CH92002A - Verfahren zur Gewinnung des wirksamen Bestandteiles der Lobelia. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung des wirksamen Bestandteiles der Lobelia.

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CH92002A
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Boehringer Sohn C H
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Boehringer Sohn Ingelheim
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  Verfahren zur Gewinnung des     wirksamen        Bestandteiles    der     Lobella.            l\ber    die     Alkaloide    der     Lobelia        inflata    ist  bis jetzt sehr wenig bekannt.

   Die wenigen  vorhandenen     Angaben        berichten        übereinstini-          inend,        dal)    diese Alkaloide und ihre Salze  sehr wenig haltbar sind.     Zielbewusste    Ver  suche,, den Träger der therapeutischen     Wir-          kung    der Droge in reiner Form zu erhalten,  liegen nicht     vor:    die bisher behauptete ausser  ordentliche Empfindlichkeit des Ausgangsstof  fes liess auch den Erfolg solcher     Bemühungen     nicht erhoffen.  



       Gleichwohl    gelingt es auf     verhältnismässig     einfache Art, die gesuchte     Verbindung    in       reiner    haltbarer Vorm zu gewinnen. Das von       seinen    Begleitern befreite     wirksame    Alkaloid  erweist sich sogar als eine leicht zu behan  delnde, gut kristallisierende, wenig empfind  liche Verbindung: auch ihre Salze besitzen  gute     Krist@tllisationsfähigkeit    und sind grössten  teils weder hygroskopisch, noch     zersetzlicli.     



  C.     Sieben    beschrieb,     vergl.    .,Beitrag zur  Kenntnis des     Lobelins    und     Lupanins"        (Inau-          gural-Dissertation,        Marburg,   <B>1891)</B> ein an  geblich einheitliches     Lobelin    als Honigartiges       Liquidum,    a. a. 0.,     .S.   <B>10,</B> das ein aus Wassei-    kristallisierendes     Chlorhydrat    geben soll.

   Der       von        Sieben    beschriebenen Base fehlten aber  alle Anzeichen der Einheitlichkeit; auch das  erwähnte     Chlorh.\-drat    ist nicht, wie     Sieben     anscheinend     annahm,    das Salz. der wirksamen  Base, da es der Formel       Cis        H_3    N O-     HCl    = H_0  entspricht, während die nach vorliegendem       Verfahren    abgeschiedene Base Analysenzahlen  gibt, die gut auf die Formel     C=1        H_3        N0_     stimmen.

   Offenbar hatte     Siebert    das in     Wasser     und vor allem in     verdünnter    Salzsäure ziem  lich schwer lösliche     Chlorhydrat    des     j9-Lobeliris     in     Händen.     



  Nach den     Untersuchungen    des Erfinders  liegen im     Rohlobelin    mindestens 3 Alkaloide  vor:  1.     (f-Ilobeliii;    farblose Kristalle vom Schmelz  punkt     1?0'-'.    Hat die bekannte       Wirkung    der     Lobelia        inflata.     Formel .     C_i        Ha.-,        N02.     



  _'.     i3-Lobelin;    nicht     kristallinisch.    Ist charak  terisiert durch ein in Wasser  ziemlich schwer lösliches Chlor  hydrat.      3.     i--Lobelin:    nicht kristallinisch. Auch die       Salze    sind nicht     kristallinisch.     



  Das     i@-Lobelin    liefert weiterhin ein amorphes,  gelblich     weiläes        Platinchloriddoppelsalz,    das  17,6'-'     "    Platin enthält.  



       U-Lobelin    und     ,i-Lobelin    geben schwer  lösliche     Quecksilberdoppelsalze,    die gegebenen  falls     zli    einer     Vorreinigung    des     Basengenii-          sches    dienen     kiinnen.     



  \ach dem     vorliegenden        Verfahren    wird  das nach den     üblichen    Methoden der     Alkaloid-          gewinnung    erhaltene Gemisch der rohen       Lobeliaalkaloide    in Salzsäure gelöst und nach  der     Entfernung    des auskristallisierten Chlor  hydrats des     i3-Ilobeliiis    das Chlorhydrat des       wirksamen        a-Lobelins    durch Ausschütteln  mit     Chloroform    oder ähnlichen     Lösungsmitteln          abgeschieden.     



       1an    kann die Droge entweder mit Alkohol       ersc.ht@pfen,        flach    dem     Abdestillieren    des Al  kohols dem     Rückstand    die basischen Anteile  durch verdünnte Säuren entziehen und aus  der sauren Lösung die     Alkaloide    durch Alkali  und Äther     gewinnen;    oder man zieht unmit  telbar mit schwach     angesiiuertem    Wasser aus  und führt die     Alkaloide    durch Alkali in Äther  über;

   endlich     1J@ann    man die Droge mit     Al-          kalien    behandeln und mit Äther oder Benzol       ausziehen;    diese Auszüge liefern dann durch  Schütteln mit Säuren und erneutes Behandeln  mit     Alkalien    und Äther die Basen in äthe  rischer     Lösung.     



  In jedem Fall erhält man eine Ätherlösung,  die die Alkaloide als honigartiges     Liquidum          zurücklä        sst,    welches den Ausgangsstoff für  das     Verfahren    liefert.     Mali    löst die Basen  in     verdünnter    Salzsäure;

   nach einigem Stehen  tritt die Kristallisation des     r3-Lobelinchlor-          hy        drats    ein.     Wenn    sich der Niederschlag  nicht mehr vermehrt, wird er     abgesaugt;     das Filtrat gibt nun alt Chloroform bei wieder  holtem Schütteln das     a-Lobelin    als     Chlorhydrat          und    wegen der teilweisen Hydrolyse auch  zum geringen Teil als Base ab. Man schüttelt  nun das     Chloroform    mit     Sodalösung    und ver  dunstet das Chloroform vorsichtig, der Rück  stand     kristallisiert    nach kurzem Stehen.

   Man    wäscht mit Äther und kristallisiert die     Base.     wenn nötig, aus Äther um.  



  Es werden schöne, farblose Kristalle vorn  Schmelzpunkt     1?0o    erhalten, die in den     nieistvn     organischen Lösungsmitteln leicht löslich sind.  Die Analyse liefert folgende Werte:       C    78, 7     "/",    H 7, 7     "1'".        _X        4.-5    Für     C'_i        H_:,        NO.    wird berechnet:       C        78.J         lo,        H    7,2     N        -I,-1"    o.

         a-Lobelin    ist in Wasser sehr schwer     löslich.     Das Chlorhydrat ist in     Wasser    ziemlich leicht.  das Bromhydrat schwerer löslich. Beide Salze  reagieren     neutral.    Das in Wasser fast un  lösliche     Chloroplatinat    fällt als     feinkristallini-          sches    Pulver aus: ebenso schwer löslich ist  das     Quecksilberdoppelsalz.     



  Das     a-Lobelin    soll bei     Asthma    und     iihn-          lichen        Krankheitserscheinungen,    und zwar       innerlich    wie auch in Form von     Injektionen          angewendet    werden.  



       Beispiel:     Für erschöpfende Extraktion der Droge  genügt in der Regel die     15fache        Menge    an       Extraktionsmittel    (Alkohol, Äther):     das        AI-          kalischmachen    der Droge erfolgt zweckmässig  mit dem halben bis gleichen Gewicht Solo  lösung     voll        3-l0        o@'u.    Die Zeitdauer der       Extraktion    ist wie in allen solchen Fällen  abhängig     voll    der     Strömungsgeschwindigkeit     des Extraktionsmittels.

   Man kann 7 kg Droge  in 7-10 Stunden erschöpfen. Erwärmung  ist nicht notwendig. Der Gehalt der Droge  beträgt     ini    Mittel etwa     l/.        10/"o        Rohalkaloide,     die     zwischen        ä0    und     -50#'o        a.-Lobelili    und       20-40        %        i3-Lobelin        in        starken        Schwankungen     enthalten.

   Das Rohalkaloid wird in der  25fachen Menge schwacher     Salzsäure    gelöst  und nach     Abtrennung    des gegebenenfalls aus  kristallisierten Chlorhydrats des     i3-Lobelins     mit dem 10. Teil des Volumens alt Chloro  form 6-8 mal geschüttelt.  



  Es hat sieh weiter gezeigt, dass das     wirk-          same        u-Lobelin    aus dem in Salzsäure gelösten  Gemisch mit     i9-Lobelin    nicht nur durch Aus  schütteln mit     Chloroform,    sondern auch mit  andern     Lösungsmitteln,    wie z. B.     Tetracblor-          kohlenstoff,        Trichloräthy        len        oder        Acet.,-le        n-          tetrachlorid,    gewonnen werden kann.

        Mit     dem    Ersatz des     Chloroforms    durch  die     genannten        Lösungsmittel    ist der     techniselne     Vorteil der     geringeren        Flüchtigkeit    des     ver-          wendeten    Lösungsmittels und dessen billigerer  Preis verbunden.  



  Die in     der    oben beschriebenen     Weise    aus       Dein    Droge     gewonneiren        Rohalkaloide        der-l.obelia          werden    in der     \?fachen        Dleoge    schwacher  Salzsäure gelöst und nach Abtrennung des  gegebenenfalls ausgeschiedenen     Chlorhydrats     des     @-Lobelins    mit dem<B>10.</B> Teil des Volumens       sie        Trichloräthvlen        e3-8        anal    geschüttelt.

   Der       Trichloi-äthylen,tuszug    wird nun mit     Soda-          lösung        geschüttelt,    von der     ('hlorna.triumlösung     befreit und     alsdann    zur     Trockne    verdunstet.  Der Rückstand kristallisiert nach     kurzem     Stehen.

Claims (1)

  1. EMI0003.0033 <B>PATE</B> <SEP> XTA\SPRUCH: Verfahren zur Gewinnung des wirksamen Bestandteiles der Lobelia; dadurch gekenn- zeichnet, dass man das nach den üblichere Methoden der Alkaloidgewinnung erhaltene Gemisch der rohen Lobeliabasen irr Salzsäure löst, aus der Li;sung das schwer lösliche Chlor hydrat des ;
    3-Lobelins durch Kristallisation EMI0003.0047 abtrennt <SEP> und <SEP> sodann <SEP> dem <SEP> Filtrat <SEP> das <tb> Clilorhydi- < it <SEP> des <SEP> wirh#annen <SEP> (1-Lobelins <tb> durch <SEP> Ausschütteln <SEP> mit <SEP> Lösungsmitteln <SEP> ent zieht. <SEP> Das <SEP> wirksame. <SEP> zur <SEP> Verwendung <SEP> als <tb> Heilmittel <SEP> bestimmte <SEP> cc-Lohelin <SEP> von <SEP> der <SEP> For mel <SEP> C--,i <SEP> H=:,1 <SEP> U:
    <SEP> bildet <SEP> farblose <SEP> Kristalle <SEP> vorn <tb> Sehrnelzpunkt <SEP> 1'?h'-'@ <SEP> sehr <SEP> schwer <SEP> löslich <SEP> irr <tb> Wasser, <SEP> leicht <SEP> löslich <SEP> in <SEP> den <SEP> meisten <SEP> organi schen <SEP> l.üsungsmitteln. <SEP> 1':s <SEP> bildet <SEP> ein <SEP> fast <tb> unlösliches, <SEP> amorphes, <SEP> gelblich <SEP> weisses <SEP> Chloro platiuat <SEP> und <SEP> ein <SEP> ebenso <SEP> schwer <SEP> lösliches <tb> l@iiechsilberdoppelsalz; <SEP> von <SEP> dein <SEP> neutral <SEP> rea gierenden <SEP> Chlor- <SEP> und <SEP> Bromhydrat <SEP> ist <SEP> ersteres <tb> in <SEP> Wasser <SEP> zienilieli <SEP> leicht, <SEP> letzteres <SEP> schwerer <tb> löslich.
    EMI0003.0048 U <SEP> \ <SEP> TERAN <SEP> SPRVCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch. dadurch gekennzeichnet. clat.;
    man als Lösungsmittel für das wirksame a-Lobelin Chloroform benutzt. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nian als Lösungsmittel für das -irkaarne a-Lobelin Trichloräthv lern benutzt.
CH92002D 1914-04-04 1920-09-25 Verfahren zur Gewinnung des wirksamen Bestandteiles der Lobelia. CH92002A (de)

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