DE17826C - Neuerungen in der Rektifikation der Alkohole und in der methodischen Trennung gemischter Flüssigkeiten - Google Patents
Neuerungen in der Rektifikation der Alkohole und in der methodischen Trennung gemischter FlüssigkeitenInfo
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Classifications
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Description
KAISERLICHES
Die Anwendung der im Haupt-Patent beschriebenen Rectificationsweise auf gröfsere Verhältnisse
hat den Erfinder zur Vervollständigung der früher angegebenen Einrichtungen geführt,
um die Bedingungen günstiger zu gestalten.
Beiliegende Zeichnung giebt im Schnitt die Gesammtheit der Anordnungen, die den Gegenstand
vorliegender Erfindung bilden.
Der Hauptcharakter derselben liegt in der successiven Anordnung zweier oder mehrerer
Rectificationen, was zum Bau von zwei oder mehreren Apparaten führt, wovon der eine vom
anderen mit reinen und reineren Producten gespeist wird. Diese Apparate arbeiten, vor
Luft geschützt, bei Temperaturen, die so abgestuft sind, dafs nur der erste Kessel geheizt
zu werden und nur der letzte Condensator durch den Kühlapparat kalt erhalten zu werden
braucht. Die inneren Spannungen in den einzelnen Theilen resultiren aus den Temperaturen
der Dampfgemische und folgen den Gesetzen des Maximaldruckes und der Affinität. Auf diese Weise bedarf man nur einer Heizung
für mehrere Apparate.
Weiterhin sind noch einige Modificationen an den Details des Apparates, nämlich an den
Platten und Säulen vorgenommen worden, uni durch innigeren Contact zwischen Dämpfen und
Flüssigkeiten die Rectification zu beschleunigen. In Fig. ι der Zeichnung bedeutet A den
ersten Rectificationskessel, der durch ein Schlangenrohr u geheizt wird, das den Abdampf
der Maschine oder irgend eine andere für den Zweck passende Flüssigkeit zugeführt erhält.
B ist die erste Rectificationssäule, C C1 die zugehörigen
Condensatoren. Mit EE1 sind die Recipienten der Abgänge der ersten Rectification
bezeichnet. D ist der Communicationshahn einander folgender Apparate, ν und v1
sind Ein- und Auslafs für das Condensationswasser, χ χ1 Probirapparate. F ist der Kessel
der zweiten Rectification mit einem Schlangenrohr y, das vom Condensationswasser des Kühlapparates
gespeist wird, G die zweite Rectificationssäule. H ist die Vorlage des Kühlapparates,
gefüllt' mit Schwefligsäureanhydrid, J eine, kleine Vorlage mit gleicher Füllung. K ist
der Recipient der gutschmeckenden Alkohole II. Qualität der zweiten Rectification, L der
der Alkohole I. Qualität der zweiten Rectification, ζ ist ein Probirapparat, M die Pumpe
des Kühlapparates, die durch einen hydrauli;
sehen oder einen Dampfmotor bewegt wird, N ist der mit schwefligsaurem Anhydrid gefüllte
Condensator des Kühlapparates, O eine doppeltwirkende Luftmaschine.
Fig. 2 zeigt in gröfserem Mafsstabe die Einrichtung der Säule und ihre Platten. Die
Wände der Säule sind mit S bezeichnet, die
Platten mit PP1; sie sind mit centralen Rohren
ausgerüstet, die mit Glocken R bedeckt sind, welche Oeffnungen besitzen, wo sie mit den
Platten zusammentreffen.
Die vom Condensator abgeführte Flüssigkeit zur Speisung der Platten, die der Erfinder
»Retrogradationsflüssigkeit« nennt, bedeckt die Platten und fliefst durch die Ueberlaufrohre T T1
ab, während die niedergehenden Dämpfe durch die centralen Rohre in das Innere der Glocken
gelangen und durch die hier angebrachten Oeffnungen austreten. Durchlöcherte Blechwände
oder Drahtgaze mit geprefsten Maschen bedecken die Oberfläche der Platten über dem
Niveau der Flüssigkeit; daraus folgt, dafs die darunter geführten Dämpfe sich in unzählige
Bläschen zertheilen, um sie zu durchdringen. Auf diese Weise wird eine gröfsere Lebhaftigkeit
der Rectification erzielt.
Der dargestellte Apparat weist eine Leistungsfähigkeit von 60 hl Alkohol pro 24 Stunden
auf.
Die Luftmaschine O mit zwei conjugirten Cylindern stellt vorläufig Vacuum im ganzen
Apparat her, zu welchem Zweck ein Rohrsystem mit Hähnen angeordnet ist.
Der erste Rectificationskessel A empfängt die rohen Flüssigkeiten. Seine Heizschlange u wird
mit directem oder mit Abdampf gespeist, oder durch heifses Wasser, je nach der erforderlichen
Temperatur.
Die erste Rectification erfolgt in der Säule B]
die von hier austretenden Dämpfe gehen in die Condensatoren C C1, die durch einen Wasserstrom
gekühlt werden. C, der weniger kalte, liefert die Retrogradationsflüssigkeit. Der Condensator
C1, der nun die von ersterem entweichenden Dämpfe empfängt, liefert die für die
zweite Rectification benutzte Flüssigkeit.
Im Anfang der Operation leitet man die Producte in die Recipienten EB1. Man braucht
nur einen derselben.
Die Probeapparate χ χ' sind Mefsvorrichtungen,
die auf dem Wege der Flüssigkeiten angebracht sind, die von den Condensatoren austreten;
sie haben den Zweck, den Gehalt derselben genau zu bestimmen und sind mit Hähnen
versehen, die trotz der Differenz zwischen innerer und atmosphärischer Pressung das Abnehmen
von Mustern oder Proben gestatten. Auf die Wichtigkeit solcher Messungen macht der Erfinder
besonders aufmerksam. Der obere Theil dieser Apparate ist eine Krystallglocke, die die
innere Flüssigkeit zu sehen gestattet. Ein Alkoholometer zeigt permanent den Centesimalgrad
der condensirten Flüssigkeit an.
Diese Anordnung ist, infolge der niedrigen Temperatur, bei einer Pressung anwendbar, die
niedriger als die atmosphärische ist.
Der zweite Rectificationskessel F empfängt die im ersten Apparat bereits gereinigte Flüssigkeit
durch den Hahn D. Seine Schlange y wird durch Condensationswasser vom Kühlapparat
gespeist, dessen Temperatur für diese zweite Verdampfung völlig genügt.
Die hier austretenden Dämpfe werden in der zweiten Säule G gereinigt; ein Theil condensirt
sofort darnach in einer kleinen, oben angebrachten Vorlage J, der Rest condensirt im
Gefäfs H des Kühlapparates.
Am Anfang der Operation leitet man das erhaltene Product in einen ersten Recipienten K;
alsdann leitet man es in den Recipienten L der Alkohole I. Qualität. Am Ausgang dieses Kühlapparates
ist gleichfalls ein Probirapparat ζ angebracht.
Die Saug- und Druckpumpe des Kühlapparates ist bei M dargestellt; sie kann irgendwie
bewegt werden. Der Condensator des Kühlmittels, der beständig der Vorlage den von
der Pumpe ausgesogenen Dampf in flüssigem Zustande liefert, wird durch einen Wasserstrom
gekühlt, den man dann nach dem zweiten Kessel leitet.
Die einzelnen Theile können vereinfacht, die Operationen über zwei hinaus vermehrt oder
auf eine reducirt und die gezeigten Anordnungen nach den Ortsverhältnissen modificirt werden. Der
Erfinder beschränkt sich hier darauf, die Anordnungen zu zeigen, die er am günstigsten hält
zur Erreichung des besagten Zweckes, nämlich der sofortigen Production sehr gut modificirter
Alkohole aus einem unreinen Anfangsproduct mit Hülfe einer einzigen Heizung.
Das Abkühlungsmittel braucht nicht nothwendig Schwefligsäureanhydrid zu sein, sondern
irgend etwas passendes; der Erfinder giebt dem genannten Körper jedoch den Vorzug und hat
die beschriebenen Apparate für denselben eingerichtet.
Claims (1)
- Patent-An Sprüche:i. Die in Fig. 1 dargestellte Anordnung des Rectificationsapparates, welche charakterisirt ist durch die Combination der beiden Rectificationskessel A und F mit ihren Säulen B und G, zwischen welchen Kesseln die beiden Condensatoren CC1, Probirapparate χ x1 und die Recipienten Έ Έ1 eingeschaltet sind, sowie die Vorlagen J auf und H hinter der Säule G nebst dem Probirapparat ζ und den Recipienten K und L] die Verbindung des Kühlapparates N mit Schlangenrohr y im Kessel F und durch Pumpe M mit den Vorlagen JT und J] die Luft-" pumpe O und ihre dargestellte Verbindung mit dem Apparat zur Herstellung niedrigen Druckes in demselben.Das Verfahren der Rectificirung des Alkohols mit dem unter i. angeführten Apparat, welche sich dadurch charakterisirt, dafs bei mehrfacher auf einander folgender Rectificirung nur der erste Kessel geheizt und nur der letzte Condensator der Einwirkung des Kühlapparates ausgesetzt ist.
Die in Fig. 2 dargestellte Anordnung in den Colonnen B und G., bestehend aus den Platten PPx mit centraler Oeffnung, welche durch am Rande durchbrochene Glocken R überdeckt sind; die eingelegten Drahtnetze oder fein perforirten Platten und die Ueberfallrohre TT1, welche die vom Condensator kommende »Retrogradationsflüssigkeit« von einer Platte zur andern nach unten führt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen,
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE17826C true DE17826C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT17826D Active DE17826C (de) | Neuerungen in der Rektifikation der Alkohole und in der methodischen Trennung gemischter Flüssigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE17826C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE766545C (de) * | 1937-07-15 | 1952-12-22 | Metallgesellschaft Ag | Glockenboden in Rektifizierkolonnen |
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|---|---|---|---|---|
| DE766545C (de) * | 1937-07-15 | 1952-12-22 | Metallgesellschaft Ag | Glockenboden in Rektifizierkolonnen |
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