Verfahren und Vorrichtung zur Wiedergabe von Schrift und Bildern auf weite Entfernung. Vorliegende Erfindung hat zum Gegen stand ein Verfahren zur Übertragung von Schrift und Bildern auf weite Entfernung mit Hilfe von Wechselstrom oder pulsierendem Gleichstrom und eines in der Empfangsstation angeordneten Oseillographen mit Spiegel, durch dessen durch Stromimpulse hervorge rufene Schwingungen ein Lichtstrahlbündel auf eine bewegte lichtempfindliche Fläche ge richtet wird.
Gemäss der Erfindung wird für jede Wech- selstromhalbpei-iode bezw. für jeden Gleich strompuls mindestens ein Lichtpunkt hervor gerufen, indem die Schwingungen des Oseillo- graphspiegels nach der einen und andern Seite<B>je</B> ein Lichtstrahlbündel auf die Pro jektionsfläche werfen.
Die Erfindung hat weiter zum Gegenstand eine Vorrichtung zur Übertragung von Schrift und Bildern auf weite Entfernungen mittelst Wechselstrom bezw. Gleichstrom nach obigem Verfahren. Bei der Vorrichtung gemäss der Erfindung ist mindestens eine Lichtquelle mit dein Os- cillographspiegel Lind mit andern optischen Mitteln zusainmen derart angeordnet, dass der Oscillographspiegel bei seiner Drehung um einen gewissen Winkel in der einen und an dern Richtung<B>je</B> ein Lichtstrahlbündel auf das als Projektionsfläche dienende lichtempfind liche Material wirft, zum Zweeke,
bei jeder Halbperiode- des Wechselstromes bezw. bei jedem Gleichstrompuls einen Lichtpunkt auf dein lichtempfindlichen Papier hervorzubringen.
Es kann hierbei eine einzige Lichtquelle ve rweridet werden, von welcher das Liebt durcb eine optische Vorrichtung (Reflektoren, Linsen ete.) aus verschiedenen Richtungen auf den Oseillographspiegel geleitet wird. Es können aber auch zwei getrennte Lichtquellen benutzt werden. Auch kann vor der Be lichtungsquelle für das lichtempfindliche Ma terial ein Objektiv angeordnet sein, zum Zwecke, das schwingende Lichtstrahlbündel. während seiner ganzen Bewegung über eine Sammellinse für die Belichtung des licht empfindlichen Materials auszunützen.
Zwei Ausführungsformen des Erfindungs gegenstandes sind in beiliegender Zeichnung beispielsweise dargestellt, und zwar ist: Fig. <B>1</B> eine Ansicht einer ersten Ausfüh rungsform der Vorrichtung, teilweise im Schnitt, und Fig. 2 ein Grundriss derselben; Fig. <B>3</B> und 4 sind Diagramme;
Fig. <B>5</B> zeigt eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung im Aufriss; Fig. <B>6</B> einen wagrechten Schnitt hiervon nach<B>1-1</B> und Fig. <B>7</B> nach II-L Die in den beiden Fig. <B>1</B> und 2 darge stellte Ausführungsform der Vorrichtung<B>be-</B> steht aus nachstehenden Einzelteilen: Eine stationäreLichtquelleAwii-ftje ein in- teiisivesLichtsti#ahlbündeldtirchzweiSchlitzeF und bildet so zwei Lichtstrahlbündel.
Ein Oscillograph ist mit seinem Spiegel B in das Feld eines Elektromagnetes Jgestellt. Die Oseillographenspule selbst, an welcher der Spiegel befestigt ist, ist in den Strom kreis des Arbeitsstromes, der für die Wieder gabe der Schrift oder Bilder erforderlich ist, eingeschaltet und durch diesen Strom veran- lasst, entsprechend den Stromstössen bezw. den Stromwechseln zu schwingen.
Eine symmetrisch zu beiden Seiten der Längsmittelaxe der Vorrichtung angeordnete doppelte optische Anordnung<B>D</B> dient zum Parallelrichten der Strahlen der beiden von der Lichtquelle ausgehenden-Lichtstrahlbündel und eine symmetrisch zu beiden Seiten der Längsmittelaxe der Vorrichtung angeordnete doppelte Spiegelanordnung<B>C</B> wirft die beiden Lichtstrahlbündel in den Mittelpunkt des genau in dieser Längsmittelaxe liegenden ebenen Os- cillographspiegels.
Eine optische Anordnung<B>E</B> dient dazu, das von dem Oseillogi-aphspiegel weitergeb ende Lichtstrahlbündel auf dein lichtempfindlichen Papier zu konzentrieren.
Die Schlitze F gestatten eine Regulierung der Lichtstrahlbündel und der Expositions- dauer des lichtempfindlichen Materials. Die Vorrichtung<B>G</B> dient zum Halten und Führen des lichtempflAdlichen Materials, züm Beispiel Päpieres.
Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist folgende: Das lichtempfindliche Material, z. B. Pa pier, Film oder dergleichen wird auf dein Zylinder<B>G</B> des Apparates aufgespannt. Diesem Zylinder wird dann eine drehende Lind eine achsiale fortschreitende Bewegung mittelst einer Antriebsvorrichtung gegeben.
Der Zy linder Cr ist in einem lichtdichten Gehäuse II eingeschlossen, Spiegel B gerichtete dessen Seite nach dem mit Oscillograph- einem senk- rechten Schlitz K versehen ist. Die Strom impulse, die der Oseillographenspule zugeleitet werden, veranlassen ein entsprechendes Schwin gen des Spiegels B..
Der Spiegel B, der die beiden Lichtstrahlbündel nach dem Gehäuse R reflektiert, veranlasst, dass diese Lichtstrahl- bündel horizontal schwingen und ab-wechselnd durch den vertikalen Schlitz K in dem Ge- hätise H einfallen, so daf) jedesmal ein Licht- strahlbündel durch den Schlitz K auf das lichtempfindliche Papier fällt.
Das Original, welches wiedergegeben wer den soll, ist direkt oder indirekt in demselben Stromkreis wie die Oseillographenspule einge schaltet und veranlasst Strominipulse in dem Stromkreis, wenn ein über das Original gleitendes Tastorgan auf Elemente der Schrift oder des Bildes auftrifft.
Da das Lichtstrahlbündel, welches mittelst einer Linsenanordnung<B>E</B> konzentriert -wird, durch den Schlitz<B>K</B> hindurchgeht, so wird das lichtempfindliche Papier einen Augenblick exponiert, wodurch ein Punkt auf demselben geschaffen wird, entsprechend einem Element des Bildes oder Schriftzeichens. Die Grösse des Schlitzes K oder die Form der Linse<B>E</B> bestimmt. die Grösse und, Form des Bildele mentes. Die Wiedergabe von Bildern oder Schriftstücken erfolgt so durch Hervorbringung der nötigen Anzahl Elemente entsprechend dem Original in dem Aufnahmeapparat.
Fig. <B>3</B> zeigt schematisch die Doppelwirkung der optischen Anordnung<B>C</B> von Fig. <B>1</B> und 2, welche bewirkt, dafl) jede Halbwelle des Wecliselstromes bei der Bildübertragung aus-- gemitzt wird, wodurch es möglich ist, die Anzahl der Elemente für jeden empfangenen Grundimpuls zu vervielfältigen.
Zwei Lichtstrahlbündel <B>1</B> und l' werden nach dem Oscillographspiegel <B>B</B> von jeder Seite desselben mittelst zweier Spiegel Cund <B>ei</B> geworfen.
Wenn nun kein Strom durch die Oseillographenspule hindurchgeht, an wel- eher der Spiegel befestigt ist, so ist der Spiegel in Ruhe, und das Lichtstrahlbündel, das von C kommt, wird in Richtung von Cl zurückgeworfen, während das Lichtstrahl- bändel, das von C' kommt, in der Richtung nach<B>C</B> zurückgewörfen wird.
Wenn der Oseillographspiegel in Schwin gung versetzt wird, so werden die beiden Lichtstrahlbündel, die von dem Oseillograph- spiegel zurückgeworfen werden, auch hori zontal hin- und herschwingen in der Weise, dass das Lichtstrahlbündel, das von Ckommt zwischen den Punkten a, al schwingt und das Lichtstrahlbündel, das von Cl kommt zwischen den Punkten<B>b, h'</B> schwingt.
Eine bestimmte Ablenkung des Oseillographspiegels, die durch einen gewissen Strombetrag, der durch die Oseillographenspule hindurchgeht, veranlasst wird, ergibt eine gewisse, Amplitude a-a' und<B><I>b, b'.</I></B> Es kann die Amplitude die ser Schwingungen so eingestellt werden, dass die beiden Lichtstrahlbündel über den senk rechten Schlitz K und die Sammellinse<B>E,</B> -die in der Achse des Apparates liegt, auf das lichtempfindliche Papier auftreffen.
Da ein Lichtstrahlbündel über den Schlitz von einer Seite und das andere Lichtstrahlbündel von der<B>'</B> andern Seite her kommt, so trifft ein, was man mit Überlappen der zwei schwingen den Lichtstrahlbündel bezeichnet.
Durch Einstellen der Amplituden der Schwingungen können die beiden Lichtstrahl- bündel so beeinflusst werden, dass ihre Be wegungsumkehr innerhalb der Öffnung des Schlitzes K liegt, oder die Amplituden können so gross gemacht werden, dass die Lichtstrahl- bündel <B>-</B>über den Schlitz K hinaus und wieder zurückgehen.
Im ersten Falle wird ein Bild element pro halbe Periode auf dem Papier #erzielt, <B>-d.</B> h. zwei Elemente<B>für</B> jede Wech- selstroMperiode. InizweitenFalle-wirdeinEle- ment auf-dem Papier erzielt, jedesmal wenn ein Lichtstrahlbündel den Schlitz passiert oder vier Elemente während jeder Wehselstromperiode. <B>.</B> Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung von drei Fällen -von sich überlappenden Schwingungen,
wobei X zwei Elemente für jede Wechselstromperiode# ergibt, Y vier Ele mente für jede Wechselstromperiode, Z acht Elemente Iür jede* Wechselstrompeiriode.
In allen drei Fällen <B>-</B> bezeichnen a und<B>b</B> die Kurven, welche. die beiden Lichtstrahl- bündel auf dem sich drehenden, lichtempfind- liehen Papier im Verlaufe einer Wechsel- stromperiode bei ungebindertem Zutritt auf zeichnen würden.
Kist der Schlitz, durch welchen die Strabl- bündel nach dem Papier zugelassein werden. X zeigt die Wechselstromkurve, die bis in die Öffnung des Schlitzes reicht.
Y und Z zeigen Wechselstromkurven, deren Amplitude so gross ist, so dass die Lichtstrahlbündel über -den Schlitz hinaus und -wieder zurück durch den Schlitz geben.<B>0</B> bezeichnet das Über lappen der beiden schwingenden Lichtstrahl- bündel. In den Fällen<I>X und</I> Y hat die Wechselstromkurve annähernd sinusförmigen Verlauf.- Z zeigt die Kurve eines Wechsel stromes mit höheren Harmonischen.
Die Vorrichtung kann auf verschiedene Weise abgeändert werden, ohne vom üDreist der Erfindung abzuweichen. Zum ]Beispiel kann die Papierführung derart eingerichtet sein, dass (las lichtempfindliche Papier anstatt einer drehenden und einer fortschreitenden eine oseillierende Lind eine fortschreitende Be wegung erhält. Der Schlitz K kann durich eine Linse ersetzt, und die. beiden Lichtstrahl- bündel, die auf den Oseillographspiegel fallen, können von zwei besonderen Lichtquellen, anstatt von einer, wie in- Fig. <B>1</B> und 2 ange geben, erzeugt werden.
Eine solche Ausführungsform ist in den Fig. <B>5-7</B> dargestellt. Hier istin einemLampen- gehäuse a eine Glühlampe b mit. zwei<B>Glüh-</B> fäden<B>c</B> und el angebracht.
Das Lampenge- häuse dient -gleichzeitig als- Halter-<B>für</B> eine doppelte Linsenanordnung mit den Linsen<B>d</B> und d', welche so angebracht sind, dass Bil der der Lichtquelle auf dem kleinen, in dem magnetischen Feld der Magnete<B>/'</B> und fl angebrachten Oseillographspiegel e gebildet werden.
g und gl sind die beiden Lichtstrahl- bündel, die jedes von seiner Seite unter einem bestimmten, abgepassten Winkel auf den Os- eillographspiegel auffallen. Wenn der Spiegel sich in Ruhestellung befindet, werden<B>-</B> von oben gesehen<B>-</B> das Lichtstrahlbündel <B>y</B> in der Richtung gl und das Lichtstrahlbündel <B>y'</B> in der Richtung<B>g</B> reflektiert.
Wenn der Schleife, auf der der Spiegel sitzt, Wechselstrom zu eführt wird. beginnt <B>9</B> ZD dieser hin und her zu schwingen, und durch passende Stromzufuhr zur Schleife kann der Ausschlag derart justiert werden, dass die beiden Lichtstrahlbündel jedes von seiner Seite die Mittellinie des Apparates passieren. In dieser Mittellinie ist nun ein Projektionsapparat angebracht. Aus konstruktiven Rücksichten sind die Strahleingänge der Lampe in eine Ebene (1--1) und diejenigen der Projektions anordnung in eine andere Ebene (II-1) ver legt.
Die Projektionsanordnung enthält eine Sammellinse i, in deren Brennpunkt sich der Oseillographspiegel e befindet. Die Strahlen, die vom Spiegel in die Linse i gesandt wer den, werden daher, nachdem sie diese pas siert haben, parallel sein. In einem für die Apparatkonstruktion zweckmässigen Abstand von der Linse i wird eine andere Sammel- linse <B>1</B> in einer solchen Weise angebracht, dass deren Brennpunkt auf das lichtempfind liche Papier h fällt, welches auf der Zeich nung als auf einer Walze angebracht ge zeigt ist.
Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist folgende: Wenn der Oseillograph vom Signal strom des Sendeapparates beeinflusst wird, wird der Spiegel e in Schwingungen versetzt, und die vom Spiegel reflektierten Lichtstrahl- bündel werden so, wie in Fig. <B>7</B> angedeutet, wandern, wo m und in' die Kurven zeigen, wenn der Spiegel vollen Ausschlag hat.
Wenn der Spiegel nicht vom Signalstrom beeinflusst wird, wird er entweder ganz in Ruhe sein, und da werden die Lichtstrahlbündel uni die Linse i herum reflektiert, oder wenn solche Apparate benutzt werden, bei denen beständig ein schwacher Strom durch die Leitung geht, werden die Lichtstrahlbündel so wie bei n und n' angedeutet schwingen und werden also auch in diesem Falle nicht die Linse i treffen. Wie aus der Zeichnung hervorgellt, werden bei dieser Anordnung beide Halbwellen des Signalstromes nutzbar gemacht, und die Licht strahlen werden während ihrer ganzen Wan derung über die Linse i ausgenutzt.
Es spielt hierbei keine Rolle, ob die äussern Strahlen oder das Zentrum des Lichtstrahlbündels den Rand der Linse i treffen, da sie in jedem Falle im Brennpunkt der Linse<B>1</B> auf dem lichtempfindlichen Papier gesammelt werden. Durch diese Vorrichtung wird so eine. viel kräftigere Belichtung des lichtempfindlichen Papiers erreicht, als wenn den Lichtstrahlen nur erlaubt wird, dieses durch eine schmale Spaltöffnung, so wie bei der ersten Ausfüh- rungsforin beschrieben, zu treffen. Man ist daher in bezug auf die Wahl der Lichtquelle viel freier, da diese nicht so kräftig wie bei den früheren Vorrichtungen zu sein braucht.
Es ist klar, dass man anstatt einer Lampe mit zwei Glühfäden auch zwei einzelne Lampen oder eine einzelne Lampe anwenden, und in letzterem Falle deren Strahlen mit Hilfe eines Spiegels aufteilen kann.
Weiter kann der Abstand zwischen den Linsen i und<B>1</B> nach Wunsch variieren, da die Lichtstrahlbündel hier parallel sind, und man kam) folglich auch die Strahlbündel init Hilfe eines Spiegels abbiegen, wenn dieses ei-wünscht erscheint.