Es wurde gefunden, dass man hydrophobe Textilfaser materialien, insbesondere textile Fasermaterialien aus aroma tischen Polyestern, wie Polyäthylenterephthalaten und Poly estern aus Terephthalsäure und 1,4-Bis-hydroxymethyl- cyclohexan, Cellulosetriacetat, Cellulose-2'/z-acetat, synthe tischen Superpolyamiden und -polyurethanen, Polymerisaten bzw.
Mischpolymerisaten des Acrylnitrils und Polyolefinen, mit sulfonsäuregruppenfreien Azofarbstoffen der Formel
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vorzugsweise bei erhöhter Temperatur unter Erzielung guter Echtheiten färben und bedrucken kann.
In Formel I bedeuten: X, Wasserstoff, Alkyl, Alkoxy, Halogen oder Acylamino, X, Wasserstoff, Alkyl oder Alkoxy, und X2 und X4 Alkyl oder Hydroxyalkyl.
Geeignete Kupplungskomponenten sind N-Alkyl- und N-Hydroxyalkylderivate des Anilins, wie N-Methylanilin, N-Äthyl-anilin, N,N-Dimethyl-anilin, N,N-Diäthyl-anilin, N-(ss-Hydroxyäthyl)-anilin, N-Methyl-N-(ss-hydroxyäthyl)- anilin, N-Äthyl-N-0-hydroxyäthyl)-anilin, N-Butyl-N-(ss- hydroxyäthyl)-anilin, N,N-Bis-(ss-hydroxyäthyl)-anilin, N,N- Bis-(2,
3-dihydroxypropyl)-anilin, ferner die N-Alkyl- bzw. N-hydroxyalkylderivate von 3-Chlor-anilin, 3-Methyl-anilin, 2,5-Dimethyl-anilin, 3-Methoxy-anilin, 3-Äthoxy-anilin, 5-Methyl-2-methoxy-anilin, 5-Methyl-2-äthoxy-anilin, 2,5- Dimethoxyanilin, 3-Acetylamino-anilin, 2-Methoxy-5-acetyl- aminoanilin und 2-Äthoxy-5-acetylamino-anilin.
Die Farbstoffe der Formel (1) sind neu; sie lassen sich beispielsweise erhalten durch Einwirken von Metallcyaniden auf die entsprechenden 2-Halogen- oder 2,6-Dihalogenazo- verbindungen (siehe die Schweiz. Patentschrift 487 227).
In der deutschen Patentschrift 942 221 sind zum Färben von Celluloseacetat geeignete Farbstoffe auf Basis von 4-Chlor-2,6-dicyananilin und Kupplungskomponenten der Anilinreihe beschrieben. Gegenüber diesen Farbstoffen zei gen die erfindungsgemäss zu verwendenden Farbstoffe den Vorteil der höheren Trockenhitzeplissier- und Trockenhitze fixierechtheit auf Triacetatgewebe.
Gegenüber dem Farbstoff des Beispiel 1 der französischen Patentschrift 1 216 923, auf diazotiertes 2-Cyan-4-nitranilin gekuppeltes N,N-Bis-(cyanäthyl)-anilin, zeigt der Farbstoff N,N-Diäthylanilin @ 2,6-Dicyan-4-nitranilin gemäss Erfindung den Vorteil der doppelten Farbstärke. In der französischen Patentschrift sind keine Azofarbstoffe auf Basis Dicyanbenzol beschrieben.
Zum Stand der Technik ist noch die US-Patentschrift 2 373 700 zu nennen, welche Azofarbstoffe angibt, deren Diazokomponente auch ein substituiertes Anilin sein kann. Auch hier findet sich unter den angegebenen Farbstoffen und in der Aufzählung von Diazokomponenten keine Ver bindung auf Basis Dicyanbenzol.
Das Färben mit den erfindungsgemäss verwendeten Farbstoffen der Formel (1) wird im einzelnen derart durch geführt, dass man das zu färbende Material vorzugsweise bei erhöhter Temperatur, z. B. bei 40 C, in eine wässrige Lösung oder Dispersion der Farbstoffe einbringt, gegebenenfalls übliche Hilfsmittel, wie Sulfitcellulose-Abbauprodukte, Kon densationsprodukte aus höheren Alkoholen mit Äthylenoxyd, Polyglykoläther von Fettsäureamiden oder Alkylphenolen, Sulfobernsteinsäureester oder Türkischrotöl, zuletzt und das i Bad vorzugsweise mit sauren Mitteln versetzt,
beispielsweise mit organischen Säuren, wie Ameisensäure oder Essigsäure, oder anorganischen Säuren, wie Phosphorsäure. Das Bad wird dann auf die optimale Färbungstemperatur erhitzt, vor zugsweise und je nach Art der zu färbenden Fasermaterialien auf eine Temperatur zwischen 80 und 140 C. Bei dieser Temperatur wird bis zum Erreichen der gewünschten Farb- tiefe gefärbt. Nach Abkühlen des Bades kann das gefärbte Fasermaterial einer Nachbehandlung unterzogen werden, z. B. im Falle von Acetatfasern einer Nachbehandlung mit Seifen, oder im Falle von Fasern aus aromatischen Polyestern einer reduktiven Nachbehandlung unter Alkalizüsatz.
Die Farbstoffe gelangen bevorzugt in dispergierter Form zur Anwendung. Als Dispergiermittel eignen sich hierfür beispielsweise Dinaphthylmethansulfonat oder Konden sationsprodukte aus Kresol, 2-Naphthol-6-sulfonsäure und Formaldehyd.
Beim Färben von aromatischen Polyestern oder Triacetat- fasern bei Temperaturen bis<B>105'C</B> ist es im allgemeinen vorteilhaft, übliche Carriersubstanzen mitzuverwenden, wie Mono-, Di- oder Trichlorbenzol, Benzoesäure, Salicylsäure, Salicylsäuremethylester, Kresotinsäuremethylester, o- oder p-Phenylphenol, ss-Naphthyläthyläther oder Benzylalkohol.
Das Bedrucken wird gleichfalls in an sich bekannter Weise durchgeführt, indem man auf die Materialien eine Druckpaste aufbringt, welche neben üblichen Hilfsmitteln den oder die Farbstoffe enthält, und anschliessend einer Wärme- bzw. Hitzebehandlung unterwirft.
Die Farbstoffe der Formel 1 eignen sich zum Färben und Bedrucken von Fasergeweben, Fasergarnen und Endlos- Garnen, Kammzug oder Flocke und Mischgeweben solcher Faserarten mit nativen Fasern, wie Baumwolle, Wolle und Seide, oder Mischgeweben der hydrophoben Fasern unter einander. Die Färbungen zeichnen sich durch grosse Klarheit und gute Allgemeinechtheiten aus.
Beispiel 1 Man trägt 0,1g des gut dispergierten Farbstoffs der Formel
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bei 40-50 C in 1 1 Wasser ein, das ausserdem 0,l-0,2 g eines Sulfitcelluloseabbauproduktes sowie 0,3-0,5 g Dichlorbenzol enthält. In dieses Bad geht man mit 10 g eines Gewebes aus Polyäthylenterephthalat ein, erhöht die Temperatur des Färbeb < jdes innerhalb von etwa 20 Minuten auf<B>1<I>00'</I></B> C und färbt bei dieser Temperatur etwa 60 bis 90 Minuten. Man erhält eine stark rotstichige blaue Färbung mit guter Nass-. Sublimier- und Lichtechtheit.
Ersetzt man in diesem Beispiel das Substrat durch 1(1 g, eines Gewebes aus Cellulosetriacetat, erhält man eine klare rotstichig blaue Färbung, mit guten Allgerneinechtheiten.
Unter den Färbebedingungen dieses Beispiels ergeben die in der folgenden Tabellf genannten Farbstoffe die angegebe nen Farbl()nL auf Poiv'cstcrfascrn
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Tabelle
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werden in gut dispergierter Form bei 40-50 C in 1 I Wasser eingetragen, das ausserdem 0,5-1g Polyäthylenglykol ent hält. In dieses Bad geht man mit 25 g synthetischem Super- polyamidgarn ein, erhöht die Temperatur in etwa 20 Minuten auf 95-100 C und färbt etwa 1 Stunde. Man erhält eine kräftige Blaufärbung mit guter Nass- und Lichtechtheit. Beispiel 3 Man löst 1 g des Farbstoffs der Formel
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unter Zusatz von 3 ml 30%iger Essigsäure in 3 I Wasser.
In dieses Bad geht man bei 40 bis 50 C mit 100 g Polyacryl nitrilfaser ein, erhöht die Temperatur des Färbebades inner halb von etwa 40 Min. auf 100'C und färbt bei dieser Tem peratur etwa 1 Stunde. Es resultiert eine blaue Färbung mit guten Nassechtheiten.