DE1230223B - Verfahren zur Herstellung von Fluor und Stickstoff enthaltenden Polymeren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Fluor und Stickstoff enthaltenden Polymeren

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DE1230223B
DE1230223B DEH45129A DEH0045129A DE1230223B DE 1230223 B DE1230223 B DE 1230223B DE H45129 A DEH45129 A DE H45129A DE H0045129 A DEH0045129 A DE H0045129A DE 1230223 B DE1230223 B DE 1230223B
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nitroso
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fluorinated
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alkyl
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DEH45129A
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Robert Neville Haszeldine
Ronald Erick Banks
Michael King Mccreath
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RONALD ERICK BANKS
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RONALD ERICK BANKS
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G73/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a linkage containing nitrogen with or without oxygen or carbon in the main chain of the macromolecule, not provided for in groups C08G12/00 - C08G71/00
    • C08G73/24Copolymers of a fluoronitroso organic compound and another fluoro organic compound, e.g. nitroso rubbers

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  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Fluor und Stickstoff enthaltenden Polymeren Mischpolymere von gewissen fluorierten Nitrosoverbindungen mit Fluoralkenen sind bekannt. So werden z. B. in der britischen Patentschrift 843 795 Mischpolymere mit folgender Formel der einzelnen Glieder: wobei Z ein einwertiger Rest ist, beschrieben, die durch Umsetzung von Trifluoräthylen mit fluorierten Nitrosoalkanen erhalten werden.
  • Bisher war man der Auffassung, daß es nicht möglich sei, bei derartigen Polymerisationsreaktionen die als Ausgangssubstanz verwendeten fluorierten Nitrosoverbindungen durch nichtilnorierte zu ersetzen. So versuchten beispielsweise I n g o l d und W e a v e r, Journ. Chem. Soc. (London), 1924, S. 1456, Nitrosobenzol mit einem Olefin umzusetzen, ohne daß es ihnen gelang, Polymere zu gewinnen. In einer analogen Reaktion zwischen Nitrosobenzol und CH2 = C (CO2Aet)2 wurden Oxazetidenverbindungen erhalten, jedoch keine Polymeren. Wenn Nitrosobenzol mit Tetrafluoräthylen umgesetzt wird, so erzielt man kein Polymer, sondern nur ein teeriges Zersetzungsprodukt des Nitrosobenzols. Es wäre also zu erwarten gewesen, daß nichtfluorierte Nitrosoverbindungen mit Fluorolefinen entweder unter Bildung einer Oxazetidenverbindung oder unter Bildung von Zersetzungs produkten reagieren würden.
  • Überraschenderweise wurde jedoch nunmehr gefunden, daß es doch möglich ist, nichtfiuorierte Nitrosoverbindungen mit Fluorolefinen zu brauchbaren Polymeren umzusetzen, wenn man ganz bestimmte Nitrosoverbindungen und bestimmte Umsetzungsbedingungen von Druck und Temperatur anwendet.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Fluor und Stickstoff enthaltenden Polymeren durch Mischpolymerisation eines olefinisch ungesättigten, fluorierten Kohlenwasserstoffs mit Nitrosoverbindungen bei Temperaturen von -50"C bis +150"C und bei Drücken von 1 bis 300 Atmosphären, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man als Nitrosoverbindung eine nichtfluorierte Nitrosoverbindung der allgemeinen Formel RROR'C - N O, in welcher R ein Chloratom oder eine Alkyl-, Aryl-oder Cycloalkylgruppe ist, welche außerdem noch in der Reaktion unbeteiligte Substituenten tragen kann, und in welcher RO und R' je eine Alkyl-, Aryl- oder Cycloalkylgruppe bedeuten, welche ebenfalls noch derartige Substituenten tragen kann, verwendet.
  • Bei den erfindungsgemäß hergestellten Polymeren trifft im allgemeinen eine Einheit des fluorierten Kohlenwasserstoffs auf eine Einheit der Nitrosoverbindung, aber es können natürlich Trimere, Tetramere usw. unter Verwendung von Mischungen verschiedener fluorierter Kohlenwasserstoffe mit Ni. trosoverbindungen auch so hergestellt werden, daß mehr als ein fluorierter Kohlenwasserstoffrest und/oder mehr als eine Nitrosogruppe in den Polymeren vorhanden ist.
  • Ein Vorteil der erfindungsgemäß hergestellten Polymere gegenüber bekannten fluorierten Nitroso-Polymeren liegt in ihren geringen Kosten. Die Nitrosoverbindungen können leicht und ohne großen Aufwand hergestellt werden, so daß auch die daraus bereiteten Polymere leichter und billiger als solche Polymere gewonnen werden können, welche fluorierte Nitrosoverbindungen erfordern. Die Kosten solcher fluorierter Nitrosoverbindungen machen die Herstellung von Polymeren, von Sonderfällen abgesehen, unwirtschaftlich. Außerdem sind die Polymere durch das Vorhandensein mehrerer fluorierter Gruppen chemisch indifferent und daher' schwieriger chemisch angreifbar als die billigen handelsüblichen nichtfluorierten Polymere.
  • Nur wenige Verbindungen mischpolymerisieren in einem Verhältnis von ungefähr 1:1 mit olefinisch ungesättigten fluortirerten Kohlenwasserstoffen, wie Tetrafluoräthylen, CF2 - CF = CF2 oder CF2 = CFCI.
  • Solche mischpolymerisierbaren Verbindungen haben bisher immer Fluor enthalten und sind fast immer andere Fluorolefine gewesen. Es ist daher bemerkenswert, daß die genannte Klasse von Nitrosoverbindungen, die überhaupt kein Fluor enthalten, fähig ist, mit industriell so bedeutsamen Fluorolefinen wie C2F4, C8F6 im Verältnis 1: 1 zu mischpolymerisieren.
  • Diese Verbindungsklasse von nichtfluorierten Nitrosoverbindungen nimmt unter den Verbindungen, die mit C2F4 1:1-Mischpolymere bilden, in mehrerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein: a) Die Mischpolymerisation läßt sich leicht unter milden Reaktionsbedingungen ausführen. b) Sie hat die Doppelbindung zwischen N und O anstatt-zwischeñ C und C. c) Sie ist frei von Fluor und daher leicht und ohne großen', Aufwand: herzustellen. d) Sie vetleiht den entsprechenden Mischpolymeren nützliche Löslichkeitseigenschaften und macht diese zum- Öberflächenschutz geeignet. e) Sie unterscheidet sich von den Nitrosoverbindungen; die Fluor enthalten, dadurch, daß sie häufig im dimeren Zustand vorliegt, wodurch sie im nichtmischpolymerisierten Zustand ther-' misch stabiler, ist als das Monomer.
  • Die Mischpolymerisation verläuft in manchen Fällen spontan bei Raumtemperatur oder darunter und bei Atmosphärendruck.
  • Man kann die Polymerisationsreaktion aber auch künstlich auslösen. Hierzu dienen z. B. chemische Mittel, wie Peroxyde (z. B. Benzoylperoxyd) und Azoverbindungen '(z. B. Azodiisobuttersäurenitril), die manchmal den Nachteil haben, daß sie schwierig vom Produkt zu trennen sind; Mittel wie Ultraviolett-, Infrarot-, Röntgen-, Gamma- oder energiereiche Elektronenstrahlen i können unter Umständen bestimmte Nitrosoverbindungen zersetzen, wie z. B.
  • 2-Chlor-2-nitrosopropan, das daher vorzugsweise im Dunkeln umgesetzt wird. Die Verwendung großer Oberflächen erleichtert ebenfalls die Polymerisationsreaktion.
  • Die Reaktionstemperaturen liegen zwischen 50 und +150"C, die Drücke zwischen 1 und 300 Atmosphären. Eine Zeit von 30 Minuten bis 48 Stunden reicht normalerweise für die Reaktion aus, sie hängt natürlich von den anderen Bedingungen, vor allem vom Druck, ab. Drücke von 1 bis 50Atmosphären werden im allgemeinen genügen. Das Molverhältnis von fluoriertem, olefinisch ungesättigtem Kohlenwasserstoff zu Nitrosoverbindung kann in einem weiten Bereich variiert werden, etwa von 1: 5 bis 10: 1.
  • Gewöhnlich werden äquimolare Verhältnisse verwendet Die Reaktion kann sowohl ohne Lösungsmittel wie in einem inerten Lösungsmittel durchgeführt werden.
  • Die Nitrosoverbindung hat die allgemeine Formel RROR'C-NO, wobei R ein Chloratom oder eine Alkyl- (besonders C120), eine Aryl oder eine Cycloalkylgruppe, besonders mit 6 oder weniger Kohlen- stoffatomen ist, die auch nicht - an der Reaktion teilnehmende Substituenten tragen können, wie z. B. andere Halogene als Fluor. RO und R' sind eine Alkyl-, Aryl- oder CycloaLkylgruppe, die ebenfalls noch andere nicht an der Reaktion teilnehmende Substituenten, wie andere Halogene als Fluor, haben können. Zu solchen Verbindungen gehören unter anderem 2-Chlor-2-nitrosopropan und Nitroso-tert.-butan.
  • Der fluorierte olefinisch ungesättigte Kohlenwasserstoff kann z. B. eine oder zwei Doppelbindungen haben. Zu den geeigneten Verbindungen gehören Fluoralkene der allgemeinen Formel R"R+C = CF2, wobei R" ein Fluo"i':,' - Chlor' oder Wasserstoffatorn oder eine Alkylgruppe mit vorzugsweise 1 bis 10 Kohlenstoffatomen ist, die auch durch Fluor oder Chlor substituiert sein kann. R+ ist ein Fluor-, Chlor- oder Wasserstoffatom oder eine Alkyl- oder eine Alkenylgruppe mit vorzugsweise 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, die noch durch Fluor oder Chlor substituiert sein kann. Besonders geeignete Verbindungen haben die allgemeine Formel CF3(CFnCF = CF2, wobei n nicht größer als 20 ist. Hierfür typische Verbindungen sind Tetrafluoräthylen, 1,2-Dichlordifluoräthylen und Chlortrifluoräthylen. Ebenfalls geeignet sind Perfluorbutadien, 1, 1,2,4,4-Pentafluorbutadien, 1,1,4,4-Tetrafluorbutadien, 1,1,4,4-Tetrafluor-2-chlorbutadien und Perfluor-2-methylbutadien.
  • Die erfindungsgemäß hergestellten Polymere können leichtbewegliche oder viskose Flüssigkeiten, fettartige oder feste Stoffe (auch Elastomere) sein. Die jeweilige Form hängt von den Reaktionsteilnehmern und den Reaktionsbedingungen ab. Das Molekulargewicht liegt im allgemeinen zwischen 1000 und 2000000.
  • Da in den Polymeren Kohlenwasserstoffgruppen vorhanden sind, sind sie in den üblichen organischen Lösungsmitteln löslicher als perfiuorierte Polymere; sie bilden auch leichter Dispersionen als diese. Die erfindungsgemäß hergestellten Polymere können daher vorteilhafter für Oberflächenüberzüge (wie Farben), zur Bildung von Filmen und Dispersionen verwendet werden als perfluorierte Polymere. Verständlicherweise können sie auch als chemisch beständige Öles Fette und Wachse oder in geeigneten Fällen als Elastomere verwendet werden.
  • Die Polymere können vernetzt werden, z. B. durch Umsetzung mit polyfunktionellen Verbindungen, wie Diaminen und Diolen. Sie bilden dann unlösliche, unschmelzbare Produkte. Die Polymere können auch radikalisch vernetzt werden, indem z. B. ein Wasserstoffatom aus dem Molekül entfernt wird und die entstehenden Radikale dann dimerisieren. Diese Vernetzungsreaktion wird entweder chemisch durch ein Peroxyd oder eine Azoverbindung oder durch Röntgen-, Gamma-, Ultraviolett-, Infrarot- oder energiereiche Elektronenstrahlen ausgelöst, die die Ablösung eines Wasserstoffatoms bewirken.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren soll nun durch die folgenden Beispiele und Versuchsdaten erläutert werden.
  • Es ist noch zu bemerken, daß die geeigneten nichtfiuorierten Nitrosoverbindungen gewöhnlich in dimerer Form vorliegen, in der sie Cis-trans-Isomerie zeigen.
  • In Lösung und oberhalb seines Schmelzpunktes dissoziiert das Dimere. Wenn die Verbindung ein stark elektronegatives Atom oder eine stark elektronegative Atomgruppe in os-Stellung zur Nitrosogruppe trägt, dimerisiert sie gewöhnlich nicht; eine solche Verbindung ist z. B. das 2-Chlor-2-nitrosopropan.
  • Nitroso-tert.-butan, das man nach der von E mm o n s in J. Am. Chem. Soc., 1957, 79, S. 6522, beschriebenen Methode herstellen kann, liegt bei Raumtemperatur in dimerer Form als weißes, kristallines Pulver vor. Erhitzt man es über seinen Schmelzpunkt (70 bis 71"C), so dissoziiert es in die blauen Dämpfe des Monomers: Lösungen des Dimers in Lösungsmitteln, wie Kohlenwasserstoffe, Äther, Alkohole, sind tiefblau gefärbt, was auf die Dissoziation des Dimers hinweist. Die folgenden Reaktionen wurden daher entweder -bei 80"C oder in 1,1,2-Trichlortrifluoräthan (als inertem Lösungsmittel) durchgeführt. Unter diesen - Bedingungen lag das Mitroso-tert.-butan in der monomeren Form (CH,C - N = 0 vor.
  • Die Reaktion von Nitroso-tert.-butan und Tetrafluoräthylen bei erhöhter Temperatur Beispiel 1 3,5 g (0,036Mol) Nitroso-tert.-butan wurden mit 3,68 g (0,037 Mol) Tetrafluoräthylen bei 800 C behandelt. Nach 5 Stunden zeigte das Verschwinden der blauen Farbe der Nitrosoverbindung das Ende der Reaktion an. Die Reaktionsprodukte wurden analysiert. Es hatten sich 3,40 g eines hellbraunen Harzes, 1,25g einer nicht identifizierten Fraktion, die drei Komponenten enthielt, zusammen mit Trans-2-buten und Isobuten gebildet. 33,7 0/o des Tetrafluoräthylens wurden unverändert zurückgewonnen, an Stickosxyd hatten sich 38,20/,, bezogen auf das Nitroso-tert.-butan, gebildet.
  • Das hellbraune Harz wurde durch Extraktion mit Petroläther (0 bis 40"C) in einen braunen, fiuorfreien Gummi (78 (>/<> des Gesamt-Polymers) und ein blaßgelbes Harz (die lösliche Komponente) getrennt. Für dieses Harz ergab die Elementaranalyse die genaue Zusammensetzung eines 1: 1-Polymers aus Nitrosotert.-butan und Tetrafluoräthylen: Diese Struktur wurde durch Infrarot-Analyse bestätigt.
  • Das braune, in Petroläther unlösliche Polymer muß durch Zersetzung des Nitroso-tert. -butan entstanden sein, wie ein Blindversuch ohne Tetrafluoräthylen ergab. 0,6 g Nitroso-tert.-butan wurden in einem verschlossenen Glasrohr 6 Tage auf 80"C erhitzt, bevor irgendeine Zersetzung erkennbar war.
  • Beim weiteren Erhitzen über 4 Wochen wurde die Nitrosoverbindung vollständig zersetzt. Das Hauptprodukt war ein brauner Gummi neben kleinen Mengen Stickstoff, Stickoxyd und Isobuten.
  • Die Reaktion von Nitroso-tert.-butan und Tetrafluoräthylen in einem Lösungsmittel Beispiel 2 Um die Zersetzung der Nitrosoverbindung zu verringern und damit die Ausbeute an 1: 1-Polymeren zu verbessern, wurde eine Mischpolymerisation bei 200 C in 1,1,2-Trichlor-trifiuoräthan unter Einsatz von 4,35 g (0,05 Mol) Nitroso-tert.-butan und 5,0 g (0,05 Mol) Tetrafluoräthylen durchgeführt. Nach 4 Wochen konnten 6,5 g eines blaßgelben Harzes, der identisch mit dem 1: 1-Polymer - hergestellt bei 80"C - war, isoliert werden, was einer Ausbeute von 87°/o entspricht. Daneben wurden kleine Mengen Stickoxyd, Isobuten und Trans-2-buten gefunden.
  • 21,5 0/o des Tetrafluoräthylenswurden zurückgewonnen.
  • Beispiel 3 0,87 g (0,01 Mol) Nitroso-tert.-butan wurden mit 1,0g (0,Mol) Tetrafluoräthylen bei .00C in einer Lösung von 1,1 ,2-Trichlor-trifluoräthan umgesetzt.
  • Nach 12 Wochen war die blaue Farbe des Nitrosotert.-butans verschwunden. Aus dem Reaktionsgemisch wurden 1,0 g eines blaßgleben Harzes, das mit dem 1: 1-Polymer der Beispiele 1 und 2 identisch war, isoliert. Das entspricht einer Ausbeute von 68°/o. Außerdem wurden kleine Mengen Stickoxyd, Isobuten und Trans-2-buten gebildet.
  • Im weiteren wurden auch die Reaktionen von 2-Chlor-2-nitrosopropan mit Tetrafluoräthylen untersucht. Da 2-Chlor-2-nitrosopropan vom Sonnenlicht zersetzt wird, wurden die Reaktionen der Beispiele 4 und 5 im Dunkeln in evakuierten und verschlossenen Glasröhren durchgeführt.
  • Beispiel 4 13,6 g (0,127 Mol) 2-Chlor-2-nitrosopropan wurden mit 13,2 g (0,132 Mol) Tetrafluoräthylen bei 20"C umgesetzt. 770/0 des Tetrafluoräthylens wurden unverändert zurückgewonnen, zusammen mit 10 g eines braunen Gummis. Dieser Gummi, der als 1: 1-Mischpolymer der Reaktionsteilnehmer zu betrachten ist, war in polaren Lösungsmitteln, wie Aceton, Methanol und Äthanol, löslich, dagegen in unpolaren Lösungsmitteln, wie Benzol und Petroläther, unlöslich. Andere Reaktionsprodukte waren Chlorwasserstoff und 2,2-Dichlorpropan, zusammen mit kleineren Mengen Aceton und Isopropenylchlorid und einer Spur Natriumfluorid, das in einer Nebenreaktion mit dem Glas des Reaktionsgefäßes entstanden war.
  • BeispielS 12,5 g (0,116 Mol) 2-Chlor-2-nitrosopropan wurden mit 16,0 g (0,160 Mol) Tetrafluoräthylens bei 0°C umgesetzt. Wieder wurden 770/0 des Tetrafluoräthylens unverändert zurückerhalten, zusammen mit 10,1 g eines braunen Gummis, der mit dem des Beispiels 4 identisch war. Nebenprodukte waren wiederum Chlorwasserstoff, 2,2-Dichlorpropan, Aceton, Isopropenylchlorid und Natriumfluorid; die Menge der ersten zwei war etwas geringer, die der letzten drei etwas größer als im Beispiel 1.
  • Beispiel 6 Die Reaktion zwischen 2-Chlor-2-nitrosopropan und Tetrafluoräthylen bei 20"C wurde unter Verwendung eines Autoklavs als Reaktionsgefäß wiederholt, um einmal die vollständige Ausschließung von licht während der Reaktion zu sichern und zum anderen Nebenreaktionen mit dem Glas, die in den früheren Versuchen zur Bildung von Natriumfluorid geführt hatten, unmöglich zu machen. Hier wurden nach einer Reaktionszeit von 2 Wochen über 800Io des Tetrafluoräthylens unverändert zurückerhalten, und das -Hauptprodukt war ein brauner Gummi, identisch mit dem, der bei den Reaktionen der Beispiele 4 und 5 entstanden war.

Claims (5)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Fluor und Stickstoff enthaltenden Polymeren durch Mischpolymerisation eines olefinisch ungesättigten, fluorierten Kohlenwasserstoffes mit Nitrosoverbindungen bei Temperaturen von -50"C bis +150"C und bei Drücken von 1 bis 300 Atmosphären, dadurch gekennzeichnet, daß man als Nitrosoverbindung eine nichtfluorierte Nitrosoverbindung der allgemeinen Formel RROR'C - N = 0, in welcher R ein Chloratom oder eine Alkyl-, Aryl- oder Cycloalkylgruppe ist, welche außerdem noch an der Reaktion unbeteiligte Substituenten tragen kann, und in welcher RO und R' je eine Alkyl-, Aryl- oder Cycloalkylgruppe bedeuten, welche ebenfalls noch derartige Substituenten tragen kann, verwendet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Nitrosoverbindung 2- Chlor-2-nitrosopropan oder Nitroso-tert.-butan verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reaktion in der.
    Dunkelheit ausführt.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als iluorierten, olefinisch ungesättigten Kohlenwasserstoff eine Verbindung der allgemeinen Formel R"R+C=CF2I in der R" ein Fluor, Chlor- oder Wasserstoffatom' oder ein Clmo-Alkyl-, Fluoralkyl-, Chloralkyl- oder Fluorchloralkylrest und R+ ein Fluor-, Chlor-oder Wasserstoffatom köder ein C1-10-Alkyl-, Alkenyl-, Fluoralkyl-, Chloralkyl-, Fluoralkenyl-, Chloralkenyl-, Fluorchloralkyl- oder Fluorchlralkenyl-Rest ist, bevorzugt ein Fluoralken der allgemeinen Formel CF3(CF2)nCF = ,CF2, wobei eine ganze Zahl von 0 bis 20 ist, verwendet.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis-4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mischpolymerisation unter Verwendung eines radikalbildeaden Katalysators durchführt.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche- Auslegeschrift Nr. 1 067 594; britische Patentschrift Nr. 843 795; J. Am. Chem. Soc., 79, 1957, S. 6522ff.
DEH45129A 1961-03-17 1962-03-13 Verfahren zur Herstellung von Fluor und Stickstoff enthaltenden Polymeren Pending DE1230223B (de)

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DE1067594B (de) * 1955-10-24 1959-10-22 Ici Ltd Verfahren zur Herstellung von Mischpolymerisaten des Tetrafluoraethylens
GB843795A (en) * 1957-10-23 1960-08-10 Nat Res Dev Polymers of fluorinated organic compounds

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