DE17114C - Vorrichtung zum Zweck der Feststellung des Köpfchens der Leitungsröhre von Hörapparaten an der gewünschten Stelle - Google Patents
Vorrichtung zum Zweck der Feststellung des Köpfchens der Leitungsröhre von Hörapparaten an der gewünschten StelleInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
A. RETTIG in SAARBRÜCKEN.
an der gewünschten Stelle.
Zusatz - Patent zu No. 14882 vom 9. März 1880.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 13. März 1881 ab. Längste Dauer: 8..März 1895.
An zwei über den Kopf hinweggreifenden, hinter dem Ohre herabgehenden Federn g h,
welche auf dem Scheitel über einander geschoben werden können, wie solche bereits zur
Befestigung leichter Hörrohre am Kopfe selbst benutzt werden, wird auf deren unterem, etwas
abgeplatteten Ende ein kurzer, abstehender Stab i angebracht, welcher in ein seitwärts
durchbohrtes, oben mit einer kleinen Stellschraube versehenes Köpfchen ^ ausläuft. Durch
dieses wird eine Nadel / hindurchgesteckt, an deren vorderem, nach der Ohröffnung zu liegenden
Ende ein Ring χ von dem Durchmesser der zu gebrauchenden Leitungsröhre befestigt
ist. Durch diesen Ring wird das Ende der Leitungsröhre hindurchgezogen, hierauf das
Köpfchen der Leitungsröhre in dieselbe gesteckt, demselben die passende Stellung in oder
an dem äufseren Gehörgange gegeben, wobei die verschiebbare und mit dem Ring drehbare
Nadel leicht folgt, und nun vermittelst der gedachten kleinen Stellschraube die Nadel bezw.
der Haltring an deren vorderem Ende in der gewünschten Lage festgelegt.
Das Köpfchen der Leitungsröhre mufs nun -an der angewiesenen Stelle liegen bleiben und
kann seine Lage nicht mehr von selbst verändern, was andernfalls störender Weise oft geschieht.
Durch diese Vorrichtung wird ermöglicht, das Köpfchen der Leitungsröhre in jeder dem
Hörer gerade angenehmen Lage festzuhalten, sei es in bezw. vor dem äufseren Gehörgange.
Es braucht nunmehr nicht mehr der äufsere Gehörgang selbst das Köpfchen der Leitungsröhre
festzuhalten, und fallen ferner die sonst erforderlichen häufigen, nicht immer sofort
glückenden Berichtigungen der Lage des Köpfchens der Leitungsröhre weg, bei welchen auch
noch stets störende Nebengeräusche entstehen.
Will man stärker hören, so braucht man nur das Köpfchen der Leitungsröhre tiefer in den
Gehörgang hineinzuschieben, will man schwächer hören, so zieht man das Köpfchen der Leitungsröhre
etwas zurück. Dabei bleibt der für das betreffende Ohr festgestellte richtige Einsatzwinkel
unverändert. Dieser mufs wegen grofser Verschiedenheit des Gehörganges bei einzelnen Menschen für jeden besonders bestimmt
werden, was bei Laien anfangs ■ am besten durch einen Arzt geschieht. Die Verschiebbarkeit
der über den Kopf greifenden Federn, ferner die Verschieb- und Drehbarkeit der Nadel bieten allen erforderlichen Spielraum.
Ein irgendwie belästigender Druck auf den Kopf wird durch die Vorrichtung nicht verursacht.
Dieselbe kann bei jedem Hörrohre angewendet werden, nicht blos bei meinen Hörapparaten.
Dieselbe Vorrichtung läfst sich benutzen, um
kleine, leichte Hörapparate am Kopfe selbst zu befestigen. Zu diesem Zwecke wird an der
über den Kopf greifenden Feder g oder h entweder oberhalb des den Haltring tragenden
Stabes i oder unter demselben an einer Verlängerung der Feder' oder auf einem seitwärts
angebrachten, an der Feder befestigten Bande ein ähnlich gestalteter, kurzer, abstehender Stab
in passender Entfernung von dem den Haltring tragenden Stabe angebracht, dessen" Köpfchen
von oben nach unten so durchbohrt ist, dafs der Stempel der Gelenkvorrichtung des
Apparats durch diese Oeffnung hindurchgesteckt werden kann.
Die Verbindung mit dem Ohre geschieht in
der sonstigen Weise durch eine kurze, auf das Ende der Leitungsröhre des Apparats selbst aufgezogene
Leitungsröhre nach dem Ohre, deren Ende durch den Haltring hindurchgezogen wird.
Apparate von mäfsiger Gröfse können auch auf der Schulter gelagert werden. Zu diesem
Zwecke wird die Tragplatte auf der Schulter befestigt und in ihrer Mitte mit einer kurzen,
umlegbaren Hohlsäule versehen, welche so eingerichtet ist, dafs sie beim Gebrauch aufrecht-
und in dieser Lage festgestellt werden kann. In diese Hohlsäule wird der Stempel der Gelenkvorrichtung
des Apparats eingelegt und im übrigen wie sonst verfahren.
Bei beiden Einrichtungen fallen ebenfalls die störenden, durch die Bewegung des Körpers,
der Kleidung und der Leitungsröhre entstehenden Nebengeräusche weg.
Der Punkt, an welchem die Einführung der Hörapparate in den allgemeinen Gebrauch bisher
vornehmlich gescheitert ist, ist die bei allen wirksamen Hörapparaten und Leitungsröhren
auftretende, die Ohrnerven reizende und zugleich die Deutlichkeit der Wahrnehmung, namentlich
für Schwerhörige, beeinträchtigende störende Resonanz.
Diese wird beseitigt, wenn man in oder kurz vor dem Ohre in die Leitungsröhre eine kurze
Röhre von wesentlich anderen Schwingungsverhältnissen und Eigenton einlegt. Eine solche
Röhre kann aus den verschiedensten Stoffen, z. B. aus Holz, Glas etc., bestehen.
Einer Abschwächung des Tons ist dadurch entgegenzutreten, dafs man möglichst leitungsfähige
Röhren einlegt.
Bei Glas ist die Abschwächung des Tons eine sehr geringe.
, Holzröhrchen schwächen den Ton meistens in erheblicherer Weise als Glasröhrchen, ebenso
Holzköpfchen am Ende der Leitungsröhre mehr als Glasköpfchen.
Mit Rücksicht darauf, dafs die Schwierigkeit
zu hören, namentlich für Schwerhörige, mit der -Höhe des Tons wächst, empfiehlt sich ferner,
zur Einlage Röhren von hohem Eigenton zu benutzen.
Es kann das Köpfchen der Leitungsröhre selbst als Resonanzdämpfung hergerichtet werden.
Andernfalls ist zu demselben Zweck kurz vor dem Ohre eine kurze Zwischenröhre in die
Leitungsrohre einzulegen, welche mit dem einen Ende in die Leitungsröhre gesteckt wird, während
auf ihr anderes Ende eine kurze Leitungsröhre nach dem Ohre zu, z. B. eine Kautschukröhre,
aufgezogen wird, die im übrigen wie sonst eingerichtet wird. Je kürzer die Einlagröhre,
insbesondere deren freiliegender Theil ist, desto geringer ist die Dämpfung der Resonanz
bezw. auch die etwaige Abschwächung des Tons.
Bei stark wirkenden Apparaten, wie den vorliegenden, kommt eine geringe Abschwächung
des Tons übrigens wenig in Betracht.
Für die Regel werden kurze Glasröhrchen, von etwa Zolllänge an, wie sie überall für wenige
Pfennige zu haben sind, vollkommen dienlich sein.
Claims (4)
1. Die neue Vorrichtung an Hörapparaten zur Feststellung der Mündung der Leitungsröhre
am Ohre, bestehend aus den an den Enden a'
und b1 des elastischen Kopf bandes g h befestigten,
mit Oesen k und Stellschrauben versehenen Stützen i, welche die in denselben
verschiebbaren und zur Aufnahme der Leitungsröhre dienenden Ringe χ tragen
und wodurch dem Ende des Leitungsrohrs jede nur irgend gewünschte passende, feste
Stellung in, am oder vor dem Ohr gegeben werden kann.
2. Die Verbindung des elastischen, mit Stützen i und Ringen χ versehenen Kopfbandes g h,
•mit leichten, am Kopf selbst zu befestigenden Hörapparaten, indem an entsprechenden
Stellen des erwähnten elastischen Kopfbandes Stützen mit Stellringen angebracht werden, welche die Stempel der Gelenkvorrichtung
besagten Apparates tragen.
3. Die Verbindung des elastischen, mit Stützen i und Ringen χ versehenen Kopf bandes g h
mit auf der Schulter befestigten Hörapparaten, zu welchem Zwecke die Tragplatte besagten Apparates auf der Höhe der Schulter
eine umlegbare, beim Gebrauch aufrecht stehende Hülse trägt, in welche der Stempel
der Gelenkvorrichtung des Hörapparates eingesteckt wird.
4. Die neue Art von Resonanzdämpfern in Verbindung mit der Leitungsröhre von Hörapparaten,
bestehend aus kurzen Holz- oder Glasröhrchen, welche kurz vor dem Ohre in
die Leitungsröhre eingelegt werden.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE17114C true DE17114C (de) |
Family
ID=294072
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT17114D Active DE17114C (de) | Vorrichtung zum Zweck der Feststellung des Köpfchens der Leitungsröhre von Hörapparaten an der gewünschten Stelle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE17114C (de) |
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