DE20488C - Herstellung paraboloidischer Hör- und Sprachrohre - Google Patents
Herstellung paraboloidischer Hör- und SprachrohreInfo
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- DE20488C DE20488C DENDAT20488D DE20488DA DE20488C DE 20488 C DE20488 C DE 20488C DE NDAT20488 D DENDAT20488 D DE NDAT20488D DE 20488D A DE20488D A DE 20488DA DE 20488 C DE20488 C DE 20488C
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01H—MEASUREMENT OF MECHANICAL VIBRATIONS OR ULTRASONIC, SONIC OR INFRASONIC WAVES
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Zweites Zusatz-Patent zu No. 14882 vom 9. März 1880.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. Mai 1882 ab.
Längste Dauer: 8. März 1895.
I. Herstellung paraboloidischer Hör- und Sprachrohre.
•Ein Rotationsparaboloid von erheblicher
Achsenlänge a, dessen Brennpunkt d nahe am Scheitel liegt, wird senkrecht zur Rotationsachse
so durchschnitten, dafs sich der Brennpunkt d zwischen Scheitel und Schnittebene befindet.
An dieses Paraboloid wird ein zweites ebenso abgeschnittenes kleineres Paraboloid b
von ebenfalls geringerer Brennpunktsweite so angeschlossen, dafs die Brennpunkte der beiden
Paraboloide zusammenfallen und ihre Achsen eine gerade Linie bilden. Die Verbindung der
beiden Paraboloide wird durch eine kurze cylindrische Zwischenröhre c hergestellt. Der
gemeinsame Brennpunkt d der beiden Paraboloide liegt hiernach innerhalb dieser Zwischenröhre.
Das gröfsere Paraboloid bildet das eigentliche Sprächrohr, das kleinere Paraboloid das Mundstück
dazu.
Die Vorderöffnung des kleineren Paraboloids wird für die Regel so grofs genommen, als erforderlich
ist, um sowohl den geöffneten Mund als auch das Ohr vollständig einzuschliefsen.
Ein um dieselbe gelegter, nach vorn vorspringender weicher Kautschukring befördert
einen festen Anschlufs an den Mund und das Ohr und verhütet zugleich einen schmerzhaften
Druck.
Den concentrirten Druck der aus dem Munde hervorgestofsenen, infolge des festen Abschlusses
nach hinten lediglich nach vorn wirkenden Schallwellen auf eine in einer langen, engen
Röhre eingeschlossene Luftmasse und die durch diese Momente bedingten Wirkungen hat der
vorliegende Apparat mit den üblichen konischen Sprachrohren gemeinsam. Der vorliegende Apparat
erzielt aber durch seine besondere Construction eine Tonstärke und eine Stofskraft
in gerader Richtung nach dem Bestimmungsorte hin, wie sie durch die üblichen konischen
Sprachrohre nicht erreicht werden kann. Da das Mundstück hier ein Paraboloid ist, gelangen
die Tonwellen schon in einer Verstärkung, wie sie durch die menschliche Stimme allein nicht
erreicht wird, aus dem paraboloidischen Mundstück in den demselben und dem eigentlichen
Sprachrohr gemeinsamen Brennpunkt und werden sodann von da aus in ganz anfserordentlicher
Verstärkung concentrirt, ohne Zerstreuung, parallel der Achse, in gerader Richtung nach
dem Bestimmungsorte hingeworfen, während letzteres bei konischen Sprachrohren nach dem
Refiexionsgesetz des Kegels nur bei einem Theil derselben der Fall ist.
Hat man keine besondere Rücksicht auf den Handgebrauch zu nehmen, z. B. bei einem
Sprachrohr, das einen festen Stand hat, so steht nichts im Wege, das paraboloidische Mundstück
beliebig grofs zu nehmen und dementsprechend die Wirkung des Sprachrohres zu erhöhen.
Ist in solchem Fall die vordere Oeffnungsweite. des paraboloidischen Mundstückes
gröfser, als erforderlich, um Mund und Ohr zu bedecken, so schliefst man an dasselbe einen
passenden abgestumpften Hohlkegel oder auch ein gegen den Scheitel hin abgeschnittenes
weiteres Rotationsparaboloid, dessen Brennpunkt zwischen Scheitel und Schnittebene liegt, mit
ihrer Vorderöffnung an, deren entgegengesetzte Oeffnung das gewöhnliche Mafs zeigt und in
der oben beschriebenen Weise mit einem vorspringenden weichen Kautschulcring versehen
wird.
Zum Sprechen kann man vor der Vorderöffnung des paraboloidischen Mundstückes bezw.
seiner Fortsätze auch noch ein Mundstück der sonst üblichen Art anbringen. Dasselbe kann
zum Sprechen leicht und rasch in den vorspringenden Kautschukring eingeschoben und ebenso
leicht und rasch wieder von demselben entfernt werden, wenn man den Apparat zum Hören benutzen will, wozu sich das sonst
übliche Mundstück seiner Form wegen nicht eignet.
Paraboloide von geringer Brennpunktsweite eignen sich vorzüglich zu Sprachrohren. Ein
Paraboloid von ι mm Brennpunktsweite hat z. B. bei einer Achsenlänge von 2 ]/2 m nur eme vor'
dere Oeffnungsweite von 20 cm.
Eine Länge von 2 m dürfte für das Sprachrohr in der Regel genügen.
Bei einer Ausführung in Stahl, welcher eine Wandstärke von blos '/2 bis 3/4 mm erlaubt,
wie meine in dieser Wandstärke in Stahl ausgeführten Hörapparate zeigen, kann der Apparat
in sehr geringem Gewicht hergestellt werden, was für den Handgebrauch wünschenswerth ist.
Beide Paraboloide, das eigentliche Sprachrohr und das paraboloidische Mundstück, können
teleskopartig gegliedert werden.
Will man den Apparat in intensivster Weise zur Zeit nur als Hörrohr benutzen, so schraubt
man entweder die kurze, cylindrische Zwischenröhre zwischen dem eigentlichen Sprachrohr
und dem paraboloidischen Mundstück ab und schliefst an das eigentliche Sprachrohr eine konische
Leitungsröhre an, auf welche sodann eine zum Ohr weiterführende Kautschukröhre
mit Einsatzköpfchen am Ende, wie sonst bei meinen Hörapparaten, aufgezogen wird, oder
man schliefst eine konische Leitungsröhre an die Vorderöffnung des paraboloidischen Mundstückes
oder dessen etwaigen paraboloidischen oder konischen Fortsatz an und verfährt im
übrigen in derselben Weise.
In ähnlicher Weise kann auch das paraboloidische Mundstück für sich als Hörrohr benutzt
werden.
Mit dem Telephon läfst sich sowohl der vollständige Apparat an seinen beiden Enden als
auch das eigentliche Sprachrohr oder das paraboloidische Mundstück verbinden, wobei alle
oben beschriebenen besonderen Einrichtpngen zum Zweck des Hörens oder des Sprechens in
geeigneter Weise angebracht werden können. Die Wirkung des Telephons wird dadurch in
aufserord entlichster Weise gesteigert.
Soll das eigentliche Sprachrohr für sich allein mit dem Telephon zum Sprechen verbunden
werden, so wird die kurze Zwischenröhre zwischen den beiden Paraboloiden beweglich gemacht
bezw. so eingerichtet, dafs sie ganz entfernt werden kann.
In Fig. 3 sind zwei Paraboloide von gleicher Brennweite verbunden; es empfiehlt sich nämlich,
das kleinere b von ebenso grofser oder geringerer Brennweite zu nehmen als das
gröfsere a.
II. Verbesserung der in meinem Zusatz-Patent No. 171T4 vom 13. März 1881 unter
i. beschriebenen Vorrichtung zum Zweck der Festhaltung des Köpfchens der Leitungsröhre
von Hörapparaten an der
gewünschten Stelle.
Der die Leitungsröhre haltende Ring χ wird
mit der Nadel / vermittelst eines Gelenkes verbunden.
Hierdurch wird der Vorrichtung eine noch gröfsere Fähigkeit," das Köpfchen der Leitungsröhre
in jeder gewünschten oder erforderlichen Stellung zu halten, gegeben.
III. Beseitigung störender Resonanz bei Hörapparaten durch Umlegen von
weichen, elastischen Ringen.
Störende Resonanz bei Hörapparaten wird mit Vortheil auch dadurch beseitigt, dafs man dieselben mit weichen, elastischen (z. B. Kautschuk-) Ringen von etwa 6 mm Wandstärke umkleidet. Um diese Ringe werden noch Ringe aus festerem Stoffe, welche mehr oder weniger fest angezogen werden können, gelegt. Der Ton wird alsdann ohne erhebliche Abschwächung milder und des Nervenreizenden entkleidet, das Schallen beseitigt und dadurch das gesprochene Wort für Schwerhörige leicht verständlich.
Störende Resonanz bei Hörapparaten wird mit Vortheil auch dadurch beseitigt, dafs man dieselben mit weichen, elastischen (z. B. Kautschuk-) Ringen von etwa 6 mm Wandstärke umkleidet. Um diese Ringe werden noch Ringe aus festerem Stoffe, welche mehr oder weniger fest angezogen werden können, gelegt. Der Ton wird alsdann ohne erhebliche Abschwächung milder und des Nervenreizenden entkleidet, das Schallen beseitigt und dadurch das gesprochene Wort für Schwerhörige leicht verständlich.
Claims (3)
1. Die aus Fig. 1 bis 3 ersichtliche Herstellung paraboloidischer Hör- und Sprachrohre.
2. Die beschriebene Verbesserung der in meinem Zusatz-Patent No. 17114 vom 13. März 1881
in Anspruch 1. gekennzeichneten Vorrichtung zum Zweck der Festhaltung des Köpfchens
der Leitungsröhre von Hörapparaten an der gewünschten Stelle, bestehend in
einem Gelenk, mittelst dessen der die Leitungsröhre haltende Ring χ mit der Nadel /
verbunden wird.
3. Die beschriebene Art der Beseitigung störender Resonanz bei Hörapparaten durch Umlegen
von weichen, elastischen Ringen in oder ohne Verbindung mit um ' dieselben gelegten Ringen aus festerem Stoffe.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE20488C true DE20488C (de) |
Family
ID=297238
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT20488D Active DE20488C (de) | Herstellung paraboloidischer Hör- und Sprachrohre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE20488C (de) |
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0
- DE DENDAT20488D patent/DE20488C/de active Active
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