DE170341C - - Google Patents

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DE170341C
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manganate
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/72Treatment of water, waste water, or sewage by oxidation

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  • Hydrology & Water Resources (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Removal Of Specific Substances (AREA)

Description

' KAISTR1TCH*E"S
PATENTAMT.
Zur Sterilisation von Flüssigkeiten hat man unter anderen Mitteln auch schon Manganate angewendet, und zwar im allgemeinen lösliche Manganate, welche man mit der Flüssigkeit vermischte. Man hat insbesondere auch schon für diesen Zweck die Manganate der alkalischen Erden vorgeschlagen, wie z. B. Calciummanganat, und diese Manganate wurden auch in Pulverform der Flüssigkeit zugesetzt und ihre Wirkung wurde, nachdem man erkannt hatte, daß sie selbst keine oxydierende Wirkung haben, durch einen elektrischen Strom unterstützt, indem durch den letzteren die im Wasser enthaltenen Spuren Salze elektrolysiert und durch die entstehenden geringen Mengen Säuren dann Permanganat erzielt wurde. Andererseits hat man auch bereits chemisch wirksame Substanzen den Filterschichten an Wasserfiltern zugemischt.
Alle diese Verfahren haben indes wenig befriedigende Resultate in bezug auf ihre Wirksamkeit ergeben, während die Kosten immerhin nicht unbedeutend waren.
Die vorliegende Erfindung beruht nun auf der Anwendung eines erst jetzt im reinen Zustande hergestellten Körpers, und zwar in der Anwendung dieses Körpers unter bestimmten Bedingungen, nämlich als unlösliche Filterschicht, welche allein durch Kontakt und ohne Zuhilfenahme von Elektrizität, Wärme oder einer Form äußerer Energie eine vollkommene Sterilisation, und zwar in wirtschaftlich sehr günstiger Weise erzielt, weil die Filterschicht sich nur sehr langsam zersetzt. Gleichwohl ist die Wirkung eine erheblich energischere als bei einer entsprechenden Menge von Permanganat.
Das chemische Agens, welches im vorliegenden Falle zur Sterilisation benutzt wird, ist neutrales Bariummanganat von violetter Farbe und der Formel Ba Mn O4, ein Körper, welcher vollkommen unlöslich in Wasser und außerordentlich leicht angreifbar für Säuren ist.
Leitet man mit Luft in Berührung gewesenes Wasser durch eine Schicht dieses entweder als solchen oder im Gemenge mit feinem Sand bezw. mit sonstigen indifferenten Stoffen verwendeten Bariummanganates, so wird letzteres während des Durchganges des Wassers von der in diesem gelösten Kohlensäure und dem gleichfalls in Lösung befindlichen Sauerstoff angegriffen. Die hierbei vor sich gehende Reaktion kann durch folgende Formelgleichung ausgedrückt werden:
2 Ba Mn O4 + C O2 + O =
Ba (Mn OJ2 + BaCO3.
Im Falle des Vorhandenseins von überschüssiger Kohlensäure zufolge der Belüftungs- und Filtrationsbedingungen findet auch
Bildung von Bariumbikarbonat statt, und zwar nach der Gleichung:
BaCO3+ CO2 + H2O = Ba(HC OJ2.
Die Gesamtreaktion läßt sich in einer einzigen Gleichung wie folgt ausdrücken:
2 BaMnOt +2 CO2 +O + H9O == Ba (Mn OJ2 + Ba(HC OJ2.
ίο Wenn das zu sterilisierende Wasser keine Sulfate oder nur ungenügende Mengen solcher enthält, so werden Spuren von Barium in Lösung verbleiben. Dieselben können leicht dadurch entfernt werden, daß man entweder dem Wasser vor oder nach seinem Durchgange durch das Manganat oder aber diesem letzteren selbst geringe Spuren eines beliebigen Sulfates, z. B. natürliches Strontiumsulfat, zusetzt. Es erfolgt dann eine vollständige Ausfällung des Bariums, und das aus dem Filter austretende Wasser zeigt eine rosenrote Färbung, die von Permanganatspuren desjenigen Metalles herrührt, dessen Sulfat zur Entfernung des Bariums verwendet wurde.
Die vorstehend angeführten Reaktionen vollziehen sich innerhalb der verwendeten Bariummanganatschicht unter den durch die besondere Masse gegebenen Bedingungen, und es läßt sich nachweisen, daß das aus einem derartigen Filter austretende Wasser von rosenroter Färbung vollständig steril und von organischen Substanzen befreit ist.
Es erscheint behufs Erzielung der Sterilisation unerläßlich, daß das Wasser sauer sei; enthält dasselbe nicht genug Kohlensäure im freien Zustande oder in Form von Bikarbonat, so tritt es farblos aus und ist nicht steril. Um diesen Nachteil zu beseitigen, genügt es, Spuren einer Mineralsäure (Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Phosphorsäure, Kohlensäure usw) in das zu sterilisierende Wasser gelangen zu lassen, bevor letzteres durch den Manganatfilter geht.
Das so erhaltene sterile Wasser von rosenroter Färbung ist ohne weiteres einer großen Anzahl von Anwendungen fähig; so kann dasselbe zu Waschungen, Umschlägen, hygienischen Zwecken, in gärungstechnischen Betrieben usw. verwendet werden, dagegen ist es zufolge des Geschmackes, den ihm die in Lösung befindlichen Spuren von Permanganat erteilen, für Trinkzwecke ungeeignet. Diese Permanganatspuren können aber erforderlichenfalls leicht beseitigt werden, indem man in das rosenrot gefärbte Wasser eine geringe Menge eines Reduktionsmittels beliebiger bekannter Art, wie Ferrosulfat, Bisulfat usw., gelangen läßt, welches zu gleicher Zeit das Barium beseitigt, und dann filtriert. Der genannte Zweck kann auch in der Weise erreicht werden, daß man mittels eines entsprechenden Apparates das zu reinigende Wasser durch ein beispielsweise aus Eisenabfällen, Sand usw. bestehendes reduzierendes Bett führt.

Claims (1)

  1. 65 Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Sterilisation von Wasser und anderen Flüssigkeiten, welche eine Säure, insbesondere Kohlensäure, in freiem Zustande oder als Bikarbonat enthalten, unter Verwendung unlöslicher Erdalkalimanganate, dadurch gekennzeichnet, daß die zu behandelnde, erforderlichenfalls noch besonders angesäuerte Flüssigkeit durch eine Schicht von Bariummanganat geleitet wird.
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