-
Gasdruckdichte Kabelgarnitur für koaxiale Leitungen enthaltende Fernmeldekabel
Die Erfindung bezieht -sich auf eine gasdruckdichte Kabelgarnitur, z. B.
auf Endverschlüsse, Muffen u. dgl. für koaxiale Leitungen enthaltende Fernmeldekabel,
aus der die koaxialen Leitungen und gegebenenfalls andere Leitungen gasdruckdicht
herausgeführt -sind, wobei die Mittel zum Abdichten bzw. zum Abschluß jeder einzelnen
koaxialen Leitung bzw. der Leitergruppen außerhalb der Garnitur frei zugänglich
angeordnet sind. Bei bekannten Kabelgamituren sind die koaxialen Leitungen durch
eine Abschlußwand hindurchgeführt und einzeln innerhalb der Garnitur mit den Durchführungselementen
verbunden. Der Anschluß der Leitungen innerhalb des Muffenraumes od. dgl. erschwert
die Montage und das Öffnen der Kabelgarnitur. Sollen Undichtigkeiten, z. B. an einer
Durchführungsstelle, beseitigt werden, so ist es bei diesen bekannten Garnituren
notwendig, daß alle Durchführungsstellen gelöst oder die Muffenhülsen od. dgl. entfernt
werden, um an eine schadhafte Stelle gelangen zu können.
-
Es ist ein Endverschluß bekannt, der zum Abschluß eines Kabels mit
drei ummantelten Einzelbleikabeln bestimmt ist. Dieser Endverschluß soll es ermöglichen,
jedes Einzelbleikabel für sich abzuschließen, so daß das Undichtwerden eines einzigen
Abschlußorgans nicht das Unbrauchbarwerden des gesamten Kabelabschlusses zur Folge
hat. Insbesondere soll dieser bekannte Endverschluß für Mehrleiterkabel ohne Porzellandurchführungen
ausgeführt werden. Bei diesem bekannten Endverschluß sieht man für die drei Einzelbleikabel
des Kabels je einen Kleinendverschluß vor. Die Kleinendverschlüsse sind in
einem mit einer Kabelschelle versehenen Gußgehäuse gehaltert, das längsgeteilt ausgebildet
und mit Aussparungen zur Aufnahme der Kleinendverschlüsse versehen ist. Durch diese
Ausführungsform werden kleine Abmessungen erreicht und die erforderliche Vergußmasse
auf die geringstmögliche Menge herabgesetzt. Durch das Undichtwerden eines Kleinendverschlusses
wird der Isolationswert der anderen für sich abgeschlossenen Einzelkabel nicht beeinträchtigt.
Dieser bekannte Endverschluß setzt die Verwendung von Kabeln voraus, bei denen die
Kabeladern einzeln oder in Gruppen ummantelt sind.DiehierbenutztenKleinendverschlüsse
weisen Dichtungsmittel auf, die ein Lösen der Endverschlüsse nur dann zulassen,
wenn man das Gußgehäuse, in dessen Aussparungen die Kleinendverschlüsse angeordnet
sind, öffnet.
-
Bei der gasdruckdichten Kabelgarnitur nach der Erfindung ist jede
koaxiale Leitung an der Durchführungsstelle mit einem massiven, eine gasdruckdichte
Innenleiterdurchführung aufweisenden leitenden Rohr als Fortsetzung des Außenleiters
verbunden und dieses Rohr zunächst verschiebbar in der Durchführungsstelle der Kabelgarnitur
angeordnet; nach dem Ausrichten der angeschlossenen koaxialen Leitungen wird das
Rohr gasdruckdicht mit der Kabelgarnitur verbunden, wobei die Abdichtungsmittel
außerhalb des Garniturenkörpers zugänglich sind und lösbare Teile des eigentlichen
Abschlusses der Einzelleitungen bilden. Die Kabelgarnitur ist so ausgebildet, daß
alle Maßnahmen zum Abdichten jeder einzelnen Leitung bzw. Leitergruppe außerhalb
des Muffenraumes durchgeführt werden können. Die neue Anordnung macht es auch möglich,
bei im Betrieb befindlichen Kabeln an jeder einzelnen Leitung Arbeiten vorzunehmen,
ohne daß die übriaen Leitungen irgendwie beeinflußt werden. Von besonderer Bedeutung
ist es auch, daß man jede einzelne koaxiale Leitung für sich von der Kabelgarnitur
isolieren, kann, um Messungen durchführen zu können: diese Isolierung der einzelnen
Kabel von der Kabelgamitur kann z. B. durch Lösen von Verschraubungen zwischen dem
Kabelmantel und der Kabelgamitur erfolgen. Bei keiner Arbeit an der neuen Kabelgarnitur
ist es jedoch erforderlich, die Gehäuse der Garnituren zu öffnen, weil sämtliche
Dichtungsmittel von außen einsetzbar sind.
-
Die leitenden Rohre können mittels Stopfbuchsen gegen die Garnitur
abgedichtet werden. Ein Teil der Stopfbuchsenteile kann aus Isolierstoff hergestellt
werden,
um ein wahlweigies Isolieren des Aulle nleiters einer koaxialen Leitung gegen die
Garnitur zu ermöglichen, z. B. für Meßzwecke. Vorteilhafterweise kann man für die
Abdichtung und die isolierte Durchführung des Außenleiters e inen Glasstopfen mit
eingeschmolzenem Innen- und Außenleiter benutzen. Der Glasstopfen kann außerdem
einen äußeren Metallring zum Einlöten bzw. zum Verbinden mit der Kabel-#'kabel gamitur
aufweisen. Bei der - garnitur nach der Erfindung können die sich bei der
Montage ergebenden Längenunterschiede in- einfacher Weise ausgeglichen werden. Da
jede koaxiale Leitung einzeln mit eineni Abschlußeleinent# versehen wird, ohne daß
sie bereits mit der Garnitur verbunden ist, sind die einzelnen Arbeiten leicht durchführbar
und die einzelnen Spleißstellen leicht zugänglich.
-
Die Erfindung wird-im folgenden.-an Hand von Ausführungsbeisp'ielen
näher erläutert.
-
In der Fig. 1 ist- eine Aufteilungsmuffe im Längsschnitt dargestellt,
die in dern Muffendeckel 1 Durchführungen 2 für koaxiale Leitungen enthält.
Die Figur läßt erkennen, wie der Außenleiter der koaxialen Leitung an das massive
leitende Rohr 3 angeschlossen ist und wie der Innenleiter.gegenüber dem Außenleiter
durch eine gasdruckdichte Abschlußscheibe 4 abgedichtet ist. Die gasdrückdichte
Verbindung zwischen dem Rohr 3 und dem Muffendeckel 1 erfolgt durch
eine Stopfbuchse 5.
-
Fig. 2 zeigt eine Abschlußmuffe mit Lötanschlüssen. Während die in
der Figur obenliegenden Anschlußstellen in der Ansicht gezeigt sind, sind die untenliegenden
Lötverbindungsstellen im Schnitt dargestellt. Die Herstellung der Verbindungsstelle
kann in folgender Weise vorgenommen werden: Jede koaxiale Leitung 6 wird
vor dem Einbau mit je einem Endlötrohr 3 versehen. Diese Rohre werden
in den Stopfbuchsen7 abgedichtet. Da im allgemeinen diekoaxialenLeitungen ini Kabel
voneinander isoliert geführt werden, werden die entsprechenden Stopfbuchsenteile
ebenfalls aus Isolierstoff hergestellt, um auch den Außenleiter der koaxialen Leitung
ohne leitende Verbindung mit dem Muffengehäuse durchführen zu können. Die außerhalb
der Muffe weitergeführten koaxialen Leitungen sind innerhalb des Abdeckrohres
8 an die Leitungen des in der Muffe verzweigten Femmeldekabels angeschlossen.
Das Abdeckrohr 8 ist an beiden Enden mit Kabelhaltestücken verbunden, z.
B. verlötet. Während der Innenleiter der koaxialen Leitungen 6 durch die
gasdruckdichte Abschlußscheibe 9 gegen den Außenleiter abgeschlossen ist,
erfolgt die Verbindung zwischen diesem Innenleiter und dem Innenleiter der abgehenden
koaxialen Leitung an der Lötstelle 10.
Aus der Darstellung ist ersichtlich,
daß alle Maßnahmen zur Abdichtung jeder einzelnen koaxialen Leitung außerhalb des
Muffenraumes getroffen werden können. Die übrigen im Fernmeldekabel noch untergebrachten
Adern 11 werden. durch den außerhalb der Kabelmuffe angeordneten Gießharzstopfen
12 gasdruckdicht herausgeführt.
-
Die Fig. 3 zeigt einen Muffenteil mit außerhalb des Muffendeckels
1 angeordneten Steckverbindungen. Die Herausführung jeder koaxialen Leitung
6 erfolgt wieder mittels des leitenden Rohres 3, welches mit dem Außenleiter
verlötet ist. Zur inneren Stütze des Innenleiters ist der Stützeinsatz
13 vorgesehen, während der gasdruckdichte Abschluß des Innenleiters gegen
das leitende Rohr 3 durch die Glasseheibendurchführung 14 erfolgt. Das leitende
Rohr 3 ist durch die Stopfbuchsenteile 15, 16, 17 und 18, die
aus Isolierstoff hergestellt sind, gegen den Buchsenteil 19 gasdruckdicht
abgedichtet. Der Buchsenteil 19 ist mit dem Muffendeckel 1 verlötet,
verschweißt od. dgl. Die Abdichtteile werden durch die Überwurfmutter 20 unter Druck
gesetzt. Auch hier ist wieder der Außenleiter einer koaxialen Leitung gegen das
Muffengehäuse isoliert durchgeführt, so daß Messungen am Außenleiter ohne weiteres
möglich sind. Nachdem die koaxialen Leitungen in der beschriebenen Weise gasdruckdicht
gegen das Muffengehäuse herausgeführt wurden, können noch die in der Figur dargestellten
Steckverbindungen angebracht werden. Auch für die übrigen Leitungen 21 können außerhalb
des Muffengehäuses anschließbare Steckverbindungen 22 vorgesehen sein.
-
In Fig. 4 ist eine Anschlußeinheit dargestellt, bei der zum Abdichten
der koaxialen -Leitung gegen das Muffengebäuse ein Glasstopfen 23 benutzt
ist. In dem Glasstopfen ist ein Durchführungselement 24 für den Innenleiter und
ein Durchführungselement 25 für den Außenleiter vorgesehen. Der Glasstopfen
sitzt in einem Metallrohr 26, welches mit den übrigen Garniturteilen in einfacher
Weise verbunden werden kann. Das MetaHrohr 26 ist über das Zwischenrohr
27 an den Muffenstutzen 28 angeschlossen. Von der Außenseite der Muffe
aus kann jeder Sperrstopfen einzeln eingelötet oder, wenn nötig, wieder ausgelötet
werden, ohne daß der Betrieb auf den übrigen eingespleißten koaxialen Leitungen
oder auf den anderen Leitungen unterbrochen werden müßte.