Verfahren zur Herstellung von Stumpenkerzen aus Wachsteilchen auf kaltem Wege Kerzen werden bislang im Zieh-, Tauch-, Giess- oder Pressverfahren hergestellt, wobei die sogen. Stumpenkerzen hauptsächlich im Giess- oder mehr noch im Pressverfahren gefertigt werden. Es ist aber auch bereits bekannt, Kerzenrohstoff zunächst zu pulverisieren und/oder zu körnen und dieses Wachs pulver oder Wachsgranulat dann unter hohem Druck in einer Pressform oder Strangpresse zu einer Kerze zu formen, deren Stamm damit wieder ein sehr dich tes Gefüge erhält.
Alle diese Kerzen kann man als massive Kerzen bezeichnen, da mindestens deren Kerzenstamm aus einem festen und dichten Wachs gefüge oder sonstigem Kerzenrohstoff besteht. So fern hierfür ein pulverisierter Kerzenrohstoff Ver wendung gefunden hat, haben die einzelnen Körner eine kubische oder würfelige Form, die sich im Press- verfahren sehr dicht zusammenfügen. Diese bekann ten Kerzen sind auch entsprechend schwer im Ge wicht, insbes. wenn man berücksichtigt, dass heute Kerzen in Dimensionen von bis zu 20 cm Durch messer und 50 cm Höhe hergestellt werden.
Es ist aber auch bereits eine sogen. Dauerlicht kerze bekannt, deren Kerzenrohstoff einem Zerbrö- selungs- oder Pulverisierungsverfahren unterworfen wird und dieser so vorbereitete Kerzenrohstoff dann unter mehr oder weniger starkem Zusammendrücken in einem Becher od. dgl. Verbrennungsgefäss gefüllt wird, selbstverständlich unter Beigabe eines Dochtes.
Es ist weiterhin bekannt, gemäss dem gleichen Vor schlag vorbereitete Tabletten, Scheiben, Zylinder od. dgl. aus Wachs zu fertigen und diese um einen Docht in ein Verbrennungsgefäss zu füllen, woraus sich eben falls eine sogen. Dauerlichtkerze ergibt.
Auch ist bekannt, Kerzenrohstoff in kaltem Zu stand dünn geschnitten vorzubereiten und diesen Rohstoff in Formen unter Anwendung von hohem Druck maschinell zu pressen.
Ebenfalls ist ein Verfahren bekannt, festes Wachs in Teilchenform, z. B. auch in Form von Ker- zenrohstoff-Flocken beliebiger Konfiguration, etwa aus runden, kubischen, zylindrischen oder völlig un- regelmässigen zusammengesetztem Pulver im Strang- pressverfahren ebenfalls unter Anwendung von hohem Druck herzustellen.
Alle diese bekannten Verfahren, Kerzen auf kaltem Wege herzustellen, haben entweder den Nach teil, dass komplizierte und sehr teure Maschinen anlagen (z. B. Strangpressen) benötigt werden oder der wie vor beschriebene pulverisierte oder gekörnte Kerzenrohstoff in un- oder verbrennbare Hüllen ein gefüllt werden muss, also für jede einzelne Kerze besondere Gefässe erforderlich sind.
Sofern nach den bekannten Verfahren Maschi nenanlagen zur Herstellung derselben Verwendung finden, ergeben sich auch nur entsprechend schwere Kerzen mit einem sehr dichten Wachsgefüge, also auch mit einem entsprechend hohen Material-Anteil, wobei zu erwähnen ist, dass auch der hierbei anfäl lige Arbeitszeit-Anteil nicht gerade gering ist. Sol che Kerzen können auch nur bis zu einem bestimm ten Durchmesser hergestellt werden, verlangt werden aber heute Kerzen mit sehr starkem Durchmesser, die sogen. Stumpenkerzen, deren Durchmesser viel fach 20 cm und darüber hinaus beträgt.
Eine Kerze mit einem solchen starken Durchmesser ist auch ent sprechend schwer und brennt vor allem nur sehr schlecht, weil die Kerzenflamme mehr Wachs ver flüssigt als sie verbrennen kann. Die Flamme ertrinkt dann in ihrem flüssigen Wachs.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist aber, eine Kerze vorzugsweise starken Durchmessers mit losem, stark luftbeinhaltendem Gefüge, also auch leichten Gewichtes, trotzdem aber genügender Stand- und Transportfestigkeit herzustellen, die sich äusser- lich und optisch von den bislang bekannten Stum- penkerzen nicht unterscheidet und vor allem gut und sicher ohne zu qualmen, brennt.
Die Lösung der gestellten Aufgabe wurde gefun den in einem Verfahren zur Herstellung von Stum- penkerzen aus Wachsteilchen auf kaltem Wege, wel ches dadurch gekennzeichnet ist,
dass um einen Docht Kerzenrohstoff in Form von gewölbten löffel artigen Flocken angebracht und dieses Material bis zum Zusammenhaften der Flocken schwach verdich tet wird und zugleich oder danach auf dem so ge wonnenen Kerzenstamm durch oberflächliches Ver schmelzen der Aussenflocken und/oder durch Tau chen in flüssiges Wachs der Kerzenoberfläche oder durch Aufbringung einer vorgefertigten Schale eine homogene Aussenschicht gebildet wird, wobei die Kerzenrohstofflocken vorzugsweise durch Walzen, Rütteln oder Wickeln auf kaltem Wege zu einem Kerzenstamm zusammengefügt werden.
Die erfindungsgemässe Herstellung der Kerze erfolgt ebenfalls auf kaltem Wege, jedoch ohne beson dere Maschinenanlagen, also ohne den Einsatz sehr hoher Maschinen-Investitionen und unter Umgehung des üblichen Wärme-Kälte-Problems, welches der Wachsindustrie bekanntlich bisher sehr viel Schwie rigkeiten bereitete.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel ei ner erfindungsgemäss hergestellten Kerze schema tisch dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 die Kerze von der Seite gesehen, teilweise im Schnitt in schematischer Darstellung, Fig. 2 eine Kerzenrohstoff-Flocke im Schnitt, Fig. 3 eine Kerzenrohstoff-Flocke in Vorderan sicht.
Zur Herstellung der Kerzen wird zunächst deren Material für den Kerzenstamm 1 aufbereitet zu Flocken 2, wie eine solche in Fig. 2 und 3 in er heblich vergrösserter Darstellung gezeigt ist. Diese Flocken 2 werden auf geeigneten, an sich für andere Verwendungszwecke gebräuchlichen Maschinen herge stellt, und zwar vom festen Kerzenrohstoff abge schält, wobei diese eine löffelartige Gestalt anneh men bzw.
erhalten, also keine kubische, runde oder würfelige, sondern mehr eine gebogen-folienartige. Zum Zwecke der Herstellung der erfindungsgemässen Kerze werden diese Flocken 2 in eine Form lose ein gebracht und nur leicht zusammengerüttelt oder auch nur leicht verpresst, in jedem Fall aber so, dass die einzelnen Flocken nur schwach zusammenkleben,
ohne im wesentlichen hierbei zu brechen und zwi schen den einzelnen Flocken verhältnismässig vie le und grosse Hohlräume bestehen bleiben. Entwe der noch in dieser Form oder nach vorsichtiger Herausnahme werden sämtliche Oberflächen 3 die ses Kerzenstammes 1 einer mehr oder weniger starken Wärmebeeinflussung ausgesetzt, so dass die äusse- ren Oberflächen leicht schmelzen und sich hierdurch eine äussere Wachshaut ergibt, die möglichst schnell abgekühlt und damit hart und standfest wird.
Durch Vermehrung oder Verringerung der Wärmebeein flussung hat man es in der Hand, die Wachshaut mehr oder weniger stark zu gestalten.
Es ist aber auch möglich, einen solchen leichten Kerzenstamm dadurch zu erreichen, dass man die für den Kerzenstamm vorgesehenen Kerzenrohstoff- Flocken 2 in einer Form einem an sich aus an deren Herstellungsprozessen bekannten Rüttelvor gang unterzieht, wobei es gleichgültig ist, welchen Querschnitt solche Kerzen haben.
Eine brauchbare und sehr einfache Art der Her stellung der erfindungsgemässen Kerzen ist die, dass man die Kerzenrohstoff-Flocken 2 in einer Wickel vorrichtung verdichtet, ähnlich dem Vorgang, wie dies von der Herstellung von Zigaretten mit Hand- wickelmaschinen bekannt ist. Hierbei hat man es sehr leicht in der Hand, den erfindungsgemässen Kerzen stamm je nach Wunsch mehr oder weniger stark zu verdichten und kann die Stärke bzw. der Durchmes ser des Kerzenstammes ungewöhnlich gross gehalten werden.
Eine weitere Möglichkeit der Herstellung der er- findungsgemässen leichten Kerzen besteht darin, dass die Kerzenrohstoff-Flocken 2 zwischen radial angeord neten Walzen oder dergl., die um den zentral an geordneten und gehaltenen Docht und parallel zu diesem gelagert sind, gewalzt werden.
In jedem Falle bleibt der Kerzenstamm 1 von den vorbeschriebenen Aussenbehandlungsmethoden fast unberührt und leicht in seinem Gefüge. Trotzdem ist aber ein solcher Kerzenstamm genügend fest für die Weiterverarbeitung.
Diese Weiterverarbeitung erfolgt zweckmässig dadurch, dass man einen solchen erfindungsgemäs- sen leichten Kerzenstamm ein- oder mehrmals in flüssigem Wachs übertaucht, wobei ein Wachs Ver wendung finden kann mit einem höheren Schmelz punkt als dieses für den Kerzenstamm Verwendung gefunden hat.
Es ist aber auch möglich, auf den Kerzenstamm 1 eine vorbereitete Aussenschale 4 aus Wachs in der bekannten Art aufzubringen, die die üblichen Verzie rungen, Ornamente od. dgl. trägt. Auch hierdurch erhält die ganze Kerze einen festen Stand und Griff, obwohl das innere Gefüge nur sehr leicht ist.
Diese erfindungsgemäss hergestellte Kerze aus Kerzenrohstoff-Flocken ist aber infolge ihrer vielen und verhältnismässig grossen Lufteinschlüsse sehr leicht und erfordert nur einen Bruchteil des bisheri gen Wachsrohstoffes für eine Kerze gleicher Grösse.
Sie hat aber überraschenderweise noch den weiteren Vorteil, dass die Kerzenflamme 5 durch den Ker zenstamm 1 im besonders hohem Masse in Richtung auf und durch die seitlichen Oberflächen 3 reflek tiert wird, ja selbst dann, wenn auf dem Kerzenstamm noch die üblichen Verzierungen 4 aus möglichst transparentem Material aufgebracht sind. Diese un verhältnismässig hohe Leuchtkraft bzw. Reflektion ist auf die vielen und grossen Lufteinschlüsse im Kerzenstamm zurückzuführen.
Ein weiterer, besonderer Vorteil ist, dass die Ker- zenrohstoff-Flocken 1 in verschiedenen Farbvaria- tionen Verwendung finden können, die nicht in einander verfliessen, da nur auf kaltem Wege gear beitet wird. Marmorierte oder geaderte Gestaltung der Kerze ist ohne weiteres möglich.
Von aussen unterscheidet sich die erfindungsge- mäss hergestellte Kerze von den bisher bekannten überhaupt nicht, sie ist lediglich leichter im Gewicht bei gleicher Grösse.
Wenn gewünscht, können die Kerzenstamm-Flok- kenmasse 1 an sich bekannte Duftstoffe oder Wirk stoffe, z. B. gegen Insekten, zugegeben werden. kennzeichnet, dass um einen Docht (1) Kerzenroh stoff in Form von gewölbten löffelartigen Flocken (2) angebracht und dieses Material bis zum Zusammen haften der Flocken (2) schwach verdichtet wird und zugleich oder danach auf dem so gewonnenen Ker zenstamm durch oberflächliches Verschmelzen der Aussenflocken und/oder durch Tauchen in flüssiges Wachs der Kerzenoberfläche oder durch Aufbringung einer vorgefertigten Schale (4) eine homogene Aus senschicht gebildet wird.
UNTERANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Stumpenkerzen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kerzenrohstofflocken (2) durch Walzen, Rütteln oder Wickeln auf kaltem Wege zu einem Kerzen stamm (1) zusammengefügt werden.