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Verfahren zum Herstellen eines Tampons Die Erfindung betrifft ein
Verfahren zum Herstellen eines Tampons aus zwei flachen rechteckigen, aus saugfähiger
Baumwolle bestehenden Stücken die in einer Richtung länger als in der anderen und
so übereinandergelegt sind, daß die Richtungen großer Länge rechtwinklig zueinander
liegen, und einer Zwischenlage aus mehreren flachen, rechteckigen Gazestücken, die
schmaler als die Baumwollstücke in ihrer einen oder anderen Richtung sind und mit
ihren langen Seiten parallel zu den Längsseiten eines Baumwollstückes und im wesentlichen
mittig zu beiden Baumwollstücken angeordnet sind.
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Es ist ein Verfahren und eine Maschine zur Herstellung eines eingepackten
Tampons bekannt, der als ein aus mehreren eckigen, Flüssigkeit absorbierenden Scheiben
zentrisch gestapelter Körper ausgebildet ist. Er besteht aus zwei rechtwinkligen
Stücken aus weicher absorbierender Substanz, wie Baumwollwatte, zwischen denen eine
oder mehrere Schichten aus Gaze vorgesehen sind. Die Stücke sind in einer Richtung
von größerer Dimension als in der anderen und so übereinandergelegt, daß die Richtungen
großer Dimensionen rechtwinklig zueinander liegen, wobei die schmaleren Seiten jedes
Stückes über die längeren Seiten des anderen Stückes hinausragen und zusammen acht
Ecken bilden. Die Ecken bilden die Spitze des konischen oberen Teils des Tampons.
Die Gaze zwischen den zwei Baumwolllagen ragt nicht über die Ränder der Baumwollagen
hinaus. Durch den zentralen Teil des lamellierten Körpers ist eine Schnur hindurchgeschlauft
und ein Knoten im Schleifenteil derart vorgesehen, daß ein Zug an je einem der Schnurenden
den Knoten an die Watte drückt und dadurch die Schnur fixiert.
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Die Stücke aus Baumwollwatte und -gaze werden aus Bahnen geschnitten
und von Hand oder maschinell geschichtet, die Schnur wird befestigt und das flache
Stück zu einem Kelch aufgefaltet und einem Komprimierungsvorgang unterworfen. Der
scheibenförmige Körper wird zuerst in Kelchform gebracht, so daß der zentrale, um
die Schnur herumliegende Teil den Boden des Tampons und die Ecken der scheibenförmigen
Stücke den oberen, spitzigen Teil des fertigen Tampons bilden. Die Oberfläche hat
erhöhte und tiefer liegende Flächenteile, die zusammen Wellen bilden. Die Ecken
der Scheiben bilden die Spitze. Der so geformte Kelch wird dann Wärme und Druck
unterworfen. Nach der Formung des Tampons wird er eingehüllt, so daß seine Form
infolge der Festigkeit der Einhüllung erhalten bleibt. Die Einhüllung ist für Feuchtigkeit
undurchlässig, was zur Erhaltung der vorgegebenen Form des aus getrockneter Baumwolle
bestehenden Tampons beiträgt. Mit diesem bekannten Verfahren und der dazugehörigen
Maschine ist eine wirtschaftliche Massenherstellung von Tampons nicht möglich.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
eines Tampons aus zwei flachen rechteckigen, aus saugfähiger Baumwolle bestehenden
Stücken zu schaffen, mit dem Tampons mit sehr großer Geschwindigkeit auf einer kontinuierlich
arbeitenden Maschine als Massenartikel hergestellt werden können. Diese Aufgabe
wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß einem schrittweise bewegten Fließband
an seinen zwei einander gegenüberliegenden Längsseiten quer zu seiner Förderrichtung
mittels an sich bekannter Transporteinrichtungen an einer ersten Station jeweils
die gleiche Anzahl Baumwollstücke zugeführt und in an sich bekannter Weise mittels
Saugvorrichtungen auf dem Band festgehalten wird, daß an einer zweiten Station die
rechteckigen Gazestücke zugeführt und flach auf die Baumwollstücke gelegt werden,
daß an einer dritten Station die Baumwoll- und Gazestücke in der Ebene ihrer größten
Ausdehnung gemeinsam um 90° gedreht und an einer vierten Station weitere Baumwollstücke
zugeführt und auf die gedrehten Baumwoll- und Gazestücke gelegt werden.
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Der technische Fortschritt dieses Verfahrens ergibt sich zunächst
aus dem Vorteil, daß es mit der Erfindung gelungen ist, die Herstellung von Tampons
voll zu automatisieren. Mit Ausnahme der Versorgung der Anlage mit neuem Rohstoff
und des Abtransportes der fertigen Tampons läuft das Verfahren vollkommen selbsttätig
ab. Dadurch werden Arbeitskräfte eingespart. Ein weiterer Vorteil besteht
darin,
daß die Bestandteile der Tampons an den beiden Längsseiten des Fließbandes quer
zu dessen Förderrichtung zugeführt werden können, trotzdem aber die Baumwollstücke
mit ihrer Längsrichtung rechtwinklig zueinander in Förderrichtung liegen, so daß
eine kreuzweise Anordnung entsteht. Dadurch wird eine hohe Fertigungsgeschwindigkeit
erreicht.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
Es zeigt F i g. 1 den Verfahrensablauf zur Herstellung der Tampons in einer schematischen
Draufsicht und F i g. 2 einen fertigen Tampon.
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Zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung werden die Bestandteile
zur Herstellung der Tampons, in F i g. 1 gesehen, auf der linken Seite einer Maschine
zugeführt. Die fertigen Tampons 66 verlassen die Maschine, in F i g. 1 gesehen,
auf der rechten Seite unten. Die abwickelbaren Enden von auf Spulen aufgezogenen
Rollen 10 aus saugfähiger Baumwolle od. dgl. werden mittels bekannter Vorrichtungen
einer Fördervorrichtung 14 zugeführt und mit einem Trennmesser 12 abgeschnitten.
Auf der Fördervorrichtung 14 befinden sich dann drei abgeschnittene Stücke aus saugfähiger
Baumwolle, die automatisch nach Stellen 18 an einer ersten Station auf einem Fließband
16 befördert werden. Auf die Stellen 18 wird ein Sog ausgeübt, durch den die drei
Baumwollstücke in ihrer Lage festgehalten werden.
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Auf der anderen Längsseite der Maschine befinden sich drei ähnliche
Rollen 20 aus saugfähiger Baumwolle. Die abgewickelten Enden dieser Rollen werden
einem anderen Trennmesser 22 und einer anderen Fördervorrichtung 24 zugeführt,
mit der diese drei weiteren Stücke aus Baumwolle den Stellen 26 auf dem Fließband
16 zugeführt werden. Auch die Stellen 26 sind mit Saugvorrichtungen versehen, mit
denen die Baumwollstücke in an sich bekannter Weise auf dem Band festgehalten werden.
Die Baumwollstücke sind rechteckig, und das Fließband 16 mit der ganzen Fördereinrichtung
bewegt sich schrittweise in Richtung der Pfeile in F i g. 1 gesehen von links nach
rechts.
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Auf einer Längsseite der Maschine befindet sich eine Anzahl Spulen
28 mit Gaze od. dgl., und zwar sind im dargestellten Ausführungsbeispiel
neun Stück, drei für jedes Baumwollstück, vorhanden. Diese Spulen 28 sind in drei
Reihen hintereinander angeordnet, von denen jede drei Gazelagen aufweist, die zuerst
einer Schneidvorrichtung 30 und dann einer Transporteinrichtung 32 zugeführt
werden. Mit der Transporteinrichtung 32 werden die abgeschnittenen rechteckigen
Gazestücke an einer zweiten Station 34
flach auf die rechteckigen Stücke aus
saugfähiger Baumwolle gelegt, die mit dem Fließband 16 von der ersten Station
nach der zweiten Station 34 gewandert sind. Die rechteckigen Gazestücke sind in
ihrer einen oder anderen Richtung ein wenig schmaler als die Baumwollstücke und
mit ihren langen Seiten parallel zu den Längsseiten eines Baumwollstückes und im
wesentlichen mittig zu beiden Baumwollstücken angeordnet.
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Die gleiche Gaze befindet sich auf den Spulen 36, wird von einer Schneidvorrichtung
38 abgeschnitten und Mittels einer Transporteinrichtung 40 weitergefördert,
@die der Transporteinrichtung 32 ähnlich ist. Diese Gazestücke sind für die drei
anderen Baumwollstücke an der zweiten Station 34 des Fließbandes 16 bestimmt. Nach
einem weiteren Schritt in Förderrichtung hat sich das Fließband 16 in Pfeilrichtung
weiterbewegt und eine dritte Station 42 erreicht, an der die Baumwoll- und Gazestücke
in der Ebene ihrer größten Ausdehnung gemeinsam durch Drehen der Saugvorrichtungen
um 90° gedreht werden. Dadurch werden andere Kanten der rechteckigen Baumwollstücke
in Förderrichtung nach vorn gebracht.
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Von zusätzlichen Spulen 44 und 46 mit Baumwolle, die den vorher beschriebenen
ähnlich sind, wird die Baumwolle abgewickelt, abgeschnitten und in der schon beschriebenen
Weise einer vierten Station 48 des Fließbandes 16 zugeführt. Diese
Baumwollstücke werden auf die gedrehten Baumwoll- und Gazestücke gelegt, so daß
ein Stapel entsteht, dessen rechteckige Bodenschicht aus saugfähiger Baumwolle im
rechten Winkel zu der rechteckigen Deckschicht angeordnet ist. Die Stücke aus saugfähiger
Baumwolle werden erst dann von den Vorratsrollen 44 und 46
abgewickelt
und transportiert, wenn das Fließband 16 die Station 48 erreicht hat.
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Im weiteren Verfahrensablauf werden die einzelnen aus Baumwolle und
Gaze geschichteten Körper mit Nadeln durchstochen und mit Schnüren oder Kordeln
68 durchzogen, in die ein Knoten geschlun= gen ist. Wenn das Fließband
16 die Station 50 erreicht, wird die Schnur oder Kordel
68 durchschnitten. An der Station 52 werden die einzelnen Schichtkörper aus
Baumwolle und Gaze zurückgesetzt, damit bei diesem Verfahrensschritt die Schnur
oder Kordel 68 mittig in die einzelnen Körper eingezogen werden kann.
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Am Ende des Förderers erreicht sein Fließband 16 eine Formvorrichtung
54. Die Schichtkörper werden von dem Fließband abgenommen und in Formen gesteckt,
in denen sie ihre endgültige Form erhalten und mittels bekannter Vorrichtungen mit
Falten versehen werden.
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Das Erwärmen und die Formgebung der Tampons wird auf einem Turm durchgeführt,
der sich im Uhrzeigersinn dreht, wie durch einen Pfeil in F i g. 1 angedeutet ist,
und beispielsweise mittels eines Motors M antreibbar ist. Die Drehbewegung des Turmes
unterbricht die Förderung der Tampons für eine kurze Zeit zur Wärmebehandlung. Hat
der Turm die Station 56 erreicht, werden die geformten Tampons ausgeworfen und in
eine Entwässerungsvorrichtung gegeben, die im wesentlichen aus einem endlosen Förderer
58 besteht, auf dem sich eine Anzahl an einem Ende offene Röhrchen befinden,
welche die geformten Tampons aufnehmen und zur Abkühlung eine Strecke weit mitnehmen.
Gleichzeitig werden die Tampons entwässert und ein Ende als Nase ausgebildet.
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Wenn der endlose Förderer 58 die Stationen 60
erreicht,
werden die Tampons automatisch ausgeworfen und in große Behälter gefüllt, die aus
Röhrchen 62 aus Karton od. dgl. bestehen, wie aus F i g. 2 ersichtlich ist. Danach
werden dünnere Röhrchen 64 in die größeren Röhrchen 62 so weit eingeführt,
daß das Ende 66' des Tampons aus dem Röhrchen 62 und die Kordel oder Schnur
68 aus dem dünneren Röhrchen 64 herausragt. Die zwei Röhrchen 62 und 64 sind
teilweise zusammengesteckt, um ein weiteres Ineinanderschieben der Teile zu verhindern.
Dann werden der ganze Tampon und die Röhrchen zusammen in eine durchsichtige Folie
eingewickelt und
in Schachteln verpackt, was aber nicht mehr Gegenstand
der Erfindung ist.
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Die Erfindung offenbart somit ein vollautomatisches Verfahren zur
Massenherstellung von Tampons mit sehr großer Geschwindigkeit mittels selbsttätigem
Abwickeln und Antreiben der zwei Vorratsstellen für saugfähige Baumwolle und Gaze,
automatischem Weiterfördern der Schichtkörper zum Anbringen der Kordel und anschließend
Erwärmen und Formen, Kühlen, Entwässern oder Trocknen und Einführen der Tampons
in die Röhrchen. Dabei ist keine Bedienung der Maschine notwendig, ausgenommen zum
Wegschaffen der fertigen Tampons und zum Nachfüllen saugfähiger Baumwolle und Gazerollen.
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Kurz zusammengefaßt, läuft das Verfahren demnach wie folgt: 1. Zuführen
der ersten Rolle aus Baumwolle, Schneiden auf Länge und Aufbringen auf das Fließband;
2. Zuführen mehrerer Gazelagen, Schneiden auf Länge und Aufbringen auf das Fließband
über die erste Baumwollage; 3. Drehen von Baumwolle und Gaze um 90° auf dem Fließband
mittels Saugvorrichtungen; 4. Zuführen einer zweiten Lage Baumwolle, Schneiden auf
Länge, Auflegen auf die erste Baumwollage und Gaze; 5. Lochen des aus Baumwolle-Gaze-Baumwolle
geschichteten Körpers mit Nadeln usw., Einziehen der Kordel und Schlingen des Knotens;
6. Auswerfen des so hergestellten Rohlings des Tampons in die Wärmeform; 7. Anbringen
von Falten in den Tampon; B. Auswerfen des Tampons aus der Wärmeform in Röhrchen
zum Entwässern und Kühlen; 9. Formen der Nase; 10. Einbringen der Tampons in ein
Röhrchen; 11. Einführen des dünneren Röhrchens in das dickere Röhrchen; 12. Zusammenstecken
der Röhrchen zur Vermeidung von Verschiebungen, wenn sie verpackt werden und der
letzte Verfahrensschritt: Auswerfen der fertigen Tampons mit aus dem Ende des dünneren
Röhrchens heraushängender Schnur auf einen nicht dargestellten Förderer, der sie
nach einer Verpackungsmaschine mitnimmt.