DE102007017673A1 - Fahrzeugsitz - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz, der mindestens aufweist: ein erstes Sitzteil (2), ein zweites Sitzteil (3), das gegenüber dem ersten Sitzteil (2) verstellbar ist, einen Elektromotor (7) zur elektromotorischen Verstellung der beiden Sitzteile (2, 3) relativ zueinander und eine Verriegelungseinrichtung (5) zur Verriegelung der Sitzteile (2, 3) relativ zueinander. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass durch eine erste Teilbewegung des Elektromotors (7) die Verriegelungseinrichtung (5) entriegelbar und durch eine nachfolgende zweite Teilbewegung des Elektromotors (7) die Sitzteile (2, 3) relativ zueinander verstellbar sind, der Elektromotor (7) oder eine von dem Elektromotor angetriebene Verstelleinrichtung (8) am ersten Sitzteil (2) verstellbar angebracht ist und die Verriegelungseinrichtung (5) am ersten Sitzteil (2) verstellbar angebracht und mit dem zweiten Sitzteil (3) verriegelbar ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
  • Bei Fahrzeugsitzen sind unterschiedliche elektromotorisch betätigbare Verstellungen bekannt. Hierbei kann z. B. die Rückenlehne von einer verriegelten, aufrechten Gebrauchsstellung nach einer Entriegelung elektromotorisch in eine Funktionsstellung vorgeklappt werden. Weiterhin sind elektrische Längsverstellungen des Sitzrahmens gegenüber dem Chassis, elektrische Sitzkissenverstellungen, Lordosenverstellungen und Kopfstützenverstellungen bekannt.
  • Die Gebrauchsstellung oder bestimmte Funktionsstellungen sind hierbei z. T. aus Sicherheitsgründen verriegelt, so dass zur Verstellung zunächst die Verriegelung zu entriegeln ist.
  • Dies erfolgt im Allgemeinen durch manuelle Betätigung einer Entriegelungseinrichtung, woraufhin nach der Entriegelung die elektromotorische Verstellung durch Betätigen eines weiteren Bedienelementes, z. B. Schalters, erfolgt. Hierbei sind auch Systeme mit zwei Elektromotoren bekannt, wobei der erste Elektromotor die Entriegelung bewirkt und nachfolgend der zweite Elektromotor die Verstellung bewirkt.
  • Der hierfür erforderliche apparative Aufwand ist jedoch relativ groß und somit kostspielig. Weiterhin ist ein erheblicher Bauraum zur Anbringung verschiedener Verstellungen erforderlich.
  • Die DE 102 11 400 B4 zeigt eine Vorrichtung zum Verriegeln einer klappbaren Rückenlehne eines Fahrzeugsitzes, wobei die elektrische Verrie gelung mittels einer Klinke und einem Bolzen erfolgt und eine Blockiervorrichtung vorgesehen ist.
  • Die US 7,118,178 B2 zeigt einen faltbaren Fahrzeugsitz, bei dem eine elektrische Vorklappung mittels eines Planetenradsystems erfolgt, ohne dass eine Verriegelung der Gebrauchsstellung vorgesehen ist.
  • Die DE 199 58 706 C2 zeigt eine verriegelbare Klinke mit einem Prüfelement zur Überprüfung, ob die Klinke in der Verriegelungsstellung ist.
  • Die DE 195 41 221 C2 zeigt eine Vorrichtung zur Erleichterung des Zugangs zu den Rücksitzen eines zweitürigen Kraftfahrzeuges, bei dem nach einer manuellen Entriegelung eine elektromotorische Verstellung erfolgt.
  • Die DE 103 56 614 A1 zeigt einen Fahrzeugsitz, bei dem ein in der Rückenlehne vorgesehener Elektromotor in einer ersten Teilbewegung eine Entriegelung einer Verriegelungseinrichtung und in einer zweiten Teilbewegung eine Betätigung einer Versteileinrichtung zur Klappung der Rückenlehne nach vorne bewirkt. Hierbei weist die als Zahnradsystem ausgebildete Verstelleinrichtung ein Mitnehmersystem auf, das in der ersten Teilbewegung einen Leerweg durchläuft und in der nachfolgenden zweiten Teilbewegung zur Verstellung dient.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Fahrzeugsitz zu schaffen, der mit relativ geringem apparativen Aufwand eine Entriegelung der beiden Sitzteile und eine nachfolgende Verstellung ermöglicht.
  • Diese Aufgabe wird durch einen Fahrzeugsitz nach Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen.
  • Der Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde, die Entriegelung und die nachfolgende Verstellung des zweiten Sitzteils gegenüber dem ersten Sitzteil durch aufeinander folgende Teilbewegungen eines Elektromotors zu erreichen. Der Elektromotor betätigt somit in der ersten Teilbewegung die Entriegelungseinrichtung und führt in der darauf folgenden zweiten Teilbewegung die Verstellung des zweiten Sitzteils durch. Als „Sitzteil" wird erfindungsgemäß ein Teil bzw. Element des Fahrzeugsitzes verstanden.
  • Vorzugsweise bilden die erste und zweite Teilbewegung eine durchgängige, unterbrechungsfreie Gesamt-Bewegung.
  • Vorteilhafterweise sind für den Übergang von der ersten Teilbewegung zur zweiten Teilbewegung keine zusätzlichen Steuersignale von der Steuereinrichtung erforderlich.
  • Die Betätigung des Elektromotors kann z. B. durch fortdauerndes Drücken bzw. Betätigung eines Bedienelementes durch den Benutzer erfolgen. Weiterhin kann die vollständige Motorbetätigung mit der ersten und zweiten Teilbewegung auch nach einmaliger Betätigung eines Bedienelementes erfolgen.
  • Weiterhin kann auch die Rückverstellung zum einen bei fortdauernder Betätigung des Bedienelementes durch den Benutzer, oder auch nach einmaliger Betätigung des Bedienelementes als Verfahrautomatik selbsttätig erfolgen, so dass zunächst die zweite Verstellbewegung in umgekehrter Richtung gefahren wird und das zweite Sitzteil zurückgestellt wird, und nachfolgend die Verriegelung erfolgt, so dass eine Rückverstellung ohne nachfolgende Verriegelung des zweiten Sitzteils ausgeschlossen ist.
  • Das zweite Sitzteil kann insbesondere eine klappbare Rückenlehne sein, die in ihrer aufrechten Gebrauchsposition verriegelt ist, wobei das erste Sitzteil eine chassisfeste Konsole oder ein auf dem Chassis längsverstellbarer Sitzrahmen ist. Der Elektromotor dient somit zunächst zur Entriegelung des Verriegelungselementes, z. B. einer Verriegelungsklinke; die Verriegelungsklinke kann hierbei z. B. durch einen vom Elektromotor betätigten Steuernocken gesteuert werden.
  • Erfindungsgemäß ist der Elektromotor bzw. die von ihm angetriebene Verstelleinrichtung verstellbar am ersten Sitzteil angebracht, insbesondere angelenkt, und verstellt die relative Position der Verriegelungseinrichtung und des zweiten Sitzteils zueinander. In der ersten Teilbewegung bewirkt diese relative Verstellung eine Entriegelungsbewegung der Verriegelungseinrichtung, vorzugsweise bis zu einem Anschlag. In der nachfolgenden zweiten Teilbewegung wird dann das zweite Sitzteil verstellt, z. B. die Rückenlehne nach vorne geklappt.
  • Durch diese gelenkige Anbringung des Elektromotors am ersten Sitzteil wird eine Verstellkinematik ermöglicht, bei der der Elektromotor den relativen Abstand von zwei Bezugspunkten, insbesondere Gelenken, zwischen dem ersten Sitzteil und der Verriegelungseinrichtung oder einem die Verriegelungseinrichtung verstellenden Steuermittel, z. B. Nocken, verändert. Als Verstelleinrichtung kann insbesondere ein Spindelbetrieb vorgesehen sein, der durch einen Spindelstock und eine auf dieser längsverstellbaren Spindelmutter gebildet wird. Somit ergibt sich ein variables Verstelldreieck aus der Spindelmutter und den Gelenken an dem ersten Sitzteil und der Verrieglungseinrichtung oder ihrem Steuermittel. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform treibt die Spindelmutter eine Schere an, die mit zwei an der Spindelmutter angelenkten Streben den Abstand zwischen den Bezugspunkten am ersten Lehnenteil sowie der Verstelleinrichtung bzw. deren Steuermittel verstellt.
  • Hierbei können die die Schere bildenden Streben unterschiedlich lang und insbesondere auch gegenüber dem Spindelstock unsymmetrisch angeordnet sein, so dass ein flexible Auslegung je nach Anordnung der Verriege lungseinrichtung, deren Steuermittel sowie einem geeigneten Anbindungspunkt an dem ersten Sitzteil ermöglicht ist. Zusammen mit der frei wählbaren Position des Schwenkgelenks des Elektromotors ergibt sich hierdurch eine variable Konfiguration.
  • Grundsätzlich sind jedoch auch andere Verstellsysteme als eine Schere sowie ein Spindeltrieb möglich, z. B. auch über Zahnräder.
  • Das Ende der ersten Teilbewegung kann durch einen Anschlag festgelegt werden, z. B. einen Anschlag des Nockens oder der Verriegelungsklinke, so dass die anschließende lineare Verstellung des Spindeltriebs in der zweiten Teilbewegung zu einer Verstellung des ersten Sitzteils führt.
  • Die Rückverstellung erfolgt vorteilhafterweise zunächst durch eine reverse zweite Teilbewegung, bei der das zu verstellende Sitzteil wieder zurückverstellt wird und eine nachfolgende Verriegelung als reverse erste Teilbewegung.
  • Erfindungsgemäß wird erkannt, dass grundsätzlich eine Fehlfunktion des Systems oder eine Fehlbedienung möglich wäre, da der Benutzer ggf. die Motorbetätigung bei der erreichten Position des zu verstellenden Sitzteils stoppt, ohne dass bereits die vollständige Verriegelung eingetreten ist. Um eine derartige Fehlbedienung zu vermeiden, können erfindungsgemäß unterschiedliche Mittel bzw. Einrichtungen vorgesehen sein. Zum einen kann wie oben geschildert bei Betätigung des Bedienelementes selbsttätig eine Verstellautomatik eingeleitet werden, die eine vollständige Motorbetätigung bis zur Verriegelung gewährleistet. Weiterhin kann bei der anfänglichen ersten Teilbewegung zur Entriegelung der Verriegelungseinrichtung auch z. B. eine Feder gespannt werden, so dass die erste Teilbewegung auch das Spannen der Federeinrichtung umfasst; bei der Rückverstellung des Sitzteils kann dann nachfolgend die Verriegelung selbsttätig unter Entspannung der Feder erfolgen.
  • Erfindungsgemäß sind weiterhin vorteilhafterweise auch Prüfelemente einsetzbar, die die vollständige Verriegelung prüfen. Dies kann z. B. ein Prüfkontakt sein, der durch das Verriegelungsmittel oder ihren Steuernocken geöffnet oder geschlossen wird. Das Prüfelement kann z. B. ein Signal ausgeben, wenn keine vollständige Verriegelung oder aber die vollständige Verriegelung erfolgt ist. Ein derartiges von dem Prüfelement ausgegebenes Signal kann auch in der Steuereinrichtung des Sitzes aufgenommen und entweder dem Benutzer als Warnsignal angezeigt werden, oder ggf. auch zur abschließenden Betätigung des Motors zur Erreichung der vollständigen Verriegelung verwendet werden. Anstelle derartiger Prüfelemente kann z. B. auch ein Prüfsystem vorgesehen sein, z. B. ein Motor mit Ripple-Counter-Technik.
  • Weiterhin sind Positionssensoren einsetzbar, die die Position des zu verstellenden Sitzteils, d. h. insbesondere der Rückenlehne, detektieren. Hierzu kann z. B. ein Hall-Sensor oder Reed-Sensor eingesetzt werden.
  • Die vom Benutzer zu betätigende Bedienelemente können sowohl am Sitz als auch im Kofferraumbereich oder im Cockpit vorgesehen sein, so dass eine wahlweise Betätigung vom Sitz bzw. neben dem Sitz aus oder von hinten oder vom Cockpit aus ermöglicht ist.
  • Erfindungsgemäß kann weiterhin eine Sitzbelegungserkennung, z. B. durch einen im Sitz vorgesehenen Sitzbelegungs-Sensor, und/oder eine Innenraumüberwachung, z. B. mittels Videokamera, vorgesehen sein, um eine Verletzung eines Sitzinsassen bzw. eine Beschädigung eines auf dem Sitz aufgenommenen Gegenstandes zu vermeiden. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Lehnenklappung nur in einer bestimmten Längsposition des Fahrzeugsitzes ermöglicht wird. Bei Einbindung der erfindungsgemäßen Lehnenklappung in eine Easy-Entry-Verstellung kann eine Sitzlängsverstellung auch kombiniert werden, so dass die jeweils geeignete Easy-Entry-Längsposition eingenommen wird.
  • Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen an einer Ausführungsform erläutert. Es zeigen:
  • 1 eine Seitenansicht eines Teilbereichs eines Fahrzeugsitzes in aufrechter, verriegelter Gebrauchsstellung der Rückenlehne vor Betätigung des Motors gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
  • 2 den Fahrzeugsitz aus 1 am Ende der ersten Teilbewegung des Motors bei entriegelter Rückenlehne;
  • 3 den Fahrzeugsitz bei vollständig vorgeklappter Rückenlehne am Ende der zweiten Teilbewegung des Motors.
  • Ein Fahrzeugsitz 1 weist eine Konsole 2 und eine an der Konsole 2 in einer Schwenkachse bzw. Klappachse A angelenkte Rückenlehne 3 auf. Die Konsole 2 kann insbesondere ein Sitzrahmen 2 sein, der fest am Chassis angebracht oder auch längsverschiebbar aufgenommen ist, z. B. mittels Oberschienen, die auf chassisfeste Unterschienen in Längsrichtung verstellbar sind. Die Rückenlehne 3 kann z. B. auch ein Lehnenteil einer unterteilten Sitzbank darstellen. Weiterhin kann statt einer Lehne 3 auch ein Lehnensegment bzw. ein anderes, vorklappbares Sitzteil, z. B. eine Durchlade vorgesehen sein.
  • An der Konsole 2 sind weiterhin ein Nocken 4 mit geeigneter Formgebung sowie eine Verriegelungsklinke 5 angelenkt, die eine Steuerkurve 5.1, die durch den Nocken 4 verstellt wird, sowie einen als Verriegelungsmittel dienenden Verzahnungsbereich 5.2 aufweist, der mit einem Verzahnungsbe reich 3.1 der Rückenlehne 3 oder eines an der Rückenlehne 3 befestigten, z. B. angeschraubten Beschlages 3.2 in Eingriff ist. Die aufrechte Gebrauchsposition der Rückenlehne 3 ist gemäß 1 nach hinten durch einen Anschlag 6 begrenzt, der wie in der Ausführungsform gezeigt unterhalb der Klappachse A und vor der Rückenlehne 3 oder auch oberhalb der Klappachse A und hinter der Rückenlehne 3 angeordnet sein kann.
  • Ein Elektromotor 7 ist gemäß dieser Ausführungsform als Spindelmotor ausgebildet und treibt einen Spindelmotor 8 mit einem Spindelstock 8.3 sowie einer Spindelmutter 8.4 an. An der Spindelmutter 8.4 sind in einem Gelenk B eine obere Strebe 40 und eine untere Strebe 41 angelenkt, wobei die obere Strebe 40 an ihrem anderen, oberen Ende 40.1 an der Rückenlehne 3 oder an deren Beschlag 3.2 und die untere Strebe 41 an ihrem anderen, vorderen Ende in einem Gelenk 41.1 am Nocken 4 außerhalb dessen Gelenk 4.1 angelenkt ist. Der Elektromotor 7 dreht somit den Spindelstock 8.3, wodurch die Spindelmutter 8.4 mit dem Gelenk B auf dem Spindelstock 8.3 verstellt wird. Die Streben 40, 41 wirken somit als Schere, in der die obere Strebe 40 das obere Scherenblatt und die untere Strebe 41 das untere Scherenblatt 41 darstellt. Dieses Schere 40, 41 dient zur Relativverstellung der Gelenkpunkte 40.1 und 41.1 zueinander. Die Schere kann insbesondere wie gezeigt unsymmetrisch um Spindelstock 8.3 verlaufen mit ungleich langen Scherenblättern. Die Verstellbewegung der Spindelmutter 8.4 auf dem Spindelstock 8.3 wird durch einen vorderen und hinteren Anschlag begrenzt.
  • Erfindungsgemäß ist der aus dem Elektromotor 7 und dem Spindeltrieb 8 gebildete gesamte Spindelmotor an der Konsole 2 in einem Gelenk C angelenkt, so dass der Elektromotor 7 entsprechend der Scherenstellung schwenken kann.
  • Bei der gezeigten Ausführungsform ist die Spindelmutter 8.4 in der verriegelten Gebrauchsstellung der 1 in Ihrer vollständig zurückgefahrenen Stellung am hinteren Anschlag, wobei bei der nachfolgenden Verstellung die Schere 40, 41 auf Druck beansprucht wird und sich öffnet. Alternativ hierzu sind jedoch auch andere Ausführungsformen möglich, bei denen die Schere z. B. auf Zug beansprucht wird. Insbesondere kann der Spindeltrieb 8 mit dem Elektromotor 7 von den Gelenken 40.1, 41.1 aus sich nach vorne, d. h. in 1 nach links erstrecken, wodurch der hinter dem Fahrzeugsitz 1 sich erstreckende Bereich, z. B. ein Fußbereich eines dahinter liegenden Sitzes durch den Spindelmotor 7, 8 nicht beeinträchtigt wird.
  • In der verriegelten Gebrauchsstellung der 1 ist die Rückenlehne 3 in ihrer aufrechten, etwas nach hinten geneigten Stellung. Ihr Verzahnungsbereich 3.1 und der Verzahnungsbereich 5.2 der Verriegelungsklinke 5 sind in Eingriff, wobei die Schwenkstellung der Verriegelungsklinke 5 durch den Nocken 4 festgelegt ist, der von der unteren Strebe 41 über die Spindelmutter 8.4 verstellt wird. Von 1 ausgehend verstellt der Elektromotor 7 in seiner ersten Teilbewegung durch Drehung des Spindelstocks 8.3 die Spindelmutter 8.4 zunächst etwas nach vorne in die Stellung der 2, die der Entriegelung der Rückenlehne 3 dient. Mit der Spindelmutter 8.4 wird das Gelenk B nach vorne verstellt, so dass die Schere 40, 41 sich öffnet und eine Vergrößerung des Abstandes der Gelenkpunkte 40.1, 41.1 bewirkt. Da die Rückenlehne 3 zunächst noch verriegelt ist und nicht nach vorne schwenken kann, wird der Nocken 4 im Gegenuhrzeigersinn nach vorne und unten geschwenkt, wobei er derartig an der Steuerkurve 5.1 der Verriegelungsklinke 5 gleitet, dass er die Verriegelungsklinke 5 um deren Schwenkachse 5.3 im Uhrzeigersinn nach unten schwenkt, bis die Verriegelungsklinke 5 gegen einen konsolenfesten Anschlag 10 gelangt; hierbei gelangt der Nocken 4 auf einem in 1 erkennbaren Absatz 5.4 am unteren Ende der Steuerkurve 5.1 der Verriegelungsklinke 5.. Gemäß 2 gibt der Verzahnungsbereich 5.2 den Verzahnungsbereich 3.1 des Beschlages 3.2 der Rückenlehne 3 frei, so dass diese nunmehr entriegelt ist.
  • Bei der nachfolgenden zweiten Teilbewegung des Elektromotors 7 gelangt die Spindelmutter 8.4 nachfolgend – vorteilhafterweise ohne Unterberechung ihrer linearen Verstellbewegung – weiter nach vorne, wodurch der Abstand der Gelenke 40.1 und 41.1 weiter vergrößert wird. Der Nocken 4 kann jedoch nicht weiter geschwenkt werden, da die Verriegelungsklinke 5 durch den Anschlag 10 festgelegt ist. Somit wird nachfolgend das Gelenk 40.1 nach oben und vorne verstellt, wodurch die Rückenlehne 3 nach vorne geklappt wird in die in 3 gezeigte Funktionsstellung, in der die Oberseite der Rückenlehne 3 z. B. eine im Wesentlichen horizontale Fläche bilden kann, um eine Tischstellung oder eine Laderraumstellung zur Vergrößerung eines dahinter liegenden Laderaums zu bilden. Die Funktionsstellung ist wiederum durch einen Anschlag festgelegt, wobei auch für diese Stellung wiederum der Anschlag 6 an der Konsole dienen kann oder ein weiterer Anschlag vorgesehen ist.
  • Gemäß den 1, 2, 3 schwenkt der Elektromotor 7 um sein Gelenk C entsprechend der jeweils erforderlichen Stellung der aus den Streben 40, 41 gebildeten Schere. Bei der Verstellung des Spindeltriebes wird der Abstand der Gelenke B und C linear vergrößert. Da der Abstand zwischen den Gelenken 40.1 und B sowie der Abstand zwischen den Gelenken 41.1 und B durch die Länge der Streben 40, 41 fest ist, ermöglicht gerade die erfindungsgemäße Anlenkung des Elektromotors 7 bzw. der elektromotorischen Spindelverstellung 7, 8 an der Konsole 2 die erfindungsgemäße Gesamtbewegung mit der Entriegelung als ersten Teilbewegung und nachfolgenden Klappbewegung der Rückenlehne 3 als zweiten Teilbewegung.
  • Die Rückverstellung erfolgt entsprechend in Reihenfolge der 3, 2, 1, so dass zunächst die Rückenlehne 3 nach hinten gestellt wird in die aufrechte Gebrauchsstellung der 2 und nachfolgend eine Verriegelung der Rückenlehne 3 durch die Verriegelungsklinke 5 erfolgt.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 10211400 B4 [0006]
    • - US 7118178 B2 [0007]
    • - DE 19958706 C2 [0008]
    • - DE 19541221 C2 [0009]
    • - DE 10356614 A1 [0010]

Claims (23)

  1. Fahrzeugsitz, der mindestens aufweist: ein erstes Sitzteil (2), ein zweites Sitzteil (3), das gegenüber dem ersten Sitzteil (2) verstellbar ist, einen Elektromotor (7) zur elektromotorischen Verstellung der beiden Sitzteile (2, 3) relativ zueinander, und eine Verriegelungseinrichtung (5) zur Verriegelung der Sitzteile (2, 3) relativ zueinander, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine erste Teilbewegung des Elektromotors (7) die Verriegelungseinrichtung (5) entriegelbar und durch eine nachfolgende zweite Teilbewegung des Elektromotors (7) die Sitzteile (2, 3) relativ zueinander verstellbar sind, der Elektromotor (7) oder eine von dem Elektromotor angetriebene Verstelleinrichtung (8) am ersten Sitzteil (2) verstellbar angebracht ist, und die Verriegelungseinrichtung (5) am ersten Sitzteil (2) verstellbar angebracht und mit dem zweiten Sitzteil (3) verriegelbar ist.
  2. Fahrzeugsitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (7) oder die von dem Elektromotor angetriebene Verstelleinrichtung (8) am ersten Sitzteil (2) in einem Gelenk (C) schwenkbar angelenkt ist.
  3. Fahrzeugsitz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Teilbewegung des Elektromotors (7) sich direkt anschließende Teilbewegungen einer durchgängigen, unterbrechungsfreien Motorbewegung sind.
  4. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die zweite Teilbewegung des Elektromotors (7) weiterhin ein drittes Sitzteil gegenüber dem ersten Sitzteil (2) und/oder dem zweiten Sitzteil (3) verstellbar ist.
  5. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinrichtung (5) an dem ersten Sitzteil (2) angebracht, z. B. angelenkt, ist und in der Verriegelungsstellung mit dem zweiten Sitzteil (3) formschlüssig verriegelt.
  6. Fahrzeugsitz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an dem ersten Sitzteil (2) ein von dem Elektromotor (7) betätigbares Steuermittel (4), z. B. ein Nocken (4), vorgesehen ist, das die Verriegelungseinrichtung (5) zwischen ihrer Verriegelungsstellung und Entriegelungsstellung verstellt.
  7. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (7) den Abstand zwischen zwei Anbindungspunkten (40.1, 41.1) einer von ihm betätigten Verstelleinrichtung (8, 40, 41) verstellt.
  8. Fahrzeugsitz nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung einen Spindeltrieb (8) aufweist, der einen Anbindungspunkt (40.1) des zweiten Sitzteils (3) gegenüber einem Anbindungspunkt (41.1) der Verriegelungseinrichtung (5) oder des die Verriegelungseinrichtung (5) betätigenden Steuermittels (4) verstellt.
  9. Fahrzeugsitz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Spindelmutter (8.4) des Spindeltriebs (8) eine Schere (40, 41) mit zwei angelenkten Streben (40, 41) vorgesehen ist, von denen eine erste Strebe (40) am zweiten Sitzteil (3) und die zweite Strebe (41) an der Verriegelungseinrichtung (5) oder dem die Verriegelungseinrichtung (5) verstellenden Steuermittel (4) angelenkt ist.
  10. Fahrzeugsitz nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Teilbewegung die zweite Strebe (41) die Verriegelungseinrichtung (5) oder das Steuermittel (4) bis zu einem Anschlag (10) schwenkt und die Verriegelungseinrichtung (5) oder das Steuermittel (4) in der zweiten Teilbewegung des Elektromotors (7) an dem Anschlag (10) verbleibt.
  11. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsrichtung (5) eine am ersten Sitzteil (2) angelenkte Verriegelungsklinke (5) mit einem Formschlussbereich (5.2) zum formschlüssigen Eingriff in einen Verriegelungsbereich (3.1) des zweiten Sitzteils (3) ist.
  12. Fahrzeugsitz nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Formschlussbereich (5.2) und der Verriegelungsbereich (3.1), Verzahnungsbereiche (5.2, 3.1) sind.
  13. Fahrzeugsitz nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsklinke (5) eine Steuerkurve (5.1) aufweist, gegen die ein Steuermittel (4), z. B. ein schwenkbarer Nocken (4) gelangt.
  14. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (7) nur durch permanente Betätigung eines durch den Benutzer zu betätigenden Bedien elementes (12, 13) bestrombar ist.
  15. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Sitzteil ein Sitzrahmen oder eine Sitzkonsole (2) ist, und das zweite Sitzteil eine klappbare Rückenlehne (3), eine klappbare Durchlade oder ein klappbares Lehnensegment ist, die bzw. das von einer aufrechten Gebrauchsstellung nach Entriegelung in eine Funktionsstellung vorklappbar ist.
  16. Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Sitzteil eine chassisfeste Unterschiene und das zweite Sitzteil ein längsverstellbarer Sitzrahmen ist, der in einer Längsposition über eine Längs-Verriegelungseinrichtung verriegelbar ist.
  17. Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Sitzteil ein Sitzrahmen oder eine Sitzkonsole und das zweite Sitzteil ein verstellbares Sitzkissen ist.
  18. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Prüfelement vorgesehen ist, das in Abhängigkeit davon, ob eine vollständig verriegelte Verriegelunsstellung der Verriegelungseinrichtung (5) vorliegt, ein Prüfsignal ausgibt.
  19. Fahrzeugsitz nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Prüfelement ein Prüfkontakt ist, der durch die Verriegelungseinrichtung (5) oder das die Verriegelungseinrichtung (5) verstellende Steuermittel (4) geschlossen oder geöffnet wird.
  20. Fahrzeugsitz nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung zur Ansteuerung des Elektromotors (7) vorgesehen ist, die durch den Benutzer über Bedienelemente) eingebbare Betätigungssignale aufnimmt.
  21. Fahrzeugsitz nach Anspruch 18 oder 19 und nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung ein Prüfsignal des Prüfelementes aufnimmt und in dem Fall, dass nach einer Rückstellung keine ordnungsgemäße Verriegelung vorliegt, ein Warnsignal ausgibt und/oder selbsttätig ein Ansteuersignal an den Elektromotor (7) ausgibt zur Durchführung einer Verriegelung.
  22. Fahrzeugsitz nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung das Ansteuersignal an den Elektromotor in Abhängigkeit von einem oder mehreren der folgenden von ihr aufgenommenen Signale ausgibt: ein Sensorsignal eines Sitzbelegungserkennungs-Sensors, ein Signal einer Innenraumüberwachung, z. B. einer Videokamera, ein Türkontaktsignal, ein Zündungssignal zur Anzeige, ob die Zündung eingeschaltet ist, ein Motor-Zustandssignal, das anzeigt, ob der Motor in Betrieb ist, ein Längspositionssignal eines Längspositionssensors.
  23. Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung bei einer Betätigung der Bedienelemente eine Verstellautomatik oder Rückstellautomatik zur vollständigen Entrieglung und Verstellung oder zur vollständigen Rückverstellung und Verriegelung einleitet.
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