DE16600C - Neuerungen an der SlMON'schen Dampfgaskraftmaschine, P. R. Nr. 6787 - Google Patents

Neuerungen an der SlMON'schen Dampfgaskraftmaschine, P. R. Nr. 6787

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DE16600C
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g. hambruch in Berlin
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 46: Luft- und Gaskraftmaschinen.
Erstes Zusatz-Patent zu No. 12545 vom 24. Juni 1880.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. September 1880 ab. Längste Dauer: 23. Juni 1895.
Unterhalb der senkrecht aufgestellten Cylinder Aa, Fig. i, sind ringförmige Oelbehälter B b befestigt. Dieselben werden aus einem Oelbehälter C, Fig. ι a, mit einem darin hängenden, oben geschlossenen Oelkasten c durch ein Rohr d mit OeI gespeist, und zwar derartig, dafs der untere Rand des Oelkastens c sich genau in der Höhe befindet, auf welcher das OeI in B b gehalten werden soll. Der Boden von c ist mit einem kleinen Ventil e versehen, dessen Stange auf den Boden von C stöfst und es nur so viel öffnet, als zum Ausflufs des Oeles nothwendig ist. Sinkt das OeI in B unter die zulässig geringste Höhe, so wird das Ventil e frei, und es tritt Luft ein, welche einen weiteren Ausflufs von OeI veranlafst. Der Oelkasten c ist aufserdem durch eine Stellvorrichtung ί zu heben und zu senken, so dafs man die Oelhöhe einstellen kann.
Die Kolben D d haben unten ringförmige Verlängerungen, Fig. 2 und 3, welche geschärft und ausgezackt sind und auf ihrem tiefsten Stande mit diesen Zacken in das OeI der Behälter B b hineinreichen. Die Spitzen des Ringes nehmen einen Theil des Oeles auf und benetzen damit die Cylinderwände auf dem Wege von unten nach oben. Damit sich das OeI an dem ganzen Cylinderumfang verbreite, sind zwischen je zwei Zacken, dicht über denselben, an dem äufseren Umfang des Kolbens schräge Vertiefungen angebracht, welche das OeI ringsum gleichmäfsig vertheilen.
Die Folge dieser Art Schmierung ist die, dafs niemals gröfsere Oelmengen über den Kolben kommen, dort verbrennen oder hinausgeworfen werden, dafs die Cylinderwände vielmehr bei jedem Kolbengang mit ein wenig frischem OeI überzogen werden, dessen Menge man entweder durch Fortlassen der Zacken am Kolbenring, durch Verändern dieser Zacken oder durch tieferes oder flacheres Eintauchen in das OeI der Behälter B b beliebig bestimmen kann. Der Oelkasten c ist so grofs gewählt, dafs er den Bedarf an OeI für einen Tag enthält.
Bei Maschinen, deren Kolben einer so sorgfältigen Schmierung unterliegen wie die vorstehend beschriebene, kann man den Dampf, welcher bei den Simon'schen Gaskraftmaschinen benutzt wird, entbehren; deshalb bezeichnet der Erfinder eine der Simon'schen ähnlich construirte Maschine, jedoch ohne Mitverwendung von Dampf, als eine wesentliche Folge der vorliegenden Neuerung. Aus dem gleichen Grunde könne der Verdichtungscylinder ohne Wasserkühlung arbeiten.
Bei der Gasmaschine mit Doppelcylinder, von denen ein Cylinder zum Einsaugen und Verdichten des Gasgemisches dient, während der zweite Cylinder Arbeitscylinder ist, wird an dem Verdichtungscylinder ein Saug- und ein Druckventil angewendet, und zwischen beiden Cylindern war bisher ein Schieber eingeschaltet, welcher das verdichtete Gasgemisch, sobald der
Treibkolben in seine oberste Stellung gekommen ist, in den Treibcylinder einläfst. Dieser Schieber ist hier durch eine Zuhaltvorrichtung des Druckventils am Verdichtungscylinder ersetzt. In Fig. ι ist α der Verdichtungscylinder, e das Druckventil, / das Saugventil. Durch die Stange g, welche durch eine Stopfbuchse g J oben gedichtet ist, und welche mittelst eines Querhauptes h mit der Stange /z1 in Verbindung steht und mit einer entsprechenden Feder oder einem Gewicht belastet ist, wird das Ventil zugehalten. Im Cylinder α werden mithin beim Aufgang des Kolbens die Gase verdichtet, da sie durch e nicht entweichen können. Das untere Ende von k1 trägt eine Rolle /, welche beinahe die Welle E der Maschine berührt. Ein auf die Welle aufgeschraubter Daumen 2 hebt die Rolle mit der Stange h1 h und g in dem Augenblick empor, in welchem der Treibkolben die oberste Stellung erreicht hat. Das Gas strömt alsdann durch das freigewordene Ventil vom Verdichtungscylinder durch k in den Treibcylinder Und verbrennt daselbst. Beim höchsten Standpunkt des Verdichtungskolbens gleitet die Rolle i von dem Daumen h2 herunter, so dafs das Ventil geschlossen wird und das Ansaugen beginnt. Das Saugventil f der Verdichtungspumpe wird ebenso wie das Druckventil e belastet und rechtzeitig durch eine Stange /, Rolle P und einen Daumen P, welcher auf der Welle E befestigt ist, geöffnet, Fig. 5. Das Gewicht m dient zur Belastung des Ventils.
Durch Schliefsen des Saugventils vor Ende des Hubes des Verdichtungskolbens hat man es in der Hand, die verbrauchte Gasmenge, mithin auch die Kraft der Maschine zu verringern. Der Regulator wirkt auf früheres Schliefsen dieses Ventils, indem auf der Welle E, Fig. 1 und 5, eine verschiebbare Büchse η befestigt ist, welche einen Daumen /2 trägt, dessen eine Seite in Form einer Schraubenwindung gearbeitet, während die andere Seite parallel zur Axe ist. Der Regulator zieht diese Büchse durch einen in der Welle befindlichen Stift hin und her, so dafs die Rolle I1 bei zunehmender Geschwindigkeit der Maschine einen kürzeren Weg auf dem Daumen P beschreibt, das Saugventil f mithin früher geschlossen wird, während bei zu langsamem Gang der Maschine das Umgekehrte stattfindet. Diese Wirkung des Regulators auf eine mit einem ähnlichen Daumen versehene Büchse ist bei Dampfmaschinen bekannt, indefs ist die Anwendung auf die Regulirung des Gaszuflusses bei Gaskraftmaschinen als neu und patentfähig erkannt. Das Auslafsventil p des Treibcylinders A, Fig. 1, wird durch die Stange / und px und die Rolle p2 ebenso wie das Druckventil e und das Saugventil f gehoben.
Der bewegliche Brenner, welcher in der Patentschrift No. 12545 beschrieben ist, wird mit einer Schutzhülse q, Fig. 4, umgeben, welche von Stahl, Schmiedeisen, Piatina, einem schwer schmelzbaren Metall oder von Porcellan hergestellt ist. Die Schutzhülse hat den Zweck, die in ihrem Innern brennende Flamme vor dem Ausblasen durch die ausströmenden Gase zu schützen.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Die Auszackung des Schmierringes am Kolben und die Anordnung von schrägen Nuthen auf der Oberfläche der Zacken, um auch bei beliebig verminderter Schmierung das OeI auf den ganzen Umfang des Cylinders zu vertheilen.
2. Die Art der Speisung der Oelbehälter, in welche die Kolben tauchen, durch ein OeI-gefäfs mit oben geschlossenem, unten offenem Oelbehälter.
3. Die Einwirkung des Regulators auf die Steuerung des Saugventils am Verdichtungscylinder mittelst einer verschiebbaren Muffe, welche mit einem keilförmigen Daumen versehen ist.
4. Die Anbringung einer Schutzhülse an dem beweglichen Brenner.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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