DE179342C - - Google Patents

Info

Publication number
DE179342C
DE179342C DENDAT179342D DE179342DA DE179342C DE 179342 C DE179342 C DE 179342C DE NDAT179342 D DENDAT179342 D DE NDAT179342D DE 179342D A DE179342D A DE 179342DA DE 179342 C DE179342 C DE 179342C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rollers
tissue
electrodes
electrolysis
fats
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT179342D
Other languages
English (en)
Publication of DE179342C publication Critical patent/DE179342C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11DDETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D13/00Making of soap or soap solutions in general; Apparatus therefor
    • C11D13/30Recovery of soap, e.g. from spent solutions

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
JVU 79342-KLASSE Si. GRUPPE
JEAN MARIE JOSEPH BAUDOT in PARIS.
durch Verseifung.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. April 1904 ab.
Durch das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren wird der Zweck verfolgt, die von dem Spinnprozeß und der Walke herrührenden öle, Fette und dergl. aus Wollengeweben in möglichst konzentriertem Zustande unmittelbar von der Oberfläche des Gewebes aus zu gewinnen, so daß sie sich dann, in ein Magma übergeführt, mit Leichtigkeit und größtem Nutzen extranieren lassen.
Erreicht wird das erstrebte Ziel dadurch, daß das Gewebe vor dem Waschen in sodaalkalischem Bade kurze Zeit der Einwirkung der Elektrolyse unterworfen und dann ausgepreßt wird.
Um ein Eingehen der Wollfaser zu verhüten, ist allerdings bereits vorgeschlagen worden, die Wolle ähnlich wie beim vorliegenden Verfahren in den Weg eines elek-
ao irischen Stromes zu bringen, doch ist damit die wiederholte Behandlung der Ware mit verschiedenen Bädern verbunden und die Gewinnung der Öle, Fette und dergl. in konzentriertem Zustande daher ausgeschlossen.
Auch soll der elektrische Strom hier als solcher in mehr mechanischer Weise' wirken, \vährend bei dem vorliegenden Verfahren durch die Anwendung der Elektrolyse vor dem Waschen das vorhandene Alkalikarbonat kaustifiziert Und infolgedessen zunächst eine vollkommene Verseifung der Öle, Fette und dergl. 'auf dem Gewebe erzielt werden soll, so daß es möglich wird, sie dann in Form einer Seifenpaste von der Oberfläche des Gewebes aus zu gewinnen. Dies geschieht nun dadurch, daß das Gewebe nach seinem Austritt aus dem Elektrolysiergefäß ein oder mehrere Male unter Aufspritzen geringer Wassermengen von über hintereinander gereihten . Behältern gelagerten Walzen bei einem Druck von 3000 bis 5000 kg' ausgepreßt wird. Hierauf erst folgt die weitere Behandlung in mit großen Wassermengen gefüllten Behältern, sowie ein Auspressen zwischen paarweise über den Behältern gelagerten Preßwalzen, um in bekannter Weise eine vollkommene Entfettung und Reinigung des Gewebes zu erzielen.
Die Entfernung der Fettseifenkörper aus dem Gewebe ist bereits im Bereiche der aus dem ersten Behälter und dem entsprechenden Walzenpaar gebildeten ersten Abteilung der auf der Zeichnung als ein Ausführungsbeispiel im Auf- und Grundriß dargestellten Vorrichtung· eine dermaßen sichere und weitgehende, daß auch bei besonders stark geölten Stücken die mit einer unvollständigen Entfettung verbundenen Schwierigkeiten und Übelstände in der Färberei ausgeschlossen sind. Die zweite Abteilung erhält somit auch von den Seifenkörpern nur noch sehr wenig. Schon die dritte Abteilung kommt nicht mehr- für die Wiedergewinnung der Öle und Fette, sondern nur noch für die vollständige
12. Auflage, ausgegeben am 24. Juli igoS.J
Entfettung und Reinigung der Gewebe in Frage. Es ist daher in dem dritten Behälter das Spülwasser schon im Überfluß vorhanden.
Die aus der Walke kommende, unausgewaschene Stückware wird mit ihrem einen Ende über die hölzernen Leitrollen i des kleinen am Anfang der Vorrichtung auf dem gußeisernen Ständer in aufgestellten Elektrolysiergefäßes b1 zwischen den Elektroden η hindurchgeführt. Als Elektroden können z. B. solche aus Platin, Kupfer, wie überhaupt alle guten Leiter zur Anwendung kommen, da sie alle die gleiche Wirkung der Verseifung der Fettkörper ergeben. Es ist jedoch zur Verminderung der Unkosten und um eine Färbung des Bades zu verhindern, zweckmäßig, als Anoden Bleiplatten und als Kathoden Zinkplatten zu verwenden. Um eine gute' Zirkulation des Elektrolyten zwischen den Elektroden und den Gewebefalten zu erzielen, ist es vorteilhaft, die Elektroden zu durchlochen. Die Bleiplatten werden zwecks Erzielung besserer Steifheit mit einem Rahmen aus Winkeleisen eingefaßt. Sowohl Blei- als Zinkplatten erhalten am oberen Rande Handgriffe zum bequemen Niederlassen und Herausheben. Die wirksamen Flächen der Elektroden müssen in der Ausdehnung annähernd gleich sein den eintauchenden Gewebeflächen. Das Elektrolysiergefäß ist mit einer Lösung von Soda angefüllt, und zwar in einer Konzentration, die je nach der Natur des Gewebes und dessen Gehalt an Fettkörpern zwischen 2 und 12° Beaume wechselt. Die Konzentration muß eine solche sein, daß zwischen jeder Faser des eintauchenden Gewebeteiles unter der Wirkung der Elektrolyse eine vollkommene Verseifung stattfindet. Bei der Elektrolyse kommen die sodaalkalischen Zersetzungsstoffe in Bewegung und bilden mit den in dem Gewebe enthaltenen Fettsäuren ölsäure oder margarinsaure Salze. Der elektrische Strom muß dabei eine Spannung von 5 bis 10 Volt und eine Stärke von 80 bis 150 Ampere haben, je nachdem das Gewebe reich an Fettkörpern ist. Der eintauchende Teil des Gewebes bleibt nur während einiger Sekunden im Bade. Von hier aus wird dann das Stück zwischen einem oberhalb des Elektrolysiergefäßes als Bremsvorrichtung zum Straffhalten angeordneten Walzenpaar α hindurch nach dem ersten Abteil des in dem gußeisernen Gestell d gelagerten, mit Zwischenwänden versehenen Kastens b übergeführt, wo es mittels der Leitrollen i auf- und abgeführt und durch die Spritzvorrichtungen g nur gering befeuchtet wird, um dann durch die mittels Gewichtshebel c aufeinander gepreßten Quetschwalzen α ausgepreßt zu werden. In dem nächsten Abteil ist die Führung und Behandlung des Stückes ähnlich. Im dritten Abteil erfolgt dann das Waschen des Gewebestückes unter reichlichem Wasserzufluß. Nach Verlassen des letzten Quetschwalzenpaares α wird die Ware durch die Legemaschine h in Falten zusammengelegt. Der Antrieb der Leitrollen j der Legemaschine und der Quetschwalzen α geschieht von der Welle y bezw. von den Riemenscheiben k aus.
Die Quetschwalzen sind aus Gußeisen hergestellt und auf ihrer ganzen Oberfläche mit einem dicken, gut befestigten Kautschuküberzug versehen. Der Druck der Quetschwalzen kann durch die Gewichtshebel c geregelt werden. Bei Eintritt eines Fremdkörpers zwischen die Walzen findet ein einfaches Heben der Oberwalze statt.
Jede der drei Abteilungen des Kastens b läßt sich durch die Hähne e, sowie durch das Rohr I an ihrem Boden direkt entleeren.
Die Behälter können ferner durch Ventile / miteinander in Verbindung gebracht werden. Das Niveau in der ersten und dritten Abteilung wird durch Uberlaufrohre konstant erhalten, während die zweite Abteilung die überschüssige Flüssigkeit durch einen Längsschlitz oben in der Scheidewand in die erste Abteilung abgibt.
Nachdem das erste Stück durch die Maschine gegangen ist, hat man zur Erzielung eines regelmäßigen und kontinuierlichen Betriebes nur nötig, die einzelnen Stücke, wie sie aus der Walke kommen, der Reihe nach aneinander zu nähen. Die Quetschwalzen bewirken dann selbsttätig das Hindurchziehen der Stücke. Die Sodalösung im Elektrolysiergefäß ist von Zeit zu Zeit entsprechend ihrem Verbrauch zu erneuern.
Wenn die erste Abteilung genügend Seifenabfälle enthält, so daß die Leitrollen und die Ware teilweise darin eintauchen, fließt der Überschuß durch ein Überlaufrohr in ein größeres Elektrolysiergefäß ab, wo dann die vorhandenen Alkalisalze zersetzt und abgeschieden werden. Die Fettsäuren lagern sich auf der Oberfläche der Elektroden ab oder steigen an die Oberfläche, von wo sie leicht in Dekantiergefäßen gesammelt und hier von ihrem überschüssigen Wassergehalt befreit werden können. Die in den Produkten noch enthaltenen Fremdkörper werden in einer mit Dampf geheizten Presse abgeschieden, aus der "die Fettsäuren genügend klar und rein abfließen, um wieder für den Seifprozeß verwertet oder verkauft werden zu können. Das erhaltene' Magma enthält etwa 50 bis 55 Prozent seines Gewichts Fettsäuren.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Wiedergewinnung der
    Öle, Fette und Fettsäuren aus Geweben durch Verseifung, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewebe vor dem Waschen während der Elektrolyse zwischen den Elektroden eines sodaalkalischen Bades hindurchgeführt und alsdann unter Aufspritzen geringer Wassermengen zwischen Walzen ausgepreßt werden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT179342D Active DE179342C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE179342C true DE179342C (de)

Family

ID=443673

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT179342D Active DE179342C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE179342C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1635106A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Nassbehandeln von fluessigkeitsdurchlaessigen Guetern
DE179342C (de)
DE351702C (de) Vorrichtung zur fortlaufenden Nassbehandlung breit gefuehrter Gewebe u. dgl. in mehreren Baedern
DE3039303A1 (de) Vorrichtung zum kontinuierlichen beizen eines stahlbandes durch saeureangriff
DE3324650A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur nassbehandlung von breitgefuehrten laufenden warenbahnen
DE428426C (de) Verfahren zum Entfetten von Wolle und aehnlichem Fasergut in geschlossenen Behaeltern
DE526352C (de) Vorrichtung zum Waschen von Rohwolle
DE2756979A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum waschen und insbesondere entfetten von wolle
DE708232C (de) Verfahren zum Waschen von Rohwolle o. dgl.
DE652351C (de) Verfahren zum Reinigen animalischer oder vegetabilischer OEle oder Fette
DE513094C (de) Verfahren und Waschmaschine zum Waschen von Rohwolle im eigenen Wollschweiss
DE584830C (de) Verfahren zum Wiederbrauchbarmachen von Waschfluessigkeiten
DE155744C (de)
CH139474A (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung künstlicher Fäden und dergleichen aus Viskose.
DE739215C (de) Verfahren und Vorrichtung zur fortlaufenden Gewinnung von Flockenbast aus Bastlang- oder Wirrfasern
AT107729B (de) Verfahren und Einrichtungen zum Waschen von Rohwolle und anderem Textilgut.
DE225282C (de)
DE193258C (de)
DE865043C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Aufschliessen von Pflanzen, insbesondere Ramie
DE240237C (de)
DE172499C (de)
DE587012C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines fett- und wasserdichten Papiers
DE107093C (de)
AT120864B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung von Holzzellulose.
DE958617C (de) Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen, insbesondere Zellstoff