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Vorrichtung zum Umsetzen von auf einem Kreisförderer angelieferten
Gegenständen auf eine Absetzstelle Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung
zum Umsetzen von auf einem Kreisförderer in gleichmäßigem Abstand angelieferten
Gegenständen auf eine Absetzstelle außerhalb des Kreisförderers mit einem radial
bezüglich des Kreisförderers verfahrbaren Saugkopf (USA.-Patentschrift 2 823 809).
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Durch die Erfindung soll eine Vorrichtung geschaffen werden, mit
der es möglich ist, Gegenstände, insbesondere Glasgegenstände, aus einer vertieften
Form am Umfang des Kreisförderers sanft herauszunehmen, ohne daß es zu einer tangentialen
Relativbewegung zwischen Glasgegenstand und Kreisförderer kommt. Diese tangentiale
Relativbewegung muß wenigstens so lange vermieden werden, bis der Glasgegenstand
völlig aus der Form herausgenommen ist.
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Erreicht wird dies erfindungsgemäß dadurch, daß bei einem um eine
horizontale Achse kontinuierlich umlaufenden Kreisförderer der Saugkopf an einem
sich mit dem Kreisförderer über einen festgelegten Winkelbereich mitdrehenden und
nach einer solchen Teildrehung in seine Ausgangslage zurückkehrenden Schwenkarm
um eine zur Drehachse des Kreisförderers parallele Achse zwischen einer auf den
Kreisförderer und einer auf die Absetzstelle weisenden Stellung verschwenkbar angeordnet
ist.
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Bei bekannten Vorrichtungen folgt diese Umsetzbewegung nirgends der
Drehbewegung eines Kreisförderers über einen Teilbogen. So sitzen bei einer bekannten
Ausführungsform (USA.-Patentschrift 1 887 211) die Saugnäpfe an Teleskoptragarmen,
die es den Saugnäpfen ermöglichen, der im wesentlichen geradlinigen Bewegung der
Blöcke zu folgen, die auf einem Förderband angefördert werden.
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So sind auch geradlinige Förderanlagen mit Förderkette bekannt, bei
denen ein Wagen mit einem Profilglied versehen ist, welches in senkrechter Richtung
hin- und herbewegt wird, um einen Gegenstand auf einem darüberliegenden Aufhängehaken
zu fördern, der der Bewegung der Förderkette folgt.
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Diese bekannten Vorrichtungen unterscheiden sich jedoch grundsätzlich
vom Erfindungsgegenstand, auch wenn man rein mathematisch eine Analogie von Kreisförderer
und geradlinigem Förderer darin zu sehen glaubt, daß es sich bei einem geradlinigen
Förderer um einen solchen mit unendlich großem Bahnradius handelt. Selbst hierbei
wäre die Folgebewegung aber wiederum lediglich eine geradlinige Bewegung und ist
daher von anderen Gesichtspunkten her zu beurteilen als eine Folgebewegung bei einer
kreisförmigen Bewegung.
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Durch die erfindungsgemäße Maßnahme, das sind
insbesondere die um
den Drehpunkt des Kreisförderers schwenkbaren Arme und deren Koppelung mit dem Kreisförderer
selbst, entsteht ein robustes System, bei dem jede tangentiale Relativbewegung zwischen
der Halterung auf dem Kreisförderer und dem Saugkopf für die Dauer der Koppelung
mit absoluter Sicherheit vermieden ist. Das bedeutet, daß der Glasgegenstand mit
der nötigen Genauigkeit und Sorgfalt aus dem Kreisförderer herausgenommen werden
kann. Die notwendige Rückführung der Arme erfolgt nach dem Absetzen des Glasgegenstandes
in einfachster Weise, beispielsweise mit Hilfe eines pneumatischen Zylinders. Der
Aufwand für die Bewegungsvorgänge ist offensichtlich minimal, die Steuerung kann
durch wenige Nocken und Hilfsventile erfolgen.
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Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind Einrastvorrichtungen,
die den Schwenkarm für seine Bewegung mit dem Kreisförderer mit diesem kuppeln,
vorgesehen, sowie weiterhin ein Rückholzylinder zum Zurückholen des Schwenkarmes.
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Zweckmäßig ist der Saugkopf an der Kolbenstange eines am Schwenkarm
drehbar gelagerten Druckmittelzylinders montiert.
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Vorzugsweise besteht der Schwenkarm aus zwei zueinander parallelen
Armteilen, die an einem Ende beidseitig des Kreisförderers auf dessen Drehachse
gelagert sind und am anderen Ende durch ein den Druckmittelzylinder für den Saugkopf
aufnehmendes Joch verbunden sind.
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Zum besseren Verständnis soll die Erfindung nunmehr an Hand eines
Förderers beschrieben werden, wie er bei Glasherstellungsmaschinen Verwendung findet.
In den Zeichnungen zeigt F i g. 1 eine Seitenansicht eines umlaufenden Förderers,
dem eine in ihrer Normalstellung stehende Vorrichtung gemäß der Erfindung zugeordnet
ist, F i g. 2 einen vergrößerten Schnitt durch einen Teil eines solchen umlaufenden
Förderers zur Wiedergabe des im Eingriff mit einem Gegenstand stehenden Saugkopfes,
der diesen Gegenstand aus einem Halter des Förderers entnehmen soll, Fig. 2a eine-
Ansicht längs der Linie 2a der Fig. 2, F i g. 3 eine der F i g. 1 ähnliche vergrößerte
Ansicht eines Teiles der Vorrichtung in einer Stellung, in der ein Gegenstand auf
ein Förderband abgesetzt wird, F i g. 4 einen Plan für die Druckmittelleitungen
und die dazugehörenden weiteren Elemente.
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In den Zeichnungen bezeichnet das Bezugszeichen 11 einen mit Rädern
versehenen Wagen, der einen radförmigen Kreisförderer 12 trägt, welcher entgegen
dem Uhrzeigersinn durch einen Motor 14 kontinuierlich um eine Achse 13 in Umlauf
versetzt wird. Das nicht gezeichnete Antriebsritzel des Motors 14 steht mit einem
Zahnring 15 im Eingriff. Wie man aus F i g. 2 erkennt, sind die Ränder 18 und 19
des Förderers 12 durch radial nach außen weisende muldenartige Halter 20 überbrückt,
die, wie man aus den Fig. 1 und 3 deutlich erkennt, gleichmäßigen Abstand voneinander
aufweisen. Wie die Zeichnungen zeigen, sind die Halter teilweise mit Gegenständen
21 besetzt, deren Halterung nicht näher erläutert wird, da sie nicht Gegenstand
der vorliegenden Erfindung bildet. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Herausnehmen
der Gegenstände aus dem Förderer 12 enthält zwei Arme 22 und 23, welche an einem
Ende um die Achse 13 auf gegenüberliegenden Seiten des Förderers schwenkbar gelagert
sind. Die Arme 22 und 23 erstrecken sich längs des Förderers 12 radial über dessen
Umfang hinaus, wo ihre Enden miteinander durch ein Oberbrückungsglied 25 verbunden
sind, an dem sie gemäß Fig. 1 in der oberen der beiden abwechselnd möglichen Endlagen
ihrer Schwenkbewegung um den Förderer 12 mittels eines Gestänges aufgehängt sind,
welches einen pneumatischen Rückholzylinder 27 enthält, der kontinuierlich mit bestimmtem
Druck aus einem Behälter 28 mit Luft versorgt wird.
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Im Bereich zwischen dem die Arme überbrückenden Glied 25 und dem
Umfang des Förderers 12 befindet sich ein Gehäuse zur Aufnahme eines Druckmittelzylinders
30, welcher schwenkbar zwischen den Armen 22 und 23 gelagert ist. Normalerweise
ist die Winkelstellung des Druckmittelzylinders 30 derart, daß die Kolbenstange
31 nach unten hängt, wie man aus F i g. 3 erkennt. Am unteren Ende trägt die Kolbenstange
31 einen Saugkopf 40.
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Das Gehäuse, in dem sich der Zylinder 30 befindet, besitzt eine Achse
42 (F i g. 2, 3 und 4), welche ein Ritzel 43 trägt, das in einer Ausnehmung im Arm
22
(F i g. 2 und 3) untergebracht ist. Auf dem Arm 22 befindet sich links oberhalb
vom Ritzel 43 ein Druckmittelzylinder 44 mit nach unten weisender Kolbenstange mit
einer Zahnstange 45, die im Eingriff steht mit dem Ritzel 43, wobei bei Zuführung
von Druckmittel zum Zylinder 44 der Saugkopf 40 aus der nach unten zeigenden Stellung
nach F i g. 3 in eine Stellung verschwenkt werden kann, in der er auf den Halter
20 (F i g. 2) zeigt, wobei der Saugkopf 40 dem Halter 20 mittels des Kolbens des
Druckmittelzylinders 30 zugeführt worden ist.
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Wie bereits erwähnt, erfolgt die Entnahme eines Gegenstandes 21 aus
dem Halter 20, während sich die Arme 22 und 23 aus ihrer Normalstellung in ihre
andere Stellung nach unten bewegen. Um diese Bewegung zu ermöglichen, sind die Arme
22 und 23 mit druckmittelbetätigten und durch Federn zurückgestellten Einrastvorrichtungen
48 bzw. 49 versehen, deren vorstehende Enden sich in die Bahn der Platten 61 und
62 auf gegenüberliegenden Seiten des Förderers 12 erstrecken, wie man aus den F
i g. 2, 3 und 4 erkennt. Die Vorrichtungen 48 und 49 werden durch ein Druckmittel
betätigt, welches über ein Zuführungsventil 51 zugeführt wird (Fig.4), sobald sich
der Schieber des Ventils in der linken Stellung befindet. Das Druckmittel wird dem
Ventil 51 für diesen Zweck durch ein Schaltventil 50 zugeführt, welches geöffnet
ist, wenn ein Nocken 46 auf dem Förderer damit in Eingriff kommt. Die Kupplung der
Arme 22 und 23 an dem Förderer erfolgt, wenn ein Halter eine für einen Saugkopf
40 erreichbare Stellung erreicht.
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Der Druckmittelzylinder 44 erhält zur Erzielung einer Schwenkbewegung
des Saugkopfes 40 zwischen der nach unten weisenden Stellung und einer Stellung,
in der der Saugkopf zum entsprechenden Halter 20 zeigt, das Druckmittel durch ein
Zuführungsventil 39 unter Steuerung durch das Schaltventil 38 bzw. 50.
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Der Druckmittelzylinder 30 erhält, wenn der Saugkopf in die unwirksame
Stellung bezüglich des Halters 20 verstellt werden soll, das Druckmittel durch ein
Zuführungsventil 41 unter Steuerung durch ein Schaltventil 52 und wird zur Rückstellung
mit Druckmittel über die Zuführungsventile 57 und 41 unter Steuerung durch ein Schaltventil
37 versorgt.
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Der Saugkopf 40 wird zum Erfassen eines Gegenstandes21 im Halter
20 an eine Vakuumleitung 60 angeschlossen und ist mit einer Leitung versehen, die
zum Absetzen des Gegenstandes die Zuführung von Überdruck ermöglicht. Die Zuführung
erfolgt über das Zuführungsventil 57 unter Steuerung durch die Schaltventile 56
und 37.
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Die Schaltventile 50, 52, 37, 38 und 56 werden zur Durchführung eines
vollständigen Betriebsablaufes aufeinanderfolgend betätigt. Das Schaltventil 50
sitzt auf einer am Arm 23 befestigten Konsole 71 (F i g. 2 und 2 a) und wird durch
einen Nocken 46 auf dem Förderer 12 betätigt, sobald sich der Förderer 12 einer
Stellung nähert, in der ein Halter 20 für den Saugkopf 40 zugänglich ist.
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Das Schaltventil 50 wird durch den Nocken 46 betätigt, um die Arme
22 und 23 mittels der vom Förderer getragenen Platten 61 und 62 in der gewünschten
genauen Drehstellung zu kuppeln, in der ein Halter 20 für den Saugkopf 40 zugänglich
ist. Bei einer Betätigung des Schaltventils 50 erfolgt auch eine Betätigung des
Zylinders 44, wodurch der Zylinder 30 in eine Stellung gedreht wird, in der ein
Halter 20
für den Saugkopf 40 zugänglich ist. Anschließend wird
das Schaltventil 52 durch einen Nocken 46 betätigt, so daß der Zylinder30 den Saugkopf
40 zu dem zugänglichen Halter 20 bewegt.
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Steht der Saugkopf 40 über dem Halter 20, wie man aus der Zeichnung
erkennt, dann wird das Schaltventil 37 durch einen Nocken 35 geöffnet, der auf einer
Schaltstange 53 sitzt, welche von einem Querhaupt 54 getragen wird, das von der
Kolbenstange 31 des hydraulischen Zylinders 30 getragen wird. Dadurch wird der Vakuumanschluß
am Sangkopf 40 gegen einen Oberdruckanschluß vertauscht Dies erfolgt durch das Zuführungssteuerventil
57, welches in der zu der gezeichneten Stellung entgegengesetzten Stellung das Druckmittel
zum Zylinder 30 über das Zuführungsventil 41 zuführt, so daß nunmehr der Saugkopf
40 von dem entsprechenden Halter 20 abgezogen wird.
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Befindet sich der Saugkopf 40 in seiner abgezogenen Stellung, dann
öffnet ein von einer weiteren am Querhaupt 54 befestigten Schaltstange 63 getragener
Nocken 36 das Schaltventil 38, so daß die Drehrückstellung des Saugkopfes 40 mit
daranhängendem Gegenstand erfolgt, der in dem Augenblick gelöst wird, in dem das
Schaltventil 56 zur Unterbrechung der Bewegung der Arme 22 und 23 betätigt wird.
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In Fig. 4 sind die Druckmittelzuführungsventile 41, 39, 51 und 57
in ihrer anderen Stellung wiedergegeben. Unter diesen Umständen wird die Betätigungsluft
von der Zuführungsleitung 32 über die Zweigleitung 33 und über das Ventil 39 zum
oberen Ende des Zylinders 44 und über das Ventil 41 zum linken Ende des Zylinders
30 zugeführt, so daß diese Zylinder in den Stellungen nach Fig. 2 und 4 gehalten
werden. Außerdem wird den Zylindern 48 und 49 Luft aus der verzweigten Leitung 33
a über das Ventil 51 zugeführt und die Unterdruckleitung 60 durch das Ventil 57
an den Saugkopf 40 angeschlossen. Das Ventil 57 hat außerdem in diesem Augenblick
Druckluft auf das linke Ende des Ventils 41 aufgegeben, so daß sich dessen Schieber
nach rechts bewegt und dadurch der Saugkopf 40 mit dem Gegenstand 41 von dem zugehörigen
Halter 20 abgezogen wird. Nach dem Abziehen betätigt der Nokken 36 das Schaltventil
38, welches Druckmittel zum linken Ende des Zuführungsventils 39 zuführt, wodurch
sich dessen Schieber nach rechts bewegt und derart die Anschlüsse zum Zylinder 44
umgekehrt werden und der Saugkopf 40 in seine nach unten weisende Stellung zurückkehrt,
wobei der Gegenstand 21 am Saugkopf hängt.
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Schließlich wird durch den Nocken 55 das Schaltventil 56 betätigt,
welches das Druckmittel zu den linken Enden der Zuführungsventile 51 bzw. 57 zuführt.
Das Ventil 51 setzt bei der Bewegung seines Schiebers nach rechts den Anschluß der
Druckmittelleitung 34 an den Saugkopf 40 an die Stelle des Anschlusses der Vakuumleitung
60, so daß sich der Gegenstand 21 vom Saugkopf löst.
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Das Ventil 51 verbindet bei der Bewegung seines Schiebers in die
rechte Stellung die Zylinder 48 und 49 mit der Atmosphäre, so daß die Arme 22 und
23 durch den Rückholzylinder 27 in ihre obere Stellung zurückgestellt werden. Die
nächste Entnahme eines Gegenstandes wird durch den Eingriff des Nockens 46 mit dem
Schaltventil51) eingeleitet. Dabei wird das Druckmittel den rechten Enden der Ventile
39 und 51 zugeführt, so daß deren Schieber in die dar-
gestellten Stellungen zurückkehren.
Das Zuführungsventil 51 führt infolgedessen erneut Druckmittel zu den Zylindern
48 und 49 zu, so daß die Arme erneut an den Förderer 12 gekoppelt werden. Das Ventil
39 führt auch wiederum Druckmittel zum Zylinder 40 zu, wodurch der Saugkopf in seine
waagerechte Stellung verbracht wird. Auf diese Vorgänge folgt der Eingriff eines
Nockens 46 mit dem Schaltventil 52, welches wiederum Druckmittel zum Ventil 41 zuführt,
um dessen Schieber in die wiedergegebene Stellung zurückzustellen, wobei die Anschlüsse
an den Zylinder 30 vertauscht werden, um den 8augkopf 40 in die wiedergegebene Stellung
vorzudrücken.