DE1908952C - Verfahren zum Entgasen von Leitungen - Google Patents
Verfahren zum Entgasen von LeitungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entgasen von Leitungen, ein Vorgang, der bisweilen er-,
forderlich ist, wenn in den Leitungen Reparaturen oder Kontrollen durchgeführt werden sollen.
Dqs Entgasen von Leitungen, z. B. Gichtgasleitungen,
ist ein relativ langer Prozeß, der viele Stunden und unter Umstünden Tage in Anspruch nehmen
kann. Es isi zwar bei kleineren Rohrdurchmessern
bekannt, ein funkenfreies Aufbohren von Leitungen unter Druck durchzuführen, aber auch dieser Vorgang
ist relativ zeitaufwendig und bedingt immer noch gewisse Gefahren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, sowohl bei kleineren als auch insbesondere bei relativ großen
Gichtgasleitungen ein Verfahren zu entwickeln, welches in kürzester Zeit durchführbar ist und absolute
Betriebssicherheit und Gefahrenfreiheil bietet.
Die genannte Aufgabe wird dadurch gelöst, daß Gasleitungen oder andere gasführende Anlagen oder
Anlagenteile nach dem Abtrennen von der Gaszufuhr mit einer Schaummasse, vorzugsweise einem Leichtschaum,
z. B. einem Ammonium-Laurylsulfat, gefüllt werden. Der Begriff Leichtschaum bezieht sich auf
im Feuerlöschwesen definierte Substanzen, die sich durch geringes Gewicht und minimalen Wassergehalt
auszeichnen.
Es ist zwar schon bekannt, eine gebrochene Gasleitung
in Strömungsrichtung des Gases vor der Bruchstelle durch einen einen Dichtpfropfen bildenden
Schaum abzusperren, wobei der Schaum dann dem Druck des Gases in der Leitung standhalten
muß, um ein weiteres Ausströmen an der Bruchstelle der Leitung auszuschließen. Bei diesen Verfahren
handelt es sich jedoch darum, eine Gasleitung an einer bestimmten Stelle gasdicht abzuschließen und
nicht um ein Verfahren zum Entgasen von Leitungen.
. Die Praxis hat gezeigt, daß z. B. bei einem Leitungsdurchmesser von 300 cm und bei einer Leitungslänge von 80 m die Füllzeit etwa 5 Minuten beträgt.
Der verwendete Schaum besieht pro m:1 aus
Il Wasser, 0,015 1 Schaumbildner und 999 1 Luft. Der Schaum hat einen Wichlewerl von 0,001".
Bei Schweiß- oder Brennarbeiten, die an der Leitung durchzuführen sind, wird diese his zur Beendigung
der Arbeiten unter Schaum gehalten. Man kann
ίο auch den Schaum auf etwa 50 0Zu abbauen und dann
mit den Arbeiten beginnen, was insbesondere dann erforderlich ist, wenn im Inneren der Rohre diese
Arbeiten durchgeführt werden müssen. Es hat sich herausgestellt, daß die im Rohr vorhandenen 50 ",Ό
Schaummasse noch mit Sicherheit ein Nachgasen der festen Substanzen in den Rohrleitungen verhindern.
Der besondere Vorteil dieses erfindungigenialkn
Verfahrens besteht darin, daß die Stillstandszeiten, die sich insbesondere bei Reparaturen von Gichtgas-
ao leitungen ergeben, auf ein Mindestmaß reduziert werden. In Versorgungsleitungen vermeidet das erfindungsgemäße
Verfahren längere Ausfallzeiten in der Versorgung der Abnehmer und Verzögerungen für
eventuelle Nebenanschlüsse, wie sie insbesondere bei größeren Reparaturen bisher unvermeidbar waren.
Claims (2)
1. Verfahren zum Entgasen vor. Leitungen und Anlagenteilen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gasleitungen oder die gasführenden Anlagenteile nach dem Abtrennen von der Gaszufuhr
mit einem Schaum, vorzugsweise einem sogenannten Leichtschaum, gefüllt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Leichtschaum ein Ammonium-Laurylsulfat
verwendet wird.
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