DE102002A - - Google Patents

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DE102002A
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nach dem bisherigen Verfahren der HoIzconservirung werden die Hölzer, um sie sowohl gegen chemische als auch gegen mechanische Einwirkungen möglichst widerstandsfähig und dauernd unveränderlich zu machen, zunächst einer Auslaugung, sodann einer Trocknung und schliefslich einer Tränkung mit fäulnifswidrigen Mitteln, vorzugsweise Theer, unterworfen.
Diese drei Operationen werden nach einander in einem Behälter vorgenommen, welcher zu diesem Zweck mit einem Dampfkessel, einem Ueberhitzer, einem Theerkessel, sowie den nöthigen Hülfsapparaten (Luftpumpe und Condensator) in einer Anlage vereinigt ist.
Dieses Verfahren hat zahlreiche Uebelstände, welche hauptsächlich darin bestehen, dafs die zu conservirenden Hölzer vor dem Einbringen in den Imprägnirapparat keine genügende Vortrocknung erfahren und nach ihrer Conservirung ohne jede Abkühlung aus dem Apparat ins Freie gebracht werden. Dadurch wird aber einerseits der Conservirungsvorgang wesentlich verlangsamt, namentlich wenn nasse oder vereiste Hölzer imprägnirt werden sollen; andererseits ist die unvermittelte Ausbringung der getränkten heifsen Hölzer ins Freie von grofsem Nachtheil.
Die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden Neuerungen haben den Zweck, die Dauer des Conservirungsverfahrens möglichst abzukürzen und derart zu vervollkommnen, dafs alle nachtheiligen Einwirkungen der ursprünglich im Holz enthaltenen Feuchtigkeit, sowie der mit dem getränkten Holze . in Berührung kommenden Aufsenluft beseitigt werden und auf diese Weise ein als Bauholz oder Werkholz gleich brauchbares, allen Einflüssen der Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und dergl. dauernd widerstehendes Material geschaffen wird.
Das Verfahren, durch welches der angestrebte Zweck in vollkommenster Weise erreicht wird, besteht darin, dafs in drei Räumen gleichzeitig gearbeitet und die zur Conservirung nothwendigen Operationen der Auslaugung, Trocknung und Theerung im Verein mit einer Vorwärmung und Vortrocknung bezw. Abkühlung des Materials vorgenommen werden, wobei die genannten Arbeitsvorgänge entweder in je einem bestimmten von den drei Räumen oder in wechselnder Folge in jedem derselben durchgeführt werden können.
Dadurch ist in beiden Fällen ein cotinuirliches Arbeiten ermöglicht, welches den Betrieb wesentlich schneller und rationeller gestaltet und zufolge der Vortrocknung und nachherigen Abkühlung für die Durchführung und die Wirksamkeit der Conservirung die günstigsten Bedingungen schafft.
Im ersteren Falle bestehen die zum Vortrocknen bezw. Abkühlen dienenden Räume aus Kammern, in welche abwechselnd in die eine Kammer die frischen und in die andere Kammer die imprägnirten Hölzer eingebracht werden, wobei durch entsprechende Einstellung von Klappen zwischen beiden Kammern ein Temperatur- und Luftaustausch bewirkt werden kann.
Im letzteren Falle sind an Stelle dieser Trockenkammern neben dem zur Imprägnirung
dienenden Kessel zwei weitere gleichartige Kessel vorgesehen und alle drei Kessel werden gleichzeitig in der Weise betrieben, dafs in dem einen die Trocknung, in dem zweiten das eigentliche Conservirungsverfahren und in dem dritten die Kühlung stattfindet, wobei durch Umstellung von Klappen oder anderen Abschlufsorganen die einzelnen Cylinder nach einander die Durchführung jedes der drei genannten Arbeitsvorgänge gestatten.
In beiliegender Zeichnung ist eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Einrichtung beispielsweise mit Trockenkammern veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. ι einen senkrechten Querschnitt durch dieselbe, Fig. 2 einen waagrechten Schnitt nach der Linie x-x und Fig. 3 einen solchen nach der Liniey-y. Fig. 4 veranschaulicht eine Seitenansicht bezw. einen Verticalschnitt der Anlage.
α α sind die zum Erhitzen der durch Kanäle b b zugeführten Frischluft dienenden Heizvorrichtungen; die an denselben sich erwärmende Luft gelangt durch die verticalen Kanäle c c durch mit Klappen verschliefsbare Oeffnungen ee bezw. e1 el oder ff bezw. f1fl in die Kammern dl d'2.
Durch entsprechende Stellung der Klappen dieser Oeffnungen kann die Warmluft entweder in jede der beiden Kammern nur nahe dem Boden oder nur nahe der Decke eintreten, oder in der einen Kammer unten, in der anderen oben, oder aber sie kann in die eine Kammer von unten eingeführt werden und durch die oberen Oeffnungen in die andere Kammer überströmen. Jede Kammer besitzt zwei Abzugskanäle hh bezw. Ii1Ji1, die oberhalb des Fufsbodens und unter der Decke je eine mittelst Klappe verschliefsbare Absaugöffnung ii bezw. Z1Z1 haben. Die Kanäle hh1 münden in Schläuche kr durch welche die Rauchfänge / der Heizvorrichtungen gehen, wodurch eine kräftige Absaugung der in den Kammern vorhandenen feuchten Luft erreicht wird; durch zwischen den Saugkanälen und den Schläuchen eingesetzte Schieber m können erstere auch ganz abgesperrt werden.
Zwischen den Kanälen c c liegt ein vertical angeordneter Frischluftkanal n, der in eine oder beide Kammern durch mittelst Schieber verschliefsbare Oeffnungen s kalte Luft zuführt.
In jede der mit doppelten Thüren op verschliefsbaren Kammern mündet ein Dampfrohr q.
Zwecks Vorwärmung und Abkühlung der Hölzer, welche Operationen abwechselnd in beiden Kammern durchgeführt werden, wird beispielsweise Kammer dl mit frischem, Kammer d- mit imprägnirtem Holz beschickt, welch letzteres in bekannter Weise auf die in die Imprägnirungskessel einzufahrenden Wagen geladen wird, die auf Schienengeleisen in die Kammern eingeschoben werden.
Nachdem die Doppelthüren und die Schieber der Frischluftkanäle b geschlossen sind, werden die Klappen der Warmluftkanäle cc so gestellt, dafs die unteren Oeffnungen e e1 geschlossen, die oberen ff1 offen sind. Schieber m für Kammer d'2 sind geschlossen, jene für Kammer d1 sind geöffnet; ferner stehen die Klappen für die Absaugöffnung i i1 der Kanäle h so, dafs die aus Kammer dl abziehende Luft durch die unteren Oeffnungen i in diese Kanäle und durch den Schlauch k ins Freie gelangen kann. Im Frischluftkanal η ist der eine Schieber s gegen Kammer d- geöffnet, der andere gegen Kammer d1 geschlossen.
Die Kammer d'2, welche vorher mit vorzuwärmendem Holz beschickt war, hat eine Temperatur von etwa ioo° C, die Kammer d1, die mit zu kühlendem Holz besetzt war, ist vollständig ausgekühlt.
Zufolge der beschriebenen Stellung der Schieber und Klappen wird durch k und h eine Luftansaugung aus Kammer dl stattfinden und in letzterer eine Luftverdünnung eintreten, infolge dessen aus Kammer d'2 heifse Luft durch die oberen Oeffnungen flf in die Kammer d1 gelangt. Die Hölzer in letzterer werden erwärmt, während die Luft sich mit Feuchtigkeit sättigt.
Durch den Frischluftkanal η tritt nun kalte Luft in die Kammer d'2 und bewirkt daselbst eine allmälige Abkühlung der conservirten heifsen Hölzer.
Demnach wird bei diesem Verfahren die sonst bei der Abkühlung verloren gehende Wärme zur Vorwärmung der frischen Hölzer ausgenutzt.
Bei sehr kalter Aufsenluft kann zwecks Verhinderung zu schneller Abkühlung vorgewärmte Luft von den Heizvorrichtungen α in regulirbaren Mengen zugelassen werden, was durch entsprechendes Stellen der Schieber und Klappen erreicht wird.
Die Anwärmung der einen Kammer und die gleichzeitige Abkühlung der anderen Kammer dauert so lange, bis in beiden Kammern gleiche Temperatur herrscht. Dann werden die Verbindungen zwischen beiden Kammern unterbrochen, indem die Oeffnungen f1 der Kammer d- abgesperrt, die zugehörigen Schieber m im Saugschlauch k, sowie die Klappen der Oeffnungen z'1 dagegen geöffnet werden, wodurch die Luft aus d- ins Freie abzieht. In diese Kammer tritt bei geöffnetem Schieber s frische Luft aus Kanal η ein und bewirkt die vollständige Abkühlung der conservirten Hölzer. Für die Kammer dl werden die Klappen der. Oeffnungen e oder / der Kanäle cc so gestellt, dafs entweder die unteren Oeffnungen e oder die oberen Oeffnungen/ offen sind; dementsprechend werden die Klappen der Oeffnungen i i1 in den Abzugskanälen h h umge-
kehrt gestellt, so dafs die Luft durch die Kammer von unten nach oben oder von oben nach unten streicht. Die Folge dieser Luftbewegung ist eine weitere Vorwärmung und Verdunstung, die so lange fortgesetzt wird, bis die Hölzer die für die nachfolgende Conservirung nöthige Trockenheit und eine Temperatur von ioo° C. erreicht haben.
Nun wird Kammer d1 entleert und deren Hölzer in den Cylinder zwecks Conservirung gebracht, während die in letzterem eben conservirten Hölzer in Kammer d1 gebracht werden, welche nun zur Abkühlkammer wird, indefs die frisch besetzte Kammer d^ als Vorwärmkammer zu dienen hat, zu welchem Zwecke die Schieber und Klappen entsprechend umzustellen sind. Zufolge dieses abwechselnden Arbeitens in den beiden Kammern ist ein continuirlicher Betrieb ermöglicht, wobei durch Einleiten von Dampf durch die Röhren q die Vorwärmung beschleunigt und ein entsprechender Feuchtigkeitsgrad genau hervorgebracht werden kann.
Werden statt der Trockenkammern zwei Imprägnirungskessel angewendet, so wird in den drei vorhandenen Kesseln vortheilhaft in der Weise gearbeitet, dafs der erste Cylinder mit frischem Holz beschickt und dieses vorgewärmt wird, während gleichzeitig im zweiten Cylinder die Conservirung von bereits vorgetrocknetem und im dritten die Abkühlung von schon conservirtem Holz vorgenommen wird. Nach vollständiger Kühlung wird der dritte Cylinder entleert und mit frischem Material beschickt, um nun als Vormwärmcylinder zu dienen; der erste Cylinder wird nach in demselben beendeter Vorwärmung zur Conservirung verwendet und der zweite Cylinder, in welchem Holz conservirt wurde, dient nun als Abkühlcylinder.
Auf diese Weise kann ebenfalls continuirlich unter fortwährendem regelrechten Wechsel in der Art der Verwendung der Cylinder gearbeitet werden.
Zum Zwecke der Ueberführung von Dampf und heifser Luft aus einem Cylinder in den anderen sind die Cylinder durch Rohrleitungen verbunden und mit Schiebern und Klappen oder sonstigen Absperrvorrichtungen gegen einander absperrbar, so dafs eine möglichst günstige Wärmeausnutzung stattfindet.
Die für die Vorwärmung und Trocknung erforderliche Luft kann entweder in einem Dampfüberhitzer oder in einer besonderen Heizvorrichtung erhitzt werden und durch Ventilatoren oder natürlichen Zug in die Cylinder gelangen; die ausgenutzte Luft kann durch die vorhandenen Ejectoren, Luftpumpen oder durch besonders angebrachte Exhaustoren abgesaugt werden.
Dampferzeuger und Ueberhitzer werden vortheilhaft zu einem Apparat derart vereinigt, dafs die Kesselfeuerungsgase ihre Wärme entweder nur an den Kessel oder nur an den Ueberhitzer oder aber zuerst an den Dampfkessel und dann an den Ueberhitzer abgeben.
Bei Verwendung dreier Cylinder können die während der Conservirungsoperationen entweichenden Dämpfe in den zur Vorwärmung bestimmten Cylinder geleitet und so eine weitere vortheilhaftere Ausnutzung des Brennmaterials erzielt werden.
Bei beiden Apparateinrichtungen empfiehlt es sich, den Conservirungscylinder bezw. die drei Cylinder mit einem doppelten Mantel zu versehen, in welchen heifse Luft oder überhitzter Dampf eingelassen werden kann, wodurch es leicht möglich ist, die für die einzelnen im Cylinder vor sich gehenden Processe erforderliche Temperatur constant zu erhalten, was namentlich bei der vor der Theerung erfolgenden Evacuirung des Cylinders von grofser Wichtigkeit ist.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Bei der Holzconservirung ein Verfahren zum Trocknen von frischen, nassen oder vereisten Hölzern bei gleichzeitiger Ausnutzung der Wärme des bereits imprägnirten heifsen Holzes unter Kühlung des letzteren, darin· bestehend, dafs in zwei in regulir- und' absperrbare Verbindung bringbaren Trockenkammern dl d2 abwechselnd in die eine Kammer frische Hölzer und in die andere Kammer die aus dem Imprägnirkessel kommenden heifsen Hölzer eingeführt werden, worauf durch entsprechendes Umstellen der Absperrorgane ein Temperatur- und Luftaustausch zwischen den beiden Kammern bewirkt und die Wärme der conservirten Hölzer zur Vorwärmung und Vortrocknung der frischen Hölzer verwendet wird, welche in die vorher zur Kühlung benutzte Kammer eingesetzt sind, während die Kühlkammer gegen die Vorwärmkammer abgesperrt und zwecks völliger Abkühlung mit der Aufsenluft in Verbindung gesetzt wird.
  2. 2. Ausführungsform des unter i. genannten" Verfahrens, bei welcher statt der beiden Trockenkammern zwei mit dem Imprägnirkessel in absperrbare Verbindung bringbare gleichartige Kessel angeordnet sind, in welchen drei Kesseln abwechselnd Vortrocknung, Conservirung und Kühlung in der Weise stattfinden, dafs in dem einen die Vorwärmung, in dem folgenden die Conservirung und in dem letzten die Abkühlung durchgeführt und sodann durch entsprechende Umstellung der Absperrorgane der Betrieb gewechselt wird.
  3. 3. Zur Durchführung des unter 1. gekennzeichneten Verfahrens ein Apparat, bestehend aus zwei neben einander befind-
    lichen und durch darunter liegende Heizvorrichtungen α α erwärmte Kammern d1 d'2, welche mit Warmluftkanälen c c durch an Boden und Decke angebrachte, durch Klappen abschliefsbare Oeffnungen e e1 und ff1 in Verbindung stehen, und ferner mit einem gemeinsamen, durch Schieber s absperrbaren Frischluftkanal η, sowie mit in Abzugschläuche k mündenden, zur Absaugung dienenden Kanälen h h1 durch mittelst Klappen abschliefsbare Oeffnungen i i1 verbunden sind.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.

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