DE15339C - Apparat zuAusbalancirung von Dampfvertheilungsschiebern - Google Patents
Apparat zuAusbalancirung von DampfvertheilungsschiebernInfo
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- DE15339C DE15339C DENDAT15339D DE15339DA DE15339C DE 15339 C DE15339 C DE 15339C DE NDAT15339 D DENDAT15339 D DE NDAT15339D DE 15339D A DE15339D A DE 15339DA DE 15339 C DE15339 C DE 15339C
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01L—CYCLICALLY OPERATING VALVES FOR MACHINES OR ENGINES
- F01L15/00—Valve-gear or valve arrangements, e.g. with reciprocatory slide valves, other than provided for in groups F01L17/00 - F01L29/00
- F01L15/12—Valve-gear or valve arrangements, e.g. with reciprocatory slide valves, other than provided for in groups F01L17/00 - F01L29/00 characterised by having means for effecting pressure equilibrium between two different cylinder spaces at idling
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE &A?Dampfmaschinen.
GRIMMER in BRESLAU. Apparat zur Ausbalancirung von Dampfvertheilungsschiebern.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Februar 1881 ab.
Die Construction derDampfvertheilungsschieber, zu deren Ausbalancirung der in
Fig. ι der beiliegenden Zeichnung in der Seitenansicht,
Fig. 2 in einem Durchschnitt nach der Linie I-II-III-IV-V-VI-VII,
Fig. 3 in einem Längenschnitt, und
Fig, 4 in der oberen Ansicht dargestellte Apparat dienen soll, ist durch die Fig. S, 6, 7
und 8 der Zeichnung in Verbindung mit dem Schieberkasten ersichtlich gemacht, und zwar
zeigt der in Fig. 7 gezeichnete Längenschnitt links von der Mittellinie die Hälfte eines einfachen
Schiebers, rechts von derselben dagegen die Hälfte eines Kanalschiebers, wie er in Verbindung
mit dem neuen Apparate anzuwenden ist. Die Anwendung wird sich vorzugsweise bei Locomotiven empfehlen, bei denen die Bewegung
der bis jetzt fast noch ausschliefslich in Verwendung stehenden Schieber infolge der gebräuchlichen
hohen Dampfspannungen nicht nur einen erheblichen Kraftaufwand erfordert, sondern
auch eine schnelle Zerstörung der Schieber zur Folge hat.
Der Entlastimgsapparat, der zweckmäfsig in nicht zu grofser Entfernung von den Schieberkasten
an der Locomotive (bezw. in dem Maschinenraum bei Verwendung zu Schiffs- oder Fördermaschinen) anzubringen sein wird und
in einem Exemplar für solche Maschinen genügt, die mehr als einen Cylinder besitzen,
setzt sich aus den in der Zeichnung mit A B und C bezeichneten drei Organen zusammen.
Dieselben communiciren durch das sich bei C anschliefsende Rohr mit dem Innern des
Kessels, ferner durch die sich einerseits bei m und η und andererseits bei Vi1 und U1 anschliefsenden
Rohre mit den über dem Rücken der Schieber abgeschlossenen Räumen der Schieberkasten, und endlich durch das sich
einerseits bei r,, andererseits bei r anschliefsende Rohr mit dem nach den Cylindern strömenden
Dampf, unmittelbar vor dessen Eintritt in die Schieber.
Jedes der Organe A und B besteht aus zwei mit einander verbundenen, eine gemeinschaftliche
Längenaxe besitzenden und sauber ausgebohrten Cylindern. Der Querschnitt des gröfseren
Cylinders verhält sich zum Querschnitt des kleineren wie die Fläche des Schieberrückens,
welche dem Druck des in dem Schieberkasten abgesperrten Dampfes ausgesetzt ist, zu demjenigen
Theile der inneren Fläche des Schiebers, auf welchen der nach dem Cylinder strömende
Dampf wirkt. In dem Theile A befinden sich die beiden dampfdicht schliefsenden und auf
einer gemeinschaftlichen Stange festsitzenden Kolben α und b, in B dagegen die ebenfalls auf
einer gemeinschaftlichen Stange befestigten und dampfdicht schliefsenden drei Kolben c d und e.
Die Kolben sind in Fig. 3 durch die ausgezogenen Linien in derjenigen Position dargestellt,
in der sich dieselben bei dem Stillstand der Maschine befinden, und in welcher sie durch
Vermittelung der auf den äufseren Enden der Kolbenstange sitzenden Querhäupter, in der ausder
Zeichnung ersichtlichen Weise, durch die Gewichte / und g erhalten werden.
Zur Vermeidung eines das Gleichgewicht der Schieber in unerwünschter Weise beeinträchtigenden
Druckes in den über den Rücken der Schieber abgeschlossenen Räumen der Schieber-
kasten ist es wesentlich, dafs das Gewicht g nur so grofs sei, wie es lediglich zur Ueberwindung
der Reibung der Kolben im Theile B, sowie der Kolbenstange in ihrer Stopfbüchse erforderlich
ist, damit die Kolben stets sogleich aus der punktirten Position in die durch ausgezogene
Linien dargestellte zurückkehren, sobald ein auf den grofsen Kolben e wirkender und die Verschiebung
des Kolbens in die punktirte Position veranlassender Druck eine der Wirkung des
Gewichts g gleichkommende Abnahme erfährt. Das Gewicht/ dagegen mufs so bemessen sein,
dafs eine Verschiebung der Kolben im Theile A aus der ausgezogenen in die punktirte Position
erst durch einen Druck auf den grofsen Kolben b eintritt, der gröfser ist, als der auf den
grofsen Kolben e wirkende, zur Verschiebung der Kolben im Theile B erforderliche Druck;
indefs soll die Schwere des Gewichts/ die des Gewichts g auch nicht um mehr übersteigen,
als zur sicheren Verhinderung einer gleichzeitigen Verschiebung der Kolben in den Organen A
und B aus der ausgezogenen in die punktirte Position erforderlich ist.
Die in den Organen A und B bei p und q
befindlichen Luftlöcher haben den Zweck, die Compression der zwischen den Kolben α und b,
sowie d und e befindlichen Luft bei deren Verschiebung nach links zu verhindern, weil hierdurch
die richtige Functionirung dieser Organe beeinträchtigt werden würde. Endlich ist das
Organ A noch mit dem kleinen Ventil ο ausgestattet, das in der durch die ausgezogenen
Linien dargestellten Position der Kolben α und b durch das Gewicht/ in der aus der Zeichnung
ersichtlichen Weise geschlossen gehalten wird und den Zweck hat, durch Vermittelnng des
sich einerseits bei η an den Apparat, andererseits bei H1 an die Schieberkasten anschliefsenden
Rohres Communication zwischen der äufseren Atmosphäre und den über den Rücken der
Schieber abgeschlossenen Räumen der Schieberkasten herzustellen.
Das Organ C besteht aus einem Ventilgehäuse, das in seinem oberen Theile behufs Aufnahme
und dampfdichten Schlusses des Kolbens h centrisch zu dem Sitze des Ventils i sauber ausgebohrt
ist. Ventil und Kolben, welche in ihren einander zugekehrten Druckflächen gleiche
Querschnitte haben, sitzen auf einer gemeinschaftlichen Stange fest, die durch den Deckel
des Gehäuses hindurchtritt und · an ihrem Ende das Gewicht k trägt. Dieses Gewicht ist so bemessen,
dafs es nicht nur im Stande ist, die Reibung des Kolbens zu überwinden, sondern,
so lange die Maschine still steht, auch das Ventil auf seinem Sitze zu halten. Die Bestimmung
dieses Ventils ist die Herstellung einer Communication zwischen den vor den
kleinen Kolben α und c in den Organen A und B befindlichen Räumen und demjenigen Theil des
Hauptdampfrohres, welcher unmittelbar unter den Schieberkasten liegt, behufs Herstellung der
nothwendigen Uebereinstimmung zwischen der Spannung des auf die Kolben α und c drückenden
und des nach den Cylindern strömenden Dampfes, unmittelbar vor dessen Eintritt in die
Schieber.
Wenn der Apparat im Stande sein soll, allen an ihn zu stellenden Anforderungen zu genügen,
so mufs der Verschlufs des mit dem Innern des Kessels conimunicirenden, sich bei/an den
Apparat anschliefsenden Nebendampfrohres so beschaffen sein, dafs sich derselbe bei jedesmaligem
Ingangsetzen der Maschine entsprechend früher als der Verschlufs des Hauptdampfrohres
öffnet. Ist diese Einrichtung getroffen, dann wird bei jedesmaligem Ingangsetzen der Maschine
der Dampf aus dem Kessel durch das Nebendampfrohr, den Apparat und das sich bei m und In1 anschliefsende Rohr bereits in die
über den Rücken der Schieber abgeschlossenen Räume der Schieberkasten und von dort durch
Vermittelung des sich bei 1I1 und η anschliefsenden
Rohres in den Apparat zurückgetreten sein, sowie infolge des nunmehr auch auf die grofsen
Kolben b und e stattfindenden Druckes die Verschiebung der Kolben im Organ B aus der ausgezogenen
in die punktirte Position und damit die Absperrung des Dampfzutritts nach den
Schieberkasten stattgefunden haben, wenn der Dampf durch das Hauptdampfrohr unter den
Schiebern bei E anlangt, um von hier direct bezw. durch den Kanal K nach den Cylindern,
gleichzeitig aber auch durch Vermittelung des sich bei r und T1 anschliefsenden Rohres, nach
Aufstofsung des Ventils z'-im Organ C nach den Organen B und A zu strömen, um die zur
richtigen Functionirung des Apparats nothwendige Uebereinstimmung zwischen der vor
den Kolben α und c und der unter den Schiebern bestehenden Spannung herzustellen.
Des weiteren wird mit Rücksicht auf die vorberegten Querschnitts-Verhältnisse der Kolben
c und e und die Schwere des Gewichts g, die in den Schieberkasten entstandene Spannung
eine solche sein, dafs der auf den Rücken der Schieber wirkende Druck denjenigen nur wenig
übersteigt, welchen die Schieber von der entgegengesetzten Seite durch den bei E, Fig. 6
und 7, in ihren Körper eintretenden, nach den Cylindern strömenden Dampf, erfahren. Die
Schieber werden somit bis zu einem Grade entlastet sein, wie er für die Praxis, wegen des
nothwendigen dichten Schlusses auf ihrer Bahn, nöthig ist.
Hat das Organ B hiermit die erste Bedingung, welche an dasselbe zu stellen war, erfüllt, so
liegt demselben des weiteren auch noch die selbsttätige Behebung aller derjenigen Störungen
ob, welche in dem über und unter den Schiebern hergestellten Druckverhältnifs während
des Ganges der Maschine, sowohl aus einer Zunahme der Dampfspannung im Kessel,
als aus einer durch Condensation oder Undichtigkeit veranlafsten Abnahme der Dampfspannung
in den Schieberkasten resultiren können. Da in dem einen wie in dem anderen dieser beiden Fälle der auf den kleinen
Kolben c wirkende Druck den auf dem grofsen Kolben e lastenden überwiegt, so mufs die gestellte
Bedingung immer erfüllt werden, indem die Kolben in die durch die ausgezogenen Linien dargestellte Position zurückkehren und
so lange frischen Dampf nach den Schieberkasten strömen lassen, bis das aus den Querschnitten
der Kolben c und e resultirende, der jeweiligen Dampfspannung im Kessel entsprechende
Druckverhältnifs wieder hergestellt ist, um hiernach den Dampfzutritt dorthin,
durch Rückkehr der Kolben in die punktirte Position, von neuem abzusperren.
Die Behebung derjenigen Störungen, die zwischen dem über und unter den Schiebern
ursprünglich hergestellten Druckverhältnifs endlich auch noch aus einer Abnahme der Spannung
des Dampfes im Kessel bezw. einer durch Undichtigkeit des Kolbens c im Organ B veranlafsten
Zunahme der Spannung des in den Schieberkasten abgesperrten Dampfes entstehen können, ist dem Organ A zugewiesen. Dasselbe stellt den Gleichgewichtszustand der Schieber
bei dem Eintritt einer solchen Störung in der Weise wieder her, dafs es den überschüssigen
Dampf aus den Schieberkasten durch das kleine Ventil ο entweichen läfst, wozu dasselbe
durch die in diesen Fällen auch eintretende Verschiebung der Kolben α und h aus der ausgezogenen
in die punktirte Position und die dadurch herbeigeführte Entlastung jenes Ventils
befähigt wird.
Das Organ A ist aufserdem befähigt, bei jedesmaligem Absperren des Dampfes bezw.
Anhalten der Maschine den Druck aus den über den Schieberrücken abgeschlossenen Räumen
der Schieberkasten ganz zu beseitigen, denn da in diesen Fällen der Druck auf den kleinen
Kolben α gänzlich aufhört, so wird der auf den grofsen Kolben b wirkende auch stets sogleich
eine Verschiebung der Kolben in die punktirte Position veranlassen, und somit der Ausströmung
des Dampfes aus den Schieberkasten, infolge der dadurch herbeigeführten Entlastung des
Ventils o, nichts mehr entgegenstehen. Die Kolben α und b im Organ A werden stets nur
so lange in der punktirten Position verbleiben, bis sich die den Gleichgewichtszustand störenden
Druckverschiedenheiten ausgeglichen haben, demnächst aber stets sofort in ihre normale
Stellung zurückkehren. Bei jedesmaliger Absperrung des Dampfes und der dadurch veranlafsten
Verminderung des Druckes in den Schieberkasten wird auch die Rückkehr der Kolben im Organe B in die normale Stellung
erfolgen.
Die Lage des Apparates in Bezug auf die der Schieberkasten mufs eine solche sein, dafs
alles sich in ersterem etwa bildende Condensationswasser nach den letzteren abfiiefst, von
wo die Entfernung desselben durch einen sich bei s anschliefsenden selbstthätigen Entwässerungsapparat
bewirkt wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Der in beiliegender Zeichnung dargestellte und in der Beschreibung erläuterte Apparat sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung seiner einzelnen Organe, wie hinsichtlich deren Combination zu einem Ganzen, und endlich hinsichtlich der Fähigkeit, den Druck von Dampf beliebiger Spannung, in den abgeschlossenen Räumen der Schieberkasten einer beliebigen Anzahl von Dampf-Vertheilungsschiebern der durch die Zeichnung dargestellten Construction, über den Rücken der Schieber so zu modificiren, dafs derselbe jederzeit in einem bestimmten, durch die Querschnitte der Kolben in den Organen A und B bedingten Verhältnifs zu dem unterhalb der Schieber herrschenden Drucke steht.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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