DE175451C - - Google Patents

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DE175451C
DE175451C DE1903175451D DE175451DA DE175451C DE 175451 C DE175451 C DE 175451C DE 1903175451 D DE1903175451 D DE 1903175451D DE 175451D A DE175451D A DE 175451DA DE 175451 C DE175451 C DE 175451C
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black
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wool
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aniline
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DE1903175451D
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/32General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using oxidation dyes

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE Sm. GRUPPE
FRANZ THEODOR KÖNITZER in ZITTAU i. S.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Dezember 1903 ab.
Beim Färben von Qxydationsschwarz auf Stoffe aus tierischen Fasern oder aus Gemischen von tierischen und pflanzlichen Fasern bieten sich Schwierigkeiten dar, welche auf dem verschiedenen Charakter der beiden Faserarten beruhen. Die bis jetzt bekannt gewordenen Methoden suchen die reduzierenden Eigenschaften der tierischen Faser und besonders die Fähigkeit der Wolle,
ίο Säuren zu absorbieren, entweder vor dem eigentlichen Oxydationsschwarzprozeß durch Behandeln mit Säuren oder Oxydationsmitteln bezw. beiden Körpern zusammen zu beseitigen, oder es wird nach vorausgegangener Behandlung mit Säure durch den Oxydationsprozeß mit einem Überschuß von Säure und Oxydationsmittel zuerst nur die Baumwolle gefärbt und hierauf das Färben der Wolle durch Dämpfen bewirkt. Schließlieh kann man hauptsächlich im Druck statt salzsauren Anilins das ferroeyanwasserstoff-' saure Salz verwenden und bewirkt die Entwickelung des Schwarz durch Dämpfen.
Eingehende Versuche über die Anilin-Oxydationsschwarzfärbeverfahren haben nun ergeben, daß der verschiedene chemische Charakter der tierischen und pflanzlichen Fasern sich bei. dem Oxydationsanilinschwarzprozeß durchaus nicht mehr bemerkbar macht, so daß sich also die tierischen und pflanzlichen Fasern für sich allein und in gemischten Waren mit ein und derselben Anilinschwarzbeize klotzen und durch Hängen (Vergrünen) oder Trocknen und darauf folgendes Chromieren oder Dämpfen vollkommen gleichmäßig schwarz färben lassen, wenn man die tierische Faser vor oder nach dem Vergrünen (Oxydieren) mit Williamsonblau bezw. Berlinerblau anfärbt, und zwar dadurch, daß man das Cyaneisenblau auf der tierischen Faser in einem Bade aus Ferricyankalium und Schwefelsäure erzeugt. Die Erzeugung eines sehr dunklen Blau ist durchaus nicht nötig. Eine Schwächung der pflanzlichen Faser bei Gemischen aus tierisehen und pflanzlichen Fasern tritt dabei nicht ein, wenn man nicht mehr Säure verwendet, als zur Zersetzung des Ferricyankaliums nötig ist.
Ein Zusatz von Zinnsalz kann geschehen, bietet jedoch keinen Vorteil. Man kann auch Ferrocyankalium anwenden, jedoch sind die Farbresultate weniger schön. Anstatt der Kaliumsalze der Ferricyanwasserstoffsäure oder der Ferrocyanwasserstoffsäure können auch andere Salze dieser Säuren und ehenso Kalium- und Natriummangancyanür- und -cyanid, Kalium- und Natriumchromcyanür- und -cyanid, Kalium- und Natriumkobalt-•cyanür- und -cyanid, Kalium- und Natriumnickeleyanier- und -cyanid, Kalium- und Natriumkupfercyanür- und -cyanid, Kalium- und Natriumurancyanür- und -cyanid, Nitroprussidnatrium usw. verwendet werden.
Die ,Wirkung des Eisencyanblau ist noch nicht aufgeklärt. Es scheint jedoch nicht
bloß physikalisch zur Verstärkung und Nuancierung des schwarzen Farblackes beizutragen, sondern vielmehr chemisch eine sehr wichtige Rolle bei dem Oxydationsschwarzprozeß zu spielen.
Der Vergrünungsprozeß geht in der gewöhnlichen' Weise vor sich, wenn man dafür sorgt, daß die Faser nicht ganz trocken wird. Hierauf wird in der gewöhnlichen Weise
ίο chromiert. Auf reiner tierischer Faser kann das Schwarz auch durch Dämpfen, entwickelt werden, Zuletzt wird gewaschen und geseift.
Die Behandlung der tierischen Faser für sich allein oder in gemischten Waren mit Ferricyankalium und Säure kann auch nach dem Vergrünungsprozeß (Oxydationsprozeß) vorgenommen werden.
Das Anilinsalz oder Anilinöl kann durch die äquivalenten Mengen Diphenylaminsalz und Base und ebenso durch andere organische Amine und deren Salze ersetzt werden; durch diese werden die Nuancen des Schwarz verändert.
Von dem bekannten, im übrigen für Wolle und Halbwolle nicht geeigneten Verfahren der Patentschrift 73667, bei welchem zwecks Bewahrung der Festigkeit der Faser und Erzielung eines unvergrünlichen Anilinschwarz auf Baumwolle vermittels Kupfervitriol aus Ferrocyankalium unlösliches Ferrocyankupfer auf der Baumwollfaser niedergeschlagen wird, wobei das Ferrocyankalium durch äquivalente Mengen der Ferro- oder Ferricyansalze der Alkalien oder alkalischen Erden und auch durch die verschieden» zusammengesetzten Cyanüre und Cyanide, wie die des Mangans, Chroms, Nickels, Kobalts usw., ersetzt werden kann, unterscheidet sich das
4.0 vorliegende Verfahren dadurch wesentlich, daß mittels Säure (Schwefelsäure) aus Ferri- oder Ferrocyankalium und den übrigen aufgezählten Cyanüren und Cyaniden Berliner- bezw. Williamsonblau oder eine ähnliche Verbindung auf der Wollfaser erzeugt wird, während die Baumwollfaser in der gemischten Ware durch diese Behandlung entweder gar nicht oder nur in äußerst geringer gar nicht in Betracht kommender Weise blau gefärbt wird.
Von dem bekannten Wolldruckverfahren des Patentes 68887, bei welchem mit Chlor vorbehandelte und daher chemisch veränderte Wolle mit Ferro- und Ferricyanverbindungen behandelt wird, wobei diese durch Umsetzung mit dem Anilinsalz ferro- bezw. ferricyanwasserstoffsaures Anilin bilden und die beim Dämpfen frei werdende Ferrobezw. Ferricyanwasserstoffsäure aus dem chlorsauren Natron Chlorsäure entwickelt, welche die Oxydation des Anilins bewirkt, unterscheidet sich das vorliegende Verfahren dadurch wesentlich, daß es ein vorausgehendes Chloren der Wolle nicht verlangt, vielmehr diese in ihrem ursprünglichen unveränderten Zustande mit Oxydationsanilin schwarz durch Hängen und nachfolgendes Chromieren färben will; auch verlangt es keine Dampfschwarzmischung, bei deren Anwendung ein Dämpfen der Ware notwendig ist. Von dem Dämpfen der Ware ist hier nur für den Fall die Rede, daß das Verfahren auch für reinwollene Waren anwendbar ist und in diesem Falle das Chromieren durch kürzeres Dämpfen ersetzt werden kann.
Ausführungsbeispiel A.
1. Ansieden der Wolle mit Cyanidsalzen und Säure. Zum Ansieden der Wolle bezw. der Wolle in Halbwolle werden etwa 5 kg Ferricyankalium oder ebensoviel Ferricyanammonium, oder Ferricyannatrium, oder irgend eines der oben genannten Cyanidsalze, 6 kg Schwefelsäure 66° B. und etwa 2000 bis 30001 Wasser für 100 kg Wolle verwendet, und es wird wie bei dem sogenannten Kaliblaufärben der Wolle verfahren. Da es jedoch genügt, wenn die Wolle nur hellblau ■ gefärbt ist, so braucht man obige Vorschrift nicht genau innezuhalten, sondern kann auch etwas geringere oder größere Mengen anwenden. Aus diesem Grunde braucht man sich bei Anwendung der oben an zweiter, dritter usw. Stelle' genannten Cyanverbindungen nicht an die äquivalenten Mengen zu halten, sondern kann auf 6 Prozent Schwefelsäure ebenfalls 5 Prozent der betreffenden Cyanverbindung anwenden.
2. Beizen mit Anilinschwarzbeize. Die Anilinschwarzbeize enthält die für Baumwolle üblichen Mengen an salzsaurem Anilin, chlorsaurem Natron, Chlorammonium, Kupfervitriol und Wasser, also z. B. 170 g salzsaures Anilin, 45 g chlorsaures Natrium, 3 g Salmiak und 4 g Kupfervitriol auf einen Liter Beizflüssigkeit.
3. Vergrünen (Oxydieren). Die gut imprägnierte Ware wird ausgeschleudert oder ausgerungen und durch Hängen bei 33 bis 35° C. vergrünt (oxydiert).
4. Entwickeln mit Natriumbichromat. Das Chromierungsbad besteht aus einer Lösung von etwa 20 bis 25 g Natriumbichromat und 0,75 g Schwefelsäure 66° B. in einem Liter Wasser.
5. Waschen und Trocknen.
Ausführungsbeispiel B.
1. Beizen mit Anilinschwarzbeize der obengenannten Zusammensetzung.
2. Vergrünen (Oxydieren).
3. Ansieden der Wolle mit 5 Prozent Ferri-
cyankalium und 6 Prozent Schwefelsäure 66° B.
4. Entwickeln mit Natriumbichromat.
5. Waschen und Trocknen.
Ausführungsbeispiel C.
1. Ansieden der Wolle mit 5 Prozent Ferricyankalium und 6 Prozent Schwefelsäure 66° B.
2. Beizen mit Diphenylschwarzbase I (nach Vorschrift der Farbwerke Höchst a. M., vormals Meister, Lucius & Brüning; Nölting-Lehne, Anilinschwarz 1904, S. 173).
3. Trocknen auf der Zylindertrockenmaschine.
4. Dämpfen auf dem Zylinder.
5. Waschen und Trocknen.
Atisführungsbeispiel D
(für reinwollene Ware).
1. Ansieden mit 5 Prozent Ferricyankalium und 6 Prozent Schwefelsäure 66° B.
2. Beizen mit Anilinschwarzbeize (wie bei A.).
3. Vergrünen.
4. Entwickeln durch Dämpfen im Mather-Platt-Schnelldämpfer.
5. Waschen und Trocknen.
Je reiner das Anilinsalz ist, desto schoner wird das Schwarz; die übrigen aufgeführten organischen Basen liefern ein verschieden nuanciertes Schwarz; ebenso entstehen verschiedene Nuancen des Schwarz bei Verwendung verschiedener Cyanverbindungen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Erzeugung von Anilinschwarz auf tierischen und Gemischen aus tierischen und pflanzlichen Fasern und den daraus dargestellten Waren, dadurch gekennzeichnet, daß diese mit Ferricyankalium, Ferrocyankalium oder ähnlichen Eisen-, Mangan-, Chrom-, Nickel-, Kupfer-, Kobalt-, Uran-Cyan-Verbindungen, Nitroprussidnatrium usw. und.Säure vor oder nach dem Vergrünen (Oxydieren) gefärbt werden, wodurch sie die Eigenschaft annehmen, sich nach dem Chromieren oder Dämpfen gleichmäßig echtschwarz zu färben.
DE1903175451D 1903-12-08 1903-12-08 Expired - Lifetime DE175451C (de)

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AT29878D AT29878B (de) 1903-12-08 1903-12-09 Verfahren zur Erzeugung von Anilinschwarz auf tierischen und Gemischen aus tierischen und pflanzlichen Fasern.

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