Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen In der deutschen Patentschrift Nr. 386057 ist die Herstellung von Küpenfarbstoffen durch Umsetzung von Perylen-3,4,9,10-tetracarbonsäure oder ihren Derivaten mit Ammoniak oder primären aromati schen oder aliphatischen Aminen beschrieben. Die Kondensation wird im allgemeinen in einem grossen Uberschuss des betreffenden Amins bei erhöhten Temperaturen durchgeführt.
Nach den Angaben der amerikanischen Patent schrift Nr. 2 715127 gelingt diese Umsetzung mit einem geringen überschuss des Amins bei Anwesen heit eines hochsiedenden Lösungs- bzw. Verdün nungsmittels, wie Nitrobenzol oder o-Dichlorbenzol, und eines die Wasserabspaltung begünstigenden Mit tels, wie wasserfreies Zinkchlorid. Nach dem Ver fahren der amerikanischen Patentschrift Nr. 2543 747 kann die Kondensation der Perylen-3,4,9,10-tetra- carbonsäure mit Arylaminen auch in wässerigem Me dium mit gleich gutem Ergebnis durchgeführt werden.
Die so erhaltenen Produkte stellen rote bis bordo- rote Küpenfarbstoffe dar, die die pflanzliche Faser, wie z. B. Baumwolle, Zellwolle oder Viskosekunst- seide, aus der Küpe in roten Tönen von guten Echt heitseigenschaften färben.
Wenn man diese Verfahrensprodukte für andere Zwecke verwenden will, z. B. als Pigmente in der Druckfarben- und Lackindustrie, zum Echtfärben von weichmacherhaltigem Polyvinylchlorid, ferner in sogenannten Einbrennlacken oder zum Färben in der Spinnmasse, so zeigt sich, dass die überwiegende Mehrzahl dieser Farbstoffe für diese Verwendungs zwecke nicht in Frage kommt, da sie nicht die Eigen schaften besitzen, die von einem Farbstoff auf diesen Einsatzgebieten gefordert werden, z. B.
Lösungsmittel- und überspritzechtheit; Unlöslichkeit in einer Polyvinylchlorid-Mischung, auch bei höheren Temperaturen; Beständigkeit des Farbstoffes gegen hohe Ver arbeitungstemperaturen; Nichtausblühen in stark weichmacherhaltigen Mi schungen sowie hohe Lichtechtheit, auch in sehr schwachen Tönen.
Kondensiert man beispielsweise die Perylen- 3,4,9,10-tetracarbonsäure oder ihr Anhydrid mit aro matischen Aminen, wie z. B. vic. meta-Xylidin, 1-Amino-2,4,6-trimethylbenzol oder 1-Amino-3-me- thylcyclohexan, so erhält man Farbstoffe, welche eine schlechte Lösungsmittelechtheit aufweisen, wodurch sie für eine praktische Verwendung ausscheiden.
Bei der Umsetzung der Perylen-3,4,9,10-tetracarbonsäure oder ihres Anhydrids mit o-Aminodiphenylsulfon oder 5-Aminohydrinden werden Farbstoffe erhalten, die eine schlechte Lichtechtheit besitzen, so dass sie schon aus diesem Grunde kein praktisches Interesse haben.
Das Kondensationsprodukt von Perylentetra- carbonsäure mit p-Toluidin erleidet in der Hitze einen völligen Farbtonumschlag. Eine sehr schlechte Ausblutechtheit in Polyvinylchlorid-Mischungen zei gen die Umsetzungsprodukte von Perylentetracarbon- säure mit asymmetrischem m-Xylidin und Cyclo- hexylamin.
Es wurde nun gefunden, dass man Farbstoffe er hält, die sich durch klare Farbtöne auszeichnen und in besonders vorteilhafter Weise zum Echtfärben von Kunststoffen, wie z. B.. weichmacherhaltigem Poly- vinylchlorid oder Polyäthylen, Lacken und Druck farben in sehr guten Echtheitseigenschaften geeignet sind, wenn man Perylen-3,4,9,10-tetracarbonsäure oder ihr Anhydrid mit p-Cyclohexyl-anilin konden siert.
<I>Beispiel 1</I> In 3200 Volumteile Chinolin werden nachein ander unter Rühren 160 Gewichtsteile Perylen- 3,4,9,10-tetracarbonsäure-dianhydrid und 416 Ge wichtsteile p-Cyclohexyl-anilin eingetragen. Nach Zu tropfen von 80 Volumteilen konzentrierter Salzsäure wird das Gemisch 10 Stunden auf 220-230 erhitzt unter kontinuierlichem Abdestillieren des Wassers. Das Produkt wird kalt abgesaugt, ein bis zweimal zur Entfernung des anhaftenden Chinolins mit Me thanol gewaschen und anschliessend mehrere Male mit verdünnter Natronlauge ausgekocht, mit heissem Wasser gewaschen und getrocknet.
Der aus Chinolin in feinen Nadeln kristallisie rende rote Farbstoff schmilzt nicht bis 340 , ist in den üblichen organischen Lösungsmitteln schwer lös lich und löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit violetter Farbe ohne Fluoreszenz. Er zeichnet sich durch eine aussergewöhnliche Klarheit und hervor ragende Echtheitseigenschaften sowohl in Lacken als auch in Kunststoffen, wie z. B. Polyvinylchlorid- Mischungen, aus und besitzt eine sehr gute Ölecht- heit, überspritzechtheit, Lösungsmittelechtheit, Aus blutechtheit und Lichtechtheit.
<I>Beispiel 2</I> In einem Rühr-Autoklaven werden in 320 Ge wichtsteile Wasser nacheinander 20 Gewichtsteile Perylen-3,4,9,10-tetracarbonsäure-dianhydrid, 62 Ge wichtsteile p-Cyclohexylanilin und 10 Volumteile konzentrierte Salzsäure eingetragen. Das Gemisch wird bei 210-220 und 40 Atmosphären Druck 12 Stunden gerührt. Dann wird das Produkt kalt ab gesaugt und nach den Angaben des Beispiels 1 auf gearbeitet. Der erhaltene Farbstoff ist identisch mit dem nach Beispiel 1 erhaltenen Produkt.