DE1173C - Apparat zur Reduktion des Wasserdruckes in Hausleitungen - Google Patents
Apparat zur Reduktion des Wasserdruckes in HausleitungenInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G05—CONTROLLING; REGULATING
- G05D—SYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
- G05D16/00—Control of fluid pressure
- G05D16/04—Control of fluid pressure without auxiliary power
- G05D16/10—Control of fluid pressure without auxiliary power the sensing element being a piston or plunger
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Description
1877.
Klasse 85.
A. SCHLAPP in FRANKFURT a. M. Apparat zur Reduction des Wasserdruckes in Hausleitungen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. November 1877 ab.
Der Apparat hat zum Zweck, den in den neueren Wasserleitungen in dem Röhrennetz
herrschenden hohen hydraulischen Druck beim Eintritt in eine Privatleitung zu reduciren und
auf einem bestimmten Maafse zu erhalten, selbst wenn die Ausflufsöifnungen der Hauswasserleitung
geschlossen sind.
Der Apparat besteht, wie beiliegende Zeichnung zeigt, aus einem starken geschlossenen
Gefäfse von Gufseisen oder Eisenblech A, mit einer Emlafsöffnung α und einer Auslafsöffhung K
für die Hauptrohrleitung des Hauses. Letztere mufs mit einem Windkessel versehen sein, der
entweder in der Nähe des Gefäfses A oder am
obersten Punkt der Hausleitungssteigröhre angebracht sein kann.
Die Einlafsöffnung α ist mit einem nach innen
sich öffnenden Ventil c versehen, das in einer Führung e gleitet, sowie mit einer Leder- oder
Gummigarnitur, um eine vollkommene Abdichtung auf dem schmalen Ventilsitz b b zu erzielen.
Auf der entgegengesetzten Seite des Gefäfses A ist ein nach innen und aufsen verschiebbarer,
dicht in seiner Führungsbüchse Schliefsender Kolben / angebracht, der eine tellerförmige
Platte h zur Aufnahme eines Gegengewichtes trägt. In der beiliegenden Zeichnung ist die
Anordnung für eine directe Belastung der Teller gewählt. Es ist aber selbstverständlich, dafs
eine Hebelbelastung in irgend einer Weise, selbst eine Federbelastung des Kolbens, dieselben
Dienste thun mufs und demzufolge eine verticale, horizontale oder sonstige Stellung des Ventils
bezw. Kolbens statthaben kann und am Princip nichts ändert. Der Kolben / ist mit dem
Ventil c durch einen ungleichärmigen Hebel d verbunden. Der Erfinder behält sich vor, die
hier angegebene Verbindungsart zu verändern, wie es die Praxis erfordert.
Nehmen wir an, unter dem Ventil c in a herrsche ein Wasserdruck von zehn Atmosphären
und man wünscht, dafs in der Hauswasserleitung am tiefsten Punkte, d. i. in dem Gefäfse A, ein
Druck von zwei Atmosphären wirke. Nehme man ferner an, der Querschnitt der Eintrittsöffnung α am scharfen Rande oder Sitz b b sei
gleich dem Querschnitte des Kolbens / und das Verhältnifs der wirksamen Hebelarme des
Hebels d sei gleich 1 : 5, so wird im Zustande der Ruhe, bei geschlossenen Auslaufhähnen in
der Hausleitung gegen die untere Fläche des Ventils c ein Druck von 10 Atmosphären drücken,
gegen die innere Kolbenfläche / aber ein Druck von zwei Atmosphären. Dieser letztere Druck
wird vermöge der fünffachen Hebelübersetzung auf das Ventil c mit 5X2 Atmosphären drücken.
Der directe innere Druck auf das Ventil c ist aber ebenfalls zwei Atmosphären, weil a so
grofs als f vom Querschnitt ist. Bei zwei Atmosphären Druck in A ist demnach das Ventil
mit einem Druck von 2-j-2X5=i2 Atmosphären
belastet und von aufsen mit 10 Atmosphären. Es wird also durch einen Druck von zwei
Atmosphären geschlossen gehalten. Bringt man dagegen auf dem Teller h ein Gewicht an,
welches einem Druck von 2/5 Atmosphären das
Gleichgewicht hält, so hebt dieses Gewicht einen inneren Druck auf das Ventil von 5 . % = 2
Atmosphären auf und es herrscht nun Gleichgewicht. Vergröfsert man das Gewicht nun
etwas, so wird das Gleichgewicht gestört und es kann nun bei geöffneten Auslaufhähnen
Wasser bei einem Druck von zwei Atmosphären ausfliefsen. ·— Sowie der Druck aber in A
gröfser wird, treibt er den Kolben / hinaus und schliefst das Ventil c so lange, bis wieder zwei
Atmosphären Druck in A vorhanden sind.
Vorausgesetzt, dafs das Ventil c dicht schliefst,
wird der Druck in der Hausleitung, auch wenn alle Auslaufhähne geschlossen sind, nur wenig
mehr als zwei Atmosphären betragen können.
Sobald nämlich die Hähne geschlossen werden, tritt vermöge der lebendigen Kraft in der
bewegten Wassersäule noch etwas Wasser in A ein und prefst die Luft im Windkessel zusammen.
Die zusammengeprefste Luft reagirt aber auf das Wasser und dieses drückt sogleich auf
den Kolben /, wodurch das Ventil fest auf seinen Sitz gedrückt wird. Die Kraft, mit der
das geschieht, hängt von der Menge des Wassers ab, welches vermöge der lebendigen Kraft der
in Bewegung befindlichen Wassersäule nach Schlufs der Ausläufe noch unter dem Ventil c
eindringt. Je gröfser der Windkessel, desto geringer wird der Druck sein. Ist dagegen das
Volumen desselben klein, so wird die geringe Menge Luft in dem Kessel durch das nachdrängende
Wasser stark zusammengeprefst. Wäre gar kein Windkessel vorhanden, so wäre der Apparat unwirksam, weil dann sofort der Druck
Claims (1)
- innen so grofs, als in der Zuleitung wäre. Es ist demnach rathsam, einen möglichst grofsen Windkessel in der Nähe des Apparates oder direct an ihm anzubringen.Bei grofsem Windkessel kann eine unvollkommene Dichtheit des Ventils weniger schädlich sein, weil mit dem wachsenden inneren Druck das Ventil dichter schliefst. Ich versehe dasselbe daher mit einer Dichtungsplatte von elastischem Material, Leder oder Gummi, um kleine Undichtheiten durch gröfseren Druck schliefsen zu können. Es ist klar, dafs man durch passende Wahl der Gröfsenverhältnisse des Hebels, Ventils und Kolbens, sowie des Gewichtes einen bestimmten Druck in der Hausleitung erhalten kann, der bei Zunahme oder Abnahme des Druckes in der Hauptleitung allerdings ebenfalls zunehmen oder abnehmen wird, aber in dem Verhältnifs der Hebelarme des Hebels d, kleiner als der in der Strafsenleitung sein wird. Das Verhältnifs der Hebelarme ändere ich je nach der Gröfse des Druckes in der Haupt- oder Strafsenleitung und mache die Einrichtung so, dafs ich den Stützpunkt des Hebels leicht versetzen kann.Der Minimaldruck in dem Apparat A wird in den meisten Fällen gröfser, als zwei Atmosphären sein müssen, da die Höhe des Steigrohres an und für sich schon einen gewissen Druck bedingt, der für die oberen Ausläufe nicht wirksam ist, daher je nach der Höhe des Hauses ein Druck vorhanden sein mufs, der eben gerade so grofs ist, dafs die oberen Ausläufe mit gehöriger Geschwindigkeit das Wasser entlassen.Patent-Anspruch: Ein geschlossenes Gefäfs mit einem Einlafs, der von innen durch ein Ventil geschlossen ist, ferner mit einem gut abgedichteten Kolben, der die Wand nach aufsen durchdringt. — Kolben und Ventil sind durch einen ungleicharmigen Hebel derart mit einander, verbunden, so dafs das Ventil sich schliefst, wenn der Kolben nach aufsen tritt. Dieser Apparat ist in die Leitung einzuschalten, zum Zweck, wie oben beschrieben.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1173T | 1877-11-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1173C true DE1173C (de) |
Family
ID=70861132
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1173DA Expired - Lifetime DE1173C (de) | 1877-11-29 | 1877-11-29 | Apparat zur Reduktion des Wasserdruckes in Hausleitungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1173C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1051352B (de) * | 1955-11-22 | 1959-02-26 | Hoppmann & Mulsow | Mehrfachschelle zur Befestigung von Kabeln, Feuchtraumleitungen oder Kunststoffmantelleitungen an einer Wand |
| DE1102854B (de) * | 1953-08-14 | 1961-03-23 | Siemens Ag | Abzweigdose, bestehend aus Klemmensockel und Kappe |
-
1877
- 1877-11-29 DE DE1173DA patent/DE1173C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1102854B (de) * | 1953-08-14 | 1961-03-23 | Siemens Ag | Abzweigdose, bestehend aus Klemmensockel und Kappe |
| DE1051352B (de) * | 1955-11-22 | 1959-02-26 | Hoppmann & Mulsow | Mehrfachschelle zur Befestigung von Kabeln, Feuchtraumleitungen oder Kunststoffmantelleitungen an einer Wand |
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