DE152305C - - Google Patents

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DE152305C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B63/00Lakes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paints Or Removers (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bekanntlich werden Farblacke aus Azofarben gewonnen, indem wasserlösliche Sulfofarbstoffe (Ponceau usw.) in Gegenwart eines geeigneten Substrates mit Metallsalzen umgesetzt oder indem unlösliche Azofarbstoffe mittels Diazoverbindungen auf dem Substrat erzeugt werden. Letzteres Verfahren verlangt eine große Sorgfalt, da sonst infolge der bekannten Zersetzlichkeit der Diazoverbindüngen und auch aus anderen Gründen leicht Fehlresultate oder minderwertige Nuancen erzielt werden (vergl. z. B. Jennison, Die Herstellung von Farblacken aus künstlichen Farbstoffen, übersetzt von Dr. Rübencamp,
S. ii8 ff).
Es wurde nun ein neuer, außerordentlich einfacher Weg für die Bereitung von Lacken gefunden, der von den bisher benutzten durchaus verschieden ist. Es hat sich nämlich gezeigt, daß eine Reihe von unlöslichen Azofarbstoffen, welche kurz nach der Bereitung eine ölig^e oder harzige Konsistenz zeigen bezw. bei niederer Temperatur weich sind oder leicht flüssig werden, in überraschender Weise für die direkte Herstellung von gefärbten Substraten geeignet sind, die in hervorragendem Maße als Lacke verwertet werden können.
Bringt man z. B. den Farbstoff aus Rohxylidin -f- β-Naphthol, welcher bei gewöhnlicher Temperatur eine klebrige Masse darstellt, unter Erwärmen mit fein gemahlenem Schwerspat, Kaolin, Tonerde oder anderen für die Lackbereitung gebräuchlichen Substraten in trockener Form zusammen und vermischt innig, so entsteht ein scharlachrot gefärbtes Produkt von außerordentlich großer Lebhaftigkeit der Nuance und sonstigen sehr wertvollen Eigenschaften, welches ohne weiteres als Farblack Verwendung finden kann. Die Herstellung der Farblacke kann auch in der Weise geschehen, daß man das Substrat anteigt und dann mit dem geschmolzenen Farbstoff innig· verrührt; die erhaltene Paste kann entweder bei gewöhnlicher oder höherer Temperatur getrocknet oder auch direkt als solche benutzt werden. Die endgültige Fülle der Nuance tritt in allen Fällen erst bei dem Trocknen in Erscheinung.
An Stelle des Farbstoffes Rohxylidin -j- ß-Naphthol kann man mit besonderem Vorteil die aus dem von m- und p-Xylidin befreiten Rohxylidin (sogen. Retourxylidin) mit ß-Naphthol erhältlichen Farbstoffe benutzen sowie die aus den einzelnen Bestandteilen des Retourxylidins hergestellten Kombinationen. Analoge Resultate erhält man bei Verwendung anderer Azofarbstoffe, welche entweder schon bei gewöhnlicher Temperatur ölig ausfallen oder sich leicht, zum mindesten auf dem Wasser- oder Dampfbad, verflüssigen lassen. Beispiele von solchen Farbstoffen sind Roh- (bezw. Retour-) xylindin -(- Phenol oder Kresol, o-Toluidin -f- Phenol bezw. p-Kresol.
Weiter hat sich gezeigt, daß Zusätze von geeigneten Mitteln die Verflüssigung derartiger Farbstoffe befördern und die Lackbildung günstig beeinflussen können. Als für diese Zwecke brauchbare Mittel haben sich erwiesen: Alkalisalze höherer Fettsäuren, Phenole, Acetin, Glyzerin, Anilin usw.
Fernerhin kann man den oben bezeichneten, leicht schmelzbaren Farbstoffen auch andere Azofarbstoffe, ζ. B. Anilin-azo-ß-naphthol usw., oder auch organische Farbstoffe anderer Natur (Rosindon usw.) beimischen, welche an sich fest sind und erst bei hoher Temperatur schmelzen. Diese Mischungen zeigen alsdann gleichfalls die Eigenschaft, sich leichter verflüssigen und damit direkt zu der oben beschriebenen Lackbildung verwenden zu lassen.
.. Man kann infolgedessen auch z. B. den aus Rohtoluidin -f- p-Kresol dargestellten Farbstoff benutzen, obschon p-Toluidin-azo-p-kresol erst bei höherer Temperatur schmilzt.
An Stelle der oben genannten Substrate oder neben diesen lassen sich schließlich auch gefärbte Körper, wie Mennige, Zinnober, oder auch künstlich erzeugte Farblacke, welche mit den oben angeführten Substraten und lackbildenden Farbstoffen, wie Ponceau, Litholrot usw., mit oder ohne Fällungsmittel erzeugt sind, verwenden.
Die Entstehung der gefärbten Substrate nach dem beschriebenen Verfahren mit Hilfe der öligen oder harzigen, leicht zu verflüssigenden Farbstoffe war in keiner Weise vorauszusehen. Diese Farbstoffe bilden im geschmolzenen Zustand teerige öle. Es wäre nun sehr leicht möglich gewesen, daß die Farbstoffe das Substrat mit einer trüben, zähen, unansehnlichen, d. h. ihrem Aussehen entsprechenden Schicht überziehen würden. Auf alle Fälle hätte man gewärtig sein müssen, daß eine gleichmäßige Verteilung der öligen Masse mit dem trockenen und besonders mit dem angeteigten Substrat nicht eintreten würde. Nach alledem mußte daher die Bildung der außerordentlich lebhaft leuchtend, gleichmäßig gefärbten roten Lacke im höchsten Grade überraschen. Weiterhin ist es auffallend und ganz unerwartet, daß der Farbstoff, welcher als solcher im warmen Wasser schmilzt und zum Teil ölig auf demselben schwimmt, sich nach der Vereinigung mit dem Substrat von letzterem, selbst durch anhaltendes Kochen mit Wasser, nicht mehr abschmelzen läßt. Diese Beständigkeit gegen Wasser ist aber für die praktische Verwertbarkeit von großer Bedeutung.
Da bei vorliegendem Verfahren fertige Farbstoffe zur Verwendung· g'elangen, welche in Substanz durch die Farbenfabriken als Handelsprodukte hergestellt werden können, so braucht sich der Lackfabrikant bei demselben nicht, wie es bisher bei der Bereitung von Farblacken mittels Pigmentfarben erforderlich war, mit der Herstellung von Diazoverbindungen zu befassen, ein Umstand, der für ihn eine wesentliche Erleichterung und große Vereinfachung bedeutet. Dieser Vorteil tritt ganz besonders hervor bei Verwendung der Farbstoffe aus Roh- (bezw. Retour-) xylidin und ß-Naphthol. Einerseits weil diese Produkte wegen ihrer harzigen Beschaffenheit sonst kaum verwendbar sind und andererseits weil die Diazoverbindungen der Xylidine außerordentlich leicht zersetzbar und daher schwer zu handhaben sind.
Beispiel I.
τ Teil des Farbstoffes Retourxylidin -f- p-Kresol wird bei gewöhnlicher Temperatur oder unter geringem Erwärmen mit 50 Teilen Schwerspat innig vermengt. Es entsteht sofort ein Lack von intensiv gelber Farbe und großer Echtheit.
Beispiel II.
ι Teil Farbstoff aus Retourxylidin -)- ß-Naphthol wird durch Erwärmen z. B. auf dem Wasserbad zum Schmelzen gebracht. Hierauf wird eine Paste aus 50 Teilen fein gemahlenem Schwerspat und 10 Teilen Wasser sorgfältig bis zur gleichmäßigen Verteilung eingerührt. Das kaum gefärbte Substrat nimmt beim Trocknen, das bei gewöhnlicher Temperatur oder durch Erwärmen geschehen kann, eine leuchtend rote Farbe an. Der entstandene Lack ist in Wasser unlöslich, alkaliecht und zeigt große Lichtechtheit.
Beispiel III.
7 Teile des Farbstoffes Retourxylidin -)- ß-Naphthol werden mit 3 Teilen Rosindon auf dem Wasserbad verflüssigt und hierauf gleichmäßig vermischt mit einer Paste aus 50 Teilen Schwerspat und 10 Teilen Wasser. Es hinterbleibt nach dem Trocknen ein intensiv gelbroter Lack von großer Echtheit.
100 Beispiel IV.
2,5 Teile des Farbstoffes aus Retourxylidin -f- ß-Naphthol werden auf dem Wasserbad verflüssigt und gleichmäßig vermengt mit einer Mischung, welche aus 500 Teilen Schwerspat, 100 bis 150 Teilen Wasser, 37 Teilen Litholrot 25 proz. und 10 Teilen Chlorbarium durch Aufkochen hergestellt ist. Die erhaltene Paste wird entweder für sich direkt gebraucht oder bei gewöhnlicher Temperatur oder unter Erwärmen getrocknet. Der entstehende Lack ist von intensiv roter Farbe und großer Echtheit.
Beispiel V. η_
ι Teil des Farbstoffes Rohxylidin + ß-Naphthol wird mit 1 Teil rizinusölsaurem Natrium 50 proz. zusammen verflüssigt und hierauf mit 50 Teilen Schwerspat innig vermengt. Es entsteht sofort ein Lack von großer Intensität und feuriger, roter Farbe. An Stelle des obieren Farbstoffes kann auch die
gleiche Gewichtsmenge des Farbstoffes Rohtplüidin-azo-phenol angewendet werden, wobei dann ein gelber Farblack entsteht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Darstellung von Farblacken, darin bestehend, daß man niedrig bezw. auf dem Wasser- oder Dampfbad schmelzende Azofarbstoffe oder Azofarbstoffgemische mit Substraten und event, noch anderen Farbstoffen in trockner oder angeteigter Form mit oder ohne Zusatz von Mitteln, welche die Schmelzbarkeit der Farbstoffe erleichtern, innig vermischt und event, trocknet.
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