DE15747C - Verfahren zur Darstellung von Magnesia, Kaliumsulfüret und Kaliumsulfat aus Kalium-Magnesiumsulfat - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Magnesia, Kaliumsulfüret und Kaliumsulfat aus Kalium-Magnesiumsulfat

Info

Publication number
DE15747C
DE15747C DENDAT15747D DE15747DA DE15747C DE 15747 C DE15747 C DE 15747C DE NDAT15747 D DENDAT15747 D DE NDAT15747D DE 15747D A DE15747D A DE 15747DA DE 15747 C DE15747 C DE 15747C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
potassium
sulphate
magnesia
preparation
magnesium
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT15747D
Other languages
English (en)
Original Assignee
Dr. H. PRECHT in Neu-Stassfurt bei Stassfurt
Publication of DE15747C publication Critical patent/DE15747C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01DCOMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D5/00Sulfates or sulfites of sodium, potassium or alkali metals in general
    • C01D5/06Preparation of sulfates by double decomposition
    • C01D5/10Preparation of sulfates by double decomposition with sulfates of magnesium, calcium, strontium, or barium

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Die Darstellung von Kaliumsulfat aus Kalium-Magnesiumsulfat durch Glühen mit Kohle, entsprechend der Gleichung:
2 (X2 SO'. Mg SO') + C
2 X2 SO1 + 2 Mg O + 2 SO2 + CO2,
welche von Schwarz (Dingl. Polyt. Journal. 2 19» 352) angegeben ist, wird, um eine rasche und vollständige Zersetzung des Doppelsalzes zu erhalten, dahin abgeändert, dafs beim Glühen mit Kohle erst Kaliumsulfuret gebildet wird, welches dann in erhöhtem Mafse auf Kalium-Magnesiumsulfat zersetzend einwirkt.
I. Darstellung von Kaliumsulfuret und Magnesia aus Kalium-Magnesiumsulfat. Kaliumsulfuret wird durch Glühen von Kalium-Magnesiumsulfat mit drei Atomen = 12,2 ρCt. Kohle dargestellt; eine gröfsere Quantität Kohle bedingt die Bildung von Kaliumbisulfuret nach Gleichung 2)
1) K2SO'' Mg SO' + 3 C
= K2 S + Mg O + SO2 -+--2 CO2 + CO.
2) X2SO*· Mg SO'+ 4 C
= K2 S2 + Mg O + 3 CO" + CO.
Die in einem aus basischem Material hergestellten Ofen vorzunehmende Reduction beginnt schon vor der Schmelzung und wird bei dunkler Rothglühhitze beendet, wobei das Salz zu einer zähen Masse zusammenschmilzt. Die entweichenden Gase, bestehend aus Kohlensäure, Kohlenoxyd und schwefliger Säure, bewirken ein Aufblähen der Schmelze, welche beim Erkalten ein lockeres, poröses Gefüge annimmt. Der Verlust an Schwefel in Form von schwefliger Säure beträgt 20 bis 40 pCt.; der Rest bleibt im Kaliummonosulfuret und Kaliumbisulfuret des reducirten Rückstandes.
Behufs Trennung der Magnesia von den SuI-fureten des Kaliums wird die geschmolzene Masse mit Wasser ausgelaugt; die Sulfurete gehen unter Wärmeentwickelung sofort in Lösung und bilden bei continuirlicher Auslaugung eine Lauge von 1,34 spec. Gew., während die unlösliche Magnesia in compacter Form kaliumfrei zurückbleibt. Die resultirende Lösung wird behufs Gewinnung von wasserfreiem Kaliumsulfuret eingedampft oder nach dem unter II. c) beschriebenen Verfahren weiter verarbeitet.
II. Darstellung von Kaliumsulfat und Magnesia aus Kalium - Magnesiumsulfat.
Die Grundlage für diese Methode bildet die Zersetzung des Kalium-Magnesiumsulfats mittelst Kaliumsulfuret, welche sowohl in der Glühhitze, als auch in wässeriger Lösung vorgenommen werden kann.
Im ersteren Falle verläuft die Zersetzung (unter Bildung von schwefliger Säure) nach der Gleichung:
4 (K2 SO'' Mg SO1) -+-K2S
= 5 K% SO' -+-4Mg O + 4 SO2,
in wässeriger Lösung dagegen (unter Entwickelung von Schwefelwasserstoff) nach derGleichung:
K2 SO' · Mg SO4 + X2S+ H2 O
= 2 (K* SO') + Mg O + H2 S.
a) Nach der ersten Methode wird Kalium-Magnesiumsulfat in einem aus Magnesiasteinen hergestellten Flammenofen bis zum Schmelzen erhitzt und wasserfreies Kaliumsulfuret hinzugefügt, wodurch sofort eine Entwickelung von schwefliger Säure bei lebhafter Reaction herbeigeführt wird. Die Masse wird in dem Mafse, in dem die Zersetzung fortschreitet, breiartig und schwer schmelzbar. Statt reinen wasserfreien Kaliumsulfurets kann auch das unter I. beschriebene Gemenge von Kaliummonosulfuret, Kaliumbisulfuret und Magnesia benutzt werden, welches man am besten sofort bei der Darstellung im glühenden Zustande auf Kalium-Magnesiumsulfat einwirken läfst.
b) Dieselbe Reaction geht auch vor sich, wenn das geschmolzene Doppelsalz mit Kohle direct zusammengebracht wird, wozu mindestens eine so grofse Quantität Kohle erforderlich ist, dafs die Zersetzung verläuft nach der Gleichung:
4 (K2 SO" ■ Mg SO') -+- 4 C
3 K^ SO" + K% S -+- 4 Mg O + 4 SO3 -f- aCO\ Die Bildung von Kaliumsulfuret, welches auf Magnesiumsulfat sofort zersetzend einwirkt, ist zur vollständigen Abscheidung der Magnesia erforderlich; daher müfs die Quantität der Kohle mindestens doppelt so grofs genommen werden, als Schwarz a. a. O. vorschreibt. Der Zusatz von Kohle kann von ι Atom := 4,1 pCt. bis zu 3 Atom = 12,2 pCt. gesteigert werden; im letzteren Falle (bei einem Ueberschufs an Kohle) wird die Operation unterbrochen, wenn die Masse beim Erkalten durch Kaliumsulfuret gefärbt erscheint.
Das nach beiden Vorschriften dargestellte poröse Product wird mit heifsem Wasser ausgelaugt; aus der Lösung krystallisirt beim Erkalten Kaliumsulfat, während in der Mutterlauge das etwa gebildete Kaliumsulfuret gelöst bleibt. Der aus Magnesia bestehende Rückstand läfst sich leicht von der Lauge trennen und wird bei continuirlicher Auslaugung frei von Kaliumsulfat erhalten.
Wird die beschriebene Reaction in einem glühenden Ofen bei Abschlufs der Feuergase vorgenommen, so entweicht im ersteren Falle reine schweflige Säure, im letzteren dagegen ein aus gleichen Volumen Kohlensäure und schwefliger Säure bestehendes Gas, welches mit Luft gemischt zur Schwefelsäurefabrikation sehr geeignet ist.
c) Die Zersetzung von Kalium-Magnesiumsulfat mittelst Kaliumsulfuret in wässriger Lösung findet bei jeder Concentration sowohl in der Kälte als auch in der Wärme statt; es ist jedoch vortheilhaft, mit einer 45procentigen Kalium-Magnesiumsulfatlösung zu arbeiten, damit nach der Abscheidung der Magnesia mittelst Filterpressen aus der heifsen Lösung Kaliumsulfat krystallisirt. Läfst man eine concentrirte Kaliumsulfuretlösung auf krystallisirtes Kalium-Magnesiumsulfat einwirken, so geht letzteres in Kaliumsulfat, gemischt mit 10 pCt. Magnesia, über; aus dem resultirenden Producte kann die voluminöse Magnesia durch Schlämmen von dem krystallinischen Kaliumsulfat getrennt werden. Der beim Erwärmen der Lauge sich entwickelnde Schwefelwasserstoff wird in bekannter Weise auf Schwefel verarbeitet, wozu die nach I. und II. dargestellte schweflige Säure Anwendung finden kann. Die bei dieser Methode erforderliche Lösung von Kaliummonosulfuret bezw. Kaliumbisulfuret wird nach dem oben beschriebenen Verfahren dargestellt; auch kann die kaliumsulfurethaltige Mutterlauge von der Kaliumsulfat-Fabrikation hierzu nutzbar gemacht' werden.

Claims (2)

Patent-AnSprüche:
1. Das Verfahren der Darstellung von Kaliummonosulfuret und Kaliumbisulfuret mit gleichzeitiger Gewinnung von Magnesia durch Glühen von Kalium - Magnesiumsulfat mit mindestens 3 Atom= 12,2 pCt. Kohle.
2. Das Verfahren der Zersetzung von Kalium-Magnesiumsulfat mittelst Kaliumsulfuret behufs Gewinnung von Magnesia und Kaliumsulfat:
a) durch Glühen des Doppelsalzes mit wasserfreiem Kaliumsulfuret;
b) durch Schmelzen des Doppelsalzes mit ι bis 3 Atom = 4,1 bis 12,2 pCt. Kohle bis zur Bildung von Kaliumsulfuret;
c) durch Kochen einer wässrigen Lösung von Kalium-Magnesiumsulfat mit Kaliumsulfuret.
DENDAT15747D Verfahren zur Darstellung von Magnesia, Kaliumsulfüret und Kaliumsulfat aus Kalium-Magnesiumsulfat Active DE15747C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE15747C true DE15747C (de)

Family

ID=292769

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT15747D Active DE15747C (de) Verfahren zur Darstellung von Magnesia, Kaliumsulfüret und Kaliumsulfat aus Kalium-Magnesiumsulfat

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE15747C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4915125A (en) * 1989-10-12 1990-04-10 Asahi/America, Inc. Valve stem extension assembly

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4915125A (en) * 1989-10-12 1990-04-10 Asahi/America, Inc. Valve stem extension assembly

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1160421B (de) Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak und Schwefeldioxyd
DE15747C (de) Verfahren zur Darstellung von Magnesia, Kaliumsulfüret und Kaliumsulfat aus Kalium-Magnesiumsulfat
DE2917622A1 (de) Verfahren zum herstellen von magnesium aus einer magnesiumsulfat enthaltenden salzloesung
DE34412C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phosphaten aus phosphorhaltigem Eisen mittelst Alkalisulfats
DE96158C (de)
DE63164C (de) Verfahren zur Darstellung von Kalium- und Natriumhydroxyd und -Carbonat
DE506542C (de) Herstellung von Stickoxydul aus Ammoniumnitrat
DE74534C (de) Verfahren zur Darstellung von Aetzalkalien und basischen Bleisalzen
DE330944C (de) Verfahren zur Herstellung von Glaubersalz aus Bisulfat und Kochsalz
DE122825C (de)
DE52260C (de) Verfahren zur Darstellung von Natriumnitrit
DE345050C (de) Verfahren zur Gewinnung von Natriumnitrit und Kaliumnitrat aus Gemischen von Natriumnitrit und Natriumnitrat
DE459C (de) Verfahren .zur Zersetzung ammoniakalischer Destillationsprodukte aus Gaswässern durch Glaubersalz und Chilisalpeter behufs Gewinnung von schwefelsaurem und salpetersaurem Ammoniak, sowie von Soda
DE615512C (de) Verfahren zur Herstellung von Aluminiumlegierungen
DE273111C (de)
DE303242C (de)
DE961707C (de) Verfahren zur Herstellung von Lithiumchlorid aus Lithiumcarbonat
DE478985C (de) Erzeugung von Wasserstoff aus Wasser und Kohlenstoff
AT113310B (de) Verfahren zur Umwandlung von Alkalisulfid in Alkalisulfit.
AT8383B (de) Verfahren zur Gewinnung von Cyanalkalien aus cyanhaltigen Rohstoffen.
DE387284C (de) Verfahren zur Gewinnung von Chlorammonium
DE312775C (de)
DE17000C (de) Verfahren zur Absorption und Nutzbarmachung der in Feuerungs- und Röstgasen enthaltenen schwefligen Säure mittelst Magnesiahydrat und Thonerdehydrat
AT30473B (de) Verfahren zur Darstellung von reinem Sauerstoff.
DE556949C (de) Herstellung von Pottasche unter Nebengewinnung von Ammoniak oder Ammonsalzen