-
Verfahren und Einrichtung zum pneumatischen Fördern von Formstoffen
für Gießereien Zum Fördern von Formstoff ist ein pneumatischer, unter Druck von
etwa 5 atü gesetzter Geber vorgeschlagen worden, der das zu fördernde trockene bis
feuchte Gut durch Rohrleitungen drückt. Die Förderung wird dadurch ermöglicht, daß
Verstopfungen in der Rohrleitung durch tangentiale Beigabe großer Preßluftmengen,
welche einen Drall erzeugen, vermieden werden. Der durch die hohe Geschwindigkeit
bedingte Verschleiß ist naturgemäß sehr groß. Selbst die Auskleidung der Rohrkrümmer
mit Gummi verhindert den Verschleiß nicht. Der Rohrverschleiß und der hohe Luftdurchsatz
mindern die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens, welches sich gespannter Luft als
Stoffträger bedient und eine Fördergeschwindigkeit, welche als Schwebegeschwindigkeit
bezeichnet werden kann, von etwa 30 m/Sek. und mehr benötigt.
-
Außerdem wurde ein pneumatisches Fördersystem empfohlen, welches sich
mittlerer Drücke zwischen 4 bis 6 atü bedient und körnige, mit Ölen oder Harzen
gebundene Stoffe, also Kernsande, durch Rohrleitungen bei einer Geschwindigkeit
von etwa 15 m/Sek. fördert. Auch hier ist die Preßluft als Stoffträger wirksam,
was neben dem starken Rohrverschleiß einen sehr hohen Preßluftverbrauch zur Folge
hat. Bei dieser Art der Förderung gilt der Schwebezustand der zu fördernden Stoffe
als entscheidendes Merkmal, wobei jedoch der Feindosierung von Luft und Förderstoff
keine Aufmerksamkeit gewidmet wurde und die dazu benötigten Regelgeräte aus diesem
Grunde nicht weiter entwickelt wurden.
-
Eine Erhöhung der Korngröße und damit des Korngewichtes hat eine Zunahme
der notwendigen Luftgeschwindigkeit bei einer pneumatischen Förderung zur Folge.
Die Reibungswiderstände in den Rohrleitungen wachsen dabei mit dem Quadrat der Fördergeschwindigkeit,
so daß Bedenken gegen pneumatisches Fördern spezifisch schwerer Stoffe vorlagen.
-
Die Erfindung betrifft unter Beseitigen der Nachteile ein Verfahren
zum pneumatischen Fördern von Sand und Zuschlagstoffen bei der Aufbereitung von
Form- und Kernsand. Im Gegensatz zu den bekannten Vorgängen schlägt die Erfindung
bei diesem Verfahren vor, die Fördergeschwindigkeit für das Fördergut unter Verwendung
von gespannter, vornehmlich als Druckmittel dienender Luft auf höchstens 2 m/Sek.
zu begrenzen. Die zähflüssigen oder luftempfindlichen Kernbildner werden aus Behältern
zu den Mischvorrichtungen mittels einer Vakuumpumpe in Verbindung mit Vakuum- oder
Druckkesseln, die als Akkumulator dienen, zugeführt. Die Zuteilung und Dosierung
dieser Zuschläge erfolgt mittels eines Meßgefäßes, in welchem diese Vorgänge nach
dem Gesetz von B o y 1 e - M a r i o t t e durchgeführt werden.
-
Zur Abwicklung des Vorganges dient als Einrichtung die Aneinanderreihung
eines Entladers für den Sand, eines Förderers, eines an diesen anschließenden Trocknungsapparates,
einer pneumatischen Förderanlage mit Verteilern zu Zwischenbehältern mit einem pneumatischen
Förderer, dessen Verteiler zu den Behältern für den jeweiligen Bedarf geführt sind,
eines pneumatischen Förderers für die Zuschläge mit Zuleitungen für einzelne Vorratsbehälter,
unter welchen Kernsandmischer vorgesehen sind.
-
Die zum Trocknen, Gattieren und Mischen der Kernsande bestimmten Aggregate
sind mittels elektropneumatisch gesteuerter, pneumatischer Förderer verbunden.
-
Die Zeichnung zeigt in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel
der zur Durchführung des Vorganges erforderlichen Vorrichtung, welche in der Beschreibung
erläutert ist.
-
Der z. B. in Bahnwaggons einlaufende Neusand wird mittels eines Schrappers
1 einem mit Lichtgittern bedeckten Zwischenbunker 2 zugeführt und läuft von hier
über ein Abzugsband 3 und ein Becherwerk 4 sowie einen Verteilungsförderer 5 in
zwei Sandsilos 6, 7, um verschiedene Sandsorten auf Vorrat zu halten. Die wechselweise
zu trocknenden Sandsorten werden aus diesen Silos wahlweise mittels eines der beiden
Abzugsbänder 8, 9 über einen gemeinsamen Bandförderer 10 dem mit einem Kühlteil
Al versehenen Trommeltrockner zugeführt. Der Getrocknete und auf etwa 40° C abgekühlte
Sand gelangt über ein Drehsieb 12 auf eine elektronisch gesteuerte, vollautomatisch
arbeitende, pneumatische Förderanlage 13.
-
Über eine Förderrohrleitung 14 gelangen die getrockneten Sandsorten
über Verteiler in Zwischenbehälter
15, 16, 17 und 18. Aus dieser
Gruppe von Behältern 15 bis 18 werden die verschiedenen Sandsorten entweder einzeln
oder in entsprechenden Anteilen dosiert, gemeinsam über Ausläufer mit verstellbaren
Meßblenden 19 einem gemeinsamen Gattierungsband 20 zugeteilt, welches den vorgattierten
Sand an den pneumatischen Förderer 21, der in seiner Bauart und Wirkungsweise der
Anlage 13 entspricht, abgibt. Von hier gelangt der Sand durch die Förderrohrleitung
22 über Verteiler in die Vorratsbehälter für den jeweiligen Bedarf 23, welche über
den Kernsandmischern 24 angeordnet sind.
-
Die beispielsweise in Lastwagensilos 25 eintreffenden pulverförmigen
Binder werden zunächst in üblicher Weise pneumatisch einem Vorratsbehälter 26 zugeführt.
Sie gelangen von hier über einen pneumatischen Förderer 27, der den Anlagen 13 und
21 entspricht, und über die Förderleitung 28 in die einzelnen Vorratsbehälter 29,
welche über den beschriebenen Kernsandmischern angeordnet sind.
-
Die z. B. in Bahnkesselwagen 30 eintreffenden Kernöle oder
sonstigen flüssigen Binder laufen zunächst in einen tiefer gelegenen Sammelkessel
31 und werden von hier durch eine Pumpe 32 in Vakuumkessel 33 gefördert,
welche, anschließend unter Druck gesetzt, als Akkumulatoren für den Transport der
flüssigen oder zähen Binder bis zur Mischanlage sorgen.
-
Die in den Vorratsbehältern 23 befindlichen Kernsande oder deren Mischungen
werden dann den Mischern über elektropneumatisch beeinflußte Segmentverschlüsse
34 zugeteilt. Anschließend erfolgt die Zugabe der pulverförmigen Binder aus den
einstellbaren und geeichten Meßzylindern 35. Nach einer entsprechend ablaufenden
Trockenmischzeit und fallweise nach einer Beimischung von Wasser werden schließlich
den Kernsandmischungen über die Leitung 36 und die Dosiergeräte 37, welche nach
dem Boyle-Mariotte-Prinzip arbeiten, die zähflüssigen, sonstigen Binder zugeteilt.
-
Nach Beendigung des Mischvorganges und nach dem Öffnen der Mischertüren
fallen die fertigen Kernsandmischungen dann in die Auslauftrichter 38, welche als
Zwischenbehälter dienen. Von hier gelangt der Kernsand über Elektro-Vibrationsförderrinnen
39 auf ein Spezialförderband 40 aus Gummi, das mit nicht dargestellten Abstreifern
versehen ist und an seinem rückwärtigen Ende einen Reiniger 41 besitzt. Dieser Reiniger
liegt auf dem Band und benetzt dieses gleichmäßig mit einer aus einem Behälter zugeführten
Reinigungsflüssigkeit. Am vorderen Ende des Bandes unterhalb der Antriebstrommel
ist eine Reinigungsbürste 42 vorgesehen, welche in ganzer Bandbreite gegen das Band
drückt und Kernsandreste abfegt. Das Spezialgummiband 40 ist beliebig lang und reicht
bis zu den verschiedenen Verbrauchsstellen in der Kernmacherei. Alle Zwischenbehälter
und Behälter für den Tagesverbrauch für Sande und pulverförmige Binder sind mit
elektrisch betätigten Voll- und Leermeldern ausgestattet, welche der besseren Übersicht
wegen in der schematischen Darstellung nicht mit Ziffern bezeichnet sind. Diese
elektrischen.. Melder steuern vollautomatisch das Auffüllen der jeweiligen Behälter
mit Sanden und Bindern.
-
Außer der bereits eingangs genannten Vorteile des erfindungsgemäß
vorgeschlagenen Vorganges, gewährt die zur Durchführung des Verfahrens erforderliche
Anlage eine Erhöhung der Gesamterzeugungsmenge und Qualität bei gleichzeitiger Einsparung
der Zeit, des Raumes und der Mühe. Die bisher mehr oder weniger zuverlässig manuell
ausgeführten Meß- oder Dosiervorgänge sind durch ein voreinstellbares Steuerungssystem
ersetzt. Die bisher bekannten und teueren, verfahrbaren Meßgeräte werden hier durch
verstellbare und geeichte Meßkolben aus durchsichtigem Kunststoff od. dgl. ersetzt.
Die pneumatische Förderanlage erzielt gegenüber den bekannten Einrichtungen den
geringsten Verschleiß der Förderrohrleitungen und arbeitet mit einem geringeren
Luftverbrauch. Der zu fördernde Sand kann nach erfolgter Fluidisierung in strangförmigen
Förderstrom leicht über große Höhen und beträchtliche Weiten geleitet werden, wozu
die gemäß der Erfindung gewählte Fördergeschwindigkeit ebenfalls beiträgt.