagkörper 10 und 15 des Solenoids 8 in gleicher Höhe befindet, wenn diese in der Mittellage sind. Der eine Arm des Hebels 28 ist in der Weise zwischen den Anschlagkörpern 10 und 15 schwingend angeordnet, daß er die Anschlagkörper in deren Mittellage nicht berührt. Der andere Arm des Hebels 28 bewegt eine Stange 31, die mit einer rechteckigen Aussparung 32 versehen ist, in die ein um den Punkt 33 horizontal oder vertikal drehbarer einarmiger Hebel 34 hineinreicht. Um den Punkt 35 des Hebels 34 ist eine Doppelklinke 36 drehbar angeordnet, die vermittels der Federn 37 und 38 in der Mittellage zum Hebel 34 gehalten wird. Die Länge der Aussparung 32 ist gleich dem vollen Hub der Stange 24 und gleich dem freien Wege des Hebels 28 zwischen den in der Mittellage befindlichen Anschlagkörpern 10 und 15. Die Doppelklinke 36 kann nach der einen oder der anderen Seite hin in eine gerade Zahnstange 39, die in zwei Lagern 40 und 41 geführt wird, eingreifen, mit welcher die Kalkzuteilungsvorrichtung am Wasserreiniger, z. B. in Gestalt einer verstellbaren Zunge 42, in Verbindung steht, die jeder Bewegung der Zahnstange folgt. Die Ruhelage der Stange 24 ist dadurch gekennzeichnet, daß sie mit der Mitte ihres vollen Hubes übereinstimmt. Die Stange bewegt sich also aus der Mittellage zuerst in eine äußerste Linksoder Rechtslage, sodann durch die Mittellage hindurch in die entgegengesetzte äußerste Lage und kommt in der Hubmitte wieder zur Ruhe. Solange der Hebel 28 während der Bewegung der Stange 24 zwischen den Anschlagkörpern 10 und 15 hin und her geht, ohne diese zu berühren, was der Fall ist, wenn sie sich in der Mittellage befinden, kann die Bewegung der Stange 31 nicht auf den in seiner Ruhelage in die Mitte der Aussparung hineinragenden Hebel 34 übertragen werden. Wenn aber eine gegenseitige Verschiebung der Anschlagkörper 10 und 15 ■ eingetreten ist, so erfolgt nach einem entsprechenden Vorrücken der Stange 24 ein Anschlag des Hebels 28 gegen den ihm zunächst gekommenen Anschlagkörper, wodurch bei der Weiterbewegung der Stange 24 eine der Größe der Verschiebung des betreffenden Anschlagkörpers entsprechende Hubvergrößerung der Stange 31 hervorgerufen wird. Entsprechend dieser Hubvergrößerung dreht die Stange 31 den Hebel 34, wodurch die Doppelklinke 36 zum Eingriff in die Zahnstange 39 kommt. Auf diese Weise wird ermöglicht, daß die Stromschwankungen des Stromkreises 5, die die Verschiebung der Anschlagkörper- 10 und 15 bedingen, die Lage der Zahnstange 39 und durch sie die Einstellungsvorrichtung für die Kalk-
zuführung am Wasserreiniger in der Weise beeinflussen, daß mehr oder weniger Kalk zugeführt wird, je nach dem Ausfall der selbsttätigen Untersuchung.
Wenn die Flüssigkeit im Reagensgläschen ι trotz Phenolphtalein- und Chlorbariumzusatz farblos bleibt, so ist das ein Beweis dafür, daß kein Kalküberschuß vorhanden ist. Da ein solcher aber stets in geringem Maße vorhanden
ίο sein soll, so muß die Vorrichtung so eingestellt werden, daß bei einer bestimmten, durch Phenolphtaleinzusatz hervorgerufenen schwachen Rotfärbung, die kennzeichnend ist für den gewollten Grad des Kalküberschusses, diejenige Stromstärke vorhanden ist, bei welcher sich die Ansätze 10 und 15 in der Mittellage befinden. Bei Farblosigkeit wird das Kalkzuführungsorgan am Wasserreiniger stets um ein Bestimmtes weiter geöffnet. Erweist die nächste Untersuchung, daß noch kein genügender Kalküberschuß vorhanden ist, so wird das Kalkzuführungsorgan am Wasserreiniger noch weiter geöffnet und so fort, bis eine Untersuchung den gewünschten Kalküberschuß ergibt. Falls die Einstellung auch für den Fall, daß kein genügender Kalküberschuß vorhanden ist, nicht allmählich sondern sofort genau entsprechend der zuzusetzenden Kalkmenge erfolgen soll, kann nach der Untersuchung auf Kalküberschuß, wenn diese Farblosigkeit im Reagensglas ergeben hat, eine selbsttätige Untersuchung angestellt werden, um festzustellen, wieviel Kalk mehr zugeführt werden muß. Durch Zusatz von oxalsaurem Ammoniak entsteht eine Trübung, deren Stärke einen Gradmesser für die fehlende Kalkmenge bildet. Die baulichen Einzelheiten für die Zuführung des Oxalsäuren Ammoniaks ähneln den in den Fig. 3, 4 und 5 dargestellten Vorrichtungen und sind nicht besonders gezeichnet. Fig. 6 zeigt die Gesämtanordnung für das vereinigte Kalk- und Sodawasserreinigungsverfahren im Grundriß. Die Untersuchungsgefäße 1 für Kalk und Soda sind getrennt dargestellt.
Fig. 7 zeigt die schematische Anordnung des Zungenverstellmechanismus für das vereinigte Kalk-, und Sodawasserreinigungsverfahren. Im rechten Teil der Figur ist der Zungenverstellmechanismus für das Kalkwasser und im linken Teil der Zungenverstellmechanismus füi die Sodalösung dargestellt. Beide Verstellmechanismen stimmen mit der in Fig. 3 in größerem Maßstabe wiedergegebenen Vorrichtung vollkommen überein.
Die Zuleitung eines Reagensmittels erfolgt durch einen Verdränger 43 (Fig. 4), der zum Eintauchen in ein mit dem betreffenden Reagens gefülltes Glasgefäß 44 gebracht wird. Über dem Gefäß 44 ist ein zweites Glasgefäß 45 angeordnet, das nach Vollfüllung mit demselben Reagens so in Verbindung mit der Flüssigkeit im Gefäß 44 gebracht wird, daß der Flüssigkeitsspiegel die Öffnung 46 eben verschließt. Auf diese Weise wird erreicht, daß der Flüssigkeitsspiegel im Gefäß 44 beim Beginn jeder neuen Verdrängerbewegung stets eine gleichbleibende Höhe hat, da aus dem Gefäß 45 genau so viel Flüssigkeit nachfließt, wie nötig ist, damit der Flüssigkeitsspiegel im Gefäß 44 die öffnung 46 wieder verschließt. Durch das Rohr 47 fließt die Lösung dem zugehörigen Reagensgläschen 1 zu, das zwischen der Lichtquelle und dem lichtempfindlichen Körper angeordnet ist. Die Reagensgläschen besitzen, weil bei der ganzen Vorrichtung alle leicht versagenden Teile, wie Ventile, Hähne, Schwimmer usw. möglichst vermieden werden sollen/ nur oben eine öffnung und sind in den Lagern 48 drehbar angeordnet.
Auf der Achse des Gefäßes 1 befindet sich eine Scheibe 67, an der eine Schnur 66 befestigt ist. Ihr anderes Ende ist mit dem Ende des Hebels 49 verbunden, der sich um die Achse 68 drehen kann, und durch Feder und Anschlag in seiner normalen Lage gehalten wird. Stößt nun einer der an der Scheibe 59 befestigten Stifte 65 gegen den Hebel 49, so wird dieser angehoben und dadurch das Gefäß 1 gekippt und entleert.
Die Zuführung des zu untersuchenden Wassers in die Reagensgläschen erfolgt durch zwei Verdränger 50 und 51, die zum Eintauchen in zwei durch einen Überlauf 52 miteinander in Verbindung stehende Kammern 53 und 54, in denen das Wasser einen verschieden hohen Spiegel hat, gebracht werden. Das dauernd zulaufende Wasser tritt zuerst in die Kammer 53, sodann durch den Überlauf 52 in die Kammer 54. Die Kammer 54. besitzt zwei verschieden hoch angebrachte Überläufe. Durch die höher gelegenen Überläufe 55, 56 kann das Wasser den Untersuchungsgefäßen zufließen, während das überflüssige Wasser durch den Überlauf 58 aus der Kammer 54 austritt.
Auf den mit Vertiefungen bzw. Nocken versehenen Scheiben 62 und 63 schleifen die Enden der zu den Verdrängern 50 und 51 gehörigen Hebel 57 und 69. Die Anordnung der Vertiefungen bzw. Nocken ist so getroffen, daß der Verdränger 50 sich zunächst aus der Flüssigkeit heraushebt, so daß dadurch der Zufluß aus Kammer 53 nach 54 so lange unterbrochen wird, als Zeit nötig ist, um die Wassermenge, die dem vorher eingetauchten Volumen des Verdrängers entspricht, zu ersetzen. Während dieser Zeit taucht nun Verdränger 51 ein, und das Wasser, welches durch den Überlauf 58 keinen Abfluß findet, fließt durch die Überläufe 55, 56 in die betreffenden Untersuchungsgefäße. Darauf werden die Verdränger wieder in ihre normale Lage gebracht. Der Füll- und Entleerungsmechanismus wird auch zum selbsttätigen Ausspülen des Untersuchungsgefäßes gebraucht.
Das Aufziehen und Auslösen des Mechanismus geschieht auf folgende Weise:
Die Hilfskippschale 70 (Fig. 8), welche zum Wasserreiniger gehört, trägt einen Hebel 71, der mit einem Bolzen in den Hebel 72 eingreift.. Dieser trägt eine Sperrklinke 73, die in das Sperrrad 74 eingreift. Hebel 72 und Sperrad 74 drehen sich auf der feststehenden Büchse 75, auf deren Ende der Stellring 76 mit Nase JJ befestigt ist. In der Büchse 75 ist das eine Ende der Welle 78 gelagert. Auf dieser befindet sich die axial verschiebbare Mitnehmerscheibe 79, die mit Stift 80 in eine öffnung des Sperrads 74 eingreift und auch eine Nase 81 trägt, die mit der Nase Jj übereinstimmt. Die Feder 82 hält die Mitnehmerscheibe 79 mit dem Sperrad 74 in Eingriff, bis die Nase 81 gegen die Nase Jj trifft; jetzt wird der Stift 80 der Mitnehmerscheibe 79 außer Eingriff mit dem Sperrad 74 gebracht und das an der Rolle 83 hängende Gewicht 84 bringt die Welle 78 in entgegengesetzte Drehung, welche sich durch Sperrklinke 85 und Sperrad 86 der Welle 87 mitteilt. Nach einer ganzen Umdrehung kommt die durch das Gewicht bewirkte Drehung zum Stillstand, da der Stift 80 wieder in die Öffnung des Sperrads 74 einschnappt und die Aufzugsbewegung beginnt. Auf der Welle 87 befindet sich der Zeitkontakt 88 sowie die übrigen Antriebsscheiben, von denen das Füllen und Entleeren der Gefäße und die Bewegung des Verstellmechanismus abhängen. Da die Bewegung der Hilfskippschale von der gereinigten Wassermenge abhängt, so läßt sich der Mechanismus leicht so einstellen, daß er jedesmal nach Durchfluß einer ganz bestimmten Wassermenge eine Untersuchung anstellt.
Im Anschluß an die selbsttätige Untersuchung auf Kalkzusatz kann eine solche auf Sodazusatz erfolgen. Wird dem zu untersuchenden Wasser z. B. gesättigtes klares Kalkwasser zugesetzt, so tritt eine Trübung auf, deren Stärke das Kennzeichen für die Größe des Sodaüberschusses bildet. Da nun stets auch mit einem geringen Sodaüberschuß gearbeitet werden soll, so genügt auch in diesem Fall die Untersuchung auf Überschuß, die im übrigen genau so vor sich geht, wie bei den beschriebenen Verfahren. Soll die Einstellung für den Fall, daß kein Soda-Überschuß vorhanden ist, auch quantitativ sofort richtig sein, so muß im Anschluß an die Sodaüberschußuntersuchung, ähnlich wie beim Kalk verfahren, eine zweite erfolgen, die angibt, wieviel Soda mehr zugeführt werden muß.
Diese Untersuchung kann z. B. mittels Zusatzes einer Kalklösung geschehen, die in einem solchen Falle eine Trübung verursacht, deren Stärke das notwendige Merkmal bietet.
Die Untersuchung auf Sodaüberschuß kann in vielen Fällen auch mit Phenolphtalein und Salzsäure geschehen. Es tritt eine rote Färbung ein, sobald Überschuß an Soda vorhanden ist. Nach der Menge Salzsäure, die zugesetzt werden muß, um diese Färbung verschwinden zu lassen, kann der Sodaüberschuß beurteilt werden. Die Anordnung ist in diesem Falle folgende:
Nicht die Schwankungen des Selenstromkreises werden zur Beeinflussung des Übertragungsmechanismus bzw. der Einstellungsvorrichtung am Wasserreiniger verwandt. Der Selenstromkreis wird vielmehr auf einen ganz bestimmten Selenwiderstand eingestellt, der erreicht wird, wenn so viel Salzsäure zugesetzt ist, daß Farblosigkeit der Flüssigkeit im Reagensgläschen eingetreten ist, bzw. wenn die Durchlässigkeit für Strahlen einen bestimmten Wert angenommen hat. Sobald dieser bestimmte Widerstand erreicht ist, leitet der Strom in bekannter Weise mittels eines Elektromagneten oder eines Solenoids die Bewegung des Übertragungsmechanismus ein, ev. durch Schließen · eines zweiten stärkeren Stromes, der die nötige Arbeit zu leisten hat. Die weitere Beeinflussung des letzteren geschieht durch eine ganz ähnliche Vorrichtung, nur daß die gegenseitige Verschiebung der Anschlagkörper 10 und 15 in diesem Falle nicht durch ein in dem Selenstromkreis liegendes Solenoid 8, sondern mit Hilfe der Scheibe 59 erfolgt, die den Verdränger antreibt, der die Salzsäure dem Reagensgläschen zuteilt.
Die Unterbrechung der Verdrängerbewegung geschieht auf folgende Weise:
Sobald Farblosigkeit eintritt, erreicht der Selenstrom seinen Maximalwert, der Kern 9 (Fig. 9) wird also am tiefsten in die Spule 8 hineingezogen. Mit dem Hebel 11 ist ein leitender Anschlag 89 fest verbunden, welcher nun mit der Kontaktschraube 90 in Berührung tritt und dadurch den Stromkreis der Hilfsbatterie 91 schließt. Die Nockenscheibe 59 (Fig. 4) ist fest verbunden mit dem Sperrad 92, in welches die Sperrklinke 93 unter dem Einfluß des Elektromagneten 94 eingreift und so die Verdrängerbewegung unterbricht. Da die Salzsäure, die dem zu untersuchenden Wasser zugesetzt werden muß, damit Farblosigkeit eintritt, als eine Funktion des Sodagehaltes betrachtet werden kann, so hat man an der verschiedenen Höhenstellung des Verdrängers, die ja maßgebend ist für die Menge der zugeführten Salzsäure, eine bequeme Handhabe, um den Ubertragungsmechanismus in der geeigneten Weise zu beeinflussen. Der Verdränger für die Salzsäure ist ganz ähnlich gebaut wie der in Fig. 4 dargestellte. Die Vorrichtung zur unmittelbaren Beeinflussung des Ubertragungsmechanismus unterscheidet sich von der in Fig. 2 dargestellten nur dadurch, daß die Drahtspule fehlt, und daß die Aufhängung der Anschlagkörper 10 und 15 durch Stangen 14 derart erfolgt, daß die nach rechts und links drehenden Momente des Hebels 11 einander gleich sind.
Die Übertragung der Bewegung des Verdrängers für die Salzsäure auf den Hebel ii geschieht in der Weise, daß die Drehbewegung der Scheibe 59 (Fig. 4), von welcher die Be-
.5 wegung des Verdrängers abgenommen wird, eine entsprechende drehende Bewegung des Hebels 11 veranlaßt. Mit der Einleitung der Bewegung des Übertragungsmechanismus durch den Elektromagneten ist eine Unterbrechung der Verdrängerbewegung verbunden, die gleichfalls auf bekannte Weise erfolgen kann.
Ein anderes Verfahren zur Bestimmung des Sodazusatzes, die Titriermethode mit Seifenlösung, kann nach dem oben beschriebenen Verfahren gleichfalls selbsttätig zur Ausführung gebracht werden. Das Kennzeichen für den Härtegrad bzw. den Sodazusatz ist in diesem Falle das Auftreten eines etwa fünf Minuten bleibenden dichten Seifenschaums. Je nach 'dem Härtegrad muß eine bestimmte Menge Seifenlösung zugesetzt werden, damit diese Erscheinung auftritt. Dementsprechend muß das oben beschriebene Verfahren in bestimmten kurzen Zeitäbständen so lange wiederholt werden, bis sich ein Seifenschaum zeigt, der nach fünf Minuten noch nicht verschwunden ist. Das Reagensgläschen wird bei diesem Verfahren so weit mit einer undurchsichtigen Hülle umgeben bzw. darin gelagert, daß die von der Leuchtquelle ausgehenden Strahlen nur durch den Teil des Gläschens hindurchtreten können, in dem sich der Seifenschaum bildet. Zur Erzeugung dieses Schaumes ist eine starke Aufrührung notwendig, die mittels eines in das Reagensgläschen hineinreichenden Rührwerks geschehen kann.
Das Untersuchungsverfahren durch Einstellung des Selenstromkreises auf einen bestimmten Selenwiderstand kann fast in allen Fällen angewendet werden, z. B. häufig auch bei dem Verfahren der farbigen Endreaktion mittels Hervorbringung von Trübungen.
Eine Aufrührung des Inhalts der Reagensgläschen kann auch mittels von einer Achse radial abstehender Arme geschehen, die bei der Drehbewegung entweder direkt an ein Reagensgläschen oder an einen an der Drehungsachse eines oder mehrerer Gläschen angebrachten Arm anstoßend, die Gläschen in eine schwingende Bewegung versetzen, wobei die Gläschen etwa durch Federkraft mittels zweier weiterer passend angeordneter Arme immer wieder in die Ruhelage zurückgeführt werden.

Claims (7)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Vorrichtung zur selbsttätigen Feststellung und Regulierung des Chemikalienzusatzes bei dem Kalk-Soda-Speisewasserreinigungsverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Widerstandsänderungen eines in einen elektrischen Stromkreis eingeschalteten und von durch Proben (1) des Speisewassers hindurchgegangenem Licht verschieden bestrahlten Selenwiderstandes (7) ein in diesem Stromkreis liegendes Solenoid (8) verschieden erregt und dadurch der Antriebsmechanismus für die Zuleitungsorgane der Chemikalien in geeigneter Weise gesteuert wird.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der von dem Solenoid angezogene Eisenkern (9) an dem einen Ende des gleicharmigen Wagebalkens (11) hängt und an seinem unteren Ende einen konisch zulaufenden, mit treppenartigen Abstufungen versehenen Anschlagkörper (10) trägt, und an dem anderen Ende des Wagebalkens (11) ein gleich oder ähnlich ausgebildeter Anschlagkörper (15) mittels einer Stange (14) aufgehängt ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Übertragungsmechanismus aus einer horizontal verschiebbaren Stange (24) und einem mit dieser drehbar verbundenen horizontalen und durch Federkraft in seiner Mittellage zu jener Stange (24) gehaltenen Doppelhebel (28) besteht, dessen einer Arm zwischen den von dem Wagebalken (11) getragenen und von dem Solenoid (8) bewegten Anschlagkörpern (10, 15) schwingt, während der andere Arm mittels einer Stange (31) die Bewegung auf einen einarmigen Hebel (34) überträgt, an dem eine durch Federkraft (37, 38) in ihrer Mittellage gehaltene Doppelklinke (36) schwingbar gelagert ist, die in eine Zahnstange (39) eingreift, diese bewegt und damit die Chemikalienzufuhr bewirkt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der die Doppelklinke tragende Hebel (34) in eine rechteckige Aussparung (32) der Stange (31) eingreift, damit nur bei bestimmten Stellungen der von dem Solenoid (8) bewegten Anschlagkörper (10, 15) eine Verstellung des Hebels (34) und damit ein Eingriff der Doppelklinke (36) in die Zahnstange (39) erfolgt.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuteilung der von dem Licht zu durchstrahlenden Wasserproben in die Reagensgläschen (1) vermittels zweier Verdränger (50, 51) erfolgt, die in zwei durch einen Überlauf miteinander in Verbindung stehende Kammern (53, 54) mit verschieden hohem Flüssigkeitsspiegel eintauchen und so gegeneinander versetzt sind, daß derjenige (50), der in die Kammer (53) eintaucht, der das Wasser zuerst zuläuft, während der ersten Hälfte des Hubes sich aus der Flüssigkeit herauszieht, um
    den Zufluß, der zu verschiedenen Zeiten verschieden groß sein kann, nach der anderen Kammer (54) hin zu unterbrechen, während der zweite Verdränger (51) eine bestimmte, stets gleiche Menge Flüssigkeit den bezüglichen Reagensgläschen (1) zuführt.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung des die Anschlagkörper (10, 15) tragenden gleicharmigen Wagebalkens (11) von der die Bewegung des Verdrängers bewirkenden Scheibe (59) abgenommen wird, während ein in dem Selenstromkreis liegender Elektromagnet oder Solenoid in dem Augenblick, in welchem das Selen unter dem Einfluß einer bestimmten Belichtung einen bestimmten Widerstand erreicht hat, die Bewegung des Übertragungsmechanismus einleitet.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in den einen Verdränger > (43) aufweisenden Behälter (44) ein zweites, unten mit einer Ausflußöffnung versehenes und gleichfalls mit dem Reagens gefülltes Gefäß (45) eintaucht, so daß der Flüssigkeitsspiegel im Behälter (44) stets auf . einer gleichbleibenden, der Eintauchtiefe des Gefäßes (45) entsprechenden Höhe erhalten wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE749190C (de) * 1936-11-26 1944-12-21 Verfahren und Vorrichtung zur Pruefung von Wasser auf darin vorhandene Haertebildner
DE1038010B (de) * 1952-12-31 1958-09-04 Raoul Berline Filtratabfuehrung an einem Scheibendrehfilter
DE974446C (de) * 1952-10-29 1960-12-29 Schenk Filterbau Gmbh Einrichtung zur Fluessigkeitsfiltration unter Zusatz von Filterhilfsmitteln

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