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Verfahren zum Herstellen von Scheiben, insbesondere Uhrzifferblättern, die auf der Sichtseite mit erhaben vorstehenden Reliefmarkierungen versehen sind, und nach diesem Verfahren hergestellte Scheibe Nach dem vorherrschenden Publikumsgeschmack werden Uhren, deren Zifferblätter mit erhaben vorstehenden, metallisch glänzenden Reliefmarkierungen, z. B. Ziffern, Stäbchen, Punkten oder auch andern vielfältig geformten Markierungen, besetzt sind, besonders bevorzugt. Wohl ist es möglich, mit erhaben vorstehenden Reliefmarkierungen versehene Zifferblätter, Zifferblatt-Deckscheiben oder Deckringe aus Kunststoffmasse, z. B.
Polystyrol, im Press- oder Spritzgussverfahren herzustellen und deren Reliefmar- kierungssichtflächen mit einer gefällig wirkenden, z. B. metallisch glänzenden, gegen die umgebende Sichtfläche des Scheibengrundes kontrastierenden Veredelungsschicht zu versehen. In dieser Hinsicht zeigt z. B. auch die schweizerische Patentschrift Nr.315368 neue Wege.
Grundsätzlich haben aber Kunststoff-Zifferblätter und Zifferblatt-Deckscheiben gegenüber Metallblech- Zifferblattscheiben den Nachteil, dass sie wesentlich dicker werden als letztere und dass auch die Uhrgehäuse meistens mit besonderen Organen für die Befestigung der Zifferblattscheiben versehen werden müssen, während metallische, dünne Zifferblattschei- ben in bewährter Weise mittels auf ihrer Rückseite vorstehender Stiftchen oder Lappen auf die Uhrgehäuse aufgesetzt werden können.
Vor allem die wesentlich grössere Dicke der Kunststoff-Zifferblätter lässt ihre Verwendung bei ausgesprochenen Luxusuhren, bei denen auf eine flache Form besonders Wert gelegt wird, als unzweckmässig erscheinen.
Derartige Luxusuhren sind bisher fast durchwegs mit Metallblech-Zifferblättern versehen, auf welche Reliefmarkierungen aus Metall, beispielsweise Abschnitte von gezogenen Goldprofilstäbchen, aus Blech gepresste :Markierungskörper usw. entweder aufge- klebt oder aufgenietet sind. Es ist auch möglich, aus Kunststoffmaterial gefertigte und mit einer Veredelungsschicht versehene Reliefkörper auf dünne Me- tallblechscheiben aufzukleben.
Da aber das Aufkleben von Reliefmarkierungen auf Zifferblattscheiben bei Verwendung von Schablonen mühsam und zeitraubend ist und auch die Fertigung derartiger kleiner Reliefkörper an sich nicht eine sehr einfache Angelegenheit darstellt, sind vorläufig immer noch relativ wenig Uhrzifferblätter mit erhaben vorstehenden Reliefmarkierungen versehen.
Im folgenden sind verschiedene Ausführungsbeispiele neuartiger Herstellungsverfahren sowie nach solchen Verfahren hergestellte Ausführungsbeispiele von mit auf der Sichtseite erhaben vorstehenden Reliefmarkierungen versehenen dünnen Scheiben, insbesondere von metallischen Zifferblattscheiben erläutert, welche Mittel und Wege aufzeigen, die es als wirtschaftlich tragbar erscheinen lassen, praktisch jede Uhr mit einem Reliefzifferblatt auszurüsten, welches in seinem Aussehen von bisher bekannten Luxuszifferblättern nicht zu unterscheiden ist, oder sogar noch eine bisher unbekannte Mannigfaltigkeit in der Formgestaltung dieser Reliefmarkierungen und der Farbtongebung zeigen kann.
Das prinzipielle Kennzeichen des erfindungsgemässen Verfahrens zur Herstellung von Scheiben, insbesondere von Uhrzifferblättern, die auf der Sichtseite mit erhaben vorstehenden Reliefmarkierungen versehen sind, ist darin zu erblicken, dass man die Scheiben mit Verankerungslöchern für die Reliefmarkierungen versieht, und sie als Ergänzungsteile zu einer mit Vertiefungen in der Negativform der Reliefmarkierung versehenen Form benützt, in welcher die Reliefmarkierungen aus plastisch ver-
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formbarem, erstarrungsfähigem Material so geformt werden, dass sie nach dem Erstarren in den genannten Verankerungslöchern der Scheiben verankert sind.
Eine erfindungsgemässe, nach diesem Verfahren hergestellte, auf der Sichtseite mit erhaben vorstehenden Reliefmarkierungen versehene Scheibe, insbesondere ein Uhrzifferblatt, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Reliefmarkierungen aus plastisch verformtem, erstarrtem Material bestehen, wobei in Verankerungs- löchern des Scheibenkörpers je ein Fussteil der Reliefmarkierungen verankert ist.
Ausführungsbeispiele derartiger Scheiben und Verfahrensstufen zu ihrer Herstellung sind in der Zeichnung veranschaulicht. Es zeigen: Fig. 1 eine Aufsicht auf .einen Ausschnitt einer mit Reliefmarkierungen besetzten Uhrzifferblatt- scheibe, Fig. 2 einen Radialschnitt nach der Linie 11-II von Fig. 1, Fig.3 einen Ouerschnitt durch eine Reliefmarkierung nach der Linie 111-III von Fig. 1, Fig. 4 einen Teil einer Spritzgussform mit eingesetzter Zifferblattscheibe,
Fig. 5 eine Zwischenstufe bei der Herstellung von Zifferblättern nach den Fig. 1, 2 und 3, Fig.6 den Endzustand in der Herstellung der Zifferblattscheibe, Fig. 7 bis 11 Varianten von Reliefzifferblättern, die nachts leuchtende Markierungen tragen, welche tagsüber nicht als solche erkennbar sind, Fig.12 zwei Stufen eines besonderen Veredelungsverfahrens bei der Fertigung eines Reliefzifferblattes.
Ein vorzugsweise als dünne Metallblechscheibe ausgebildetes Uhrzifferblatt 10 ist gemäss den Fig. 1 bis 3 auf der Sichtseite mit erhaben vorstehenden Reliefkörpern 20, beispielsweise in Form von vielfach facettierten Zierstäbchen besetzt, die aus plastisch verformtem und .erstarrtem Material, beispielsweise aus Metallspritzgusselementen oder vorzugsweise Kunstharzmaterial wie Polystyrol bestehen, wobei diese Reliefmarkierungen nach einem der nachfolgend erläuterten Herstellungsverfahren erzeugt werden und je ein Fussteil dieser Markierungen in Verankerungslöchern des Scheibenkörpers verankert ist.
Es ist vorgesehen, dass die Sichtfläche des Scheibenkörpers 10 an sich in üblicher Weise geformt und gestaltet ist, indem z. B. eine Sekundenskala und Bezeichnungsaufschriften auf ihr aufgetragen sind. Die Zifferblattscheibe 10 kann auch mit bekannten Organen, z. B. Stiften 9, zum Aufsetzen auf ein Uhrgehäuse versehen sein, oder die Scheibe muss nicht flach sein, sondern kann bombiert sein, sie kann eine gefällige Färbung bzw. Farbtönung zeigen, die nach Belieben wählbar ist.
Zum Scheibengrund soll nun das Aussehen der Sichtflächen der Reliefmarkierungen 20 irgendwie kontrastieren, wobei vor allem gold- oder silberglänzende Metallspiegelschichten, oder aber auch satt glänzende, das heisst z. B. durch Lackierung erzeugte Flächen bevorzugt werden.
Es kann auch vorgesehen sein, dass auf Unterlags- veredelungsbeläge der Reliefkörper 20 ein zusätzlicher, beispielsweise aus aufgedampften dünnsten Kryolith- oder Fluoridschichten bestehender oberer Veredelungsbelag als Interferenzspiegelbelag aufgebracht wird, welcher je nach der Lichteinfallrichtung ein perlmutterartiges, auf Interferenzwirkung beruhendes Irisieren entstehen lässt.
Ebenfalls kann vorgesehen sein, dass das Zifferblatt bei Tageslicht als solche nicht erkennbare, nachts aber durch eine teilweise lichtdurchlässige Deckschicht, beispielsweise eine halbdurchlässige Metallspiegelschicht durchschimmernde Leuchtstoff- markierungen aufweist, die vorzugsweise mit den Reliefmarkierungen kombiniert sind. Die Reliefmarkierungen 20 können als Stäbchen, Punkte, Ringe, arabische oder römische Ziffern oder als andere freiwählbare Zierkörper ausgebildet sein.
In der Zeichnung sind der Einfachheit halber weniger komplizierte Formen dargestellt.
Gemäss Fig.4 bildet eine Zifferblattscheibe 10, die in eine Spritzgussform eingelegt ist, einen wesentlichen Bestandteil derselben. Sie ist mit der Sichtseite voraus in einen Formteil 31 eingelegt worden, der Vertiefungen in der Negativform der zu erzeugenden Reliefmarkierungen aufweist. Der Zuführ- kanal für die einzuspritzende Kunststoffmasse wird von einer Ringnut eines auf die Scheibe 10 aufgelegten Ringkörpers 32 gebildet, der an seinem Umfang in aus der Spritzgusstechnik bekannter Weise mit mehreren Einspritzdüsen versehen ist.
Wie aus Fig. 4 und auch aus den Fig. 2 und 3 deutlich ersichtlich ist, sind die Scheiben 10 an denjenigen Stellen, an welchen die Reliefmarkierungen geformt werden sollen, mit Verankerungslöchern in Form von Fensterdurchbrechungen versehen, die sich vorzugsweise gegen die Sichtseite verengen. Solche Fenster können schon bei der Herstellung der Zifferblattscheiben 10 ausgeschnitten, z. B. ausgestanzt, werden.
Die in die Ringnut des Ringkörpers eingespritzte plastische oder flüssige Masse 2 verteilt sich in dieser Ringnut und dringt durch die genannten Veranke- rungslöcher der Scheibe 10 in die Negativ-Vertie- fungen der Formplatte 31 ein, so dass nach erfolgter Erstarrung der Spritzgussmasse 2 auf der Sichtseite die gewünschten Reliefmarkierungen vorstehen, während auf der Rückseite ein Verbindungsring entsteht, der durch spanabhebende Bearbeitung leicht entfernt werden kann.
Die Anwendung besonderer Massnahmen in der Gestaltung der Giessformteile in der Oberflächenbearbeitung der Formvertiefungen, zur Verhinderung von Lunkern und andern Gussfehlern ist eine Angelegenheit entsprechend geschulter Fachleute. Wesentlich ist die Tatsache, dass die mit den Reliefmarkierungen zu versehenden Zifferblattschei- ben in der Giessform einen aktiven auszuwechselnden
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Formbestandteil bilden, in dem die Spritzgussmasse die genannten Verankerungslöcher ausfüllen soll, damit je ein Fussteil der erstarrten Reliefkörper in den Verankerungslöchern verankert ist.
Es ist nicht notwendig, dass die Verankerungs- löcher als Fensterdurchbrüche ausgebildet sind; es könnte nämlich auch vorgesehen sein, dass die Spritzgussmasse auf der Sichtseite zu den Negativformen verteilt würde, wobei allerdings nach dem Erstarren die entstehenden Verbindungsbrücken abzutrennen, beispielsweise wegzuschleifen wären.
Ebenfalls ist es an sich möglich, als Spritzguss- material statt Kunststoffmasse ein Giessmetall zu verwenden. Wesentlich ist die Erzeugung von Reliefmarkierungen im Spritzgussverfahren zur Erzielung von in der Zifferblattscheibe verankerten, mit glatten, vorzugsweise glänzenden Sichtflächen.
Abgesehen von Ausnahmefällen, bei denen z. B. die erstarrten Reliefmarkierungen ohne weitere Behandlung schon ein gefälliges, z. B. metallisch glänzendes Aussehen zeigen und höchstens noch mit einer durchsichtigen Schutzschicht überdeckt werden müssen, wird es in den meisten Fällen notwendig sein, die Sichtflächen der erzeugten Reliefmarkierungen noch mit einer Veredelungsschicht zu versehen.
Da es nicht einfach ist, die Reliefmarkierungen allein mit einer solchen Veredelungsschicht zu versehen und die sie umgebende Scheibensichtfläche von der aufzubringenden Veredelungsschicht frei zu halten, im Sinne der Erzielung einer Kontrastwirkung zwischen dem Aussehen der Reliefmarkierungen und der sie umgebenden Scheibensichtfläche, werden im folgenden besondere Massnahmen erläutert, welche diese gewünschte Kontrastwirkung zu erreichen gestatten, obwohl die ganze Sichtseite der mit den Reliefmarkierungen versehenen Zifferblattscheiben mit solchen Veredelungsschichten überdeckt wird.
Gemäss Fig. 4 ist beispielsweise vorgesehen, dass die Zifferblattscheibe 10 vor ihrem Einlegen in die Giessform auf der Sichtseite mit einer Schutzschicht 11 versehen worden ist, welche die beispielsweise vorher schon aufgebrachte Färbung und Bedruckung der Scheibensichtfläche überdeckt.
Gemäss Fig. 5 ist dann vorgesehen, nach dem Erstarren der Reliefmarkierungen 20 die gesamte Sichtseite der Zifferblattscheibe mit einer Veredelungsschicht 21 zu versehen, die beispielsweise im bekannten Vakuumaufdampfverfahren, durch Kathodenzer- stäubung oder chemische Ausfällung aufgebracht wird und beispielsweise als Metallspiegelschicht sowohl die Reliefmarkierungen als auch die diese umgebende Deckschicht 11 überdeckt.
Es ist weiterhin vorgesehen, nachher die Deckschicht 11 wieder zu zerstören, um dadurch die Veredelungsschicht ausser auf den Reliefmarkierungen selbst an allen Stellen wieder zu entfernen.
Zur Herstellung der Deckschicht 11 kann z. B. ein Lack benützt werden, der durch die Einwirkung bestimmter flüssiger Lösungsmittel, welche weder das Grundmaterial der Reliefkörper noch die Farbe bzw. die Veredelungsschicht der Zifferblatt-Sichtseite angreifen darf, gelöst werden kann. Wenn als Veredelungsschicht 21 eine sehr dünne, z. B. noch ,etwas lichtdurchlässige Metallspiegelschicht aufgedampft wird, und eine Scheibe nach Fig. 5 in das entsprechende Lösungsmedium eingetaucht wird, so durchdringt dieses Lösungsmedium die aufgedampfte Me- tallspiegelschicht und greift die darunterliegende Lackschicht 11 an, so dass diese samt der darauf aufgebrachten Metallspiegelschicht zerstört wird.
Diese Zerstörungswirkung kann noch dadurch verbessert werden, dass die Scheiben während ihrer Behandlung mit dem Lösungsmittel der Einwirkung von Ultraschallwellen ausgesetzt werden. An Stelle einer durch ein Lösungsmittel zerstörbaren Schutzschicht kann beispielsweise auch ein Kupfer- oder Zinkbelag auf die Zifferblattscheibe aufgebracht werden. Wenn dann darüber ein Edelmetallbelag aufgedampft wird und die Scheiben der Wirkung verdünnter Säuren ausgesetzt werden, so wird dieser unedle Zwischenbelag zerstört und damit über der Zifferblattscheibe auch der Edelmetallbelag abgelöst.
Es sind auch gewisse Substanzen bekannt, die Scheibe 10 auch ein dünner Quarzbelag aufgedampft werden, auf den nachher die Veredelungsschicht 21 aufgedampft wird und der zuletzt durch Beschallung mit Ultraschallwellen pulverisiert und beispielsweise mit Hilfe einer Polierbürste entfernt wird.
Es sind auch gewisse Substanzen bekannt, die entweder überhaupt keine feste Bindung mit ihrer Unterlage eingehen oder durch Erwärmung weichgemacht werden können und dann samt einer darauf aufgedampften Veredelungsschicht 21 von ihrer Unterlage durch Polieren ablösbar sind.
A11 diesen Varianten ist gemeinsam, dass auf der Sichtseite der Zifferblattscheibe vor dem Eingiessen der Reliefmarkierungen eine zerstörbare Schutzschicht 11 aufgebracht wird, dass nach dem Formen der Reliefmarkierungen die ganze Sichtseite der Zifferblattscheiben mit einer einfachen oder aus mehreren Teilschichten zusammengesetzten Veredelungsschicht überdeckt wird, und dass nachher die Schutzschicht 11 samt der darauf niedergeschlagenen Veredelungsschicht 21 wieder entfernt wird. Es bleiben dann die Veredelungsschichten 21 gemäss Fig. 6 nur auf den Reliefmarkierungen erhalten, die also beispielsweise ein metallisch glänzendes Aussehen erhalten, das zur Umgebung kontrastiert.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass eine Schutzschicht 11 gewählt wird, auf welcher der aufzubringende Metallspiegelbelag 21 oder andere Veredelungsschichten nicht haften. Es ist z. B. bekannt, dass man beim Herstellen von Metallspiegelbelägen aussergewöhnlich grosse Sorgfalt auf die' Reinigung . der Unterlage verwenden muss, dass z. B. geringste Fettspuren ein Anhaften der aufzudampfenden Me- tallspiegelschicht zu verhindern vermögen und dass z. B. auch geringste Staubpartikel das Entstehen einer haftenden Metallspiegelschicht auch in ihrer Umgebung zu verhindern vermögen. Dieser übel-
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stand kann im vorliegenden Fall als Vorteil ausgenutzt werden, in dem z.
B. die Zifferblattscheiben vor dem Einsetzen in die Giessformen mit derartigen Schutzschichten, z. B. Fetten, versehen oder eingepudert werden, so dass die später aufzudampfenden Beläge nur an den nicht behandelten Reliefmarkierungen haften.
Weil die Gefahr besteht, dass beim Giessen der Reliefkörper gewöhnliche Fettschichten wegen der höheren Temperatur zerfliessen oder sogar verdampfen, so dass auch die Negativvertiefungen der Form verunreinigt werden, sind vor allem Silikonpasten, die sich durch besondere Temperaturbeständigkeit auszeichnen, für diesen Zweck geeignet.
Unter dem Namen Teflon (eingetragene Marke) ist ein im wesentlichen aus Polytetrafluor- äthylen bestehendes Material bekannt, das besonders gut geeignet ist, das Anhaften von darauf aufgebrachten Belägen zu verhindern.
Eine weitere Möglichkeit zur Erzielung einer Kontrastwirkung zwischen den Reliefmarkierungen und ihrer Umgebung besteht darin, dass man der Sichtfläche der Zifferblattscheiben eine andersartige Feinstruktur verleiht, als sie durch das Giessen der Reliefmarkierungen an deren Sichtflächen entsteht.
So kann z. B. gemäss Fig. 7 die Sichtfläche 12 der Zifferblattscheibe 10 beispielsweise durch Sandstrahlen mattiert werden, während die Sichtflächen der Reliefmarkierungen möglichst glanzglatt erzeugt werden. Wenn nun eine solche Scheibe samt den eingegossenen Reliefmarkierungen mit einer aufgedampften Goldspiegelschicht 22 versehen wird, werden nur die Reliefmarkierungen 20 spiegelglänzend, während der umgebende Grund samtglänzend wird. Dieser Effekt wird verstärkt durch Interferenzspiegelschich- ten, die aufgedampft werden.
Wenn die Veredelungsschicht 22 so dünn ist oder aus transparentem Material erzeugt wird, dass sie teilweise lichtdurchlässig ist und der Sichtfläche der Uhrzifferblattscheibe eine andersartige Farbtönung verliehen wird, als sie die Reliefmarkierungen erhalten, so kann der durchschimmernde Untergrund die erforderliche Kontrastwirkung erzeugen.
So kann beispielsweise die Zifferblattscheibe vor dem Eingiessen der Reliefmarkierungen, die rot gefärbt sein können, versilbert werden. Durch überdampfen ihrer Sichtseite nach dem Eingiessen der roten Reliefmarkierungen mit einer halbdurchlässigen Goldschicht ergeben sich dann rotgolden glänzende Reliefmarkierungen auf weissgolden glänzendem Untergrund.
Die Aufbringung von teilweise lichtdurchlässigen Veredelungsschichten 22 auf den mit den Reliefmarkierungen versehenen Sichtseiten der Zifferblattschei- ben ermöglicht weiterhin die Anwendung eines Prin- zipes, das an sich in der Schweiz. Patentschrift Nr. 315368 erläutert wird.
Wenn nämlich in örtlichen Vertiefungen 41 (Fig.7), 42 (Fig. 8), 43 (Fig. 10) oder als Auftra- gung 44 unterhalb einer bombierten Zifferblatt- Scheibe 10 gemäss Fig. 11 oder gemäss Fig. 9 in der Reliefkörpermasse dispers verteilt Leuchtstoffmasse aufgebracht wird und die Veredelungsschicht 22 als halbdurchlässigeMetallspiegelschicht ausgebildetwird, so vermag diese die Tageslichtfarbe der Leuchtstoff- masse abzudecken,
während bei Dunkelheit das Eigenlicht derselben durchschimmert.
In Fig. 12 ist als weitere Variante noch dargestellt, wie eine Veredelungsschicht 23 in eine vor dem Eingiessen der Reliefmarkierungen 20 auf der Scheibe 10 aufgebrachte Schutzschicht 13 eindispergiert werden kann, indem diese nach dem Aufbringen der Veredelungsschicht weich gemacht und das Ganze Ultraschallwellen ausgesetzt wird.
Auf diese Weise kann die gewünschte Kontrastwirkung erzielt werden.
Es ist eventuell auch möglich, sofern die Sockelpartien der Reliefmarkierungen senkrechte Wandteile aufweisen, welche bei senkrecht zur Scheibenfläche gerichteter Aufdampfung nicht mit Veredelungsschicht bedeckt werden, durch galvanische Auftra- gung einer weiteren Deckschicht oder galvanische Abtragung der aufgedampften Veredelungsschicht, die erforderliche Kontrastwirkung zwischen Markierungen und Scheibenflächen zu erzielen.
Wenn anderseits auf eine Zifferblattscheibe die Sichtfläche vor dem Eingiessen der Reliefmarkierungen mit einer elektrisch isolierenden, transparenten Schutzschicht versehen wird, und die Reliefmarkierungen aus Metall gegossen werden, so kann nachher ein Veredelungsbelag galvanisch auf die Reliefmarkierungen aufgebracht werden.