DE1539C - Dampfentwickler mit selbsttätig regulirter Wasserspeisung - Google Patents
Dampfentwickler mit selbsttätig regulirter WasserspeisungInfo
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Description
1877.
Klasse 13.
AUTOMATIC BOILER and ENGINE COMPANY in NEW-HAVEN (V. S. A.).
Dampfentwickler mit selbsttätig regulirter Wasserspeisung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. December 1877 ab.
Diese Erfindung betrifft einen verticalen Dampferzeuger von sehr rascher Verdampfungsfähigkeit
mit nur kleiner Menge in Activität befindlichen Wassers, welches in dem Maafse, wie es
verdampft, automatisch ersetzt wird. Der Dampferzeuger ist in beiliegender Zeichnung in
pig. ι im Verticalschnitt und der Speiseapparat in der Ansicht dargestellt. Der letztere ist
äufserdem in den Fig. 2, 3 und 4 in seinen Einzelheiten verzeichnet.
In Fig. ι ist A der Aschenkasten, B dessen
verschliefsbare Thür, C der Rost, der auf dem Boden des etwas konischen Feuerkastens D
liegt. Dieser zieht sich oben wiederum konisch zusammen, um sich der cylindrischen Verlängerung
F des Ofens anzuschliefsen. Am höchsten Punkte dieses cylindrischen Schachtes F läuft
ringsum ein niederer Spalt, der die Heizgase am ganzen Umfange aufnimmt und in den
Kanal G bezw. den Kamin führt. E ist eine Thür, um in das Innere des Feuerkastens gelangen
zu können. Mitten in dem cylindrischen Schachte F hängt eine Röhre H herab, am
unteren Ende sich etwas zusammenziehend und oben durch einen Deckel H^ geschlossen. Sie
dient zum Aufgeben des Brennmaterials, welches darin, in dem Maafse, wie es unten im Herd
niederbrennt, nachsinkt. Durch diese Art der Beschickung wird das Brennmaterial vorgewärmt
und es kann während des Nachschürens keine Luft in den Feuerherd eintreten, als nur durch
den Rost.
Das zu verdampfende Wasser circulirt in der Rohrspirale I. Der untere Theil derselben liegt
an den konischen Wänden des Feuerherdes an, läfst in der Höhe der Thüre E den nöthigen
freien Raum und windet sich in abwechselnd engeren und weiteren Spiralen in dem Raum
zwischen F und H aufwärts bis zum höchsten Punkte des Ofens. Hier zweigt sie mit einem
Rohre a' a' ab, welches in den cylindrischen
Dampfbehälter L einmündet. Die Heizgase umspülen infolge der Lage der Spirale deren
ganze Oberfläche, erhitzen das wenige darin enthaltene Wasser rasch und veranlassen dasselbe
durch den sich bildenden Dampf zu heftiger Circulation. Dampf und Wasser treten gemischt
in den Dampfbehälter L, worin das mitgerissene Wasser sich ansammelt, während
der Dampf zu beliebiger Benutzung durch das Rohr / abgeführt wird.
Die durch die Erhitzung schon allein erzeugte Aufwärtsbewegung des Wassers wird noch durch
eine beständig im Gange befindliche rotirende Pumpe befördert und regelmäfsig erhalten. Zu
diesem Zwecke geht eine Röhre d am Boden des Dampfreservoirs L ab, mündet in eine rotirende
Pumpe N ein, durch ein Rohr e aus dieser wieder aus und geht von da wieder zurück,
um am tiefsten Punkte der Spirale i einzutreten. Die in beständiger Rotation befindliche
Pumpe N (sie wird von irgend einer Treibwelle bewegt) erzeugte demnach eine Circulation
des Wassers in der Spirale, deren Schnelligkeit von der Umdrehungsgeschwindigkeit
der Pumpe N abhängt. Auf diese Weise ist einer Dampfanstauung in der Spirale vorgebeugt
und wird der erzeugte Dampf rasch von dem Wasser getrennt.
Wie die Brennmaterialzuführung durch den Trichter H eine permanente ist, so wird auch
die Zuführung des Speisewassers regelmäfsig und automatisch durch, nachstehend beschriebene
Speisevorrichtung in dem Maafse, als dasselbe verdampft, bewirkt. Das Niveau des Wassers
(in Fig. ι durch χ χ. bezeichnet) in diesem Dampferzeuger wird dadurch stets auf gleicher
Höhe erhalten.
A1 ist eine beständig durch die Welle D1
in Bewegung befindliche gewöhnliche Druckpumpe mit dem Saugventil Ei und dem Druckventil
F\ B1 ist der Phingerkolben derselben.
Unter das Saugventil mündet eine Röhre, welche von einem hochstehenden Wasserreservoir
abgezweigt ist. Gl ist eine ähnliche Druckpumpe
mit Kolben H1, dem Saugventil M1
und dem Druckventil TV1. Die bis ins Niveau x-x in das Dampfreservoir L hineinreichende
Röhre // steht mit dem Saugventil M1 in Verbindung.
Diese Röhre ist aufserhalb des Dampfbehälters mit Z1 bezeichnet. Wenn sich der
Kolben IP hebt, so saugt er Wasser (oder auch Dampf, je nach der Höhe des Niveaus
oder beides zugleich) aus dem Kessel L und drückt es beim Niedergehen durch das Druckventil
N1 in die Rohrspirale P1.
Das andere Ende von P1 mündet bei a in den Pumpencylinder G' und communicirt durch
eine zeitweise offenstehende Oeffnung b des Kolbens JJ' mit der Ausgangsöffnung «'. Von
da aus führt eine Röhre R' in die Röhre e,
die wiederum mit der Spirale / in Verbindung steht (siehe Fig. i).
Die beiden Pumpen A' und G' werden
durch Excenter C bezw. /' von der Welle D'
in Bewegung gesetzt und sind diese Excenter so gestellt, dafs die Oeffnung b bei einer gewissen
Stellung des Pumpenkolbens B mit den Oeffnungen α und a1 correspondirt.
Von dem Ventilkasten F1 führt eine Röhre S1 nach der Kammer (hier eine Rohrspirale) P\
In die Röhre ist ein Ventilkörper T1, Fig. 2 und 3, eingeschaltet, mit einem nach aufsen
sich öffnenden Ventil, welches derart belastet ist, dafs es sich öffnet, sobald der Druck in S1
und P' gröfser wird, als der im Kessel L herrschende.
Das durch T1 entweichende Wasser wird nach dem hochstehenden Wasserreservoir
zurückgeleitet.
Diese eben beschriebene Speisevorrichtung functionirt in folgender Weise:
Angenommen, der Kolben IP sei am Boden des Pumpencylinders angelangt. Sobald er anfängt
sich zu heben, so saugt er Dampf oder Wasser aus dem Kessel L durch die Röhre R'/i,
je nachdem deren Mündung über oder unter dem Wasserniveau χ χ steht. Gesetzt, das
Wasser in L sei etwas unter die Mündung der Röhre // gesunken und der Kolben habe Dampf
angesaugt und denselben bei seinem Niedergange in die Spirale P1 gedrückt.
Sobald nun der Kolben JJ1 wieder in .die
Höhe steigt und die Oeffnung b abgeschlossen ist, wie in Fig. 2, fängt der Pumpenkolben der
Pumpe A' an, niederzugehen und das aus dem Wasserreservoir eingezogene Wasser in die
Spirale P1 zu drücken. Der darin enthaltene comprimirte Dampf wird noch weiter durch
dies Wasser zusammengedrückt oder condensirt, bis der Kolben JJ1 auf seinem Wege abwärts
die Oeffnung b mit α und a' in Verbindung
setzt. In diesem Moment geht das Wasser unter dem Druck der Pumpen G' und A' durch
die Röhre R' in die Röhre e (Fig. 1) und von
da in die Heizspirale J, da dieser Druck gröfser ist, als der in L herrschende. Das Spiel geht
in dieser Weise fort, bis das Wasserniveau über die Mündung der Röhre h gestiegen ist.
Der Kolben JP wird nun statt Dampf Wasser aus dem Kessel L ansaugen und dies
in die Spirale P1 drücken. Die gleichfalls im Gang befindliche Pumpe G drückt das aus dem
Reservoir entnommene Wasser durch ihr Druckventil Fx in die Spirale P1.
Da diese aber nun schon voll Wasser ist, welches der Kolben JT1 aus dem Kessel L herbeigeschafft
hat, so erzeugen die beiden Kolben in der Röhre S1 einen höheren Druck, als er
im Kessel herrscht, und es mufs sich nun, um das eingepumpte Wasser herauszulassen (während
b geschlossen ist), das Ventil T' heben. Letzteres
geschieht natürlich nur so lange, als die
Oeffnung b geschlossen ist, während ihres Offenseins dringt natürlich Wasser in den Kessel.
Aber die so eindringende Menge ist geringer, als die aus demselben angesaugte, da die Oeffnung
b erst geöffnet wird, wenn der Kolben H'
schon einen grofsen Theil seines Niederganges durchlaufen hat.
Setzt man den Fall, das Niveau stehe in L so, dafs die Pumpe G' sich nur theilweise mit
Wasser füllen kann, so wird sie Wasser und Dampf in die Spirale P1 drücken und das
Wasser der anderen Pumpe wird sich mit diesen Dampf mischen bezw. ihn condensiren. Es
wird daher in diesem Falle etwas mehr Wasser in den Kessel eindringen, als vorher, als das
Niveau χ χ über dem Rohre h stand und etwas
weniger Ueberflufs durch das Ventil T1 entweichen.
Dieses entweichende Wasser wird zweckmäfsig durch eine Röhre in das Wasserreservoir
zurückgeleitet.
Die beiden Pumpen arbeiten auf diese Weise continuirlich,' die eine A1, um regelmäfsig eine
constante^ Wassermenge in die Kammer oder Spirale P' zu treiben, die andere G1, um
Wasser oder Dampf oder beides zugleich aus dem Kessel herbeizuschaffen. Schafft G1 mehr
Wasser als Dampf, so entweicht eine gröfsere Menge Wasser durch T1, schafft sie mehr Dampf,
so dringt eine gröfsere Menge Wasser in den Kessel ein und es wird auf diese Weise das
Niveau in dem Kessel stets auf gleicher Höhe erhalten.
In der hier beschriebenen Construction sind als Saug- und Druckventile gewöhnliche Ventile
angenommen, in Wirklichkeit sind diese durch von eigenen Mechanismen bewegte Klappen
oder Schieberventile ersetzt. Die beiden Pumpen sind hier ferner als getrennt von einander
angenommen, werden aber in der Praxis nebeneinander gelegt, nur ist Sorge getragen, dafs
sie in der oben beschriebenen Weise mit einander correspondiren. Die in der Zeichnung
in den Kolben JJ1 gelegte Oeffnung b kann alsdann durch eine Klappe oder Ventil ersetzt
werden, welches zeitweise und rechtzeitig durch einen eigenen Mechanismus geöffnet wird.
Diese automatische Speisevorrichtung eignet sich nicht blos für den oben beschriebenen
Dampferzeuger mit minimaler Wassercapacität, sondern für alle diejenigen Dampfkessel, welche
geringen Wasserraum haben, wie z. B. manche neuere Röhrenkessel, bei denen es sehr
schwierig ist, unter hohem Dampfdruck ein constantes Wasserniveau zu erhalten und welche
Kessel ohne eine solche automatische Speisung sich vielfach als unpraktisch erwiesen.
Claims (1)
- Patent-An sp küche:i. Die oben beschriebene Construction des Dampferzeugers, bestehend aus einer Feuerkammer mit darüberliegendem cylindrischen Schacht, einer in der Mitte desselben, bis aufs Feuer herabgehenden, unten zusammengezogenen Röhre, in welche das Brenn-material durch eine Klappe eingefüllt, darin vorgewärmt wird und allmälig niedersinkt; ferner aus einer Rohrspirale, welche an den Wänden der Feuerkammer und des Schachtes und um die Kohleneinfüllröhre herum sich hin windet.In Verbindung mit dem unter ι bezeichneten Dampferzeuger ein Dampfreservoir, in welches das oberste Ende 'der Rohrspirale einmündet und den Dampf einführt, wie oben beschrieben.In Verbindung mit ■ dem unter ι bezeichneten Dampferzeuger und unter 2 bezeichneten Dampfreservoir, eine rotirende Pumpe, welche das aus der Heizspirale herübergeführte Wasser wieder in das untere Ende derselben zurückführt.In Verbindung mit dem unter 2 bezeichneten Dampfreservoir die oben beschriebene automatische Speisevorrichtung, zu dem Zwecke, das Wasserniveau darin stets auf constanter Höhe zu erhalten.5. Die Verbindung einer Saug- und Druckpumpe, welche das Speisewasser herbeischafft, mit einer anderen Pumpe, welche das Wasser aus dem Dampfreservoir auf dem vorgeschriebenen Niveau darin ansaugt, und aus einer Kammer, in welche auf einmal die erste und die zweite Pumpe ihren Inhalt hineinpressen; ferner mit einem nach aufsen sich öffnenden belasteten Ventile in der Druckröhre der beiden Pumpen, welche Theile zusammen in beschriebener Art und zu dem gedachten Zweck functioniren.6. Die Anwendung der Rotationspumpe zur Erzeugung der Circulation des Wassers auch für andere Kessel von kleiner Wassercapacitat, sowie die Anwendung der beschriebenen automatischen Speisevorrichtung für Dampfkessel überhaupt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1539T | 1877-12-22 |
Publications (1)
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ID=70739777
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE000000001539DA Expired - Lifetime DE1539C (de) | 1877-12-22 | 1877-12-22 | Dampfentwickler mit selbsttätig regulirter Wasserspeisung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1539C (de) |
-
1877
- 1877-12-22 DE DE000000001539DA patent/DE1539C/de not_active Expired - Lifetime
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