DE15047C - Neuerungen in der Gewinnung von Zuckerkalk aus Melasse nach dem Substitutionsverfahren - Google Patents
Neuerungen in der Gewinnung von Zuckerkalk aus Melasse nach dem SubstitutionsverfahrenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Führt man Calciumoxyd oder Calciumoxydhydrat, in welcher Form immer, in mit Wasser
mehr oder weniger verdünnte Melasselösungen, oder in die mit Melasse bereits wieder substituirte
»Mutterlauge«, wie solche bei dem »Substitutionsverfahren« zur Verwendung kommt,
derart ein, dafs eine innige und rasche Berührung der Flüssigkeitstheilchen mit den eingeführten
Kalktheilchen ermöglicht wird, so erreicht man dadurch, ohne die Melassenlösung oder Mutterlösung vorher auf Temperaturen
unter -f- 15 ° C. abkühlen zu müssen, dafs
in kurzer Zeit eine grofse Menge Kalk in der Zuckerflüssigkeit in Lösung geht, bezw.
löslicher Zuckerkalk gebildet wird, der bei der Erwärmung auf oder über ioo° C. eine entsprechende
Menge unlöslichen Zuckerkalkes (Drittelzuckerkalk mit mehr oder weniger KaIküberschufs)
ebenso ausscheidet, als wäre die Mutterlauge vor dem Einbringen des Kalkes auf Temperaturen . unter -j- 15 ° C. abgekühlt
worden.
Bei Anwendung von Calciumoxyd oder CaL· ciumoxydhydrat in fester Form ist es empfehlenswerth,
denselben in Pulverform unter kräftigem Mischen in die Zuckerlösungen einzubringen;
es ist aber auch die Anwendung von ganzen Stücken oder groben Körnern möglich, wenn
für eine innige Mischung der sich ablöschenden Theilchen mit der ganzen Flüssigkeit gesorgt
wird, desgleichen ist unter dieser Bedingung auch die.Verwendung von halbgelöschtem Kalk '
öder Kalkbrei und Kalkmilch zweckdienlich.
Wiederholt ausgeführte Versuche führten uns zu dem Resultate, dafs, wenn der Kalk, in
welcher Form immer angewendet, in die betreffende mehr oder minder mit Wasser verdünnte
Melassenlösung oder in die »Mutterlauge« in fein vertheilter Form und unter kräftigem
Mischen mit der Flüssigkeit eingebracht wird, eine Abkühlung der »Mutterlauge« auf
Temperaturen unter -J- 15 ° C. nicht nothwendig
erscheint, sondern -schon bei verhältnifsmäfsig noch hohen Temperaturen, wenn letztere
nur »unter« der Ausfällungstemperatur des unlöslichen Zuckerkalkes liegen, genügende Quantitäten
Kalk in Lösung gehen und eine lösliche Zuckerkalkverbindung gebildet wird, die bei der
Erwärmung auf 100 ° C. und darüber die entsprechenden Quantitäten unlöslichen filtrirbaren
Zuckerkalks ausfällt, gerade so, als wäre die Mutterlauge »vor der Substitution mit Kalk«
auf Temperaturen unter -J- 15 ° C. abgekühlt
worden.. Das zur Verwendung kommende Kalkquantum soll 18 Gewichtstheile Kalk auf 100
Gewichstheile Zucker in der Lösung mindestens erreichen, doch ist ein Ueberschufs in jeder
Menge zulässig und die zwei- bis dreifache Menge sogar empfehlenswerth.
Infolge der raschen Lösungsfähigkeit unter oben genannten Umständen genügt es auch,
wenn man anstatt der früher empfohlenen grofsen Reservoirs mit, Rührwerken kleinere Gefäfse mit
kräftigen Mischwerken benutzt, und genügt jedenfalls schon ein Sechstel des. früheren Gesammtkubikinhaltes
derReservoirs für gleiche Leistungen.
In Ergänzung und Vervollkommnung unseres Patent-Anspruches 3 der Patentschrift No. 8346
tragen wir folgendes nach:
Bei dem uns pätentirten Substitutionsverfahren versteht man unter »Mutterlauge« die Flüssigkeit,
welche überhaupt von einem ausgefällten Zuckerkalke getrennt wurde, wenn die Ausfällung
des Zuckerkalkes durch Erhitzen einer Zuckerkalklösung auf Temperaturen von 100 ° C.
oder darüber herbeigeführt wurde.
Die Trennung dieses unlöslichen Zuckerkalkes von der Mutterlauge kann nach allen diesbezüglich
bekannten Arten vorgenommen werden , und sind Filterpressen, Centrifugen und
Absetzkästen anwendbar; doch darf bei der Trennung die Temperatur der Masse nicht
unter 100 ° C. sinken.
Zur Verdrängung der noch anhaftenden Laugen können, wie bereits angegeben, Filterpressen
mit Auslaugung, sowie bei der Centrifugenanwendüng eine Wasserdecke benutzt werden,
doch mufs das zur Verwendung kommende Wasser nicht Temperaturen unter 100 ° C. besitzen.
Dem so gewonnenen Zuckerkalke kann man die noch anhaftenden Mutterlaugenbestandtheile
noch theilweise dadurch entziehen, dafs auf denselben alle bekannten »Arten der Saftentziehung
des Saturationsschlammes«, wie-selbe bei der Zuckerfabrikation üblich sind, angewendet werden,
nur darf der Zuckerkalk, der hier anstatt Saturationsschlamm in Betracht kommt, dabei
nicht unter die Temperatur von ioo° C. fallen; das Reinigungswasser mufs demnach auf oder
über diese Temperatur vor der Verwendung gebracht werden. Z. B. man prefst den Zuckerkalk
in hydraulischen Pressen mit Heizplatten nach oder man laugt denselben in Extractionskästen
mit siedendem Wasser aus oder man maischt den Zuckerkalk mit siedendem Wasser zu einem Brei aus und treibt denselben nochmals
über Filterpressen etc.
Alle diese bekannten Methoden, sowie die Auslaugung in den Filterpressen, das Decken
in der Centrifuge liefern ein Quantum verdünnter Mutterlauge. Dieses .Quantum verdünnter
Mutterlauge macht man durch wiederholtes Abkühlen unter 100 ° C. und wiederholtes
Substituiren von Kalk und wiederholtes Zuckerkalkausfällen durch Erhitzen zuckerarm
und giebt es dann fort, oder man vermischt die verdünnte Mutterlauge mit der unverdünnten
(Original-) Mutterlauge.
Durch dieses Zusammenmischen steigt das Quantum der Original-Mütterlauge, und um
eine Vermehrung zu verhüten, bringt man das entstandene Plus getrennt zur »Substitution bjos
mit Kalk« und macht dasselbe genau so wie oben das verdünnte Mutterlaugenquantum zuckerarm
, um es dann fortzugeben. Das · stabile Quantum Original-Mutterlauge hingegen gelangt
zur Substitution mit Melasse und Kalk, nach der Abkühlung auf Temperaturen unter ioo° C,
welcher weitere Vorgang bekannt ist.
Dieser letzte Fall ist empfehlenswerther. Man kann andererseits aber auch die verdünnte
Mutterlauge, von der Reinigung des Zuckerkalkes herstammend, allein nach bekannter
Weise zur Substitution mit Melasse und Kalk benutzen, während man das ganze Quantum
Original - Mutterlauge durch wiederholtes Abkühlen auf Temperaturen unter 100 ° C. und
Substituiren mit Kalk und wiederholtes Ausfällen von unlöslichem Zuckerkalke durch Erhitzen
etc. etc. so wie oben zuckerarm macht und dann ganz fortgiebt, oder man bringt das
ganze Mutterlaugenquantum (Original-Mutterlauge sammt verdünnter Mutterlauge) »gemeinsam«
zu wiederholten Zuckerkalkausfällungen durch wiederholtes Abkühlen auf Temperaturen
unter 100 ° C, Substituiren von Kalk und Erhitzen der so gebildeten Zuckerkalklösung auf
Temperaturen von 100 ° C. oder darüber zum Zwecke des Zuckerarmmachens, ohne dafs in
diese Mutterlauge früher eine Substitution von Melasse und Kalk stattgefunden hätte.
Claims (2)
- P ATENT-Ansprüche:ι . Es wird nach jeder Fällung die heifse Mutterlauge auf beliebige Temperaturen unter 100 ° C. abgekühlt und jene aus der heifsen Lösung gefällten Mengen Zucker in Form von Melasse und des Kalkes, in welcher Form immer, in die so abgekühlte Mutterlauge wiedereingeführt (substituirt).
- 2. Das wiederholte Zuckerkalkausscheiden aus Mutterlaugen überhaupt zum Zwecke des Zuckerarmmachens dadurch, dafs man wiederholt Kalk, in welcher Form immer, in die auf Temperaturen unter 100 ° C. ab-· gekühlte Mutterlauge einbringt (substituirt) und nach jeder Kalkeinbringung die so substituirte Mutterlauge durch Erwärmen auf Temperaturen von oder über 100 ° C. zu Zuckerkalkausfällungen und Abscheidungen bringt.
Publications (1)
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|---|---|
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