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Austauschbares Objektiv Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf
Aufnahmekameras mit Zentralverschluß, deren Objektive auswechselbar sind, und betrifft
eine wirtschaftlich und technisch vorteilhafte Neuerung.
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Es ist bekannt, insbesondere in Rollfilm ameras den Zentralverschluß
in bekannter Weise in der Blendenebene des Objektivs wirken zu lassen und die vor
ihm liegenden Linsenteile des Normalobjektivs durch Wechseloptiken zu ersetzen,
die gemeinsam mit den in der Kamera verbleibenden Hinterlinsen des Ob-
jektivs
ein System gleicher Schnittweite, aber anderer Brennweite liefern. Auf diese Weise
ist es wirtschaftlich möglich, zu dem Normalobjektiv ein Weitwinkelsystem einerseits,
ein Telesystem andererseits mit mäßig verlängerter Brennweite zu schaffen, so daß
das Verhältnis der extremen Brennweiten etwa bei 1: 2,5 liegt.
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Eine weitere bekannte Lösung setzt das gesamte Objektiv einschließlich
seiner Blende vor den fest mit der Kamera verbundenen Verschluß; hier besteht aus
lichttechnischen Gründen die Forderung einer konstanten oder nahezu gleichen Schnittweite
für alle Objektive, für ihren inneren Aufbau besteht aber weitgehende Freiheit.
Dadurch ist es möglich, ein Brennweitenintervall von etwa 1 : 5 wirtschaftlich
zu überbrücken. Extremere Brennweitenwerte sind zwar technisch möglich, bedingen
aber einen derartigen Aufwand an Linsen und mechanischen Teilen, daß solche Wechselobjektive
sehr teuer werden und besser durch normalgebaute austauschbare Objektive der gleichen
Brennweite in einer Kamera mit Schlitzverschluß ersetzt oder samt dem Zentralverschluß
ausgewechselt werden.
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Ein Nachteil des hinter den Linsen ablaufenden Verschlusses besteht
weiter darin, daß bei hohen Verschlußgeschwindigkeiten und kleinen Blenden Vignettierungen
durch die Verschlußlamellen auftreten können, die eine ungleichmäßige Ausleuchtung
des Bildes zur Folge haben.
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Dieser Mangel vor allem wird durch die vorliegende Erfindung behoben,
insbesondere dann, wenn der Verschluß nicht fest in die Kamera eingebaut ist, sondem
zur Scharfeinstellung auf nahe Entfernungen mittels einer der bekannten mechanischen
Einrichtungen längs der optischen Achse verschoben wird. Dadurch ist es möglich,
langbrennweitigere Objektive auf wesentlich kürzere Entfernungen einzustellen, als
wenn nur das Objektiv gegenüber dem fest in die Kamera eingebauten Verschluß verschoben
werden kann.
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Die Erfindung geht davon aus, daß Vorder- und Hinterglied des Objektivs,
also sowohl die vor als auch die hinter dem Blenden- bzw. Verschlußraum, liegenden
optischen Elemente, ausgetauscht werden. Es ist bekannt, aus der Kamera das gesamte
Objek-
tiv samt Verschluß zu entfernen, Hinter- und Vorderkomponente des Objektivs
auszuwechseln und den Verschluß samt anderem Objektiv wieder in die Kamera zu setzen.
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Die Erfindung schlägt vor, diesen Objektivwechsel durch den Verschluß
hindurch zu vollziehen, der axial verschiebbar, aber nicht abnehmbar in die Kamera
eingebaut ist. Hinter- und Vorderglied des
Objektivs werden vorübergehend
miteinander mechanisch verbunden; das Ganze wird von vom in den Verschluß so eingeführt,
daß bei geöffneten Lamellen und geöffneter Blende das Hinterglied des
Ob-
jektivs hinter die Blendenebene kommt. Es wird dort verriegelt und durch
eine weitere Maßnahme vom Vorderghed getrennt. Das Vorderglied wird nach dem Herausziehen
um einen den Blendenraum frei machenden Betrag in einer am Verschluß angebrachten
Vorderfassung arretiert. Beim Herausnehmen des Objektivs wird sinngemäß der entgegengesetzte
Weg eingeschlagen.
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Es handelt sich also um ein Objektiv, dessen Komponenten durch eine
lösbare Verbindung, beispielsweise einen Renkversähluß, so verbunden sind, daß mittels
der vorderen die hintere Komponente durch den geöffneten Verschluß hindurch an ihren
Ort gebracht werden kann und daß sie dort mit bekannten Mitteln gegen Verdrehen
gesichert wird, so daß durch Drehen des Vordergliedes beide Teile getrennt werden
können. Es ist eine Federung mit Rastung vorgesehen, die die hintere Komponente
so gegen einen Anschlag drückt, daß ihr rechnungsmäßiger Blendenabstand gewahrt
ist. Die Vorderseite des Verschlusses
trägt eine Fassung mit einem
zweiten Renkverschluß, der durch das Verdrehen der Vorderkomponente so wirksam wird,
daß, diese nicht herausgezogen werden kann, sondern vermittels einer Feder oder
eines entsprechenden Organs an einen Anschlag gedrückt und damit ebenfalls in ihrer
axialen Lage definiert ist, so daß auch ihr Blendenabstand dem Rechnungswert entspricht.
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An Stelle der Befestigung mit Renkverschlüssen und deren Schaltung
durch Drehen können auch Schalthaken, Magnete und andere äquivalent wirkende Mittel
benutzt werden.
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Zur Erfindung gehört eine Sicherung, die, mit an sich bekannten Mitteln
verhindert, daß das Wechseln des Objektivs bei nicht voll geöffneter Blende oder
nicht offenem Verschluß versucht wird. Diese Sicherung kann beispielsweise ein Hebel
sein, der die Verschluß- und Blendenlamellen durch übertragungsglieder offenhält,
solange nicht beide Objektivkomponenten an Ort und Stelle gebracht sind. Gleichzeitig
kann eine damit verbundene Klappe od. de. den Film in an sich bekannter Weise abdecken.
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In den Fig. 1 bis 3 ist ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung wiedergegeben.
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Fig. 1 zeigt ein Wechselobjektiv von außen. Die Vorderkomponente
befindet sich in der Fassung 1;
sie kann zusätzliche Einrichtungen, beispielsweise
einen Einstellring 2, zur Scharfeinsteffung durch Frontlinsenverschiebung tragen,
falls der Verschluß der zugehörigen Kamera keine axiale Verschiebung zuläßt. Mit
3 ist die Fassung der Hinterkomponente bezeichnet; ihr Durchmesser ist kleiner
als die größte öffnung der Blende und des Verschlusses. Eine hakenförmige Nut
31 der Hinterfassung 3 korrespondiert mit einem Haken 11 der
Vorderfassung 1,
so daß beide eine durch gegenseitiges Verdrehen lösbare Einheit
bilden. Zweckmäßig ist eine im einzelnen nicht gezeichnete federnde Rastung vorgesehen,
di e- in der gezeichneten Stellung wirksam ist und das Auseinanderdrehen nur nach
dem überwinden eines Widerstandes erlaubt.
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Fig. 2 und 3 zeigen diese Fassung im Schnitt, in einen Verschluß
4 eingesetzt. Der Verschluß trägt ein Fassungsrohr 41, in dem die Fassung
3 der Hinterkomponente mit der erforderlichen Genauigkeit geführt ist; gegen
Verdrehen ist die Fassung 3 durch eine Nut 32 (Fig. 3) gesichert,
die mit einem Stift 42 der Fassung 41 zusammenwirkt. Die in der Fassung 41 befindlichen
Federn 43 sorgen dafür, daß die Hinterkomponente sicher an der Fläche 44 der Fassung
41 anliegt.
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Ist dergestalt die Hinterkomponente 3 in das Rohr 41 eingeführt,
so kann durch Drehen der Fassung 1
im Uhrzeigersinne der Renkverschluß
11, 31 gelöst werden; die Vorderkomponente in der Fassung 1
wird durch
die Feder 47 nach dem Loslassen, nach vom bis zum Anschlag der Nasen 13 auf
die Vorderwand 46 des Renkverschlußgehäuses 45 gedrückt, so daß der rechnungsmäßige
Blendenraum entsteht. Beim Einführen des Objektivs 1, 3 in den Verschluß
treten die drei Nasen 13, die um 120 ' versetzt sind, durch Ausschnitte
des Gehäuses 45; beim Verdrehen der Fassung 1 um einen durch Anschlag begrenzten
Winkel werden drei flache Federn 47 zusammengedrückt, die nach dem Loslassen die
Komponente 1
nach vorn in die Arbeitslage rücken.
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Das Einfuhren des Objektivs in den Verschluß vollzieht sich also folgendermaßen:
Einschieben der vereinigten Teile 1 und 3 zum Anschlag an 44-, Rechtsdrehen
des Teils 1, dadurch Lösen des Renkverschlusses 11, 13; Loslassen
des Ob-
jektivs, dadurch Zurücklaufen der Vorderkomponente 1 bis zum
Anschlag von 13 an 46.