Beisszange. Spanndrähte an Einfriedungen, wie solche die Landwirte beispielsweise zum Einzäunen von Viehweideplätzen verwenden, werden gewöhnlich mit Agraffen, d. h. mit U-för- migen Stiften an den Pfosten befestigt. Da solche Zäune gewöhnlich nach einem Weid- ga.ng wieder abgebrochen werden, ist es für den Landwirt von grossem Wert, das dabei verwendete Material möglichst restlos wieder zurückzuerhalten.
Beim Abbrechen einer solchen Einfrie dung ergibt sich vor allem die Schwierig keit, die Agraffen so zu lösen, dass der damit gehaltene Draht nicht beschädigt oder gar zerschnitten wird, und ferner; dass die Agraf fen wieder verwendet werden können.
Bekannte Verfahren zum Entfernen der Drähte von den Pfosten bestehen darin, dass man mit Zangen die Agraffen herausreisst und dabei öfters den Draht verletzt, oder das aus dem Holz des Pfostens herausragende halbkreisförmig gebogene Joch der Agraffe mit einer Beisszange durchschneidet, wobei vor allem die Agraffe verlorengeht und der Draht sehr oft beschädigt wird. Andere Ver fahren, wie das Herausreissen der Agraffen durch Eintreiben von Dornen, haben zu kei nen Resultaten geführt, welche wesentlich besser befriedigen, und sind zugleich sehr zeitraubend. Man hat sich ferner damit ab gemüht, dass man mit Klemmzangen ver suchte, .die runden Joche der Agraffen zu erfassen und dieselben herauszureissen.
Diese ,Methode ergab häufige Misserfolge, grosse Zeitverluste und auch Materialschäden an Spanndrähten und Agraffen.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfin dung hilft diesen Übelständen ab. Er betrifft eine Beisszange, in deren Zangenbacken quer zu den Schneiden Nuten vorgesehen sind.
Auf beiliegender Zeichnung ist in Fig. 1 ein Pfosten dargestellt, von welchem die Spanndrähte gelöst werden sollen.
Fig. 2 zeigt denselben in rechtem Winkel zu Fig. 1 dargestellt, wobei beim mittleren Spanndraht gezeigt ist, wie der Draht mit der ihn haltenden Agraffe mit dem Erfin dungsgegenstand gefasst werden kann. Fig. 3 ist eine Ansicht des Pfostens von oben mit der zum gänzlichen Ausziehen der Agraffe angesetzten Zange.
Fig. 4 veranschaulicht eine Seitenansicht einer beispielsweisen Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, wobei ein Teil der einen Zangenbacke aufgegchnit.ten ist, und Fig. 5 eine Ansicht dieses Beispiels gegen die Zangenbacken.
An einem Pfosten 1 sind Spanndrähte 2 mittels Agraffen 3 befestigt. Beim Einschla gen derselben werden sie gewöhnlich so stark in das Holz hineingetrieben, dass sie mit einer Zange der bisher bekannten Modelle nicht mehr gefasst werden können. Hierzu dient die erfindungsgemässe Zange. Dieselbe weist im allgemeinen die Form einer normalen Beiss zange auf. Die Zangenbacken 4 besitzen in der Mitte deren Schneidekanten und senk recht zu denselben verlaufend Nuten 5. Die selben haben ungefähr die Breite der grössten Dicke der für die genannten Zwecke verwen deten Spanndrähte 2 und Agraffen 3.
Zum Gebrauch dieses erfindungsgemässen Gegenstandes wird derselbe zuerst, wie in Fig. 2 gezeigt, so angesetzt, dass die Zangen backen 4 den Draht 2 untergreifen und der aus dem Holz des Pfostens 1 hervorragende Teil der Agraffe in die Nuten 5 zu liegen kommt. Mit dem Untergreifen des Drahtes 22 mit den Zangenbacken 4 wird der Draht. durch die schief angezogenen Flächen 6 der Zange erfasst und vom Holz weggezogen und damit auch die Agraffe eine kleine Strecke aus dem Holz herausgezogen.
Sofern dem gänzlichen Herausziehen der Agraffe aus dem Holz ein zu grosser Wider stand entgegensteht, werden die Zangen backen gegenüber dem Draht um einen rech ten Winkel gedreht und die Zange nochmals angesetzt, so dass der Draht, wie in Fig. 3 gezeigt, durch die Nut 5 läuft und die Agraffe von den Zangenschneiden gepackt wird, so dass dieselbe aus dem Holz heraus gerissen werden kann.
Der Erfindungsgegenstand kann vorteil- hafterweise auch für andere Zwecke Verwen dung finden. So hat sich beispielsweise schon oft die Schwierigkeit beim Entfernen von Nägeln aus Verpacl@ungskisten gezeigt, bei denen die Nagelköpfe Unterlagen aus Fiber oder ähnlichem Material besitzen. Solche Un terlauen. werden durch bekannte Zangen ent weder ganz zerstört und damit für weiteren Gebrauch untauglich, oder die Zangenbacken gleiten an denselben ab, so dass die Nägel nicht herausgezogen -erden können.
Mit der erfindungsgemässen Zange -erden die vier von den Nuten und den Schneiden gebildeten Ecken so stark in die Nagelunterlage ein greifen, dass dieselbe zwar vier Löcher erhält, trotzdem aber wieder verwendet werden kann, gleichzeitig der Nagel aber sicher herausge zogen wird.
Die ei-findiuigsgemässe Zange kann aber auch noch benutzt -erden. um im Holz tief sitzende Nägel herauszuziehen, sofern es möglich ist. mit den Ecken an den Nuten und Schneiden die Köpfe solcher Nägel zu erfas sen.