DE115142C - - Google Patents

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DE115142C
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
In der deutschen Patentschrift 58752 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Walzen von nahtlosen Röhren beschrieben, bei welchem auf Zug beanspruchte zweitheilige Dornstangen mit zweitheiligen Dornen in der Weise zur Verwendung kommen, dafs das Werkstück nach dem Durchwalzen über dem ersten ,Stangentheil und Dorn in dem ersten Kaliber auf den zweiten Stangentheil aufläuft und dann mit diesem letzteren in das_zweite Kaliber übergeführt wird, worauf das Walzen über dem Dorn des zweiten Stangentheiles erfolgt und dann das Werkstück auf den dritten Stangentheil aufläuft und so fort. Hierbei ist also eine Uebertragung eines jeden einzelnen Stangentheiles mit dem daraufhängenden Werkstück in ein anderes Kaliber und die Zusammenfügung der beiden Dorntheile nach jedem Stich erforderlich. Diese Uebertragung erfordert viel Zeit, innerhalb welcher das Werkstück sich abkühlt, so dafs in einer Hitze nur eine ganz beschränkte Anzahl Stiche ausgeführt werden können.
Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Rohrwalzwerk vermeidet diesen Uebelstand durch die Anordnung einer ununterbrochen, durch eine Anzahl hinter einander angeordneter Kaliber hindurchgehenden, auf Zug beanspruchten Dornstange, welche in den auf einander folgenden Kalibern Dorne von gleichbleibender oder abnehmender Dicke trägt. Hierbei ist also nach jedem Stich nur ein Einführen des in gerader Richtung weiterlaufenden Werkstückes in das nächste Kaliber erforderlich, ohne dafs es hierzu einer Lageveränderung der Dornstange selbst bedarf. Das Ueberführen des Werkstückes geht also erheblich schneller vor sich, woraus folgt, dafs in einer Hitze eine bedeutend gröfsere Anzahl Stiche gemacht werden können, also Zeit und Arbeit gespart wird.
Ferner ist in der deutschen Patentschrift 50413 ein Rohrwalzwerk mit mehreren hinter einander liegenden Walzenpaaren beschrieben, welche das Walzgut gleichzeitig unter Anwendung eines konischen, aus einem Stück bestehenden, durch eine Reihe von Kalibern hindurchgehenden Dorn bearbeiten. Die Abnutzung des Dornes ist aber erfahrungsgemäfs bei jedem Durchgange des Werkstückes durch die Walzen an den Druckstellen eine derartig gröfse, dafs die Dorne nach wenigen Stichen durch neue ersetzt werden müssen. Bei dem Verfahren der Patentschrift 50413 mufs also der ganze infolge seiner complicirten Form und seiner grofsen Länge sehr theure Dorn fortwährend erneuert werden.
Ferner wird bei der Vorrichtung der Patentschrift 50413 das Werkstück gleichzeitig von mehreren Walzenpaaren bearbeitet, welche mit entsprechend wachsender Geschwindigkeit rotiren sollen. Die letztere müfste sich daher genau der in jedem Kaliber gröfser werdenden Austrittsgeschwindigkeit des Werkstückes anpassen, eine Bedingung, welche nicht zu erfüllen ist, weil die Austrittsgeschwindigkeit infolge der Schwankungen des Temperaturgrades des Walzgutes eine stetig schwankende ist.
Diese Uebelstände vermeidet das vorliegende Walzwerk vollständig. Die Auswechselbarkeit der Dorne ist dadurch einfacher und billiger
gemacht, dafs auf eine lange, aus verhältnifsmäfsig dünnem Rundeisen bestehende Dornstange kleine Dorne aufgeschoben sind, welche durch Keile oder dergl. festgehalten und leicht ausgewechselt und durch neue ersetzt werden können,, während die lange Dornstange eine unbegrenzte Betriebsdauer hat. Ferner wird das Werkstück stets erst dann von den folgenden Walzenpaaren erfafst, nachdem es das vorhergehende bereits völlig verlassen hat. Es bewegen sich daher alle Walzen mit gleicher Winkelgeschwindigkeit.
Ein nach der vorliegenden Erfindung construirtes Walzwerk ist auf der beiliegenden Zeichnung in Fig. ι schematisch dargestellt.
Es sind so viel Streckwalzenpaare ab, ab, ab.... mit abnehmendem Kaliber hinter einander angeordnet, wie Stiche in einer Hitze gemacht werden können. Durch diese Kaliber geht eine ununterbrochene Dornstange c hindurch, welche so gelagert ist, dafs sie beim Walzen auf Zug beansprucht wird.
Auf dieser Dornstange sitzen in den Kalibern der einzelnen Streckwalzen Dorne d, d, d. . . ., welche leicht auswechselbar sind, aber während des Walzens ihre Lage unverändert beibehalten, wobei die Art der Befestigung dieser Dorne auf der Dornstange gleichgültig ist. Das Werkstück e wird, auf der Zeichnung von rechts, nach Erwärmung auf Schweifshitze auf die Dornstange aufgeschoben und durch die Walzenpaare α b, ab, a b .... allmählich ausgestreckt, wobei es über die durchgehende Dornstange weitergeschoben wird. Es ist zweckmäfsig, hierbei jedes Walzenpaar unabhängig von seinen Nachbarn für sich arbeiten zu lassen, derart, dafs das Werkstück von jedem Walzenpaar erst erfafst wird, nachdem es das vorhergehende Walzenpaar vollständig verlassen hat.
Nachdem das Werkstück in derselben Hitze eine gröfsere Anzahl Walzenpaare passirthat, gelangt es, wenn die Streckung noch nicht weit genug vorgeschritten ist, in einen am Ende der Walzenstrafse stehenden Schweifsofen, um alsdann nach genügender Erhitzung durch eine der beschriebenen Walzenstrafse analoge Reihe von Streckwalzenpaaren f g, f g, f g .... in derselben Weise, wie vorher beschrieben, hindurchzugehen. Diese zweite Walzenreihe kann, wie in der Zeichnung beispielsweise dargestellt ist, mit der ersten im Trio oder auch für sich allein als Duo angeordnet sein.
Da bei dem hohen Druck, welcher bei dem beschriebenen Walzwerk anzuwenden ist, ein Steckenbleiben des Werkstückes in den ersten Kalibern sehr leicht vorkommt, so werden vor jedes Streckwalzenpaar zwei besondere, mit derselben Umfangsgeschwindigkeit laufende Treibwalzen k I, k /, k I . . . . angeordnet, welche das Rohr in das Kaliber hineintreiben. Bei der Kalibrirung der Walzen und der Wahl der Dorndurchmesser ist dann natürlich auf das Zusammendrücken des Rohres durch die Treibwalzen Rücksicht zu nehmen. Durch Wahl entsprechend geformter Kaliber und Dorne kann man Hohlkörper von verschiedenen Querschnittsformen herstellen, wie solche z.B. in den Fig. 2, 3, 4 und 5 angedeutet sind.

Claims (2)

  1. Pa tent-Ansprüche:
    ι . Ein Rohrwalzwerk mit mehreren hinter einander stehenden Kaliberwalzen, welche mit einer entsprechenden Anzahl von auf einer gemeinschaftlichen feststehenden Stange befindlichen Dornen von gleichbleibender oder abnehmender Dicke zusammen arbeiten, dadurch gekennzeichnet, dafs die Dorne (d) leicht auswechselbar angeordnet sind, und dafs die gleich schnell umlaufenden Walzen (a b bezw. f g) nach einander auf das Werkstück (e) zur Wirkung kommen.:
  2. 2. Ein Rohrwalzwerk nach Anspruch ι , dadurch gekennzeichnet, dafs vor den arbeitenden Kaliberwalzen besondere Treibwalzen (kl) angeordnet sind, welche das Werkstück den Kaliberwalzen zuführen und ein Steckenbleiben verhindern.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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