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Transportwagen für ringbundförmiges Gut Die Erfindung betrifft einen
Transportwagen für ringbundförmiges Gut mit einer Einrichtung zum Höhenverstellen
des Aufnahmetisches, auf dessen prismatischer Aufnahmemulde die Ringbunde in horizontaler
Mittenachslage in Fahrtrichtung aneinandergereiht liegen.
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Auf Spaltanlagen wird Breitband in Streifen längsgeschnitten und
auf Haspelmaschinen zu Bunden gewickelt. Die auf der Wickelwelle nebeneinander angeordneten
Ringbunde müssen zu einer weiteren Behandlungsstation transportiert werden, beispielsweise
auf ein Drehkreuz zum Binden der einzelnen Ringbunde. Zu diesem Zweck wird unterhalb
der Haspelwelle - wie aus der Praxis bekannt - ein Transportwagen mit einem höhenverstellbaren
Tisch zum Aufnehmen der Bundreihe eingefahren. Die Übernahme der Ringbunde erfolgt
dabei durch Anheben des Aufnahmetisches bis zur Anlage an die Bunde, wobei dessen
prismatische Mulde die Reihe der Bunde seitlich, d. h. quer zur Fahrtrichtung, stützend
umgibt. Danach kann der Wagen aus der Übergabestellung ausgefahren werden. Wenn
die Ringbunde von größerem Durchmesser bzw. größerem Gewicht sind, also eine große
Massenträgheit vorliegt, verbleiben sie beim Anfahren und Abbremsen in ihrer Ruhelage.
Sobald aber ein ruckweises Anfahren oder Bremsen vorkommt, kippen die Bunde in Fahrtrichtung
oft um, wobei die Gefahr besteht, daß sie sogar vom Wagen fallen. Damit ist der
Arbeitsablauf gestört, der Stockungen in der Fertigung nach sich zieht.
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Aus der Praxis ist es auch bekanntgeworden, vor und hinter der Bundreihe,
d. h. an deren Stirnseiten, in Fahrtrichtung verschiebbare Haltestangen anzuordnen.
Wird berücksichtigt, daß beliebige Bandbreiten geschlitzt und in Streifen zu Bunden
gewickelt werden, müssen die Haltestangen mit den Verschiebegliedern kleinsten und
größten Bandbreiten gerecht werden. Dies erfordert an den Stirnseiten der Transportwagen
einen zusätzlichen Raum, auf den beim Anfahren an weitere Behandlungsstationen stets
Rücksicht genommen werden muß. Außerdem wird durch die Verschiebeglieder der Aufwand
an die Bundreihe festlegenden Bauteilen erhöht und die Handhabung größerer Bunde
oder Bundreihen erschwert.
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Aus der deutschen Patentschrift 970 640 sind an den Längsseiten eines
Aufnahmetisches angebrachte Klemmbacken bekannt, die dem Bunddurchmesser entsprechend
über ein Hebelgestänge gegeneinander anstellbar sind. Diese Klemmbacken umfassen
zwar einen Teil des Bundumfanges, klemmen jedoch die Bunde in Fahrzeuglängsrichtung
nicht ein. Bei kleiner werdendem Bunddurchmesser bedient man sich einer Verbindungsstange
zwischen den beiden Klemmbacken, die gleichzeitig als Halter für einen Anschlag
für die in Bundmittenachsrichtung hintereinanderliegenden Bunde dienen. Es ist ferner
die besondere Maßnahme des unter einem spitzen Winkel zur Horizontalen verlaufenden
Aufnahmetisches getroffen. Eine solche Anordnung trägt aber verschiedenen Bunddurchmessern
nur unzureichend Rechnung und gibt keine Gewähr für eine genügende Sicherheit während
des Transports der Bunde.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Transportwagen der
eingangs genannten Art zu schaffen, der für verschiedene Bandbreiten eines gängigen
Bereiches eingesetzt werden kann, die erwähnten Nachteile aber nicht aufweist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe werden erfindungsgemäß an sich bekannte,
über Hebelgestänge betätigbare und gegeneinanderwirkende Klemmbacken vorgesehen,
die über die Länge der Bundreihe durchlaufend eine derart nach außen gewölbte Form
aufweisen, daß sie nur am ersten und letzten Bund der Bundreihe zur Anlage verbringbar
sind. Verschiedenen unterschiedlichen Bundbreiten entsprechenden Längen der Bundreihen
werden die Klemmbacken stets gerecht, wobei zwei entgegengesetzt gerichtete Axialkomponenten
der Anpreßkraft auftreten, die die Bundreihe in Fahrzeuglängsrichtung sicher zusammenhalten.
Die Stirnseiten der Bundreihen bleiben trotzdem zugänglich. Unterschiedlich fest
gewickelte Bunde, die in ihrem Durchmesser von dem der anderen abweichen vermögen
die Klemmwirkung nicht auf die Bunde größeren Durchmessers zu beschränken, so daß
während des Transportes keiner der Bunde mehr umkippen kann.
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Der erfindungsgemäße Wagen weist den zusätzlichen Vorzug auf, daß
vor Abschwenken der Klemm-
backen die Organe anderer Transportmittel
bereits in Arbeitsstellung gebracht werden können, um die Übernahme eines Einzelbundes
oder der gesamten Gruppe in kürzester Zeit vorbereiten oder durchführen zu können.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Wölbung der Klemmbacken
aus mindestens zwei geraden, unter stumpfem Winkel zusammengesetzten Teilen gebildet.
Eine derartige Ausbildung ist auch für lange Klemmbacken wirtschaftlich und fertigungstechnisch
einfach herstellbar. Die Stoßstellen bei aus mehreren geraden Teilstrecken gebildeten,
gewölbten Backen können dabei als Anlage für die Bundkanten der beiden äußeren Ringbunde
einer Bundreihe dienen. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung werden die Klemmbacken
mit elastischen Reibbelägen versehen. Damit wird ein sicheres Fassen der Bundreihe
beim Zusammenspannen der Klemmbacken gewährleistet. Gleichzeitig wird bei Wahl eines
geeigneten Reibbelagmaterials ein schonendes Einspannen der Bundkanten bewirkt.
Beschädigungen der Kanten des Bandmaterials brauchen dann nicht befürchtet zu werden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch
dargestellt und im folgenden näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt eine Stirnansicht des Transportwagens mit aus einzelnen
Ringbunden bestehender aufgelegter Bundreihe in Fahrtrichtung und F i g. 2 die Bundreihe
in Draufsicht mit den Klemmbacken.
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Der Transportwagen 1 ist auf Gleisen 2 verfahrbar und trägt einen
Aufnahmetisch 3, der in Führungen 4 mittels eines zwischen den Führungen 4 angeordneten
Hubzylinders 5 höhenverstellbar ist. Am Aufnahmetisch 3 sind an den beiden Längsseiten
Klemmbacken 6 a und 6b in Pfeilrichtung schwenkbar gelagert, die mittels aus einem
Hebel 7 und einem Druckzylinder 8 bestehender Hebelgestänge 7, 8 gegeneinander wirkend
angestellt werden.
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Der Aufnahmetisch 3 ist an seiner Aufnahmefläche prismatisch zu einer
Aufnahmemulde gestaltet, so daß die einzelnen Ringbunde der Bundreihe 9 gegen seitliches
Abrollen gesichert sind. In axialer Richtung (Fahrtrichtung) werden durch die nach
außen
gewölbte Form der Klemmbacken 6 a und 6b Kraftkomponenten beim Betätigen der Druckzylinder
8 erzeugt, die jeweils den ersten und den letzten Ringbund gegeneinanderpressen
und die dazwischenliegenden Bunde miterfassen. Dies wird durch die Anlage in den
Punkten 11 bis 14 auch bei unterschiedlicher Länge der Bundreihe 9 gewährleistet.
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Zum sicheren Erfassen der Bundreihe 9 sind die Klemmbacken 6 a und
6 b mit elastischen Reibbelägen 10 versehen.
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Eine sich nicht mittig auf dem Aufnahmetisch 3 befindliche Bundreihe
9 wird beim Gegeneinanderwirken des Klemmbackenpaares so weit verschoben, daß dieses
am gegenüberliegenden Ende der Bundreihe 9 trotzdem zur Anlage kommt, so daß in
jedem Falle ein sicheres Erfassen sämtlicher Bunde erzielt wird.