DE1256233B - Vorrichtung zur Herstellung von organischen Duengemitteln oder Komposten - Google Patents

Vorrichtung zur Herstellung von organischen Duengemitteln oder Komposten

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DE1256233B
DE1256233B DEL42769A DEL0042769A DE1256233B DE 1256233 B DE1256233 B DE 1256233B DE L42769 A DEL42769 A DE L42769A DE L0042769 A DEL0042769 A DE L0042769A DE 1256233 B DE1256233 B DE 1256233B
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Description

  • Vorrichtung zur Herstellung von organischen Düngemitteln oder Komposten Die Erfindung hat eine Vorrichtung zur Herstellung von organischen Düngemitteln oder Komposten durch aerobe, bioloaische Umwandlung von organischen Abfallprodukten, insbesondere Müll, Exkremente, Garten- und Küchenabfälle od. dgl., bestehend aus einem Behälter, der durch wenigstens eine Trennwand in horizontal nebeneinander angeordnete Kammern unterteilt und mit Mitteln zur Durchführung einer Durchlüftung dieser Kammer versehen ist, zum Gegenstand.
  • Es sind Vorrichtungen zur Herstellung von organischen Düngemitteln oder Komposten bekannt, bei denen der durch Trennwände unterteilte Behälter aus einem horizontal oder vertikal drehbar gelagerten Rohr großen Durchmessers besteht, in dem die Ab- fallprodukte häufig unter Zuführung von Druckluft und Wasser zu Düngemitteln oder Kompost umgewandelt werden. Es handelt sich hierbei um große und teuere Anlagen, die nur in sehr dicht besiedelten Gebieten bzw. größeren Städten wirtschaftlich eingesetzt werden können.
  • Es sind weitere relativ große Verwertungsanlagen von organischen Abfallprodukten bekannt, die Behälter aufweisen, welche ebenfalls durch Trennwände in nebeneinanderliegende Kammern unterteilt sind, deren Böden schräg zur Horizontalen verlaufen und die jeweils Aufnahme- und Spoicherkannmern für die Abfallprodukte bilden. Die Mittel zum Durchführen der Ventilation dieser Kammern bestehen hier jedoch ebenfalls infolge des großen Kammervolumens aus Drucklufteinrichtungen. Außerdem sind häufig zusätzlich Wasserberieselungseinrichtungen vorgesehen. Diese bekannten Anla2en möoen zwar ihren Zweck bei der Umwandlung von sehr großen Mengen von organischen Abfallprodukten erfüllen, sie sind jedoch nicht für abgelegene Gehöfte, kleine Siedlungen u. dgl. geeignet.
  • Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine relativ preiswerte Vorrichtung zur aeroben, biologischen Umwandlung von organischen Abfallprodukten zu Düngemitteln oder Komposten zu schaffen, die ohne Anwendung mechanischer Hilfsmittel, von Druckluft oder einer Wasserberieselung arbeitet, und besonders für einzelstehende Häuser, Gehöfte oder sehr kleine Gemeinden geeignet ist, in denen keine Kanalisations- und Reinigungsanlage vorhanden ist und wo arößere Müllverwertungsanlagen unrentabel wären.
  • Nach der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die durch eine oder mehrere senkrechte oder etwa senkrechte, mit öffnungen versehene Trennwände unterteilten Kammern wenigstens eine Aufnahmekammer und eine Speicherkammer bilden, die über in den unteren Teilen der Trennwände vorgesehene Durchflußöffnungen für die umzuwandelnden Abfälle miteinander in Verbindung stehen, wobei der allen Kammern gemeinsame Boden wenigstens entlang des größten Teils seiner Länge schräg zur Horizontalen angeordnet ist und die Speicherkammer sich in jenem Ende des Behälters befindet, in dem der Boden des Behälters am tiefsten liegt, die Durchflußöffnungen von solcher Größe sind und der Boden des Behälters eine solche Neigung zur Horizontalen besitzt, daß sich die Abfallprodukte ausschließlich unter Einwirkung der Schwerkraft von der Aufnahmekammer oder den Aufnahmekammern zur Speicherkammer derart allmählich herabbewegen, daß die Abfallprodukte beim Erreichen der Speicherkammer im wesentlichen zu Kompost umgewandelt sind. Eine solche Vorrichtung ist verhältnismäßig preiswert herstellbar und besonders vorteilhaft zur Verwertung der organischen Abfallprodukte in abgelegenen Gehöften, einzelstehenden Häusern, Kleinsiedlungen, Einödshöfen und sehr kleinen Gemeinden einsetzbar, die sich eine Kanalisations- und Abwasserklär- oder Reinigungsanlage aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten können. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ferner jegliche mechanische Einwirkung auf die Abfallprodukte sowie deren Behandlung durch Druckluft oder Berieselung mit Wasser oder chemischen Stoffen vermieden. Die aerobe, biologische Umwandlung der organischen Abfälle führt daher zu einem erstklassigen Kompost oder Dünger.
  • Entsprechend der gewünschten Kapazität der Vorrichtune läßt diese sich in kleineren wie auch in größerer Einheiten bauen, die direkt an die Stellen oder Gebäudeteile angeschlossen werden können, an oder in denen die Abfälle anfallen. Damit kann die Vor-richtung z. B. in Wohnhäusern oder Nebengebäuden verwendet werden und als Klosett, Müllbehälter sowie als Sammel- und Speicherplatz für die umgewandelten Abfallprodukte dienen.
  • Weil Wasser nicht als Transportmittel für die Ab- fallprodukte verwendet wird, und weil es nicht zweckmäßia ist, den Feuchtiorkeitsgehalt über den natürliehen Gehalt, zu erhöhen, wird die Vorrichtung nicht an Wasser- oder Abwässerleitun-en anaeschlossen. Ferner ist die Vorrichtung mit dichten Seitenwandunuen und mit einem dichten Boden versehen, wodurch eine Verseuchung des umliegenden Erdbodens vollständic, vermieden wird. Die Ventilation, die zur Gewährleistung der gewünschten Umwandlung und für eine absolute Geruchsfreiheit erforderlich ist, wird nach der Erfindung mit Hilfe von entsprechenden Ventilationsdurchflußöffnungen erzielt, wobei der Luftdurchfluß durch diese Öffnungen durch die Wärme beschleunigt wird, die während des Umwandlungsprozesses erzeugt wird.
  • Auf Grund der Tatsache, daß die Vorrichtung vollständia unabhänoio, von Transportvorrichtungen und C -- anderen Hilfseinrichtungen arbeitet, sind die einzig anfallenden Kosten die Kosten für die Erstellung der Anlage. die ganz unwesentlich im Vergleich zu den Kosten sind, die bei bekannten Einrichtungen zur Verarbeitung von Abfallprodukten entstehen. Vom sanitären Standpunkt aus ist die Vorrichtung mit hochleistungsfähigen ReinigungsanIagen, die an dichte Abwässerrohrrietze anaeschlossen sind, vergleichbar.
  • Die Vorrichtung kann auch in solchen Fällen eingesetzt werden, in denen die bereits vorhandenen Abwässernetze nicht an leistungsfähige Reinigungsanlagen angeschlossen oder undicht sind, so daß eine Verschmutzung des Erdbodens eintritt. Ferner ist die Vorrichtung in allen Fällen anwendbar, in denen beim 1 .ransport und zur Beseitigung von Abfällen, Müll und Exkrementen praktische oder wirtschaftliche Schwierigkeiten auftreten. Schwierigkeiten der letzteren Art ergeben sich in verschiedenen Zusammenhänaen, z.B. bei verschiedenen Arten von Lager-e plbtzen usw. Schließlich ist darauf hinzuweisen, daß auf Grund der Tatsache, daß die Vorrichtung ohne künstliche Hilfsmittel arbeitet, ein wesentlicher Vorteil darin liegt, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung als Reserve für bereits vorhandene Anlaaen verwendbar ist.
  • Der Behälter. der einen Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung darstellt. besteht aus einem dichten, widerstandsfähi-en Material, z. B. Beton oder einem anderen geeigneten Material. Ein beträchtlicher Teil dieses Materials liegt unterhalb der Erdoberfläche in einem festen und entwässerten Bett. Wenn der Behälter mit einem Gebäude verbunden ist, wird er zweckmäßigerweise in der Nähe einer Außenmauer des Gebäudes und teilweise unterhalb des Fußbodens des Gebäudes voraesehen. Wird die Vorrichtung an Wohnhäusern oder Nebengebäuden errichtet, so weist sie zweckmäßigerweise zwei Aufnahmekammern auf, deren eine am höchsten Pegel angeordnet mit einem Spülbecken, einem Klosettbecken od. dgl. verbunden ist. Infolgedessen dient diese Kammer als Aufnahmebehälter von Exkrementen. Die andere Aufnahmekammer, die zwischen der Kammer für die Exkremente und der Speicherkammer liegt, bildet eine Kammer für den Müll, in der Abfälle aus Küchen und Gärten wie auch or-anische Abfälle gesammelt werden. Natürlich ist es nicht zulässig, in diese Vorrichtung Abfälle solcher Art zu geben, die nicht in Kompost umgewandelt werden können, z. B. Gegenstände aus Glas, Metall, synthetischem Harz, Kunststoffen u. dgl.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung der Erfindum, wird im folgenden in Verbindung mit der Zeiclinuno, näher erläutert.
  • F i g. 1, zeigt eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung nach der Erfindung, die mit der Toilette eines Hauses verbunden ist; F i g. 2 ist eine perspektivische Schnittdarstellung in -rößerem Maßstab. der Einzelheiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach F i g. 1 zu entnehmen sind, und F i g. 3 ist ein Längsschnitt durch die Vorrichtung nach den F i g. ]- und 2.
  • Die in den Zeichnungen dargestellte Vorrichtung zeigt einen länglichen Behälter 1, der mit senkrechten Seitenwänden versehen und durch zwei ebenfalls senkrechte Trennwände 5 und 6 in drei Kammern 2, 3 und 4 unterteilt ist. Der größere Teil des Bodens des Behälters ist etwa 15' ge- nüber der horizontalen .e Ebene geneigt. Die drei Kammern bestehen aus einer Aufnahme- oder Exkrementkammer 2, einer Müllkammer 3 und einer Speicherkammer 4. Jede der Kammern weist eine Abdeckung 7, 8 und 9 auf. Wie sich aus den Zeichnungen ergibt, liegt ein Teil des Behälters unterhalb der Erdoberfläche. Der Behälter ist in solcher Weise anaeordnet, daß die Aufnahmekammer 2, die die am höchsten gelegene Kammer darstellt, unter einen selbsttragenden Teil des Fußbodens 10 eines Toilettenraumes reicht. Ein senkrechtes Rohr 12 führt durch den Fußboden und ist am unteren Ende mit einer Öffnung 11 in der Ab- deckung 7 der Aufnahmekammer und mit dem oberen Ende am unteren Teil einer Klosettschüssel 13 verbunden. Nach dem dargestellten Ausführungsbeispiel nach der Erfindung weist die Schüssel eine konische Form auf und besteht z. B. aus keramischem Material. Die Schüssel ist am oberen schmalen Ende mit einem Sitz und einem Deckel versehen, während am unteren breiteren Ende ein seitlicher Tragflansch vorgesehen ist. Die Abdeckun- 8 der Müllkammer 3 besitzt eine öffnun- 14 zum Einfüllen von Müll und einen Dekkel 15, der diese Öffnung normalerweise abschließt. Damit der Inhalt der Speicherkammer 4 einfach zugänglich ist, kann die ganze Abdeckung 9 geöffnet, z. B. hochgeschwenkt oder angehoben werden.
  • Die Trennwände 5 und 6, die durch die gesamte Breite des Behälters reichen, weisen mit ihren unteren Kanten vom Boden des Behälters einen Abstand auf, so daß zwei Querdurchflußöffnungen ausgebildet werden, durch die der Abfall nacheinander in die Speicherkammer wandert. Um einerseits eine aerobe Umwandlung der Abfallprodukte zu gewährleisten, so daß das der Speicherkammer 4 zugeführte Material weitgehend in Kompost umgewandelt worden ist, und um andererseits eine Ventilation der Vorrichtung zu erzielen, die eine unerwünschte Geruchsbildung beseitigt, sind ein oder mehrere Lufteinlaßöffnungen 16, die in der äußeren Wandung der Speicherrkammer angeordnet sind, und Luftdurchflußöffnungen 17 in den Trennwänden 5 und 6 vorgesehen. Zusätzlich hierzu ist ein Luftauslaß 18 vom höchsten Punkt der Aufnahmekammer 2 durch den Toileitenraum -eführt und oberhalb des Daches im Gebäude mit einer Öffnung versehen. Die Lufteinlaßöffnungen 16 und der Luftauslaß 18 weisen jeweils ein feinmaschiges Netz auf, das verhindert. daß Insekten oder andere Tiere in das Innere der Vorrichtung gelangen. Darüber hinaus sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel im unteren Teil der Müllkammer mehrere nach unten offene U-förmige Kanäle 19 vorgesehen. Diese Kanäle, deren Enden in Öffnungen in den Trennwänden 5 und 6 befestigt sind, verlaufen im wesentlichen parallel zum Boden des Behälters und in Längsrichtung zu letzterem. Sie gewährleisten, daß eine größere Luftmenge den Abfällen zugeführt wird, die im unteren Teil der Müllkammer liegen. Dies ist von besonderer Bedeutung bei Vorrichtungen, die hohe Müllkammern aufweisen, da die Abfälle dann verhältnismäßig stark zusammengepreßt werden, so daß die Müllkammer wie auch die Aufnahmekammer nicht mehr ausreichend mit Luft versorgt werden, wenn diese Kanäle nicht vorgesehen sind.
  • Wie bereits oben erwähnt, werden keine chemischen Substanzen, wie z. B. Chlorkalk od. dgl., in die Vorrichtung eingeführt, da derartige Substanzen die .7 Bakterien, die für die aerobe Umwandlung erforderlich sind, abtöten. Es wird auch kein Wasser in den Behälter eingeführt. Es wurde festgestellt, daß der normalerweise in den Abfällen vorhandene Feuchtigkeitsgehalt für den Ablauf des Umwandlungsvorganges ausreicht. Der Abfall, der den höchsten Feuchtegehalt aufweist, ist der. der in die Aufnahmekammer eingeführt wird. Urin, der den wesentlichen Flüssigkeitsteil der Abfälle darstellt, wird auf die Trockenabfallmasse in der Müllkammer verteilt und absorbiert. Deshalb ist keine freie Flüssigkeit in der Speicherkammer vorhanden.
  • Die reichhaltige Bakterienflora, die sich in der Mischung von Exkrementen und Müll entwickelt, er-C aibt eine äußerst rasche Umwandlung der Masse in Kompost, die wesentlich schneller vor sich geht, als wenn Müll allein in den Behälter eingefüllt wird. Die Kompostierung erfolgt zum größten Teil in der Müllkammer. Wenn die Vorrichtung angelegt wird, müssen verschiedene Bedingungen beachtet werden, auf die weiter unten eingegangen wird.
  • Das Volumen der Exkremente stellt einen verhältnismäßia kleinen Teil des gesamten Abfallvolumens eines Haushaltes dar. Um die Luftdurchflußöffnungen zwischen der Aufnahmekammer und der Müllkammer freizuhalten, ist die erstere Kammer so groß, daß normalerweise ihr Inhalt nur einen kleinen Teil der Höhe der Kammer einnimmt.
  • In einem Behälter der in den Zeichnungen dargestellten Art, d. h. in einem Behälter für einen normalen Haushalt, kann die Länge der Aufnahmekammer so gewählt werden, daß die Kammer einfach mit dem Gebäude verbunden wird. Die innere Breite des Behälters kann in der Größenordnung von 1 m liegen. Die Abmessungen beziehen sich hierbei auf einen Behälter der kleinsten zweckmäßigen Größe.
  • Die Oberkante der Müllkammer kann in einem solchen Abstand von der Erdoberfläche angeordnet werden, daß das Innere der Kammer einfach zugänglich ist. Falls erwünscht, kann diese Kammer an eine Leitung angeschlossen werden, die zum Gehäuse führt und als Müllschacht dient. Das Volumen der Müllkammer soll wesentlich größer sein als das der Aufnahmekammer. Das minimale Volumen der Müllkammer liegt bei etwa 1,5 m3. Die Abmessungen der Kammer können verändert werden, die wesentlichste Forderung ist die nach einer guten Luftzufuhr zur Abfallmasse. Wenn die Müllkammer hoch und im wesentlichen gefüllt ist, wird ein zu hoher Druck in der Müllmasse und eine ungenügende Luftzufuhr dadurch vermieden, daß nach unten offene U-förmige Kanäle in die Kammer so eingesetzt werden, daß sie eine gitterförmige Anordnung bilden, die etwa parallel zum Boden oder etwas weniger geneigt als der Boden des Behälters verläuft. Eine derartige Konstruktion ist in den Zeichnungen dargestellt. Zweckmäßigerweise übersteigt die innere Höhe und Breite der Kanäle 5 cm nicht, und ihr Abstand liegt bei etwa 15 cm. Wenn die obere Begrenzung der Exkremente die Kanalöffnungen in der Kammer erreicht, werden Ab- schirmungen vorgesehen, so daß keine Verstopfung auftreten kann.
  • Die Speicherkammer ist so geformt, daß der Inhalt eine Schicht von verhältnismäßig geringer Tiefe und großer Oberfläche, die mit Luft in Berührung kommt, aufweist. Außerdem ist das Volumen der Kammer in der Regel so groß, daß die Kammer Abfälle während einer ausreichend großen Zeitperiode, z. B. über ein Jahr, aufnehmen kann. Um ein Entfernen des Inhaltes der Kammer zu erleichtern, beträgt die Länge wenigstens 1,5 m.
  • Die Luftdurchflußöffnungen in den Trennwänden sind über die gesamten Oberflächen der Trennwände verteilt. Die oberen Durchflußöffnungen sind verhältnismäßig groß, so daß eine ausreichende Luftzirkulation im Behälter und eine Ventilation der oberen Schichten der Abfälle ermöglicht wird. Andererseits ist die Länge der Durchflußöffnungen nicht größer. als erforderlich ist, um ein Hindurchfallen der Abfälle zu verhindern. Die Trennwände können aus perforierten Platten oder Gittern bestehen. Die Trennwand zwischen der Aufnahmekammer und der Müllkammer reicht so weit über den Boden des Behälters, daß der Müll nicht zuviel von dem Raum der Aufnahmekammer einnimmt. Andererseits muß eine gewisse Mischung der verschiedenen Arten der Abfälle erreicht werden. was einen vorteilhaften Einfluß auf die Feuchtigkeitsverteilung, die Porosität und die Luftzufuhr ausübt.
  • Die Trennwand zwischen der Müllkammer und der Speicherkammer hat die Aufgabe, nicht kompostierte Abfälle in der oberen Schicht der Müllkammer daran zu hindern, daß sie auf die kompostierten Abfälle in der Speicherkammer fallen. Die Öffnungen am Boden erhalten eine solche Höhe, daß nur die Abfälle, die zu Kompost umgewandelt sind, in die Speicherkammer gelangen können. In einem Behälter, der in den Zeichnungen dargestellt ist, kann die Höhe der Öffnungen etwa 30 cm betragen. Die Höhe soll ebenfalls dem Volumen und der Höhe der Abfälle in der Müllkammer wie auch der Länge der Speicherkammer angepaßt sein.
  • Die Ventilation der Abfallmassen ist von wesentlicher Bedeutung für die gewünschte Umwandlung und Kompostierung und bestimmt in hohem Maße die Anlage und Größe des Behälters und der Kammer. Wie bereits erwähnt, muß dafür Sorge getragen werden, daß die in Berührung mit der durch die Vorrichtung strömenden Luft kommende Fläche der Exkremente, des Mülls und der sonstigen Abfälle sowie des Kompostes ausreichend groß ist. Dies ist gegeben, wenn die Kammern so bemessen werden, daß ihr Inhalt Schichten von verhältnismäßig geringer Tiefe und einer großen Oberfläche bildet. Dieser Zustand ist besonders kritisch, soweit es die Aufnahme- und Speicherkammer betrifft. Falls erwünscht, kann die Müllkammer verhältnismäßig kurz und hoch sein, da die Ventilation des Inhaltes durch die Luftdurchflußöffnungen in den Trennwänden und durch Luftkanäle, falls solche vorhanden sind. unterstützt wird.
  • Auf Grund der in den Abfällen erzeugten Wärme wird die Luft im Behälter aus den auf niedriger Höhe lie(yenden Lufteinlaßöffnungen in der Speicherkammer zum Luftauslaß im oberen Teil des Behälters geführt. Die Luftströmung wird ferner dadurch verbessert, daß die Abdeckungen der Kammer, wie bereits oben beschrieben, geneigt sind.
  • Wenn Teile der Kammerwandungen und der Ab- deckungen aus wärmehaltendem Material bestehen. wird die Erwärmung des Inhaltes auf Grund der Sonnenbestrahlung erhöht, so daß der Umwandlungsvorgang beschleunigt wird.
  • In einem für kontinuierlichen Betrieb angelegten Behälter steigt der Inhalt der Müllkammer nach bestimmter Zeit', z. B. einigen Monaten, auf eine Höhe an. die ziemlich weit über dem Boden liegt, bleibt dann aber auf dieser Höhe nahezu konstant.
  • Auf Grund der Neigung des Bodens des Behälters bewegen sich bereits kompostierte Abfälle kontinuierlich in die Speicherkammer, wenn den Aufnahme-und Müllkammern weitere Abfälle zugeführt werden. Während dieses Zuführens sacken die darunterliegenden Schichten zusammen und kompostieren. Bei diesem Vorgang nimmt das Volumen der Abfälle bis auf einen Bruchteil des ursprünglichen Volumens ab, woraus sich ergibt, daß die Verschiebung in der Bodenschicht langsam vor sich geht. Wenn die Höhe der Abfälle in der Müllkammer groß ist, wird das Material im übrigen unabhängig von der Größe der Bodenneigung durch die öffnung heraus in die Speicherkammer gedrückt. Wenn die Bodenneigung je- doch zu gering ist, tritt schließlich ein Gleichgewichtszustand ein. Eine zu große Neigung bewirkt, daß nicht ausreichend kompostierte Abfälle in die Speicherkammer gelangen und im unteren Teil gesammelt werden, wo sie nacheinander eine tiefe Schicht bilden, deren Bodenteil aus den ältesten Abfällen besteht. Offensichtlich ist es dann sehr schwierig, diesen Teil zu entfernen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß der Feuchtecehalt leicht zu hoch und die Konzentration von Sauerstoff zu niedrig wird, so daß anaerobe Vorgänge in der Grundschicht vor sich gehen.
  • Versuche haben gezeigt, daß die Neigung des Bodens innerhalb verhältnismäßig enger Grenzen zu wählen ist. Die Neigung soll zwischen 1: 4 und 1: 3 (entsprechend 14 und 18,51) betragen. Bereits kleinere Abweichungen von diesen Werten ergeben eine nachteilige Kompostierung.
  • Die Neigung des Bodens des Behälters braucht in Längsrichtung nicht konstant zu sein, und es ist auch nicht erforderlich, daß der Boden geradlinig verläuft. Das Profil kann auch gewölbt oder abgestuft sein. Nach einem Ausführungsbeispiel kann der obere Teil eine Neigung von 1 : 3, der mittlere Teil eine Neigung von 1: 3,5 und der untere Teil eine Neigung von 1: 4 aufweisen. Wenn eine Abstufung vorgesehen wird, Können die Stufen unterhalb der Trennwände geradlinig ausgebildet werden, und die Neigungen der verschiedenen Stufenteile können gleich oder ungleich sein.
  • Wenn die Gesamtlänge des Behälters etwa 3,5 m und die Neigung etwa 16' beträgt, ist die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Teil des Bodens etwa 1 in. Die Tiefe der Aufnahmekammer beträgt dann wenigstens 1 bis 1,5 m.
  • Wie in den Zeichnungen dargestellt, kann der Behälter durch ebene Flächen gebildet werden. Jedoch kann er nach einer anderen Ausführungsform auch vollständig oder teilweise aus zylindrischen Rohrelemenien bestehen. Ferner ist es möglich, ihn aus einem Stück herzustellen, z. B. durch Vergießen oder in dem vorgefertigte Teile miteinander verbunden werden, die Änderungen in der Form wie auch in der Größe ermöglichen.
  • In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind drei Kammern gezeigt, es können jedoch auch mehr Kammern vorgesehen werden. Wenn nur zwei Kammern verwendet werden, bildet eine von ihnen die Aufnahmekammer und die andere die Speicherkammer. Dieses Ausführungsbeispiel ist von besonderem Wert, wenn die Exkremente von Tieren stammen, so daß eine Geruchsfreiheit nicht erforderlich ist.

Claims (2)

  1. Patentansprüche-1. Vorrichtung zur Herstellung von organischen Düngemitteln oder Komposten durch aerobe, biologische Umwandlung von organischen Abfallprodukten, insbesondere Müll, Exkremente, Garten- und Küchenabfälle od. dgl., bestehend aus einem Behälter, der durch wenigstens eine Trennwand in horizontal nebeneinander angeordnete Kammern unterteilt und mit Mitteln zur Durchführung einer Durchlüftung dieser Kammer versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die durch eine oder mehrere senkrechte oder etwa senkrechte, mit öffnungen versehene Trennwände (5, 6) unterteilten Kammern wenigstens eine Aufnahmekammer (2, 3) und eine Speicherkammer (4) bilden, die über in den unteren Teilen der Trennwände vorgesehene Durchflußöffnungen für die umzuwandelnden Stoffe miteinander in Verbindung stehen, wobei der allen Kammern (2, 3 und 4) gemeinsame Boden wenigstens entlang des größten Teiles seiner Länge schräg zur Horizontalen angeordnet ist, und die Speicherkammer (4) sich in jenem Ende des Behälters (1) befindet, in dem der Boden des Behälters am tiefsten liegt, die Durchflußöffnungen von solcher Größe sind und der Boden des Behälters eine solche Neigung zur Horizontalen besitzt, daß sich die Abfallprodukte ausschließlich unter Einwirkung der Schwerkraft von der Aufnahmekammer oder den Aufnahmekammern zur Speicherkammer derart allmählich herabbewegen, daß beim Erreichen der Speicherkammer die Abfallprodukte im wesentlichen zu Kompost umgewandelt sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchflußöffnungen in den Trennwänden (5, 6) in der Nähe des Behälterbodens angeordnet und vorzugsweise als Querschlitze ausgebildet sind. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälterboden in einem Winkel von 10 bis 25', vorzugsweise 14 bis 18,5'. gegenüber der Horizontalen geneigt angeordnet st. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmekammer oder die Aufnahmekammern (2, 3) und die Speicherkammer (4) in bekannter Weise Ab- deckungen (7, 8, 9) aufweisen, die zum Einfüllen und Entfernen der Abfallstoffe und des Kompostes abnehmbar angeordnet oder mit Öffnungen (11, 15) versehen sind. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Aufnahmekammern (2, 3) vorgesehen sind, wobei die eine eine Exkrementekammer (2) und die andere eine Müllkammer (3) bildet, und daß die Müllkammer zwischen der Exkrementekammer (2) und der Speicherkammer (4) angeordnet ist. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Durchführung der Durchlüftung der Kammern aus Lufteinlaßöffnungen (16) in der äußeren Wandung der Speicherkammer (4), aus Luftdurchflußöffnungen (17) in den Trennwänden (5, 6) und aus einem Luftauslaß (18) an der höchsten Stelle des Behälters (1) bestehen. 7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Durchlüftungsmittel für die Kammern zusätzlich auch nach unten offene, vorzugsweise U-förmige Kanäle (19) vorgesehen sind, die etwa parallel zum Behälterboden verlaufen und sich über den unteren Teil wenigstens einer Behälterkammer erstrecken. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälterboden mehrere etwa senkrechte Stufen aufweist. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 805 044, 700 737, 673 066, 656 036, 655 901, 546 074, 1080 576; deutsche Auslegeschrift Nr. 1033 684; schweizerische Patentschriften Nr. 261377, 260 587, 263 293, 200 686, 194 765; USA.-Patentschrift Nr. 2 954 285.
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