AT158274B - Verfahren zur Herstellung von durchgehend gemusterten Gegenständen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von durchgehend gemusterten Gegenständen.

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Hans Schaefer
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von durchgehend gemusterten Gegenständen. 



   Bei den bisher bekannten Verfahren zur Herstellung gemusterter Gegenstände wurde die Musterung auf den fertigen Gegenstand von Hand aufgemalt oder aufgespritzt. Neben der Unwirtschaftlichkeit dieser Arbeit ergab sich auch noch der Nachteil, dass die Musterung bald abgerieben war und der   ungefärbte     Grundkörper   zum Vorschein kam. Um diese Mängel zu vermeiden hat man schon vorgeschlagen, in die aus pulverförmigen Stoffen vorgearbeiteten Gegenstände die Musterung einzupressen, die Vertiefungen mit andersfarbigem Stoff auszufüllen und dann die Gegenstände unter Druck und Hitze fertig zu pressen. Aber auch bei den nach dem zuletzt genannten Verfahren hergestellten Gegenständen besteht der Nachteil, dass die Musterung nur eine geringe Tiefe besitzt, also sich leicht abnutzt.

   Zugleich aber ergeben sich grosse Schwierigkeiten, wenn es sich darum handelt, Naturerzeugnisse nachzuahmen, die in ihrer Musterung feine und feinste   Farbunterschiede   aufweisen, deren Auseinanderhaltung bei den bekannten Verfahren nicht möglich ist. 



   Diese Schwierigkeiten wachsen aber noch, wenn es sich darum handelt, einen Körper mit durchgehender Musterung anzufertigen, die durchgehende konzentrische Ringe oder Ovale bildet. Nach den bislang bekannten Verfahren können solche Gegenstände nur sehr schwer und unvollkommen hergestellt werden. 



   Gemäss der Erfindung sollen alle diese Mängel in der Weise beseitigt werden, dass die verschiedenen Stoffe nacheinander in eine umlaufende Hohlform eingefüllt werden, wobei die Fliehkraft die gewünschte ringförmige Verteilung und konzentrische Schichtung der verschiedenfarbigen Stoffe bewirkt, worauf der durch die   Schleuderung   erhaltene Körper im ganzen oder in Teilstücken unter Druck und Hitze gepresst und ausgehärtet wird. Zweckmässig läuft zur Herstellung stabförmiger Werkstücke die Form um eine im wesentlichen waagrechte Achse um, während man zur Herstellung   scheibenförmiger   Formlinge die Hohlform um eine senkrechte Achse umlaufen lässt.

   Vorteilhaft werden zur Erzielung besonderer Musterwirkung Einsätze aus leicht vorgepresstem Pulver verwendet, welche sich bei der späteren Verpressung fest mit der übrigen Pulvermasse verbinden. 



   Infolge dieser Ausbildung des neuen Verfahrens ist die Herstellung von durchgehend gemusterten Gegenständen sehr vereinfacht und zugleich eine unbegrenzte Zahl von vielseitigen, neuen Musterungsmöglichkeiten gegeben. Ist die Anwendung von umlaufenden Formen und die Ausnutzung der dabei entstehenden Fliehkraft auch für verschiedene Zwecke schon bekannt, so handelt es sich bei den bekannten Verwendungen um Vorrichtungen, in die plastische Massen eingefüllt und meist zu Röhren geschleudert wurden.

   Demgegenüber ergibt das neue Verfahren vollständig neue Wirkungen, da bei ihm nicht nur vorwiegend pulverförmige Stoffe verwendet, sondern durch die nacheinander erfolgende Einfüllung der Stoffe in die umlaufende Hohlform durchgehend gemusterte Gegenstände hergestellt werden, die je nach Bedarf immer genau gleiche Musterung, d. h. genau gleichbleibende konzentrische Ringe oder auch verlaufende Ringe aufweisen. Lässt man z. B. die Hohlform langsam umlaufen, so dass die Schleuderwirkung nur gering ist, so wird das eingegebene Pulver sich auch ungleichmässig verteilen. Es bleibt an der Eingabestelle und deren Nähe in grösserer Menge liegen.

   Läuft dagegen 
 EMI1.1 
 Auf diese Weise ist es möglich, mit einer geringen Menge von Pulver doch eine geschlossene, scharfe Ringlinie zu erzielen, während bei langsamen Umlauf und grösserer Pulvermenge eine verlaufende, ungleich starke Musterung erreicht wird. Der durch die Sehleuderung erhaltene Körper kann dann unter Hitze und Druck gepresst und ausgehärtet werden, oder er wird in kleinere Stücke zerlegt und 

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 diese dann jedes für sich gepresst und ausgehärtet. Auf diese Weise ergeben sich weitere Möglichkeiten für die Weiterverarbeitung, die noch durch die Lage der Umlaufachse der Hohlform und des dabei entstehenden Formkörpers, ob Platte oder Stange, unterstützt werden.

   Es ist aber auch möglich, zu Beginn oder während des Arbeitsganges die Form mit Einsätzen, vorzugsweise aus schwach vorgepresstem und gegebenenfalls vorgemustertem Pulver, zu versehen und dadurch die Musterwirkung noch zu steigern. 



   In der Zeichnung ist die Herstellung eines Formkörpers nach dem neuen Verfahren und die dazu verwendete Hohlform in einem   Ausführungsbeispiel   dargestellt. Dabei ist a eine etwa zylindrische Hohlform, die mit ihrer Hohlwelle b in einem Lager   c   drehbar gelagert ist. Durch die Hohlwelle geht ein Schaft/, an dessen vorderem Ende eine kolbenförmige Platte d sitzt, welche zugleich den verstellbaren Boden der Form bildet. An ihrer Vorderseite ist die Form a mit einem durch   Bajonettverschluss   zu befestigenden Deckel g versehen, in dessen Mitte sich eine Einfüllöffnung h befindet. 



   Soll nun ein Gegenstand hergestellt werden, in diesem Fall ein zylindrischer Körper, so kann durch den Schaft t der Formboden   d   auf ein bestimmtes Mass eingestellt werden, wobei die Zahl der Umdrehungen in der Minute je nach der Pulverart oder der zu erzielenden Musterung 400-1000 beträgt. Die Form a wird dann in Umlauf gesetzt und durch die   Öffnung 71   die erste Pulverart mittels eines geeigneten Löffels eingefüllt. Das Pulver 1 wird durch die bei der Umdrehung der Form a entstehende Schleuderwirkung gegen die Wand der Form a geschleudert und dort mehr oder weniger ringförmig verteilt und festgehalten. Das zweite Pulver 2, das anders gefärbt sein kann, wird nach seiner Einführung gegen die Pulverwand 1 geschleudert und bildet eine weitere Schicht. In gleicher Weise geschieht es mit Pulver 3.

   Schliesslich wird ein Kernstück 4 eingeführt, welches aus losem oder gegebenenfalls vorgepresstem Pulver bestehen kann. Nachdem auf diese Weise die Form gefüllt ist, kann durch Nachdrücken des beweglichen Formbodens die Pulvermasse etwas zusammengedrückt und dadurch verfestigt werden, worauf nach Abnahme des Deckels der ganze Vorpressling aus der Form herausgedrückt werden kann. Gegebenenfalls kann aber nach Abnahme des Deckels noch ein in der Zeichnung nicht dargestellter Gegenstempel aufgesetzt und der Formling durch Druck oder je nach Art der verwendeten Pulver durch Wärme oder beides in einen festen Körper umgewandelt werden. Bei diesem Körper ist dann die Musterung eine derartige, dass die Pulverarten 1-4 ringartig an den Endflächen sichtbar sind und sich nach Art konzentrischer Rohre durch den ganzen Körper hindurchziehen.

   Es ist somit die Forderung nach durchgehender Musterung erfüllt. 



   Die in der umlaufenden Form erhaltenen Muster bestehen im allgemeinen aus kreisrunden konzentrischen Ringen. Wird eine andere Ringform   gewünscht,   wie z. B. mehr ovale   Musterringe,   so kann dies in einfacher Weise dadurch erreicht werden, dass auf den Formling ein seitlicher Druck quer zur   Ringaehse   ausgeübt und dadurch der Formling entsprechend   flachgepresst   wird. Man erhält dann einen Vorpressling bzw. Fertigpressling, bei dem die konzentrischen Musterringe eine mehr oder weniger ovale Gestalt haben, wie es bei den Jahresringen von Naturkörpern, z. B. Holz oder Horn, vielfach vorkommt und die auf die oben beschriebene Weise weitgehend nachgebildet werden können. 



   Das zeigt sich besonders bei der Nachbildung von Knöpfen, die sonst aus echtem Büffelhorn hergestellt wurden. Um die feine Musterung der Büffelhornknöpfe zu erzielen, sind wie im nachstehenden Beispiel angegeben, nicht weniger als 16 Ringlagen erforderlich, die z. B. aus folgender Füllungsreihe bestehen :

   
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> 1. <SEP> V7'ÖU <SEP> 50 <SEP> g <SEP> Grundmehl,
<tb> 2. <SEP> 18'75 <SEP> g <SEP> braunes <SEP> Pulver,
<tb> 3. <SEP> 31'25 <SEP> g <SEP> Grundmehl,
<tb> 4. <SEP> 6'25 <SEP> g <SEP> braunes <SEP> Pulver,
<tb> 5. <SEP> 25'00 <SEP> g <SEP> Grundmehl,
<tb> 6. <SEP> 6'25 <SEP> g <SEP> braunes <SEP> Pulver,
<tb> 7. <SEP> 6'25 <SEP> g <SEP> Grundmehl,
<tb> 8. <SEP> 3'25 <SEP> g <SEP> braunes <SEP> Pulver,
<tb> 9. <SEP> 1-62 <SEP> g <SEP> weisses <SEP> Pulver,
<tb> 10. <SEP> 3-25 <SEP> g <SEP> Grundmehl,
<tb> 11. <SEP> 3'25 <SEP> g <SEP> Kernpulver,
<tb> 12. <SEP> 1-62 <SEP> g <SEP> weisses <SEP> Pulver,
<tb> 13. <SEP> 1-62 <SEP> g <SEP> Grundmehl,
<tb> 14. <SEP> 1'62 <SEP> g <SEP> braunes <SEP> Pulver,
<tb> 15. <SEP> 1'62 <SEP> g <SEP> Kernpulver,
<tb> 16. <SEP> 1'62 <SEP> g <SEP> weisses <SEP> Pulver.
<tb> 



  150'72 <SEP> g.
<tb> 
 



  Grundmehl ist hiebei ein Presspulver, aus welchem der nicht gemusterte Teil des Knopfes besteht, während Kernpulver dasjenige Pulver ist, welches der Kernmusterung, die gerade bei Büffelhornknöpfen eine besondere Rolle spielt, ihr   eigentümliches   Aussehen gibt. Die Herstellung eines   Kunsthom-   knopfes erfolgt etwa in der Weise, dass zur Bildung zunächst einer langen Stange mit durchgehender 

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Musterung, in eine mit rund 1000 Umdrehungen in der Minute waagrecht umlaufenden Hohlform mittels eines in die Form reichenden Löffels zuerst   37'5   g des farblosen, durchsichtigen Grundmehls gegeben werden, das durch die Schleuderkraft gegen die Wand der umlaufenden Hohlform geworfen wird und dort eine feste und dichte Schicht bildet.

   Dann folgt auf die gleiche Art   18'75 g   braun gefärbtes Pulver, das sich als eine dünne Schicht gegen die Grundmehlschicht legt. Das dann mit
31-25 g folgende farblose Grundmehl deckt das vorher eingegebene braune Pulver und bildet ebenfalls wieder einen Ring, so dass an dem offenen Ende der Hohlform bereits drei Ringzonen erkennbar sind, von denen die äussere und die innere farblos und die zwischen ihnen liegende braun ist. In der gleichen
Weise fährt man dann fort, die in der nachstehenden Füllungsreihe unter 4. bis 16. angegebenen Pulvermengen einzufüllen. Der so erhaltene Stab wird dann in der Hohlform schon etwas gepresst, so dass ein transportabler Körper entsteht. Da die Ringbildung in einem Büffelhorn nicht genau kreisrund ist, so kann der Schleuderkörper durch seitliche Pressung in eine etwas ovale Form gebracht werden.

   Dann erfolgt eine Zerteilung des Stabes in etwa 30 Tabletten, von denen jede in einer Form unter Druck und Hitze in ihre Endgestalt, d. h. Knopfform, gebracht wird. Jeder Knopf zeigt nach seiner Fertigstellung eine durchgehende Musterung, die der Musterung eines echten Büffelhornknopfes ausserordentlich ähnlich ist. 



   Natürlich beschränkt sich die Erfindung nicht auf das dargestellte Beispiel, vielmehr sind auch andere Ausführungen und Abänderungen, sowohl für das Verfahren als auch die Vorrichtung möglich. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von durchgehend gemusterten Gegenständen aus durch Druck und Hitze verform-und härtbaren vorwiegend pulverförmigen Kunststoffen, dadurch gekennzeichnet, dass die verschiedenen Stoffe nacheinander in eine umlaufende Hohlform eingefüllt werden, wobei die Fliehkraft die gewünschte ringförmige Verteilung und konzentrische Schichtung der verschieden- farbigen Stoffe bewirkt, worauf der durch die Schleuderung erhaltene Körper im ganzen oder in
Teilstücken unter Druck und Hitze gepresst und ausgehärtet wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung stabförmiger Werkstücke die Form um eine im wesentlichen waagrechte Achse umläuft.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Herstellung scheiben- förmiger Formlinge die Hohlform um eine senkrechte Achse umlaufen lässt.
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzielung besonderer Musterwirkung Einsätze aus leicht vorgepresstem Pulver verwendet werden, welche sich bei der späteren Verpressung fest mit der übrigen Pulvermasse verbinden. EMI3.1
AT158274D 1936-06-17 1937-05-21 Verfahren zur Herstellung von durchgehend gemusterten Gegenständen. AT158274B (de)

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