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Büchsenöffner Die Erfindung betrifft einen Büchsenöffner mit einer
von einem Elektromotor getriebenen, die Büchse drehenden Zahnscheibe und mit einem
Messer, dessen Bewegung durch einen Handgriff steuerbar ist, der auch einen für
den Motorstromkreis bestimmten Schalter schaltet.
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Es sind Büchsenöffner bekannt, bei denen im Augenblick des Ansetzens
der Arbeitswerkzeuge an einer zu öffnenden Dose der Schalter für den Antriebsmotor
betätigt wird. Bei diesen Büchsenöffnern muß das Messer von Hand in den Deckel der
Büchse eingedrückt werden, um das Messer in eine Schneidstellung zu bringen, ehe
der Motor eingeschaltet wird, um den Schneidvorgang auszuführen.
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Mit der Erfindung soll nun ein Büchsenöffner geschaffen werden, bei
dem die von dem Motor erfolgende Drehung der Büchse nicht nur das eigentliche Schneiden,
sondern auch das Lochen des Deckels mittels des Messers bewirkt, so daß also der
Benutzer auf den Handgriff lediglich einen leichten Druck auszuüben hat, der nur
so groß sein muß, daß der Druck der den Schalter für gewöhnlich offenhaltenden Feder
überwunden wird.
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Der Büchsenöffner gemäß der Erfindung kennzeichnet sich gegenüber
den bekannten Ausführungen durch einen mit dem Messer mit Spiel verbundenen, am
Anfang seiner Bewegung zuerst das Messer auf den Büchsendeckel in Vorschnittstellung
ansetzenden, bei weiterer Bewegung den Schalter des Motors schließenden Handgriff.
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Während also bei den bekannten Büchsenöffnern die Büchse von Hand
gelocht werden muß, ehe mit dem Aufschneiden des Deckels begonnen werden kann, wird
beim Büchsenöffner gemäß der Erfindung der Deckel selbsttätig gelocht und dann geschnitten.
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Die Erfindung ist nachstehend an Hand der Zeichnungen beschrieben.
In den Zeichnungen ist Fig. 1 eine schaubildliche Ansicht des kraftgetriebenen Büchsenöffners,
Fig. 2 eine teilweise im Schnitt dargestellte Seitenansicht des Büchsenöffners nach
Fig. 1, Fig. 3 eine Vorderansicht der Messervorrichtung in Offenstellung, Fig. 4
eine der Fig. 3 ähnliche Ansicht der Messervorrichtung in Schließstellung, Fig.5
eine Rückansicht der Messerscheibe, und Fig. 6 ist ein Querschnitt nach Linie 6-6
der Fig. 2. Der Büchsenöffner weist eine Bodenplatte 2 mit einem Ständer 4 auf.
Der Ständer 4 enthält einen Elektromotor, der über ein Untersetzungsgetriebe 6 eine
Welle 8 treibt, auf der sich eine zum Drehen der Büchse bestimmte Zahnscheibe 10
befindet. Auf - der Vorderfläche des Ständers 4 ist eine Scheibe 12 gelagert, auf
der ein Messer 14 befestigt ist, das die bei einem Büchsenöffner übliche Form hat.
Die Scheibe 12 wirkt als ein Hebel und ist am Ständer 4 mittels einer Zapfenschraube
oder eines Bolzens 16 gelagert, der von der lotrechten Ebene, die durch die
Mitte der Scheibe 12 verläuft, nach links versetzt ist. Zur Erzielung bester Ergebnisse
wird dieser Drehzapfen 16 in Drehrichtung der Zahnscheibe um einen Winkel von 221l2°
von der durch die Achse der Zahnscheibe 10 gehenden Lotrechten versetzt. Jede wesentliche
Änderung dieses Winkels stört das sichere Eindringen des Messers 14 in den Deckel
der Büchse und stört auch das Abheben des Messers nach Fertigstellung des Schnittes.
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Die Zahnscheibe 10 ist auf einer Welle, die einen in der Scheibe
12 vorhandenen Bogenschlitz 20
durchsetzt, mittels einer später noch
beschriebenen Einrichtung befestigt. Unterhalb des Bogenschlitzes 20 befindet sich
ein zweiter Bogenschlitz 22, in dem sich eine Anschlagschraube 24 befindet,
die die Bewegung der Scheibe 12 in beiden Richtungen begrenzt.
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Auf der Rückseite der Scheibe 12 (Fig. 5) befindet sich ein Hebel
30, der einen Teil eines nach rechts aus dem Ständer 4 ragenden Handhebels
34 bildet. Der Hebel 30 ist mit der Scheibe 12 über einen Drehzapfen 36 verbunden,
der unterhalb des Drehzapfens 16 angeordnet ist. Der Hebel 30 erstreckt sich
quer über die Scheibe 12 und ist über einen Quersteg 38 mit dem Handhebel 34 verbunden.
In der Nähe des
Quersteges 38 befindet sich eine Schraube 40 (Fig.
3 und 4), die einen in der Scheibe 12 vorhandenen Bogenschlitz 42 durchsetzt und
die an dem Hebel 30 befestigt ist, um dem Hebel 30 eine geringe Bewegungsfreiheit
gegenüber der Scheibe 12 zu geben.
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Auf der Rückseite der Scheibe 12 ist auch ein elektrischer Schalter
50 üblicher Ausführung befestigt, dessen Druckknopf 52 von dem Hebel 30 berührt
werden kann. Leitungen 54 führen von dem Schalter 50 zu dem im Ständer 4 aufgestellten
Elektromotor.
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Nahe dem Schalter 50 ist an der Scheibe 12 eine Federeinrichtung 60
befestigt, deren Kolben 62 von dem Hebel 30 gedrückt werden muß, ehe sich
der Hebel 30 an den Drucknopf 52 anlegen kann. Oberhalb des Hebels 30 kann eine
mit einem zweiten Schalter verbundene zweite Federeinrichtung 64 angeordnet sein,
an die sich der Hebel 30 anlegt, wenn der Handgriff 34 gehoben wird, um die Drehrichtung
des Motors umzukehren.
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Der Quersteg 38 bewegt sich in einem Bogenschlitz 70 des Ständers
4. Der Handgriff 34 ist mit dem Quersteg 38 durch Verlängerungen 72 verbunden, die
in dem Ständer 4 vorhandene Öffnungen 74 durchsetzen.
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Die Zahnscheibe 10 (Fig. 6) weist auf der Rückseite der Scheibe
12 einen Ring 80 auf, der die Zahnscheibe 10 im Schlitz 20 hält. Eine Stummelwelle
82 ragt aus dem Ring 80 in eine komplementäre Ausnehmung der Welle B. Die Scheibe
12 und die an ihr angeordneten Bauteile können also durch einfaches Herausschrauben
der Schrauben 16 und 24 vom Ständer 4 abgenommen werden.
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Die Vorrichtung befindet sich anfangs in der in Fig. 3 dargestellten
Offenstellung. Wie bei einem üblichen Büchsenöffner wird die Randkante der Büchse
nach oben gedrückt, bis sie an dem Messer 14 anliegt. Dann wird der Handgriff 34
gedrückt, der nach dem Anlegen der Schraube 40 an das eine Ende des Schlitzes
42 die Scheibe 12 auf ihrem Drehzapfen 16 dreht und den Rand der Büchse in Berührung
mit den Zähnen der Zahnscheibe 10 und in Schneidstellung bringt. Bei einer
sehr leicht auszuführenden weiteren Abwärtsbewegung des Handgriffes 34 überwindet
der Hebel 30 den Druck des Federkolbens 62 und legt sich an den Schalterdruckknopf
52, so daß der Elektromotor eingeschaltet wird. Die Zahnscheibe 10 dreht sich und
bewirkt bei ihrer Anfangsbewegung, daß das Messer 14 den Deckel der Büchse
locht. Dieses Lochen erfolgt, weil der Aufwärtsdruck, der dem Büchsendeckel von
der Zahnscheibe 10 gegeben wird, entgegengesetzt zum Abwärtsdruck des Messers
14 gerichtet ist und weil der Büchsendeckel zwischen den beiden Teilen erfaßt wird.
Bei Drehungsbeginn der Büchse entsteht unter der Einwirkung des Motorzuges eine
so große Reibung zwischen der Spitze des Messers und dem Deckel, daß das Messer
in den Deckel einschneidet und auf diese Weise den Deckel locht. Diese Lochung wird
ermöglicht durch das in den Schlitzen 22 und 42 vorhandene Spiel. Bei der weiter
fortgesetzten Drehung der Zahnscheibe wird der Deckel sauber von der Büchse getrennt.
Nach Beendigung einer einzigen Umdrehung, bei der der Deckel freigeschnitten ist,
wird der Handgriff 34 freigegeben, und der Federkolben 62 hebt den Hebel 30, wobei
sich die Schraube 40 im Schlitz 42 nach oben bewegt. Der Elektromotor wird also
sofort stillgesetzt. Ein weiter fortgesetztes Anheben des Handhebels 34 hebt das
Messer 14 von der Büchse ab, worauf der Arbeitsvorgang beendet ist.
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Dieser kraftgetriebene Büchsenöffner hat den Hauptvorteil, daß der
Deckel einer Büchse ohne zusätzlichen Aufwand an Muskelkraft durch die Kraft des
Motors gelocht wird, und daß das Schneiden des Deckels ohne Zeitverlust durch Motorkraft
weiter fortgesetzt wird. Infolgedessen kann der Deckel schnell und leicht von der
Büchse getrennt werden. Die Vorrichtung hat außerdem einen sehr einfachen Aufbau,
und die Scheibe 12 Iäßt sich zum Auswechseln und Säubern leicht abnehmen. Die elektrischen
Bauteile sind von der Außenseite völlig abgeschlossen, und der Motor wird erst dann
eingeschaltet, wenn ein Druck auf den Handgriff 34 ausgeübt wird, der den Druck
des Federkolbens 62 überwindet.