DE190060C - - Google Patents

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DE190060C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B44DECORATIVE ARTS
    • B44CPRODUCING DECORATIVE EFFECTS; MOSAICS; TARSIA WORK; PAPERHANGING
    • B44C5/00Processes for producing special ornamental bodies
    • B44C5/02Mountings for pictures; Mountings of horns on plates

Landscapes

  • Paints Or Removers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-Ja 190060 -. KLASSE 75 b. GRUPPE
R. DIETRICH & CIE in ALTSTETTEN-ZÜRICH.
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung ein- oder mehrfarbiger bzw. gemusterter Glaswandplatten und bezweckt, eine gegen Säuren, ätzende Flüssigkeiten und Feuchtigkeit sowie Temperaturwechsel widerstandsfähige, die Wärme zurückhaltende und schallmindernde Glasdekoration bzw. Wandverkleidung dadurch zu erzeugen, daß die Glaswandplatten auf ihrer mit dem gewünschten Farbenanstrich bzw.
ίο Zeichnung versehenen Seite zunächst wiederholt mit einem in der Farbe des Grundtons gehaltenen kieselsäurehaltigen Ölfarbenanstrich, dann mit einer Glasmehlschicht, hierauf mit einem Anstrich einer Lackfarbenkomposition, dann mit einer Schicht feinsten Asbestmehls, hierauf mit einem zweiten Anstrich der Lackfarbenkomposition, dann mit einer Schicht Glasmehl und schließlich mit einer Schicht von mit kieselsäurehaltigen Mineralien versetztem Asphaltlack versehen werden, auf welchen dann eine Schicht scharf körnigen Kiessandes aufgestreut wird.
Wandgetäfelplatten mit einem Überzug, bestehend aus einer Schicht Natronwasserglas mit Firnis, unter Zusatz- von Zinkweiß, Magnesit oder gemahlener Austernschale und beliebigen Malerfarben, einer zweiten Schicht aus Emailfarbe oder auch Ölfarbe mit Terpentinöllack, welche vor dem Erhärten mit Sand überstreut wird und schließlich einer dritten Schicht aus Zement und Sand, sind durch die Patent-Schriften 63988, 68136 und 73796 der Klasse 80 bereits bekannt gewesen, doch hat es sich für den praktischen Gebrauch als wünschenswert herausgestellt, die ' Widerstandsfähigkeit der1 Platten gegen Säuren, ätzende Flüssigkeiten und Feuchtigkeit sowie gegen Temperaturunterschiede zu steigern. Andere bekannte Glaswandplatten, z. B. jene der amerikanischen Patentschrift 624923, bei welchen die eine Glasfläche zunächst mit einer Asphaltschicht überzogen wird, auf welche dann Sand ausgebreitet wird, der, um ein.festes Anhaften an der Asphaltschicht zu sichern, erhitzt wird.und lediglich den Zweck hat, ein sicheres Haften der Schlußschicht, einer Zementschicht, auf der Asphaltschicht zu erzielen, genügen in dieser Beziehung hohen Anforderungen auch nicht.
Deshalb werden nach dem vorliegenden, das Ergebnis zahlreicher eingehender Versuche bildenden Verfahren durch Einhaltung der im nachstehenden angegebenen Reihenfolge der Schichten tatsächlich Glaswandplatten mit den oben genannten Eigenschaften erhalten, was. durch eine andere Reihenfolge oder durch Weglassung einer oder mehrerer Schichten nicht zu erreichen ist.
Die Ausführung des Verfahrens geschieht in folgender Weise:
Für Glaswandplatten mit weißer Grundtonfarbe empfiehlt sich beispielsweise folgende Zusammensetzung des Ölfarbenanstrichs: 0,39 kg Kieselsäure (Quarzmehl), 1,3 kg Schwerspat, 7,8 kg Zementweiß, 7,8 kg Zinkweiß, 0,52 kg Kaolin, 1,3 kg Talk, 0,006 kg Ultramarinblau, 0,012 kg Rot werden mit 6 kg Firnis abgerieben.
Für den ersten Anstrich wird diese Masse durch Zusatz von amerikanischem Terpentinöl so weit verdünnt, daß sich die Farbe gleich-■ mäßig deckend verstreichen läßt.
Für den zweiten Anstrich werden 5 kg der Masse mit 0,3 kg Leinölfirnis und 0,3 kg amerikanischem Terpentinöl streichfertig gemacht.
Für den dritten Anstrich werden 3 kg der Masse mit 0,3 kg Leinölfirnis streichfertig gemacht.
Die auf diese Ölfarbenanstriche folgende Lackfarbenkomposition besteht aus fein abgeriebenem Lack, welcher in seinem für den ersten Aufstrich bestimmten Teil aus mit hellem, gehärtetem amerikanischem Harz und borsaurem Mangan, gekochtem Leinöl und Terpentinöl versetzten, fein abgeriebenen Lacken und einem Zusatz von Mineralien, welche mit der Zeit sich mit dem Glasmehl des vorhergehenden ölfarbenanstrichs zu verbinden vermögen, und zwar in dem folgenden Verhältnis hergestellt ist: . ...
12 kg mit Kalk gehärtetes amerikanisches Harz werden unter Anwendung von Wärnie verrieben mit 6 kg Leinölfirnis, welcher unter Zusatz von 2 Prozent borsaurem Mangan doppelt gekocht ist. Nach einigem Abkühlen werden 14 kg amerikanisches Terpentinöl zugesetzt.
Auf diesen satt und gleichmäßig ■aufgestrichenen Lackanstrich wird sofort nach dem Streichen, also bevor derselbe trocken wird, feinstes durchgesiebtes Asbestmehl bis zur vollkommenen Sättigung des Anstrichs aufgestreut und vollkommen trocknen gelassen, ehe der zweite Lackfarbenanstrich aufgebracht wird.
Dieser zweite Lackfarbenanstrich besteht wiederum aus in Lack der oben genannten Zusammensetzung verteilten Mineralien, welche mit der Zeit sich mit dem Asbestmehl zu verbinden vermögen und' außerdem aus Mineralien, welche diesem Anstrich einen der Farbe des nachfolgenden Anstrichs sich nähernden Ton erteilen.
Das .Zusammensetzungsverhältnis dieses
zweiten Lackfarbenanstrichs ist das folgende:
4,5 kg Zementweiß, 2,25 kg Schwerspat,
■ ■ 0,525 kg Talk, 0,45 kg Flußspat, 0,075 kg Marmorkalk (Härtepulver) und 0,02 kg Rot werden miteinander gemischt und in 4,5 kg des vorgenannten Lacks unter Zusatz von 0,75 kg Leinölfirnis abgerieben.
: : Auch dieser zweite Lackfarbenanstrich wird sogleich nach dem Streichen mit Asbestmehl bis zur vollkommnen Sättigung bestreut und vollkommen hart trocknen gelassen, worauf dann ein dritter Anstrich mit der gleichen,
; in ihrer Zusammensetzung aber etwas veränderten Lackfarbe erfolgt.
.Diese Lackfarbe besteht aus: 4,5 kg Zementweiß, 2,25 kg Schwerspat, 0,525 kg Talk, 0,45 kg Flußspat, 0,075 kg Marmorkalk
- (Härtepulver) und 4,8 kg Lack der ersten Zusammensetzung.
Die Bestandteile werden auf der Farbmühle gut durcheinander gerieben und dann über den trocknen zweiten Lackanstrich nicht zu fett, aber gleichmäßig, aufgestrichen, so daß die ganze Fläche glatt erscheint. Dieser dritte Lackanstrich muß gleichfalls vollkommen hart getrocknet sein, ehe der nächste Anstrich folgt. Dieser ist wie folgt zusammengesetzt: ι kg Flußspat, 0,14 kg Kieselsäure (Quarzmehl), 1,5 kg Schwerspat, 0,6 kg Bimssteinmehl, ι kg Zementweiß, 0,2 kg Talk, 0,25 kg Asbestmehl, 0,24 kg Ceylongraphit, 0,07 kg Marmorkalk mit 4 kg vom erst genannten Lack auf der Farbmühle gut verrieben.
Dieser Anstrich wird auf den gut getrockneten vorhergehenden Anstrich satt und gleichmäßig aufgestrichen und sofort nach dem Streichen mit Glasmehl gesättigt Und trocknen gelassen.
Nach mindestens viertägigem Trocknen dieses Anstrichs folgt dann ein Anstrich mit einer Lackfarbenkomposition, welche im wesentlichen aus mit gehärtetem amerikanischen Harz, Pech, getrocknetem Leinölfirnis, gepulvertem Schwefel, Paraffin und Braunstein, verkochtem Teer besteht, welcher dann mit einem Kieselsäure und andere chemische Substanzen enthaltenden Firnis zusammengeschmolzen und schließlich mit Terpentinöl und Benzin versetzt wird.
Diese Asphaltlackkomposition wird auf die Glasmehlschicht des zweiten Lackfarbenanstrichs aufgestrichen und unmittelbar darauf mit scharfkörnigem Kiessand bis zur vollkommnen Sättigung bestreut und trocknen gelassen, worauf die Glasdekorationen bzw. Glaswandplatten fertig sind.
Die Zusammensetzung der Lackfarbenkomposition ist folgende: 25 kg Steinkohlenteer, 5 kg Kienteer, 2 kg gepulverter Schwefel, 10 kg Pech, 25 kg gehärtetes amerikanisches Harz, 5 kg doppelt gekochter Leinölfirnis, 1 kg Braunstein, 85 bis 90 prozentig, 2 kg Paraffin werden zusammengeschmolzen mit 12 kg einer Mischung, welche besteht aus 4kg Kieselsäure (Quarzmehl), 2 kg Soda, ι kg essigsaures Zinkoxyd, die mit 2 kg doppelt gekochtem Leinöl, 1 kg Zinkweiß, unter Zusatz von 1 kg Mennige, 0,75 kg gelöschtem Ätzkalk, 0,6 kg Chlornatrium, 0,1 kg kohlensaurer Magnesia, 0,3 kg Borsäure, 0,5 kg Borax, 3 kg Harzöl und 1 kg Kaolin zusammengeschmolzen sind. Nach dem Abkühlen werden zu dieser Masse 12 1 Terpentinöl, 3 1 Grünöl, 7 1 Lösungsöl und 18 1 Benzin zugegeben. Bemerkt sei hierbei, daß unter Grünöl (Anthracenöl) und Lösungsöl (Solvent Naphtha) Destillationsprodukte von Steinkohlenteer zu verstehen sind, welche beide die Eigenschaft besitzen, Teer, Pech, Asphalt und Harze sehr leicht aufzulösen, sich durch ihre Siedepunkte voneinander unterscheiden, beide aber sich viel weniger leicht verflüchtigen als Benzin, weshalb sie für den vorliegenden Zweck besonders geeignet sind.
Von der so erhaltenen Asphaltlackmasse werden 3 kg mit 2 kg der Lackfarbe, mit welcher der dritte Anstrich ausgeführt wurde, vermischt, unter Zusatz von 1I2 kg der ursprüngliehen Lackfarbe, das Ganze gut durcheinander gerührt und mit dem so gewonnenen Asphaltlack ein mäßig satter Aufstrich ausgeführt. Solange dieser Aufstrich noch frisch ist, wird derselbe mit feinem scharfkörnigen Kiessand bestreut und gut mit demselben gesättigt, worauf dann die Glaswandplatte fertig ist und zum Trocknen hingelegt wird.
Für dekorierte, d. i. mit Druck versehene oder bemusterte Platten ist das Verfahren das gleiche, wie vorstehend für die mit einfacher Grundtonfarbe versehenen Glaswandplatten an-. gegeben.
Bei den nach dem beschriebenen Verfahren hergestellten Glaswandplatten ist jeder einzelne Anstrich mit kieselsäurehaltigen, mit der Zeit erhärtenden Substanzen durchsetzt, die Schichten sind mithin unter sich, wie auch mit der Glasplatte selbst, innig verbunden. Weiter ist aber auch jede vorhergehende Schicht von der folgenden durch eine sie trennende mineralische (Glasmehl- oder Asbestschicht) isoliert, und schließlich ist Vorsorge getroffen, daß die Grundtonfarbe durch die aufeinanderfolgenden Schichten nicht nachteilig beeinflußt wird, indem diese Schichten bis zum ersten Lackfarbenanstrich rein weiß sind bzw. dem Grundton entsprechende Farbe besitzen, und erst von der Asbestschicht ab allmählich der grauen bzw. schwarzen Farbe des Asphaltlackanstrichs sich nähern.
Der nach vorliegendem Verfahren erzielte Überzug bildet demnach infolge der besonderen Zusammensetzung und Aufeinanderfolge seiner einzelnen Schichten für die Glasdekorationen bzw. Glaswandplatten eine Isolierung, welche die letzteren gegen die Einflüsse von Temperaturunterschieden sowie von Flüssigkeiten und Gasen, gleichgültig, ob dieselben saure oder alkalische Eigenschaften besitzen,' vollkommen schützt, und welche daher den mit diesem Überzug angestrebten Erfolg tatsächlich verwirklicht, was nicht der Fall sein würde, wenn einzelne Schichten weggelassen oder in ihrer Zusammensetzung wesentlich geändert würden.
Die letzte Schicht aus scharfkörnigem Sand dient schließlich auch dazu, die Verbindung der Glasplatten mit dem Mauerwerk zu einer besonders festen zu gestalten, da der scharfkörnige Kiessand dem Bindemittel zahlreiche Angriffspunkte bietet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung einer Isolierung für Glasdekorationen und Glaswandplatten, dadurch gekennzeichnet, daß zum Zweck der Erzeugung eines die Dekorationen bzw. die Grundtonfarben gegen äußere Einwirkungen (plötzlichen starken Temperaturwechsel, Feuchtigkeit, saure oder ätzende Flüssigkeiten oder Dämpfe) schützenden Überzugs die mit dem Grundton bzw. mit der Zeichnung (Dekor) versehenen Glasplatten zunächst mit kieselsäurehaltigem Ölfarbenanstrich, dann mit einer Glasmehlschicht, hierauf mit kieselsäurehaltigen Lackfarbenanstrichen, dann mit einer Asbestschicht, darauf mit einem weiteren Lackfarbenanstrich, dem eine Glasmehlschicht folgt, und schließlich mit einer Schicht von mit kieselsäurehaltigen Mineralien versetztem künstlichen Asphaltlack überstrichen und durch eine Schicht von scharfkörnigem Kiessand nach außen abgeschlossen werden.
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