DE106342C - - Google Patents
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- DE106342C DE106342C DENDAT106342D DE106342DA DE106342C DE 106342 C DE106342 C DE 106342C DE NDAT106342 D DENDAT106342 D DE NDAT106342D DE 106342D A DE106342D A DE 106342DA DE 106342 C DE106342 C DE 106342C
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D06—TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D06B—TREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
- D06B3/00—Passing of textile materials through liquids, gases or vapours to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing, impregnating
- D06B3/32—Passing of textile materials through liquids, gases or vapours to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing, impregnating of open-width materials backwards and forwards between beaming rollers during treatment; Jiggers
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Treatment Of Fiber Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT,
Das seit dem Aufkommen der Stückfärberei von Geweben festgehaltene Verfahren, die
Stücke auf dem Haspel zu behandeln, hat stets eine Reihe von Schädigungen dieser Gewebe
(insbesondere der seidenen und halbseidenen Gewebe) mit sich geführt, die zwar mit der Zeit durch die Erlangung gröfserer
Uebung in der Behandlung eine Einschränkung erfuhren, im Wesentlichen aber noch der Abstellung
harren. Heute noch sind die Fehler und' Schäden, welche durch die unvollkommenen
zeitraubenden Handhabungen mit den Geweben auf dem Haspel und durch die Hantirung mit den Farbstöcken veranlafst werden,
schwerwiegende. Die durch die Färbung auf dem Haspel entstehenden Fehler sind im
Wesentlichen die folgenden:
1. ungleichmäfsige Durchfärbung;
2. Verschiebung und unruhiges Aussehen, Ritzen der Gewebe;
3. Abnutzung des Fadens im Allgemeinen, daher verminderter Glanz und geringere Haltbarkeit
der Gewebe; »
4. Streifen, welche entstehen durch eine längere als die gewöhnliche Behandlung, wie
sie nothwendig wird für Stücke, die in der ersten Bearbeitung nicht genügend durchfärbten
oder nicht nach Muster ausfielen;
5. gänzlich abgenutzte, weifslich graue Stellen, das Erzeugnifs unaufmerksamer oder ungeschickter
Handhabung der Farbstöcke oder starker Reibung auf dem Haspel;
' 6. brüchige Streifen, in denen der Farbstoff zudem noch stärker angefärbt hat;
7. Sichtbarbleiben der Nählöcher an den Längsseiten der Gewebe, welche von dem zu
dem Schutz der Schauseite benöthigten Aufeinanderheften der Stücke herrühren;
8. die Stücke erleiden an beiden Enden so starke Beschädigungen durch Aneinanderknoten
oder Zusammenbinden mit den eigenen Enden, dafs sich der dadurch für den Fabrikanten
ergebende Verlust bei Stücken von 100 m auf mindestens 3/4 pCt., bei solchen
von 50 m auf 13/2 pCt. vom Werthe des Gewebes
stellt.
Der Entstehung aller dieser Fehler wäre nun vorzubeugen durch die Benutzung des Jigger-Färbeverfahrens.
Es sind indessen alle Bemühungen, Gewebe mit Hülfe dieses Verfahrens gleichmäfsig zu färben, bisher gescheitert.
Bei der Anwendung des mit dem Farbebad angefüllten Jiggers zeigte es sich nämlich, dafs die Gewebe — und zwar in
ganz besonders hohem Mafse Gewebe aus die Farbe stark anziehenden Fäden, wie z. B.
seidene und halbseidene Stoffe —.beim Durchlaufen durch einen solchen Jigger die Farbe
aus dem Bad sehr rasch anziehen, derart, dafs sie zu Beginn des Wickeins sehr viel stärker
angefärbt werden, als gegen die Mitte oder gar erst gegen Ende derselben. Durch Benutzung
des Frictionsantriebes beim Jigger, um die Durchlaufgeschwindigkeit des Gewebes zu
regeln oder durch häufigeres Hin- und Herpassirenlassen der Stücke unter jedesmaligem
Zusatz von Farbstoffen und auch durch zeitweiliges Zusetzen von solchen während des
Durchlaufens der Gewebe hat man es wohl vermocht, den Uebelstand einigermafsen zu
mildern, eine vollständige Beseitigung desselben jedoch, wodurch ein sicheres Färben ermög-
licht wäre, hat nicht erreicht werden können, weshalb auch heute noch das alte, mangelhafte
Verfahren des Färbens, namentlich für seidene und halbseidene Gewebe auf dem Haspel vorzugsweise
in Anwendung ist.
Nach vorliegender Erfindung wird nun ein einfacher Weg eingeschlagen, um diesem Mifsstand,
der dem gewöhnlichen Jigger-Färbeverfahren anhaftet, zu begegnen und letzteres zum
Färben für Gewebe, selbst aus Farbe stark anziehenden Fäden, mit gutem Erfolg anwendbar
zu machen. Dies geschieht in der Weise, dafs ein vorher angesetztes Farbebad in den
Bottich eines Jiggers derart eingeführt wird, dafs es denselben allmälig anfüllt, während
gleichzeitig das Gewebe seine Umlaufbewegung mit wachsender Geschwindigkeit ausführt. Es
mag bemerkt werden, dafs unter Jigger Breitfärbemaschinen mit Geweberücklauf (d. h. Bewegung
des Gewebes in der zu der vorherigen entgegengesetzten Richtung) zu verstehen sind,
der in bekannter Weise durch Umstellung des Antriebes für die Wickelwalzen oder, falls
z. B. nur ein Antrieb vorhanden ist, wie z. B. bei den Pflatsch- und Klotzmaschinen durch
Umwechselung oder Umlegung der Wickelwalze selbst zu erreichen ist.
Bei Beginn des Färbens ist der Jiggerbottich zunächst leer; es wird mit der Einführung des
Farbebades in den Jigger zugleich mit dem Beginnen des Durchlaufens des Gewebes durch
denselben begonnen. Man kann auch vor Beginn des Färbens die Jiggerbarke zunächst
mit Farbflüssigkeit so weit anfüllen, dafs die unteren Leitwalzen von dieser berührt oder
umspült werden, und erst dann die gesammte Farbebadmenge während des Hin- und Herlaufes
der Gewebe allmälig einführen. Die Gefahr einer ungleichmäfsigen Arifärbung, besonders
zu Anfang der Gewebebahn, 'wird dann aber immer noch bestehen bleiben, weswegen die Anwendung des Verfahrens bei zunächst
leerem Jigger den Vorzug verdient.
Die Einführung der vorher bestimmten erforderlichen Gesammtmenge' des Farbebades in
den Jigger hat in ununterbrochenem Zulauf zu geschehen, wobei selbstverständlich einzelne
Unterbrechungen, wenn nicht zu erheblich, noch ein in manchen Fällen genügend erscheinendes
Gesammtergebnifs zulassen; eine Verschlechterung des Verfahrens bezw. eine
geringere Sicherheit wird damit aber immerhin bewirkt werden.
Als besonders vortheilhaft hat es sich gezeigt, diese Einführung in der Weise zu bewirken,
dafs die Farbebadflüssigkeit aus einem oberen Behälter mittelst Spritzrohre oder dergleichen
auf die Gewebe aufgespritzt wird, während dieselben in dem Jigger laufen. Die
mit den Geweben in Berührung gewesene und dadurch in ihrem Farbegehalt wesentlich abgeschwächte
Farbflüssigkeit sammelt sich in dem unteren Theil des Jiggers an und kann
dann in ihrem abgeschwächten Zustande, im weiteren Verlauf des Zuflusses im Jigger immer
höher steigend, das durchlaufende Gewebe mehr und mehr umspülen und dieses weiter
anfärben, ohne hierdurch namentlich auch bei Farbstoff besonders leicht aufnehmenden Geweben
eine unerwünschte Ungleichmäfsigkeit der zu erzielenden Farbe herbeizuführen. Dieser Erfolg läfst sich durch die Mitwirkung
folgenden Umstandes erklären. Durch die wachsende Durchgangsgeschwindigkeit des ablaufenden
Gewebes wird die infolge des durch den Zuflufs in dem Jigger bewirkten Steigens des Farbebades an sich naturgemäfs wachsende
Berührungsdauer des Gewebes mit diesem Farbebad entsprechend abgekürzt und so eine
auf das ganze Gewebe möglichst gleichmäfsig vertheilte Gesammteinwirkung erzielt und die
anfänglich zu gering erscheinende Mitwirkung des in den Jigger eingelaufenen Farbebades
ausgeglichen.
Dementsprechend wird auch mit Hülfe vorliegender Erfindung eine aufserordentliche
Gleichmäfsigkeit der Farbe und Durchfärbung der Gewebe dadurch erzielt, dafs nach beendetem
Zulauf der Farbflotte, also ohne nunmehrigen weiteren Zulauf, das Gewebe in dem der rasch aufziehenden Theile beraubten Bade
je nach Bedarf hin- und herlaufen kann, wodurch dann die nöthige Sättigung des Farbentones
und die genannte Durchfärbung des Gewebes erreicht wird.
Hieraus ergiebt sich auch, dafs man durch diese Erfindung in einem Durchgang ohne
nachträgliches Zugeben von Farbstoff sofort den vollen' gewünschten Farbenton erhalten
kann. Dazu ist erforderlich, das anzuwendende Bad in einer der beabsichtigten Färbung (sei
es Vor-, Zwischen- oder endgültige Färbung) entsprechenden Stärke und Zusammensetzung
fertig anzustellen, so dafs also eine Volumeneinheit dieses Bades ohne weitere Farbstoffzugabe
einer bestimmten Gröfseneinheit (bezüglich der Flächen- oder Gewichtsgröfsen) die
gewünschte Vor-, Zwischen- oder endgültige Färbung ertheilt. Die Anstellung des Bades
kann in beliebiger, z. B. vortheilhaft in folgender Weise geschehen.
Angenommen, die zu färbenden Gewebe haben eine Länge von etwa ioo m bei einer
Breite von 60 cm und das Farbebad einen Inhalt von 1000 1, d. h. es kommen auf 6 qcm
Gewebe 1 ecm Flotte, so wird ein Muster in der Gröfse von z. B. 120 qcm in 20 ecm einer
ungefähr angestellten Flüssigkeit ausgefärbt unter Innehaltung der für die thatsächliche
Anfärbung anzuwendenden Temperatur. Ist nun der Ton noch nicht genügend, so wird
entsprechend zugesetzt und wieder probirt.
Dies wird so lange wiederholt, bis der gewünschte Ton erzielt ist.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:,i. Verfahren zum Färben von Geweben auf dem Jigger (Breitfärbemaschine mit Geweberücklauf) , dadurch gekennzeichnet, dafs zwecks . Erzielung einer möglichst gleichmäfsigen Ausfärbung des Gewebes bei Anwendung zwangläufig angetriebener Wickelwalzen für dasselbe die Flotte in einer der zu behandelnden Gewebebahn entsprechenden Menge und einer der beabsichtigten Färbung (d. h. Vor-, Zwisehen- oder endgültige Färbung) entsprechenden Stärke bezw. Zusammensetzung in einem Bottich fertig angesetzt und erst dann aus diesem in den Bottich des Jiggers, diesen allmählich anfüllend, ohne Unterbrechung vollständig eingeführt wird, während gleichzeitig das Gewebe seine Umlaufsbewegung mit wachsender Geschwindigkeit ausführt.
Ein Verfahren zum Färben von Geweben der durch Anspruch ι gekennzeichneten Art, bei welchem die Einführung der angesetzten Flotte in den Jiggerbottich durch Spritzrohre oder dergleichen erfolgt, weiche die Flotte gegen das Gewebe führen und so besonders Farbstoff leicht aufnehmenden Geweben ermöglichen, bei der fortschreitenden Bewegung der zuströmenden Flotte den Farbstoff beständig zu entnehmen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE106342C true DE106342C (de) |
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ID=376520
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE106342C (de) |
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- DE DENDAT106342D patent/DE106342C/de active Active
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