CH387643A - Verfahren zur Herstellung von Sulfamyl-3,4-dihydro-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sulfamyl-3,4-dihydro-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyden

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CH387643A
CH387643A CH1856359A CH1856359A CH387643A CH 387643 A CH387643 A CH 387643A CH 1856359 A CH1856359 A CH 1856359A CH 1856359 A CH1856359 A CH 1856359A CH 387643 A CH387643 A CH 387643A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D417/00Heterocyclic compounds containing two or more hetero rings, at least one ring having nitrogen and sulfur atoms as the only ring hetero atoms, not provided for by group C07D415/00
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    • C07D417/04Heterocyclic compounds containing two or more hetero rings, at least one ring having nitrogen and sulfur atoms as the only ring hetero atoms, not provided for by group C07D415/00 containing two hetero rings directly linked by a ring-member-to-ring-member bond
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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung von   Sulfamyl-3 ,4-dihydro-1      2, 4-benzothiadiazin-1,      1-dioxyden   
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von   3,4-Dihydro-1,2,4-      benzothiadiazin-l,l-dioxyden    der Formel
EMI1.1     
 Darin stehen   Rt,    R3, R4 und R5 für Wasserstoff oder Alkylreste, besonders mit 1-5 Kohlenstoffatomen, und R2 für Wasserstoff, einen unsubstituierten oder substituierten   Kohlenwasserstoff- oder    heterocyclischen Rest, unter Ausnahme derjenigen Verbindungen obiger Formel, worin R,, R3, R4 und   R5    Wasserstoff und R2 Wasserstoff, einen Alkylrest, einen unsubstituierten oder im Phenylkern durch ein Halogenatom,

   eine Alkyl oder Alkoxygruppe substituierten Phenyl- oder Phenylalkylrest bedeuten. Als Kohlenwasserstoffreste   R,    sollen besonders genannt werden Alkylreste, wie Methyl-,   Sithyl-,    Propyl-, Isopropyl-, Butyl- oder Pentylreste, oder Alkenylreste, wie Vinyloder 1-Propenylreste, oder Alkinylreste, z. B. der   Athinylrest,    oder cycloaliphatische Reste, wie Cyclo  alkyl- oder    Cycloalkenylreste, z. B. Cyclopentyl- oder Cyclohexenylreste, oder Cycloalkylalkyl-, z. B. Cyclohexyläthyl-, oder Cycloalkenylalkylreste, z. B. Cyclohexenyläthylreste, oder Arylreste, besonders monooder bicyclische Arylreste, z. B. Phenyl-,   Naphthyl-(1)-    oder Naphthyl-(2)-reste, oder araliphatische Reste, z. B.

   Benzyl-, 2-Phenyl-äthyl-,   Naphthyl-(l)- oder    -(2)-methylreste. Als heterocyclische Reste R2 sind in erster Linie Furyl-, Thienyl-, Pyridyl- oder Chinolylreste zu nennen, die auch über einen ALkylrest an den Thiadiazinring gebunden sein können, wie der Furfuryl- oder Thenylrest. Als Substituenten dieser Reste sollen z. B. genannt werden Alkylreste, freie, veresterte oder verätherte Hydroxyl- oder Mercaptogruppen, z. B. die Acetoxy-, Methoxy-, Phenoxyoder Methylmercaptogruppe, die Methylendioxygruppe, Sulfamylreste, Aminogruppen, wie die Dimethylaminogruppe, oder Halogenatome.



   Die neuen   3, 4-Dihydro-1, 2, 4-benzothiadiazin-1, 1-    dioxyde und ihre Salze, besonders mit Alkalimetallen, zeigen eine diuretische und natriuretische Wirksamkeit und können als Heilmittel Verwendung finden.



   Die genannten Verbindungen können als Heilmittel in Form von pharmazeutischen Präparaten verwendet werden, welche diese Verbindungen zusammen mit pharmazeutischen organischen oder anorganischen, festen oder flüssigen Trägerstoffen, die für enterale, z. B. orale, oder parenterale Gabe geeignet sind, enthalten. Für die Bildung derselben kommen solche Stoffe in Frage, die mit den neuen Verbindungen nicht reagieren, wie z. B. Wasser, Gelatine, Milchzucker, Stärke, Magnesiumstearat, Talk, pflanzliche Öle, Benzylalkohole, Gummi, Polyalkylenglykole, Vaseline, Cholesterin oder andere bekannte Arzneimittelträger. Die pharmazeutischen Präparate können z. B. als Tabletten, Dragees, Kapseln oder in flüssiger Form als   Lösungen    Suspensionen oder Emulsionen vorliegen.

   Gegebenenfalls sind sie sterilisiert und bzw. oder enthalten Hilfsstoffe, wie Konservierungs-, Stabilisierungs-, Netz- oder Emulgiermittel, Salze zur Veränderung des osmotischen Druckes oder   Puffer. Sie können auch noch andere therapeutisch wertvolle Stoffe, z. B. hypotensive Mittel, enthalten, wie Rauwolfia- oder Veratrum-Alkaloide, beispielsweise Reserpin, Rescinnamin, Deserpidin, Germin oder Protoveratrin, synthetische hypotensive Mittel, z. B. Hydralazin oder Ganglienblocker, wie Chlorisondamin.



   Die neuen Verbindungen werden erhalten, wenn man ein 2-Sulfamyl-anilin der Formel
EMI2.1     
 oder eines seiner Salze mit einem Aldehyd der Formel R2-CHO oder einem funktionellen Derivat dieses Aldehyds umsetzt. Erhaltene Verbindungen mit substituierbaren Stickstoffatomen können, wenn erwünscht, mit einen Alkylrest einführenden Mitteln behandelt werden. Vorzugsweise nimmt man die Umsetzung mit dem Aldehyd in Gegenwart einer Säure, wie einer Mineralsäure, beispielsweise einer Halogenwasserstoffsäure, z. B. Salzsäure oder Bromwasserstoffsäure oder Schwefelsäure, wenn erwünscht, in wasserfreier Form vor. Der Aldehyd der Formel R2-CHO kann auch in Form eines seiner Polymeren oder reaktionsfähigen funktionellen Derivate, z. B.



  Paraformaldehyd, Trioxan, Hexamethylentetramin, oder eines Acetals, z. B. Dimethoxymethan, Diäthoxymethan,   1,1 - Dimethoxy - äthan    oder   1, 1-Diäthoxy-    äthan, verwendet werden. Die Reaktion wird in erster Linie mit ungefähr äquivalenten Mengen der Reaktionskomponenten durchgeführt. Durch höhere Mengen an Aldehyd werden gegebenenfalls die Ausbeuten infolge einer Reaktion mit der
EMI2.2     


<tb> R4\
<tb>  <SEP> NO2S-Gruppe
<tb> R5
<tb>  vermindert. Die Reaktion lässt sich in Abwesenheit oder vorzugsweise in Gegenwart von Lösungsmitteln, wie eines Äthers, z. B. p-Dioxan oder Diäthylenglykol-dimethyläther, oder eines Formamids, z. B.



  Dimethylformamid, bei Raum- oder erhöhter Temperatur und bei normalem oder erhöhtem Druck oder in Gegenwart eines inerten Gases, wie Stickstoff, durchführen. Als Salze der 2-Sulfamyl-aniline verwendet man bei dieser Reaktion besonders ein solches mit Alkalimetallen oder mit Säuren, in erster Linie mit anorganischen Säuren, wie Halogenwasserstoffsäure, z. B. Salzsäure oder Bromwasserstoffsäure.



   Die zu dieser Reaktion zu verwendenden Ausgangsstoffe sind bekannt oder lassen sich nach an sich bekannten Methoden herstellen. So kann man die 2-Sulfamyl-aniline erhalten durch Umsetzung eines Anilins der Formel
EMI2.3     
 mit einer Halogensulfonsäure, z. B. Chlorsulfonsäure, und anschliessende Reaktion mit Ammoniak, vorzugsweise flüssig oder in wässriger Lösung, oder mit einem Amin der Formel
EMI2.4     
 Dabei kann man diese Umsetzung auch schrittweise so vornehmen, dass man vorerst nur eine Halogensulfonylgruppe einführt, diese dann in den Sulfamylrest überführt und anschliessend die zweite Halogensulfonylgruppe einführt und diese dann ebenfalls in das Amid überführt. Auf diese Weise lassen sich Ausgangsstoffe erhalten, worin die Substituenten der Amidgruppe voneinander verschieden sein können.



      In erhaltenen Sulfamyl-3,4-dihydro-l ,2,4-benzo-      thiadiazin-1, 1-dioxyden    mit substituierbaren Stickstoffatomen kann man die Wasserstoffatome der Stickstoffgruppierungen in an sich bekannter Weise durch Alkylreste ersetzen. So kann man Alkylreste, wie Methyl- oder   Äthylreste,    einführen durch Umsetzen einer Lösung der erhaltenen   Sulfamyl-3,4-di-      hydro- 1      4-benzothiadiazin-1, 1-dioxyde    in wässriger Alkalimetallhydroxydlösung, wie Lithium-, Natriumoder Kaliumhydroxydlösung, mit einem reaktionsfähigen Ester eines Alkohols, wie einem Dialkylsulfat, z. B. Dimethyl- oder Diäthylsulfat. Dabei lassen sich mono- oder polysubstituierte Produkte gewinnen.



   Je nach den Reaktionsbedingungen erhält man die neuen Verbindungen in freier Form oder in Form ihrer Salze. Erhaltene Metallsalze können z. B. durch Reaktion mit wässrigen sauren Mitteln, wie Mineralsäure, z. B. Halogenwasserstoffsäure, beispielsweise Salzsäure oder Schwefelsäure, in die freien Verbindungen übergeführt werden. Diese wiederum lassen sich in die Metallsalze, wie Alkalimetallsalze, überführen durch Behandeln z. B. mit einem Metallhydroxyd, wie Natrium- oder Kaliumhydroxyd, in einem Lösungsmittel, wie einem Alkanol, z. B. Methanol oder Äthanol, oder in Wasser und anschliessendes Abdampfen des Lösungsmittels oder durch Reagierenlassen der freien Verbindung in einem Äther, wie p-Dioxan oder Diäthylenglykol-dimethylätherlösung, mit einem Alkalimetallhydrid oder -amid, z. B. Natrium- oder Kaliumhydrid oder -amid. Dabei lassen sich Mono- oder Polysalze erhalten.



   Die neuen Verbindungen können auch in Form ihrer optischen Antipoden vorliegen. Erhaltene Racemate lassen sich in üblicher Weise in ihre Antipoden auftrennen.



   Die Erfindung betrifft auch Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen ein Ausgangsstoff in Form  eines unter den Reaktionsbedingungen gebildeten Reaktionsgemisches verwendet wird.



   Die Temperaturen sind in den nachfolgenden Beispielen in Celsiusgraden angegeben.



   Beispiel 1
Zu einer Lösung von 0,85 g 2,4-Disulfamyl-5trifluormethyl-anilin in 20 cm3 Diäthylenglykol-dimethyläther gibt man 0,08 g Paraformaldehyd und 0,5   cms    einer gesättigten Lösung von Chlorwasserstoff in Essigsäureäthylester und erhitzt die Mischung 2 Stunden auf 95 , Dann dampft man die Reaktionsmischung auf die Hälfte ihres Volumens ein, fügt Wasser zu und kristallisiert den Niederschlag aus wässrigem Äthanol um. Man erhält so das 6-Trifluor   methyl-7-sulfamyl-3,4-dihydro -1 4-benzothiadiazin-      l,l-dioxyd    vom F.   198-2000.   



   Eine Lösung von   6-Trifluormethyl-7-sulfamyl-3,4-      dihydro-1, 2, 4-benzothiadiazin-1, 1-dioxyd    in wässrigem Natriumhydroxyd wird mit Dimethylsulfat bei ungefähr   10     behandelt. Die erhaltene kristalline Mischung kann in das 2-Methyl-6-trifluormethyl-7-sulfamyl-3,4-dihydro-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyd und das 2-Methyl-6-trifluormethyl-7-(N-methyl-sulf   amyl)-3,4-dihydro-1 1,2,4- benzothiadiazin- 1, 1-dioxyd    durch fraktionierte Kristallisation getrennt werden.



   Andere 2-Niederalkyl-3,4-dihydro-1,2,4-benzo  thiadiazin-1,l-dioxyde    lassen sich in analoger Weise erhalten.



   Beispiel 2
Eine Mischung von 5,7 g 5-Trifluormethyl-2,4disulfamyl-anilin, 2,2 g 3-Cyclohexenyl-carboxaldehyd und 1   cm:1    Essigsäureäthylester, der mit Chlorwasserstoffgas gesättigt wurde, in 50 cm3 Diäthylenglykol-dimethyläther wird 1 Stunde auf dem Dampfbad erhitzt. Dann verdampft man unter vermindertem Druck   2/3    des Lösungsmittels, fügt unter Rühren Wasser zu und filtriert das kristalline 3-(3'-Cyclohexenyl)-6-trifluormethyl-7-sulfamyl-3,4-dihydro  1 ,2,4-benzothiadiazin-1 1,1 -dioxyd ab.      

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von 3,4-Dihydro-1,2,4- benzothiadiazin- 1,1 -dioxyden der Formel EMI3.1 worin Rt, R3, R4 und R5 für Wasserstoff oder Alkylreste, R2 für Wasserstoff, einen unsubstituierten oder substituierten Kohlenwasserstoff- oder heterocyclischen Rest, unter Ausnahme derjenigen Verbindungen obiger Formel, worin R1, Ra, R4 und R, Wasserstoff und R2 Wasserstoff, einen Alkylrest, einen unsubstituierten oder im Phenylkern durch ein Halogenatom, eine Alkyl- oder Alkoxygruppe substituierten Phenyloder Phenylalkylrest bedeuten, dadurch gekennzeichnet,
    dass man ein 2-Sulfamyl-anilin der Formel EMI3.2 oder eines siner Salze mit einem Aldehyd der Formel R2-CHO oder einem funktionellen Derivat dieses Aldehyds, umsetzt.
    UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man erhaltene Verbindungen mit substituierbaren Stickstoffatomen mit einen Alkylrest einführenden Mitteln behandelt.
CH1856359A 1958-03-03 1959-02-19 Verfahren zur Herstellung von Sulfamyl-3,4-dihydro-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyden CH387643A (de)

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