DE1296548B - Schleifscheibe mit an ihrem Umfang V-foermiger Einkerbung - Google Patents
Schleifscheibe mit an ihrem Umfang V-foermiger EinkerbungInfo
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Description
- Die Erfindung betrifft eine Schleifscheibe mit an ihrem Umfang V-förmiger Einkerbung zum gleichzeitigen Anarbeiten beider Flächen von Spitz- oder Dachfacetten an die Ränder stark gekrümmter Linsen.
- Beim Anschleifen von Spitz- oder Dachfacetten an die Ränder stark gekrümmter Linsen besteht das Problem des richtigen Facettenverlaufes, da insbesondere für den Zweck des besseren Aussehens einer mit derartigen Linsen versehenen Brille die vordere Schräge des Facettenrandes nach vorn versetzt und schmaler sein soll.
- Es sind bereits Schleifscheiben bekannt, welche an ihrem Umfang eine V-förnüge Einkerbung aufweisen, um an die Linsenränder gleichzeitig beide Flächen der Spitz- oder Dachfacetten anzuschleifen. Um mit einer derartigen aus einem bestimmten Schleifmaterial bestehenden Schleifscheibe eine in einer Richtung versetzte Facettenspitzkante zu erreichen, beispielsweise um bei stark gewölbten Linsen die vordere Schräge nach vorn zu versetzen und schmaler auszubilden, ist bei einer mit einer derartigen bekannten Schleifscheibe mit V-förmiger Umfangseinkerbung ausgerüsteten Schleifmaschine eine Steuereinrichtung für die Linseneinspannvorrichtung vorgesehen, welche mittels einer der Linsenkrümmung entsprechenden Schablone die Einspannvorrichtung in der Weise steuert, daß die Linse einer bestimmten vorgewählten Bewegungsbahn folgt, so daß die Facettenspitzkante von der Mitte der Linsenkante in gewünschter Weise versetzt ist. Derartige Steuereinrichtungen sind nicht nur kompliziert, sie erfordern auch speziell ausgebildetes Bedienungspersonal, um einen einwandfreien Facettenschliff zu erreichen. Außerdem ist die Einstellung und Bedienung zeitraubend und verringert die Produktion, welches bei Massenartikeln, wie es Brillengläser darstellen, sehr nachteilig ist.
- Bei einer weiteren bekannten Schleifmaschine ist außer der aus einem Schleifinaterial bestehenden Schleifscheibe mit V-förmiger Umfangseinkerbung eine von dieser Schleifscheibe getrennte weitere Schleifscheibe mit einer glatten, d. h. nicht eingekerbten Umfangsfläche aus einem anderen Schleifmaterial vorgesehen, mit der der Linsenrand vorgeschliffen werden soll, bevor die Spitz- oder Dachfacette an dem Rand der Linse durch die Schleifscheibe mit V-förmiger Umfangseinkerbung angearbeitet wird. Auch bei dieser bekannten Maschine müßte eine spezielle Steuereinrichtung für die Linse vorgesehen sein, um eine Versetzung der Facettenspitzkante in der erwähnten Weise zu erreichen. Die beiden Schleifscheiben mit unterschiedlichem Schleifmaterial sind in diesem Falle auf einer gemeinsamen Achse konzentrisch angebracht, so daß der Linsenrand erst von der mit glatter Umfangsfläche versehenen Schleifscheibe aus härterem Schleifmaterial vorgeschliffen und anschließend zu der mit V-förmiger Umfangseinkerbung versehenen Schleifscheibe mit einem weicheren Schleifmaterial bewegt wird, welche dann die Spitz- oder Dachfacette an den i Linsenrand anschleift.
- Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, eine Schleifscheibe der genannten Gattung zu schaffen, mit der in einfachster Weise ohne zusätzliche Steuereinrichtungen an der Schleif- i maschine stets ein in gewünschter Weise versetzter einwandfreier Randfacettenschliff an den Linsen erreicht wird. Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, daß die beiden Flächen der V-förmigen Einkerbung der Schleifscheibe gegenseitig unterschiedliche Schleifkomgrößen enthalten, d. h., die eine Fläche hat gröberes, die andere Fläche feineres Korn.
- Es sind zwar bereits Schleifscheiben bekannt, welche an ihrer mit dem Werkstück in Eingriff tretenden Schleiffläche Schleifinaterialien mit unterschiedlichen Schleifkomgrößen aufweisen, jedoch dienen diese bekannten Schleifscheiben dazu, durch das Schleifmaterial. mit gröberem Korn ein schnelles Vorschleifen und mit dem Schleifmaterial mit feinerem Korn ein Feinschleifen der Oberfläche des Werkstückes zu erreichen. Bei derartigen bekannten Schleifscheiben, welche topfförmig ausgebildet sind, werden die Oberflächen der zu schleifenden Linse in der vorher beschriebenen Weise bearbeitet, wobei die an der Schleiffläche der Schleifscheibe vorgesehenen Schleifmaterialien mit unterschiedlichen Korngrößen nacheinander mit der Fläche des zu schleifenden Werkstückes in Eingriff treten. Mit diesen bekannten Schleifscheiben wird folglich ein und dieselbe Fläche des zu bearbeitenden Werkstückes nacheinander von den beiden Schleifmaterialien mit unterschiedlichem Korn im Sinne eines groben Vorschleifens und Feinnachschleifens bearbeitet, d. h., beide Schleifmaterialien treten nacheinander mit der gleichen Fläche des Werkstückes in Eingriff.
- Bei der erfindungsgemäß ausgebildeten Schleifscheibe treten dagegen - wie bei den eingangs erwähnten Schleifscheiben - die beiden Flächen der V-förmigen Einkerbung gleichzeitig mit den Facettenflächen des Werkstückes in Eingriff. Beim Einführen des Linsenrandes in die V-Umfangskerbe der Schleifscheibe zum Anschleifen der Spitz- oder Dachfacette unter erwünschter Versetzung der Facettenspitzkante aus der Mittelebene erfolgt eine gewisse Selbsteinstellung der Linsenkante in der V-Umfangskerbe der Schleifscheibe auf Grund des beidseits unterschiedlichen Schleifangriffs der jeweils mit grobem und feinem Korn belegten Schleifflächen. Dies erspart mechanische Zwangsführungsmittel an der Kantenschleifvorrichtung. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Schleifscheibe wird in einfacher Weise gewährleistet, daß alle mit dieser Schleifscheibe bearbeiteten Linsen eine gleiche Spitz-oder Dachfacette an ihrem Rand aufweisen.
- Die Erfindung ist im folgenden beispielsweise an Hand der Zeichnung beschrieben; in dieser zeigt F i g. 1 eine Ansicht einer üblichen Linsenrandschleifmaschine mit einer erfindungsgemäßen Schleifscheibe, F i g. 2 eine schematische Ansicht einer Linse und der Schleifscheibe in einer Stellung vor dem Schleifeingriff und F i g. 3 in vergrößertem Maßstab einen Teilquerschnitt des Umfangs der Schleifscheibe.
- Nach Fig. 1 weist die Linsenrandschleifmaschine ein Geste1110 auf, an dem ein bewegbarer Rahmen 12 und ein zweiter Rahmen 14 angebracht sind. Der Rahmen 12 ist zu dem Rahmen 14 und von diesem weg hin und her bewegbar und trägt einen Arbeitsschlitten 34 mit einer Einspannvorrichtung 16, welche eine Linse W in einer Stellung parallel zur Bahn der Hin- und Herbewegung des Rahmens 12 hält. Der Schlitten 34 ist an dem Rahmen 12 zur frei schwebenden Bewegung quer zur Bewegungsbahn des Rahmens angebracht, d. h. parallel zur Achse der Einspannvorrichtung 16 und der Linse W. Der Motor 17 dient zum Drehen der Einspannvorrichtung 16 und der Linse, während der Motor 19 zum Antrieb der Schleifscheibe 18 dient.
- Die Achse der Schleifscheibe 18 ist in einem Winkel von 45' zur Achse der Einspannvorrichtung 16 angeordnet. Die am Umfang angeordnete V-förmige Einkerbung, deren Winkelhalbierende in der Vertikalebene zur Achse der Spannvorrichtung 16 liegt, wird durch ein Paar Schleif- oder Bearbeitungsflächen gebildet, die einen Winkel von etwa 115' bilden und einen gemeinsamen Scheitelpunkt aufweisen, der mit der Halbierungslinie des Winkels zusammenfällt, d. h., zwischen jeder Fläche und der Winkelhalbierenden wird ein Winkel von 571/20 gebildet. Bei den bekannten Vorrichtungen, bei denen der Schlitten 34 und die Linse W zur frei schwebenden Bewegung in Richtung quer zur Kerbe angebracht sind, vorzugsweise im rechten Winkel zur Winkelhalbierenden der Kerbe, wird sich die Linse automatisch selbst in der Kerbe zentrieren, wodurch die Abschrägung oder Abfasung, die an der Kante der Linse gebildet wird, ihren Scheitelpunkt A in der Mitte der Linse haben wird, wie es in F i g. 2 gezeigt ist.
- Zum Unterschied demgegenüber wird durch die beiden sehr verschiedenen Schleifeharakteristiken der Kerbe die Wirkung erzielt, daß sich das Werkstück in einem bestimmten Ausmaß in einer bestimmten Richtung von der Mittellage in bezug auf das V selbsttätig versetzt. Die nach F i g. 3 zur Verwendung gelangende Schleifscheibe 18 a, bei der die vorderen und hinteren Flächen 50 a und 52 a der V-Einkerbung durch unterschiedliche Schleifpartikelgrößen gebildet sind oder derartige tragen, erbringt wegen der unterschiedlichen Schleifeigenschaften verschiedenen Schleifangriff der einzelnen Kerbflächen auf die Facettenflächen der Linse.
- Der Unterschied zwischen den Schleifeigenschaften der Flächen muß sehr beträchtlich sein, falls eine merkliche Versetzung des Werkstückes erreicht werden soll. Wenn Glaslinsen mit Randfacetten versehen werden, wird vorzugsweise mit Diamantschleifscheiben gearbeitet; ein gesteuertes Ausmaß an Versetzung wird durch Veränderung des Größenunterschieds zwischen den Diamantteilchen an den beiden Flächen 50 a und 52 a erreicht; ein Diamantstaub in der Größe von 30 Mikron an der vorderen Fläche 50 a (d. h. der Fläche, die mit der Vorderseite der Linse in Berührung kommt) und ein etwa 63-Mikron-Staub an der hinteren Fläche 52 a können beispielsweise angewendet werden. Die frei einstellbare Linse kann dann durch den unterschiedlichen Schleifangriff in eine Stellung gelangen, in der die Scheitelkante A' der Dachfacette mehr zur konvexen Linsenvorderseite hin verlegt ist.
Claims (1)
- Patentanspruch: Schleifscheibe mit an ihrem Umfang V-förmiger Einkerbung zum gleichzeitigen Anarbeiten beider Flächen von Spitz- oder Dachfacetten an die Ränder stark gekrümmter Linsen, d a d u r c h gekennzeichnet, daß die beiden Flächen (50a,52a) der V-förmigen Einkerbung der Schleifscheibe gegenseitig unterschiedliche Schleifkorngrößen enthalten.
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