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Vorrichtung zur Herstellung von organischen Düngemitteln oder Komposten
Die Erfindung hat eine Vorrichtung zur Herstellung von organischen Düngemitteln
oder Komposten durch aerobe, bioloaische Umwandlung von organischen Abfallprodukten,
insbesondere Müll, Exkremente, Garten- und Küchenabfälle od. dgl., bestehend aus
einem Behälter, der durch wenigstens eine Trennwand in horizontal nebeneinander
angeordnete Kammern unterteilt und mit Mitteln zur Durchführung einer Durchlüftung
dieser Kammer versehen ist, zum Gegenstand.
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Es sind Vorrichtungen zur Herstellung von organischen Düngemitteln
oder Komposten bekannt, bei denen der durch Trennwände unterteilte Behälter aus
einem horizontal oder vertikal drehbar gelagerten Rohr großen Durchmessers besteht,
in dem die Ab-
fallprodukte häufig unter Zuführung von Druckluft und Wasser
zu Düngemitteln oder Kompost umgewandelt werden. Es handelt sich hierbei um große
und teuere Anlagen, die nur in sehr dicht besiedelten Gebieten bzw. größeren Städten
wirtschaftlich eingesetzt werden können.
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Es sind weitere relativ große Verwertungsanlagen von organischen Abfallprodukten
bekannt, die Behälter aufweisen, welche ebenfalls durch Trennwände in nebeneinanderliegende
Kammern unterteilt sind, deren Böden schräg zur Horizontalen verlaufen und die jeweils
Aufnahme- und Spoicherkannmern für die Abfallprodukte bilden. Die Mittel zum Durchführen
der Ventilation dieser Kammern bestehen hier jedoch ebenfalls infolge des großen
Kammervolumens aus Drucklufteinrichtungen. Außerdem sind häufig zusätzlich Wasserberieselungseinrichtungen
vorgesehen. Diese bekannten Anla2en möoen zwar ihren Zweck bei der Umwandlung von
sehr großen Mengen von organischen Abfallprodukten erfüllen, sie sind jedoch nicht
für abgelegene Gehöfte, kleine Siedlungen u. dgl. geeignet.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine relativ preiswerte
Vorrichtung zur aeroben, biologischen Umwandlung von organischen Abfallprodukten
zu Düngemitteln oder Komposten zu schaffen, die ohne Anwendung mechanischer Hilfsmittel,
von Druckluft oder einer Wasserberieselung arbeitet, und besonders für einzelstehende
Häuser, Gehöfte oder sehr kleine Gemeinden geeignet ist, in denen keine Kanalisations-
und Reinigungsanlage vorhanden ist und wo arößere Müllverwertungsanlagen unrentabel
wären.
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Nach der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die durch
eine oder mehrere senkrechte oder etwa senkrechte, mit öffnungen versehene Trennwände
unterteilten Kammern wenigstens eine Aufnahmekammer und eine Speicherkammer bilden,
die über in den unteren Teilen der Trennwände vorgesehene Durchflußöffnungen für
die umzuwandelnden Abfälle miteinander in Verbindung stehen, wobei der allen Kammern
gemeinsame Boden wenigstens entlang des größten Teils seiner Länge schräg zur Horizontalen
angeordnet ist und die Speicherkammer sich in jenem Ende des Behälters befindet,
in dem der Boden des Behälters am tiefsten liegt, die Durchflußöffnungen von solcher
Größe sind und der Boden des Behälters eine solche Neigung zur Horizontalen besitzt,
daß sich die Abfallprodukte ausschließlich unter Einwirkung der Schwerkraft von
der Aufnahmekammer oder den Aufnahmekammern zur Speicherkammer derart allmählich
herabbewegen, daß die Abfallprodukte beim Erreichen der Speicherkammer im wesentlichen
zu Kompost umgewandelt sind. Eine solche Vorrichtung ist verhältnismäßig preiswert
herstellbar und besonders vorteilhaft zur Verwertung der organischen Abfallprodukte
in abgelegenen Gehöften, einzelstehenden Häusern, Kleinsiedlungen, Einödshöfen und
sehr kleinen Gemeinden einsetzbar, die sich eine Kanalisations- und Abwasserklär-
oder Reinigungsanlage aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten können. Bei der
erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ferner jegliche mechanische Einwirkung auf die
Abfallprodukte sowie deren Behandlung durch Druckluft oder Berieselung mit Wasser
oder chemischen Stoffen vermieden. Die aerobe, biologische
Umwandlung
der organischen Abfälle führt daher zu einem erstklassigen Kompost oder Dünger.
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Entsprechend der gewünschten Kapazität der Vorrichtune läßt diese
sich in kleineren wie auch in größerer Einheiten bauen, die direkt an die
Stellen oder Gebäudeteile angeschlossen werden können, an oder in denen die Abfälle
anfallen. Damit kann die Vor-richtung z. B. in Wohnhäusern oder Nebengebäuden
verwendet werden und als Klosett, Müllbehälter sowie als Sammel- und Speicherplatz
für die umgewandelten Abfallprodukte dienen.
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Weil Wasser nicht als Transportmittel für die Ab-
fallprodukte
verwendet wird, und weil es nicht zweckmäßia ist, den Feuchtiorkeitsgehalt über
den natürliehen Gehalt, zu erhöhen, wird die Vorrichtung nicht an Wasser- oder Abwässerleitun-en
anaeschlossen. Ferner ist die Vorrichtung mit dichten Seitenwandunuen und mit einem
dichten Boden versehen, wodurch eine Verseuchung des umliegenden Erdbodens vollständic,
vermieden wird. Die Ventilation, die zur Gewährleistung der gewünschten Umwandlung
und für eine absolute Geruchsfreiheit erforderlich ist, wird nach der Erfindung
mit Hilfe von entsprechenden Ventilationsdurchflußöffnungen erzielt, wobei der Luftdurchfluß
durch diese Öffnungen durch die Wärme beschleunigt wird, die während des Umwandlungsprozesses
erzeugt wird.
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Auf Grund der Tatsache, daß die Vorrichtung vollständia unabhänoio,
von Transportvorrichtungen und C --
anderen Hilfseinrichtungen arbeitet, sind
die einzig anfallenden Kosten die Kosten für die Erstellung der Anlage. die
ganz unwesentlich im Vergleich zu den Kosten sind, die bei bekannten Einrichtungen
zur Verarbeitung von Abfallprodukten entstehen. Vom sanitären Standpunkt aus ist
die Vorrichtung mit hochleistungsfähigen ReinigungsanIagen, die an dichte Abwässerrohrrietze
anaeschlossen sind, vergleichbar.
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Die Vorrichtung kann auch in solchen Fällen eingesetzt werden, in
denen die bereits vorhandenen Abwässernetze nicht an leistungsfähige Reinigungsanlagen
angeschlossen oder undicht sind, so daß eine Verschmutzung des Erdbodens eintritt.
Ferner ist die Vorrichtung in allen Fällen anwendbar, in denen beim 1 .ransport
und zur Beseitigung von Abfällen, Müll und Exkrementen praktische oder wirtschaftliche
Schwierigkeiten auftreten. Schwierigkeiten der letzteren Art ergeben sich in verschiedenen
Zusammenhänaen, z.B. bei verschiedenen Arten von Lager-e
plbtzen usw. Schließlich
ist darauf hinzuweisen, daß auf Grund der Tatsache, daß die Vorrichtung ohne künstliche
Hilfsmittel arbeitet, ein wesentlicher Vorteil darin liegt, daß die erfindungsgemäße
Vorrichtung als Reserve für bereits vorhandene Anlaaen verwendbar ist.
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Der Behälter. der einen Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung darstellt.
besteht aus einem dichten, widerstandsfähi-en Material, z. B. Beton oder einem anderen
geeigneten Material. Ein beträchtlicher Teil dieses Materials liegt unterhalb der
Erdoberfläche in einem festen und entwässerten Bett. Wenn der Behälter mit einem
Gebäude verbunden ist, wird er zweckmäßigerweise in der Nähe einer Außenmauer des
Gebäudes und teilweise unterhalb des Fußbodens des Gebäudes voraesehen. Wird die
Vorrichtung an Wohnhäusern oder Nebengebäuden errichtet, so weist sie zweckmäßigerweise
zwei Aufnahmekammern auf, deren eine am höchsten Pegel angeordnet mit einem Spülbecken,
einem Klosettbecken od. dgl. verbunden ist. Infolgedessen dient diese Kammer als
Aufnahmebehälter von Exkrementen. Die andere Aufnahmekammer, die zwischen der Kammer
für die Exkremente und der Speicherkammer liegt, bildet eine Kammer für den Müll,
in der Abfälle aus Küchen und Gärten wie auch or-anische Abfälle gesammelt werden.
Natürlich ist es nicht zulässig, in diese Vorrichtung Abfälle solcher Art zu geben,
die nicht in Kompost umgewandelt werden können, z. B. Gegenstände aus Glas, Metall,
synthetischem Harz, Kunststoffen u. dgl.
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Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung der Erfindum, wird im folgenden
in Verbindung mit der Zeiclinuno, näher erläutert.
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F i g. 1, zeigt eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung
nach der Erfindung, die mit der Toilette eines Hauses verbunden ist; F i
g. 2 ist eine perspektivische Schnittdarstellung in -rößerem Maßstab. der
Einzelheiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach F i g. 1 zu entnehmen
sind, und F i g. 3 ist ein Längsschnitt durch die Vorrichtung nach den F
i g. ]- und 2.
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Die in den Zeichnungen dargestellte Vorrichtung zeigt einen länglichen
Behälter 1, der mit senkrechten Seitenwänden versehen und durch zwei ebenfalls
senkrechte Trennwände 5 und 6 in drei Kammern 2, 3 und 4 unterteilt
ist. Der größere Teil des Bodens des Behälters ist etwa 15' ge- nüber der
horizontalen .e Ebene geneigt. Die drei Kammern bestehen aus einer Aufnahme- oder
Exkrementkammer 2, einer Müllkammer 3 und einer Speicherkammer 4. Jede der
Kammern weist eine Abdeckung 7, 8 und 9 auf. Wie sich aus den Zeichnungen
ergibt, liegt ein Teil des Behälters unterhalb der Erdoberfläche. Der Behälter ist
in solcher Weise anaeordnet, daß die Aufnahmekammer 2, die die am höchsten gelegene
Kammer darstellt, unter einen selbsttragenden Teil des Fußbodens 10 eines
Toilettenraumes reicht. Ein senkrechtes Rohr 12 führt durch den Fußboden und ist
am unteren Ende mit einer Öffnung 11 in der Ab-
deckung 7 der
Aufnahmekammer und mit dem oberen Ende am unteren Teil einer Klosettschüssel
13 verbunden. Nach dem dargestellten Ausführungsbeispiel nach der Erfindung
weist die Schüssel eine konische Form auf und besteht z. B. aus keramischem Material.
Die Schüssel ist am oberen schmalen Ende mit einem Sitz und einem Deckel versehen,
während am unteren breiteren Ende ein seitlicher Tragflansch vorgesehen ist. Die
Abdeckun- 8 der Müllkammer 3 besitzt eine öffnun- 14 zum Einfüllen
von Müll und einen Dekkel 15, der diese Öffnung normalerweise abschließt.
Damit der Inhalt der Speicherkammer 4 einfach zugänglich ist, kann die ganze Abdeckung
9 geöffnet, z. B. hochgeschwenkt oder angehoben werden.
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Die Trennwände 5 und 6, die durch die gesamte Breite
des Behälters reichen, weisen mit ihren unteren Kanten vom Boden des Behälters einen
Abstand auf, so daß zwei Querdurchflußöffnungen ausgebildet werden, durch die der
Abfall nacheinander in die Speicherkammer wandert. Um einerseits eine aerobe Umwandlung
der Abfallprodukte zu gewährleisten, so daß das der Speicherkammer 4 zugeführte
Material weitgehend in Kompost umgewandelt worden ist, und um andererseits eine
Ventilation der Vorrichtung zu erzielen, die eine unerwünschte Geruchsbildung beseitigt,
sind ein oder mehrere Lufteinlaßöffnungen 16, die in der äußeren Wandung
der
Speicherrkammer angeordnet sind, und Luftdurchflußöffnungen
17 in den Trennwänden 5 und 6 vorgesehen. Zusätzlich hierzu
ist ein Luftauslaß 18 vom höchsten Punkt der Aufnahmekammer 2 durch den Toileitenraum
-eführt und oberhalb des Daches im Gebäude mit einer Öffnung versehen. Die Lufteinlaßöffnungen
16 und der Luftauslaß 18 weisen jeweils ein feinmaschiges Netz auf,
das verhindert. daß Insekten oder andere Tiere in das Innere der Vorrichtung gelangen.
Darüber hinaus sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel im unteren Teil der
Müllkammer mehrere nach unten offene U-förmige Kanäle 19 vorgesehen. Diese
Kanäle, deren Enden in Öffnungen in den Trennwänden 5 und 6 befestigt
sind, verlaufen im wesentlichen parallel zum Boden des Behälters und in Längsrichtung
zu letzterem. Sie gewährleisten, daß eine größere Luftmenge den Abfällen zugeführt
wird, die im unteren Teil der Müllkammer liegen. Dies ist von besonderer Bedeutung
bei Vorrichtungen, die hohe Müllkammern aufweisen, da die Abfälle dann verhältnismäßig
stark zusammengepreßt werden, so daß die Müllkammer wie auch die Aufnahmekammer
nicht mehr ausreichend mit Luft versorgt werden, wenn diese Kanäle nicht vorgesehen
sind.
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Wie bereits oben erwähnt, werden keine chemischen Substanzen, wie
z. B. Chlorkalk od. dgl., in die Vorrichtung eingeführt, da derartige Substanzen
die .7 Bakterien, die für die aerobe Umwandlung erforderlich sind, abtöten. Es wird
auch kein Wasser in den Behälter eingeführt. Es wurde festgestellt, daß der normalerweise
in den Abfällen vorhandene Feuchtigkeitsgehalt für den Ablauf des Umwandlungsvorganges
ausreicht. Der Abfall, der den höchsten Feuchtegehalt aufweist, ist der. der in
die Aufnahmekammer eingeführt wird. Urin, der den wesentlichen Flüssigkeitsteil
der Abfälle darstellt, wird auf die Trockenabfallmasse in der Müllkammer verteilt
und absorbiert. Deshalb ist keine freie Flüssigkeit in der Speicherkammer vorhanden.
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Die reichhaltige Bakterienflora, die sich in der Mischung von Exkrementen
und Müll entwickelt, er-C aibt eine äußerst rasche Umwandlung der Masse in Kompost,
die wesentlich schneller vor sich geht, als wenn Müll allein in den Behälter eingefüllt
wird. Die Kompostierung erfolgt zum größten Teil in der Müllkammer. Wenn die Vorrichtung
angelegt wird, müssen verschiedene Bedingungen beachtet werden, auf die weiter unten
eingegangen wird.
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Das Volumen der Exkremente stellt einen verhältnismäßia kleinen Teil
des gesamten Abfallvolumens eines Haushaltes dar. Um die Luftdurchflußöffnungen
zwischen der Aufnahmekammer und der Müllkammer freizuhalten, ist die erstere Kammer
so groß, daß normalerweise ihr Inhalt nur einen kleinen Teil der Höhe der Kammer
einnimmt.
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In einem Behälter der in den Zeichnungen dargestellten Art,
d. h. in einem Behälter für einen normalen Haushalt, kann die Länge der Aufnahmekammer
so gewählt werden, daß die Kammer einfach mit dem Gebäude verbunden wird. Die innere
Breite des Behälters kann in der Größenordnung von 1 m liegen. Die Abmessungen
beziehen sich hierbei auf einen Behälter der kleinsten zweckmäßigen Größe.
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Die Oberkante der Müllkammer kann in einem solchen Abstand von der
Erdoberfläche angeordnet werden, daß das Innere der Kammer einfach zugänglich ist.
Falls erwünscht, kann diese Kammer an eine Leitung angeschlossen werden, die zum
Gehäuse führt und als Müllschacht dient. Das Volumen der Müllkammer soll wesentlich
größer sein als das der Aufnahmekammer. Das minimale Volumen der Müllkammer liegt
bei etwa 1,5 m3. Die Abmessungen der Kammer können verändert werden, die
wesentlichste Forderung ist die nach einer guten Luftzufuhr zur Abfallmasse. Wenn
die Müllkammer hoch und im wesentlichen gefüllt ist, wird ein zu hoher Druck in
der Müllmasse und eine ungenügende Luftzufuhr dadurch vermieden, daß nach unten
offene U-förmige Kanäle in die Kammer so eingesetzt werden, daß sie eine gitterförmige
Anordnung bilden, die etwa parallel zum Boden oder etwas weniger geneigt als der
Boden des Behälters verläuft. Eine derartige Konstruktion ist in den Zeichnungen
dargestellt. Zweckmäßigerweise übersteigt die innere Höhe und Breite der Kanäle
5 cm nicht, und ihr Abstand liegt bei etwa 15 cm. Wenn die obere Begrenzung
der Exkremente die Kanalöffnungen in der Kammer erreicht, werden Ab-
schirmungen
vorgesehen, so daß keine Verstopfung auftreten kann.
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Die Speicherkammer ist so geformt, daß der Inhalt eine Schicht von
verhältnismäßig geringer Tiefe und großer Oberfläche, die mit Luft in Berührung
kommt, aufweist. Außerdem ist das Volumen der Kammer in der Regel so groß, daß die
Kammer Abfälle während einer ausreichend großen Zeitperiode, z. B. über ein Jahr,
aufnehmen kann. Um ein Entfernen des Inhaltes der Kammer zu erleichtern, beträgt
die Länge wenigstens 1,5 m.
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Die Luftdurchflußöffnungen in den Trennwänden sind über die gesamten
Oberflächen der Trennwände verteilt. Die oberen Durchflußöffnungen sind verhältnismäßig
groß, so daß eine ausreichende Luftzirkulation im Behälter und eine Ventilation
der oberen Schichten der Abfälle ermöglicht wird. Andererseits ist die Länge der
Durchflußöffnungen nicht größer. als erforderlich ist, um ein Hindurchfallen der
Abfälle zu verhindern. Die Trennwände können aus perforierten Platten oder Gittern
bestehen. Die Trennwand zwischen der Aufnahmekammer und der Müllkammer reicht so
weit über den Boden des Behälters, daß der Müll nicht zuviel von dem Raum der Aufnahmekammer
einnimmt. Andererseits muß eine gewisse Mischung der verschiedenen Arten der Abfälle
erreicht werden. was einen vorteilhaften Einfluß auf die Feuchtigkeitsverteilung,
die Porosität und die Luftzufuhr ausübt.
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Die Trennwand zwischen der Müllkammer und der Speicherkammer hat die
Aufgabe, nicht kompostierte Abfälle in der oberen Schicht der Müllkammer daran zu
hindern, daß sie auf die kompostierten Abfälle in der Speicherkammer fallen. Die
Öffnungen am Boden erhalten eine solche Höhe, daß nur die Abfälle, die zu Kompost
umgewandelt sind, in die Speicherkammer gelangen können. In einem Behälter, der
in den Zeichnungen dargestellt ist, kann die Höhe der Öffnungen etwa 30 cm
betragen. Die Höhe soll ebenfalls dem Volumen und der Höhe der Abfälle in der Müllkammer
wie auch der Länge der Speicherkammer angepaßt sein.
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Die Ventilation der Abfallmassen ist von wesentlicher Bedeutung für
die gewünschte Umwandlung und Kompostierung und bestimmt in hohem Maße die Anlage
und Größe des Behälters und der Kammer. Wie bereits erwähnt, muß dafür Sorge getragen
werden, daß die in Berührung mit der durch die Vorrichtung strömenden Luft kommende
Fläche der Exkremente,
des Mülls und der sonstigen Abfälle sowie
des Kompostes ausreichend groß ist. Dies ist gegeben, wenn die Kammern so bemessen
werden, daß ihr Inhalt Schichten von verhältnismäßig geringer Tiefe und einer großen
Oberfläche bildet. Dieser Zustand ist besonders kritisch, soweit es die Aufnahme-
und Speicherkammer betrifft. Falls erwünscht, kann die Müllkammer verhältnismäßig
kurz und hoch sein, da die Ventilation des Inhaltes durch die Luftdurchflußöffnungen
in den Trennwänden und durch Luftkanäle, falls solche vorhanden sind. unterstützt
wird.
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Auf Grund der in den Abfällen erzeugten Wärme wird die Luft im Behälter
aus den auf niedriger Höhe lie(yenden Lufteinlaßöffnungen in der Speicherkammer
zum Luftauslaß im oberen Teil des Behälters geführt. Die Luftströmung wird ferner
dadurch verbessert, daß die Abdeckungen der Kammer, wie bereits oben beschrieben,
geneigt sind.
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Wenn Teile der Kammerwandungen und der Ab-
deckungen aus wärmehaltendem
Material bestehen. wird die Erwärmung des Inhaltes auf Grund der Sonnenbestrahlung
erhöht, so daß der Umwandlungsvorgang beschleunigt wird.
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In einem für kontinuierlichen Betrieb angelegten Behälter steigt der
Inhalt der Müllkammer nach bestimmter Zeit', z. B. einigen Monaten, auf eine Höhe
an. die ziemlich weit über dem Boden liegt, bleibt dann aber auf dieser Höhe nahezu
konstant.
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Auf Grund der Neigung des Bodens des Behälters bewegen sich bereits
kompostierte Abfälle kontinuierlich in die Speicherkammer, wenn den Aufnahme-und
Müllkammern weitere Abfälle zugeführt werden. Während dieses Zuführens sacken die
darunterliegenden Schichten zusammen und kompostieren. Bei diesem Vorgang nimmt
das Volumen der Abfälle bis auf einen Bruchteil des ursprünglichen Volumens ab,
woraus sich ergibt, daß die Verschiebung in der Bodenschicht langsam vor sich geht.
Wenn die Höhe der Abfälle in der Müllkammer groß ist, wird das Material im übrigen
unabhängig von der Größe der Bodenneigung durch die öffnung heraus in die Speicherkammer
gedrückt. Wenn die Bodenneigung je-
doch zu gering ist, tritt schließlich
ein Gleichgewichtszustand ein. Eine zu große Neigung bewirkt, daß nicht ausreichend
kompostierte Abfälle in die Speicherkammer gelangen und im unteren Teil gesammelt
werden, wo sie nacheinander eine tiefe Schicht bilden, deren Bodenteil aus den ältesten
Abfällen besteht. Offensichtlich ist es dann sehr schwierig, diesen Teil zu entfernen.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß der Feuchtecehalt leicht zu hoch und die
Konzentration von Sauerstoff zu niedrig wird, so daß anaerobe Vorgänge in der Grundschicht
vor sich gehen.
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Versuche haben gezeigt, daß die Neigung des Bodens innerhalb verhältnismäßig
enger Grenzen zu wählen ist. Die Neigung soll zwischen 1: 4 und
1: 3
(entsprechend 14 und 18,51) betragen. Bereits kleinere Abweichungen
von diesen Werten ergeben eine nachteilige Kompostierung.
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Die Neigung des Bodens des Behälters braucht in Längsrichtung nicht
konstant zu sein, und es ist auch nicht erforderlich, daß der Boden geradlinig verläuft.
Das Profil kann auch gewölbt oder abgestuft sein. Nach einem Ausführungsbeispiel
kann der obere Teil eine Neigung von 1 : 3, der mittlere Teil eine Neigung
von 1: 3,5 und der untere Teil eine Neigung von 1: 4 aufweisen. Wenn
eine Abstufung vorgesehen wird, Können die Stufen unterhalb der Trennwände geradlinig
ausgebildet werden, und die Neigungen der verschiedenen Stufenteile können gleich
oder ungleich sein.
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Wenn die Gesamtlänge des Behälters etwa 3,5 m und die Neigung
etwa 16' beträgt, ist die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten
Teil des Bodens etwa 1 in. Die Tiefe der Aufnahmekammer beträgt dann wenigstens
1 bis 1,5 m.
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Wie in den Zeichnungen dargestellt, kann der Behälter durch ebene
Flächen gebildet werden. Jedoch kann er nach einer anderen Ausführungsform auch
vollständig oder teilweise aus zylindrischen Rohrelemenien bestehen. Ferner ist
es möglich, ihn aus einem Stück herzustellen, z. B. durch Vergießen oder in dem
vorgefertigte Teile miteinander verbunden werden, die Änderungen in der Form wie
auch in der Größe ermöglichen.
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In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind drei Kammern gezeigt,
es können jedoch auch mehr Kammern vorgesehen werden. Wenn nur zwei Kammern verwendet
werden, bildet eine von ihnen die Aufnahmekammer und die andere die Speicherkammer.
Dieses Ausführungsbeispiel ist von besonderem Wert, wenn die Exkremente von Tieren
stammen, so daß eine Geruchsfreiheit nicht erforderlich ist.