DE1259635B - Zuendwilligkeitsverbesserer fuer Dieselkraftstoffe - Google Patents
Zuendwilligkeitsverbesserer fuer DieselkraftstoffeInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
ClOl
Deutsche Kl.: 46a%-£~
Nummer: 1 259 635
Aktenzeichen: B 88289IV d/46 a6
Anmeldetag: 2. August 1966
Auslegetag: 25. Januar 1968
Es ist bekannt, durch ausgewählte Zusätze (Cetanzahlverbesserer) die Zündwilligkeit von Dieselölen zu
erhöhen. Aus einer großen Zahl vorgeschlagener Verbindungen eignen sich aber nur sehr wenige zur praktischen
Anwendung, da ein guter Zündwilligkeitsverbesserer nicht nur die Cetanzahl in ausreichendem
Maße erhöhen soll, sondern auch noch andere Eigenschaften, wie z. B. gute Löslichkeit im Kraftstoff, Unlöslichkeit
in Wasser, Lagerungsstabilität, Sicherheit in der Handhabung, leichte Herstellbarkeit und niedrige
Herstellungskosten, aufweisen muß.
Ferner darf der Zündwilligkeitsverbesserer selbstverständlich auch nicht die üblichen Kennzahlen des
Dieselkraftstoffes, wie Flammpunkt, spezifisches Gewicht, Farbe, Viskosität, Conradsontest, Trübungspunkt und Tropfpunkt, wesentlich verändern, und
außerdem soll er keine nichtverbrennbare Anteile enthalten.
Als weitere Anforderung kommt noch hinzu, daß die Motorauspuffgase bei Verbrennung eines Dieselkraftstoffs
mit Zündwilligkeitsverbesserer keine Bestandteile enthalten dürfen, die schädlicher, korrosiver
oder übelriechender sind, als dies bei normalen Auspuffgasen der Fall ist. Vielmehr wird sogar eine
Beeinflussung in Richtung auf saubere Verbrennung des Kraftstoffes im Motor gefordert werden.
Es ist nun eine naheliegende Vermutung, daß in einem Cetanverbesserer auf Basis Salpetersäureester
das »Gewichtsverhältnis« zwischen NO3-Gruppe und
dem organischen Rest möglichst groß gewählt werden sollte. Der Methylester der Salpetersäure müßte also
die relativ größte Cetanzahlerhöhung ergeben.
Der Salpetersäureester des Methylalkohols hat jedoch verschiedene Nachteile, die seiner Verwendung
als Cetanzahlverbesserer in der Praxis entgegenstehen. In der Literatur wird er wie folgt beschrieben:
Kp. 60° C, explodiert bei Erhitzen auf 150° C oder durch Schlag sehr heftig. Sinngemäß gilt ähnliches,
wenn auch in geringerem Ausmaß, für den Salpetersäureester des Äthanols. Erst die Salpetersäureester
des Isopropanols und besonders des Isoamylalkohols haben sich deshalb in der Praxis bewährt.
Es wurde nun gefunden, daß sich die Salpetersäureester von bicyclischen oder Acyclischen, einen 4-
oder 5-Ring enthaltenden Alkoholen ganz besonders gut als Cetanzahlverbesserer eignen.
Als erfindungsgemäß zu verwendende Salpetersäureester seien z. B. genannt: Norbornylnitrat, Isobornylnitrat,
Pinennitrat, 5,6-Cyclopenteno-2(3)-norbornylnitrat, Sjö-Cyclopentano^-norbornylnitrat.
Darüber hinaus jedoch sind die erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen den bisher vorge-Zündwilligkeitsverbesserer
für
Dieselkraftstoffe
Dieselkraftstoffe
Anmelder:
Badische Anilin- & Soda-Fabrik
Aktiengesellschaft, 6700 Ludwigshafen
Als Erfinder benannt:
Dr. Günther Nottes, 6700 Ludwigshafen;
Dr. Rolf Platz, 6800 Mannheim;
Dr. Hermann Küppers, 6900 Heidelberg
ao schlagenen Salpetersäureestern auch in ihrer Wärmestabilität überlegen. Die Wärmestabilität von als
Cetanzahlverbesserern beschriebenen Verbindungen ist bei erhöhten Temperaturen nicht mehr ausreichend,
wie sich aus den Flammpunkten ergibt. Wie aus der folgenden Tabelle 1 hervorgeht, so weisen die
erfindungsgemäß zu verwendenden Salpetersäureester die höchsten Flammpunkte auf.
Flammpunkte nach Abel—Pensky DIN 51755
und (über 55° C) nach Marcusson DIN 51584
und (über 55° C) nach Marcusson DIN 51584
Äthylnitrat verpufft im Tiegel
Glykoldinitrat explodiert im Tiegel
Isopropylnitrat 40° C
Tertiär Butylnitrat 35° C
Isoamylnitrat 51° C
Norbornylnitrat +840C
Isobornylnitrat +97° C
Pinennitrat +1030C
Dadurch ist die Lagerung der neuen Cetanzahlverbesserer und deren Versand in tropische Gebiete mit
einem geringeren Risiko verknüpft als bei den bisher verwandten Verbindungen mit niedrigerem Flammpunkt.
Die Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen ist bedeutend einfacher als die
der bisher als Cetanzahlverbesserer verwandten SaI-petersäureester.
Man kann nämlich bei der Herstellung der neuen Cetanzahlverbesserer wegen ihrer guten Wärmestabilität bei Temperaturen bis zu
709 720/415
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+55° C arbeiten, während die bisher angewandten Verbindungen infolge ihrer Labilität Synthesetemperaturen
unter 0° C erfordern und daher die technisch kostspielige Verwendung von Kühlsole zur Abführung
der Reaktionswärme notwendig machen.
Die Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Salpetersäureester, für die im Rahmen der
Erfindung kein Schutz beansprucht wird, kann im einzelnen wie folgt ausgeführt werden: Zur Herstellung
von Norbornylnitrat läßt man unter Feuchtigkeitsausschluß zu 188 Gewichtsteilen Norbornen in
50 Raumteilen Methylenchlorid innerhalb von 2 Stunden allmählich 180 Raumteile 64%ige Salpetersäure
zulaufen, wobei man für gute Durchmischung der Reaktionskomponenten sorgt. Die Temperatur
steigt auf etwa 40° C an. Nach beendeter Salpetersäurezugabe wird das Reaktionsgemisch noch
5 Stunden gerührt. Dann trennt man die wäßrige Phase ab, wäscht die organische Schicht zuerst mit
verdünnter Natronlauge, dann mit Wasser und destilliert sie unter vermindertem Druck. Der Vorlauf enthält
Methylenchlorid und unumgesetztes Norbornen, die Hauptfraktion Norbornylnitrat. Ausbeute:
269 Teile Norbornylnitrat, das sind 85,7% der Theorie.
Man kann Norbornylnitrat auch ohne Verwendung eines Lösungsmittels herstellen, wenn man Norbornen
über seinen Schmelzpunkt auf etwa 55° C erwärmt und bei dieser Temperatur mit der Salpetersäurezugabe
beginnt. Man muß dann nur für gute Durchmischung der Komponenten sorgen und die Reaktionstemperatur
allmählich auf 40 bis 45° C erniedrigen. 5 Stunden nach Beginn der Salpetersäurezugabe
haben sich bereits 80% des eingesetzten Norbornens zur Norbornylnitrat umgesetzt. Das nach
diesem Verfahren hergestellte Norbornylnitrat hat einen Siedepunkt von 87 bis 89° C bei 17 Torr.
Sjo-Cyclopenteno-norbornylnitrat wird folgendermaßen
erhalten:
Zu 132 Teilen Dicyclopentadien läßt man im Verlauf von 2 Stunden allmählich 140 Teile 64°/0iger Salpetersäure
zulaufen und sorgt gleichzeitig für gute Durchmischung der beiden Phasen. Die ursprünglich
farblose Suspension färbt sich bald dunkelbraun. Nachdem die gesamte Salpetersäure zugesetzt worden
ist, wird das Reaktionsgemisch noch 7 Stunden bei 25° C gerührt und dann in 300 Teile Wasser gegossen.
Man trennt die schwere organische Schicht ab, schüttelt die wäßrige Phase einmal mit Petroläther
aus, vereinigt die organischen Phasen, wäscht sie mit Sodalösung und anschließend mit Wasser. Man trocknet
die Petrolätherlösung über Magnesiumsulfat und destilliert das Lösungsmittel im Wasserstrahlvakuum
ab. Das verbleibende Öl siedet bei Kp.2 79 bis 82° C
Man erhält 158 Teile (81% der Theorie) 5,6-Cyclopenteno-2(3)-norbornyrnitrat
der Formel
Auf analoge Weise wird 5,6-Cyclopentano-2-norbornylnitrat
der Formel
O2NO
erhalten.
Für die Herstellung von Isobornylnitrat werden zu
Für die Herstellung von Isobornylnitrat werden zu
ίο einer Lösung von 136 Teilen Camphen in 150 Raumteilen
Methylenchlorid innerhalb einer Stunde allmählich 215 Raumteile 64%ige Salpetersäure zulaufen
gelassen. Die Temperatur steigt dabei von 20 auf 33° C. Zur Vervollständigung der Umsetzung
wird das Reaktionsgemisch noch 15 Stunden gerührt und wie für 5,6-Cyclopenteno-norbornylnitrat beschrieben
aufgearbeitet. Man erhält 142 Teile (71% der Theorie) Isobornylnitrat, das bei 57 bis 62° C/
0,4 Torr siedet.
In gleicher Weise kann auch Pinennitrat hergestellt werden.
B ei spiel
Ein Kreislauf-Gasöl (auch als recycle-Gasöl bezeichnet)
aus einer thermischen Crackanlage (Cokerprocess) zeigt eine Cetanzahl von 35. Durch den Zusatz
von Norbornylnitrat kann die Cetanzahl auf die aus Spalte 2 der nachstehenden Tabelle 2 ersichtlichen
Werte gesteigert werden. Zum Vergleich sind in Spalte 3 der Tabelle die Cetanzahlen angegeben,
die das gleiche recycle-Gasöl nach Zusatz von Isoamylnitrat
aufweisen.
| Zusatz | Norbomylnitrat | Isoamylnitrat | 37 | 36 |
| Gewichtsprozent | Cetanzahlen | 41 | 37 | |
| 0,1 | 43 | 40 | ||
| 0,2 | 44 | 42 | ||
| 0,3 | 47 | 43 | ||
| 0,4 | 50 | 45 | ||
| 0,5 | 60 | 49 | ||
| 0,6 | ||||
| 1 |
O2NO-I-
Ähnliche Ergebnisse werden erzielt, wenn man als Cetanzahlverbesserer 5,6-Cyclopenteno-norbornylnitrat,
S^-Cyclopentano^-norbornylnitrat, Isobornylnitrat
oder Pinennitrat verwendet.
Claims (2)
1. Verwendung von Salpetersäureestern von bicyclischen
oder tricyclischen, einen 4- oder 5-Ring enthaltenden Alkoholen als Zündwilligkeitsverbesserer
für Dieselkraftstoffe.
2. Verwendung von Salpetersäureestern gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Salpetersäureester
Norbornylnitrat ist.
709 720/415 1.68 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB88289A DE1259635B (de) | 1966-08-02 | 1966-08-02 | Zuendwilligkeitsverbesserer fuer Dieselkraftstoffe |
| GB3528367A GB1196167A (en) | 1966-08-02 | 1967-08-01 | Ignition Improvers for Diesel Fuels |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB88289A DE1259635B (de) | 1966-08-02 | 1966-08-02 | Zuendwilligkeitsverbesserer fuer Dieselkraftstoffe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1259635B true DE1259635B (de) | 1968-01-25 |
Family
ID=6984221
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1259635B (de) |
| GB (1) | GB1196167A (de) |
Families Citing this family (3)
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|---|---|---|---|---|
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| KR101035715B1 (ko) * | 2009-05-20 | 2011-05-19 | 한국화학연구원 | 바이사이클로헵탄계 화합물, 이를 포함하는 세탄가 향상제 및 이를 포함하는 연료유 |
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-
1966
- 1966-08-02 DE DEB88289A patent/DE1259635B/de active Pending
-
1967
- 1967-08-01 GB GB3528367A patent/GB1196167A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| GB1196167A (en) | 1970-06-24 |
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