Tragbare Vorrichtung zur Ausgabe von Fahrkarten oder dergleichen in doppelter Ausfertigung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ausgabe von Fahrkarten oder dergleichen Ausweisen, bei der ein doppelter Papierstrei fen von einem Vorratsraiun oder einer Vor= ratsrolle aus derart. -vorgesehoben wird, dass der eine Streifen in einer auf der Vorderseite :
der Vorrichtung freiliegt und be schriftet werden kann, während der andere die Durchschrift. aufnimmt lind unterhalb eines Dure.hschreibemittels vorgeschoben wird, wobei,die beiden Streifen danach derart wei tergeführt werden, d@ass der oben liegende Streifen, der die Originalbeschriftung trägt, nach aussen ausgestossen wird, während der andere, der die Durchschrift des obern Strei fens aufnimmt, zu einer Speicherkammer ge führt wird.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Vorrichtung der genannten Art, die kleinere Ausmasse hat und einfacher in der Wirkungsweise ist als bisher für diesen Zweck vorgeschlagene Vorrichtungen.
Erfindungsgemäss ist; eine solche tragbare Vorrichtung zur Ausgabe von Fahrkarten oder dergleichen Ausweisen derart ausgebildet, dass der Mechanismus, durch den der doppelte Pa pierstreifen in genannter Weise so vorgescho ben wird, d'ass der eine Streifen in einer Aus sparung auf der Vorderseite des Gehäuses freiliegt, während der andere unter einem Durchschreibemittel, z.
B. einem Blatt Kohle- papier, hindurchtritt, worauf der eine Strei fen ausgestossen und der andere zu einer Speichereinrichtung (z. B. einer Aufwickel- spule) geführt wird, in einem Rahmen ange ordnet ist, der um :die gleiche Achse wie die äussern Gehäuseteile der Vorrichtung schwenk bar ist.
Der oben gebrauchte Ausdruck Fahr karte ist in weitem Sinne zu verstehen und soll jede Karte oder jeden Zettel mit gedruck ten oder geschriebenen Angaben umfassen, der in .doppelter Ausfertigung ausgestellt wird, um dem Fahrgast oder Kunden die eine Ausfertigung zu überlassen, während die zweite in der Vorrichtung gespeichert wird, wobei die Vorrichtung zweckmässigerweise so ausgebildet ist, dass sie, ohne sie zu beschä digen, nur von dem dazu Beauftragten ge öffnet werden kann,
beispielsweise indem die beiden Gehäuseteile mittels eines nur durch Zerstörung unwirksam zu machenden Mittels, z. B. einer Plombe, miteinander verbunden sind. Obwohl die Vorrichtung im folgenden im Zusammenhang mit der Ausgabe von Fahr karten beschrieben ist, kann sie daher in glei cher Weise für Rechnungen verwendet wer den, die in Restaurants, Verkaufsstellen oder dergleichen ausgegeben werden, oder für ähn- liehe Zwecke.
Die Zeichnung zeigt ein AmführLUigsbei- spiel der Vorrichtung gemäss der Erfindung, und zwar Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung, bei der gerade eine Fahrkarte ausgestossen wird, während die nächste zur Beschriftung in der Aussparung bereit ist, Fig.2 die geöffnete Vorrichtung in Vor- deransicht,
aus .der die verschiedenen Papier streifen und die Einrichtung zu deren Vor schub ersichtlich sind, Fig. 3 in perspektivischer Darstellung die Rückansicht der in Fig. 2 gezeichneten Vor richtung und Fig. 4 einen Schnitt durch die Aufwickel- spule der Vorrichtung.
Bei der in der Zeichn iung dargestellten, tragbaren Vorrichtung zur Ausgabe von Fahr karten oder dergleichen Ausweisen wird ein doppelter Papierstreifen aus einem Vorrats raum 1 derart vorgeschoben, dass der eine Papierstreifen 2 (Fig. 1 und 2) in einer Aus- sparung 3 (Fig.1) auf der Vorderseite 4 der Vorrichtung freiliegt, so dass er beschriftet werden kann, während;
der zweite Streifen 5 unterhalb eines Durchschreibemittels 6, z. B. eines Kohlgpapierblattes, vorgeschoben wird.
Die beiden Streifen 2 und 5 werden danach so ausgeführt, .dass der mit der Beschriftung versehene Streifen 4 aus der Vorrichtung (Fig.1) ausgestossen wird, während der die Durchschrift :des obern Streifens 2 tragende Streifen 5 in eine Speicherkammer 7 (Fig. 3) befördert wird.
Die Länge, Breite und Dicke der in Fig.1 dargestellten Vorrichtung ist derart, dass die die Karten ausgebende Person, z. B. ein Kon- dukteur, sie in der Seitentasche des Uniform- rockes oder dergleichen tragen kann.
Diese Tatsache, vereint mit dem verhältnismässig ge ringen Gewicht der Vorrichtung, gestattet es, dass sie, wie in Fig.l dargestellt, zwischen Daumen und Fingern der einen Band erfasst und in einer Stellung gehalten werden kann, in der der freiliegende Teil des obern Strei- fens 2,
Ü er in der AussTarLUlg 3 der Vorder seite 4 der Vorrichtung sichtbar ist, nach oben gerichtet ist, so dass er mit der andern Hand beschriftet werden kann, während der die Durchschrift tragende Streifen 5, wie in Fig. 2 und 3 dargestellt, durch Betätigung eines drehbaren Handgriffes 8 (Fig. 1 und 2) innerhalb der Vorrichtung weiterbefördert wird.
Durch den Handgriff 8 wird eine Reihe von Zahnrädern 9, 10, 11, 12 und 13 (Fig. 3) betätigt. Diese bewirken eine Drehung der Stiftenwalzen 14 und 15, deren Stifte in Per forationen 16 und 17 an den Längskanten des doppelten Streifens eingreifen.
Hierdurch werden die beiden Streifen derart vorgescho ben, da.ss der obere Streifen 2, wie in Fig.1 dargestellt. wird, ans der Vorrichtung ausge stossen wird, während der untere Streifen 5 auf eine Spule 18 (Fig. 3) im Innern der Vor richtung aufgewickelt wird, die zwischen den Stiftenwalzen 14 und 15 angeordnet ist.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel enthält die Vorratskammer einen fächerartig zusammengefalteten Doppelstreifen. Es ver steht sieh, dass dieser Doppelstreifen auch in anderer Weise, beispielsweise in Form einer Vorratsrolle, gespeichert sein kann.
Die Handhabung der Vorrichtung ist fol gende: Eine geeignete Vorratsmenge des zusam mengefalteten. Doppelstreifens 1 wird in den. Zwischenraum 19 am untern Ende der Vor richtung unterhalb der Stiftemvalze 14 ein gelegt. Die Vorderkante des Doppelstreifens 1 wird dann nach oben über die Kante einer federbelasteten Platte 20 gezogen.
Die Platte 20 trägt Rollen und hat an ihrem freien Ende einen Flansch, welcher derart. angeordnet ist, dass er den Streifen gegen die Vorschubwalze 14 drückt. Die Walze 14 trägt- an ihren Enden eine Reihe von Stiften, die in passende Perfo rationen oder Löcher 16 und 17 an den Längs kanten des Doppelstreifens eingreifen.
Hin ter .d.er Walze 14 wird der Doppelstreifen nach oben gezogen; hierbei werden die vorstehenden Teile der beiden Streifen voneinander ge trennt, um ein Dur chschreibemittel 6, bei- spielsweise ein Blatt Kohlepapier, zwischen die beiden Streifen einzufügen. Das Durch schreibemittel 6 befindet sich in einem nicht.
gezeichneten, dünnen Rahmen, der etwas weni ger breit ist als die Vorrichtung und seitlich mit Haken oder. Nasen versehen ist, die in die Schlitze 24r der Seitenplatten 24 passen und in diese einhaken (Fug. 2).
Diese Art der Ein- legung und Fixierung des Durchschreibemit- tels 6 verhindert, dass es mit den Streifen 2 und 5 weiterbefördert wird, zwischen denen also das Durchschreihemittel 6 liegt..
Dahin ter werden die beiden Streifen 2 -und 5 wie der zusammengelegt und in Eingriff mit den Förderstiften der Stiftenwalze 15 am Abgabe ende der Vorrichtung gebracht. Zwischen den Walzen 14 und 15 ist eine Auflageplatte 21 angebracht, die als Unterlage für den Doppel streifen und das Kohlepapier dient, wenn der Streifen beschriftet wird.
Sind die Streifen in dieser Weise eingeführt, so wird der Rah men 22 darübergeklappt -Lind in dieser Stel lung verriegelt, tun die Streifen 2 und 5 in Eingriff mit den Stiften der Walzen 14 und 15 über der Auflageplatte 21 zu halten.
Das untere Ende 23 des Rahmens 22 ist, wie am besten in der punktiert eingezeich neten, geöffneten Stellung der Fig.2 zu er sehen, teilweise kreisförmig abgebogen, so dass dieser Teil sich über die Oberfläche der Stif- tenwalze 14 legt und dadurch den Doppel streifen derart in Eingriff mit der Walze 14 hält, dass er sich nicht von den Stiften ent fernen kann.
Aus Fig. 2 und 3 ist zu ersehen, dass die bisher beschriebenen Teile an zwei in Längs richtung sich erstreckenden Seitenplatten 24 und 25 befestigt bzw. gelagert sind, die um die gleiche Achse 45 schwenkbar sind wie zwei rechteckige, schalenförmige Deckel 26 und 27, welche die äussern Gehäuseteile der Vorrich tung bilden.
Wie insbesondere aus Fig. 3 zu ersehen ist, kann der zwischen den Seitenplatten 24 und 25 angeordnete Mechanismus der Vorrichtung in eine aufrechte Stellung gegenüber den Dek- keltteilen 26 und 27 gebracht und in dieser Stellung durch eine Verriegelung gehalten werden;
die Verriegelung besteht aus einem Arm 28 mit einem gebogenen Schlitz 29, in welchen ein Stift 30 der Seitenwand 25 ein greift, der den innern Mechanismus der Vor richtung in aufrechter Stellung festhält, um ein leichtes Laden und Entladen derselben zu ermöglichen. Die Antriebevorrichtiuig für die Zahn räder 9, 10, 11, 12 und 13 enthält eine Hand kurbel 8, die mit der Achse 39 der Stiften walze 1.4 durch eine Buchse 40 verbunden ist. Das Zahnrad 9 ist konzentrisch auf der Achse 39 angeordnet.
Bei Betätigung der Kurbel 8 dreht das Zahnrad 9 die Stiftenwalze 14 und befördert den freiliegenden Teil des Doppel streifens am Fenster oder Ausschnitt 3 der Vorrichtung vorbei, während der die Durch schrift aufnehmende Teil des Doppelstreifens unterhalb des Kohlepapiers 6 vorgeschoben wird; dahinter werden die beiden Streifen durch die Stifte der Walze 15 ergriffen, die ihren Antrieb über die Zahnräder 10, 11, 12 und 13 erhält.
Das Zahnrad 13 ist konzen trisch zur Stiftenwalze 15 angeordnet: die letztere schiebt den Doppelstreifen mit der gleichen Geschwindigkeit vor wie die Stiften walze 14. Die Vorderkante des obern Strei fens 2 wird dann durch einen Schlitz 31 an der obern Kante des Deckels 27 ausgestossen, während der untere Streifen über die Stiften walze 15 nach unten und' zur Rückseite der Vorrichtung befördert wird, wo er von der Aufwickelspule 18 aufgenommen wird.
In der Nähe der Kurbel 8 ist an der Seitenwand 24 ein Anschlag 32 angebracht, der am freien Ende einer Blattfeder 33 befestigt ist. Ist die Maschine, wie in Fig.l dargestellt, geschlos- sen, so tritt dieser Anschlag durch eine Öff nung 44 des Deckelteils 26 hindurch.
Der An schlag 32 sorgt dafür, dass bei jeder Betätig iuug desselben nur eine einzige Karte ausgegeben werden kann. Die Vorrichtung kann daher bei der Ausgabe einzelner Karten ausserordent lich rasch: betätigt werden, ohne dass die Ge fahr besteht, ein zu grosses Stück des obern Streifens auszustossen.
Über der Aussparnmg oder dem Fenster 3 des Deckelteils 27 der Vorrichtung ist ein Klappdeckel 36 angeordnet, der an seiner einen Kante mittelis der Scharniere 37 an dem Teil 27 befestigt ist und dessen gegenüberlie gende Kante eine Haltevorrichtung 38 trägt. Ist der Klappdeckel 36 geschlossen, so zeigt der äussere Gehäuseteil 27 eine praktisch glatte Aussenfläche.
Die Kurbel 8 ist auf der Achse 39 angeordnet, die das Zahnrad 9-und die Walze 14 trägt. Die Kurbel-8 hat ein. ge gabeltes Ende, das schwenkbar auf der Buchse 40_ der -Achse 39 befestigt- ist, so dass. .die Kurbel 8 bei Nichtgebrauch nach unten in die gestrichelte .Stellung 41 (Fig.1)
geklappt werden kann. Hierbei ragt. der vorstehende Griff 42 der Kurbel-8 durch- eine Öffnung 43 (Für. 2) des Deckelteils 27 hindurch nach innen. - Fig. 4 zeigt .die Aufwickelspule 18 zur Auf nahme des untern Streifens.
Die Spule ent hält einen hohlen, zylindrischen Kern 45, der mindestens auf einem Teil seiner Länge einen Schlitz 46 aufweist, der, das Ende des untern Streifens 5 aufnimmt. Das eine Ende .der Auf wickelepule besitzt (wie aus der perspektivi- sehen Teilansicht rechts in Fig. 4- zu ersehen) Vorsprünge 47,
die in die Öffnungen 48 einer kreisförmigen Seheibe 49 eintreten können. Die Scheibe 49 ist mit einer Buchse verbun den, die'dmehbar auf einem Zapfen 50 gelagert ist, der an der Seitenplatte 24 des innern Gestelles der Vorrichtung angeordnet ist. Der Zapfen 50 trägt das Zahnrad: 11 der Zahn- räderkette 9, 10, 11, 12 und 13.
Das Zahn ra:d 11 ist auf die Buchse aufgesetzt und; wird. durch einen Federring 51 gegen die Platte 49 gedrückt. Das andere Ende der Spiele trägt eine Spindel, die in axialer Richtung vor steht; drehbar auf dieser Spindel ist eine kurze Buche 52 angeordnet, die in die Seiten wand 25 des innern Gestelles eingesetzt ist.
Eine Druckfeder 53 ist zwischen einem Ab satz :der Spindel und der Buchse 52 angeord net. Ist die Aufwickelspule in die Vorrichtung eingesetzt, so drückt diese Feder das mit den Vorsprüngen 47 versehene Ende derselben in Verriegelungseingriff mit der Platte 49, die sich gegen das Zahnrad 11 legt, welches in :
den Federring 51 eingreift. Hierdurch wird die Aiüwickelspule 18 durch Reibeingriff mit dem Zahnrad 11 verbunden. Wächst der Durchmesser des auf der Spule 45 aufge wickelten untern Streifens, so werden hier durch alle Änderungen der Umfangsgeschwin- digkeit desselben ausgeglichen,
die andernfalls eine unzulässig hohe - Spannung und. unten Umständen ein Zerreissen des Streifens bewir ken würden.
Eine Vorrichtung der beschriebenen Art, welche Karten oder Zettel: -in der Grösse 6 mal 9 cm ausgibt, ist etwa 10 cm. breit, 15 ein lang und 4 ein dick. Werden die äussern Ge häusedeckel aus Kunstharz und, die innern Teile im wesentlichen aus Leichtmetall ge- fertigt, so wiegt die mit dein Doppelstreifen geladene Vorrichtung nur etwa 390 g und kann daher leicht in, der Seitentasche der Uni form oder :
dergleichen untergebracht werden, die etwa 16,5 cm breit und 20 ein lang is ;die Vorrichtung kann ferner :leicht in einer Hand gehalten werden, während mit der andern Hand Eintragungen auf dem in dem Aus schnitt des Deckels erscheinenden Teil des Streifens gemacht werden.
Durch die Erfindung kann also eine Vor richtung zur Ausgabe von Fahrkarten oder dergleichen Ausweisen geschaffen werden, :die verhältnismässig einfach -und kompakt aus gebildet ist und daher in handlicher Form her gestellt werden kann, so dass d @ie Bedienungs person sie leicht. in der Tasche tragen und ohne jede Schwierigkeit in der einen Hand hasten kann, während die andere die Karten ausschreibt.