Verfahren und Maschine zur Herstellung von Belief-Druckformen und durch das Verfahren hergestellte Druckform. Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Maschine zur Herstellung von Relief- Druckformen sowie eine durch das Verfah ren hergestellte Druckform.
Es sind Verfahren bekannt geworden, bei denen kaltgeprägte Metallfolien verwendet werden, die nachträglich mit einer geeigneten Masse bestrichen bezw. auf Karton aufge klebt werden mussten, um der verhältnis mässig niedrigen Reliefschrift genügend Wi derstand zu geben. Die Reliefschrift kam überhaupt nicht stark genug aus der Druck form heraus, so dass eine einwandfreie Ein färbung lediglich der Reliefschrift nicht ge- gewährleistet war. Die verwendeten Metall rasterfolien haben dagegen den Nachteil, dass der Raster ständig mitgedruckt wird, was sich ausserordentlich störend bemerkbar macht, und die Schrift vor allen Dingen auf die Dauer nicht widerstandsfähig genug bleibt.
Alle diese Nachteile werden durch die nachstehende Erfindung beseitigt. Das erfindungsgemässe Verfahren ist da durch gekennzeichnet, dass man für die Druckform ein unter dem Einfluss von Wärme leicht verformbares Material verwen det, und dass man die Stelle des zu erzeugen den Reliefs frühe"#tens während des Erhit- zens prägt, wobei das erzeugte Relief beim Erkalten erhärtet. Die Maschine zur Ausführung des er findungsgemässen Verfahrens ist dadurch ge kennzeichnet, dass sie eine Heizvorrichtung zum Erhitzen der Druckform aufweist.
In einer beispielsweisen Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung wird die aus einem unter dem Einfluss von Wärme leicht verformbaren Material . bestehende Druck form spätestens während der Prägung, z. B. mit einer Schreibmaschine, durch Erhitzen weich gemacht, so dass die Typen eine Re liefschrift erzeugen, die beim Erkalten er härtet. Als Druckformmaterial werden z. B. Fo lien aus Metallen oder Metallegierungen mit niedrigem Schmelzpunkt verwendet. bei spielsweise bis zu 600 C, wie z. B. Alumi nium, Antimon, Zink, Blei, Cadmium, Wis- muth, Zinn, Weichlote, Wismuthlote bezw. Legierungen zweier oder mehrerer dieser Me talle, gegebenenfalls auch unter Zusatz ande rer Metalle.
Bei Prägung der Druckform wird zwe ek- mässig ein hektographisches Farbblatt mit der Farbschicht gegen die spätere Reliefseite der Druckform gelegt, wodurch ein abdruckfähi ges Schriftbild erzeugt wird. Von diesem las sen sich zirka 300 Abdrucke auf feuclite bezw. angefeuchtete Abzugblätter herstellen. Dieses hektographische Farbbhlatt wird vor teilhaft hinter der zu beschriftenden Druck form derart angeordnet, dass dasselbe mit den erhitzten Stellen der Druckform spätestens während der Beschriftung in Berührung kommt. Man kann zwischen der zu beschrif tenden Druckform und dem hektographischen Farbblatt eine z.
B. nicht wärmeleitende Zwi schenlage anordnen, die jeweils nur die ge rade zur Beschriftung gelangende Stelle frei gibt. Bei der Herstellung des zu verwenden den Hektoblattes kann ein relativ hartes Po- 1ymerisat, z. B. ein härteres Wachs, verwen det werden, damit die Farbe bei der Berüh rung mit der Komposition nur wenig leidet. Man könnte dieses Blatt ebenfalls z. B. durch zusätzliche Erhärtungsstoffe bearbeiten.
In einer Variante des Verfahrens wird die Druckform vor der Prägung in einer besonde ren Vorrichtung, z. B. Heizkasten, Heiz platte, bereits vorgevärmt und vorerweicht, worauf durch die Erhitzung spätestens wäh rend der Prägung die restliche Erwärmung und Erweichung erfolgt. Man lann bei Präi- gung der Drueliform eine weiche Unterlage, z. B. aus Gummi oder Löschpapier. verwen den. Für das beschriebene Verfahren können als unter dem Einfluss von Wr ärme leicht ver formbarem Material, z. B. Pol vmerisat oder ähnliche Kompositionen, ebenfalls in Fragt-, kommen. Besonders gut eignen sich Kom positionen aus dem Grundstoff Igelitlh nit einem geeigneten Weichmacher, wie sie z. B.
unter den Namen Vinidur, Decelith, Mipolam und Luvitlermn in den Handel gebracht wer den. Für die Zusammensetzung der Druck form kommen als Polyvinyl-Chloride sovie ähnliche Stoffe in Betracht. Für diese Druck form werden dünne Folien von z. B. 0,5 bis 0,05 mm Stärke verwendet. Weiter kommen noclh Kautschuk bezw. Gummi-Kompositio nen, wie sie z. B. unter dem Namen Semperit in den Handel gebracht werden, oder auch Zelluloid-Kompositionen in Frage.
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird die Druckform vor und w ährend der Prägung mit einer Maschine durch Erhitzen weichgemacht. Diese Prägung könnte ausser mit einer Schreibmaschine eben falls mit einer Prägemaschine, einem Typen satz, einem Druckklischee oder von Hand ausgeführt werden. Die günstigste Verfor- mungstemperatur der angeführten Polymeri- s;A-Koniposition Vinidur liegt z. B. bei zirka 70 bis I00 C.
Vorzugsweise werden zum Prägen nega tive S'ehrift- oder Bildzeichen verwendet, so ilass auf der Rückseite der Folie das Relief als Spiegelbild erscheint und unmittelbar ab gedruckt werden kann.
Selbstverständlich körnen auch positive Typen zur Schriftprä-
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gnng <SEP> verwendet <SEP> werden, <SEP> so <SEP> dass <SEP> auf <SEP> der
<tb> Riickseite <SEP> der <SEP> Folie <SEP> eine <SEP> positive <SEP> Relief s(-hrift;
<SEP> entsteht, <SEP> die <SEP> dann <SEP> über <SEP> einen <SEP> Zwi schenpräge <SEP> r, <SEP> z. <SEP> B. <SEP> eine <SEP> Crummiwalze <SEP> oder <SEP> der gleichen, <SEP> abgcdrucht <SEP> erden <SEP> kann.
<tb> Es <SEP> sei <SEP> bcinerkt. <SEP> dass <SEP> z. <SEP> B. <SEP> für <SEP> die <SEP> Adres @ierung <SEP> die <SEP> benötigten <SEP> Adress-Druckformen
<tb> durch <SEP> das <SEP> beschriebene <SEP> Verfahren <SEP> vorteilliaf terweise <SEP> hergestellt <SEP> werden <SEP> können. <SEP> Vor
<tb> allem <SEP> ist <SEP> ein <SEP> Korrigieren <SEP> der <SEP> Druckform <SEP> 1) < >i
<tb> (!en <SEP> ver\veiirleten <SEP> Materialien <SEP> ausserordentlich
<tb> leicht <SEP> niöglieli.
<SEP> Die <SEP> zu <SEP> korrigierende <SEP> Stelle
<tb> ,i-ird <SEP> vorzugsweise <SEP> finit <SEP> einer <SEP> höheren <SEP> Tempe ratur, <SEP> als <SEP> zur <SEP> Prägung <SEP> erforderlich <SEP> war, <SEP> er hitzt, <SEP> worauf <SEP> die <SEP> Prägung <SEP> von <SEP> selbst <SEP> oder
<tb> auch <SEP> uni-(,i, <SEP> Anwendung <SEP> von <SEP> Druck <SEP> wieder
<tb> verscliwindct <SEP> inid <SEP> sich <SEP> die <SEP> Druckform <SEP> glättet.
<tb> @Iùf <SEP> der <SEP> Icorrigici-Leu <SEP> Stelle <SEP> kann <SEP> alsdann <SEP> neu
<tb> geprägt <SEP> -erden. <SEP> Beim <SEP> Schreiben <SEP> mit <SEP> der Schreibmaschine braucht z. B.
Zum Korri gieren eines Buchstabens nur die Rücktaste gedrückt zu werden, so dass der falsche Buch stabe wieder unter die Heizstelle gelangt, worauf er nach kurzer Zeit gelöscht wird und die Stelle neu beschrieben werden kann. Auf diese Weise können auch ganz beschriebene Druckformen durch Erhitzen gleichsam wie der ausgelöscht werden und sind diese Druck formen dann für eine weitere, gegebenenfalls wiederholte Beschriftung brauchbar. Auf diese Weise kann praktisch eine Druckform folie für eine unbegrenzte Anzahl verschie dener Druckformen verwendet werden. Auch ist es ein Vorteil, dass die Relief-Druckform ohne Beschädigung der Reliefzeichen gut abgewaschen und gesäubert werden kann.
Der wesentlichste Vorteil des beschriebe nen Verfahrens liegt jedoch zusammenfassend in der relativen Einfachheit der Herstellung der Druckform und in der Möglichkeit der Erzielung eines rasier- bezw. grundfreien Re liefdruckes, ebenso wie in der vielseitigen Verwendungsmöglichkeit der Druckform als hektographisches Spiegel-Bildoriginal, Dauer druckform bezw. kombiniert.
Die beiliegende Zeichnung stellt eine bei spielsweise Ausführungsform der Maschine nach der Erfindung dar.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Schreibmaschine mit Heizvorrichtung. Fig. 2 zeigt einen Grundriss der Heizvor- richtung.
Fig. 3 zeigt einen Aufriss der Heizvor- richtung.
Fig. 4 zeigt einen Seitenriss der Heizvor- richtung.
Fig. 5 zeigt eine Vervielfältigungs- naschine mit Anfeuchtvorrichtung und Ein färbevorrichtung.
Fig. 6 zeigt eine Vervielfältigungs maschine, deren Anfeuchtvorrichtung ver riegelt werden kann.
Fig. 1 bis 4: Auf dem Rahmen 1 der Schreibmaschine befindet sich ein S-Stück 2, auf dessen freiem Ende ein U-förmiges Lager 3 durch eine Ansatzschraube 4 drehbar an geordnet ist. Das Lager 3 trägt eine Achse 5, auf der ein Heizkörper 6 in Lagern 7 und 8 verschiebbar angeordnet ist. Unter den Ta sten 9 der Schreibmaschine befindet sich eine Platte 10, die bei Betätigung der Tasten einen Hebel 11 um den Punkt 12 dreht. Der Hebel 11 ist mit einem zweiarmigen Winkel hebel 13 durch eine Lasche 14 verbunden. An dem freien Arm des Hebels 13 ist drehbar ein Mitnehmerhebel 15 angeordnet, der hinter das Lager 8 greift und die Heizvorrichtung bei Betätigung einer Taste entgegen der Wir kung der Feder 16 zieht, so dass die Schrift stelle beim Anschlag des Typenhebels frei gegeben wird.
Auf der Achse 5 ist ferner ein Hebel 17 verstiftet, der auf der Andrücker- stange 18 aufliegt. Beim Schreiben eines gro ssen Buchstabens wird die Walze 19 der Schreibmaschine angehoben, wodurch ein zwangsläufiges Schwenken der Heizvorrich- tung herbeigeführt wird.
Soll die Heizvorrichtung ausser Wir kungsbereich zu der Druckwalze gebracht werden, so wird der Mitnehmerhebel 15 nach oben geschwenkt und die Heizvorrichtung um die Ansatzschraube 4 weggesghwenkt. Im Innern des Gehäuses 6 der Heizvorrichtung befindet sich ein Heizwiderstand 20, z. B. von 100 Watt, der von dem Gehäuse durch eine Asbestscheibe 21 getrennt ist. In den Widerstand ist ein gern 22 eingeschoben, der derart ausgebildet ist, dass seine Nase 23 die kurz nachher zur Beschriftung gelangende Stelle der Druckform am meisten erwärmt fand die etwas später zur Beschriftung gelan genden Stellen der Druckform, d. h. von rechts nach der Beschriftungsstelle hin all mählich steigend erhitzt.
Zur Vorwärmung der nächsten zu be schriftenden Stelle, z. B. eine Zeile vorher, ist eine besondere Vorwärmeheizvorrichtung 24 vorgesehen (F'ig. 1). Diese kann derart ge staltet sein, dass die Erwärmung ähnlich wie bei der andern Heizvorrichtung steigend er folgt; es genügt für diesen Zweck auch eine gleichmässige gradlinige Erwärmung.
Zur Verstärkung des Anschlages zwecks Erzielung einer höheren Reliefschrift können die Typenhebel 25 mit Schwungmasse 26 ver sehen sein.
Da weiter zur Erzielung eines kräftigen Anschlages vorzugsweise ohne Farbband ge schrieben wird, ist zwecks Lesbarmachung der Schrift eine Einfärbwalze 27 vor dem Typenkorb angeordnet, die mittels des Hebels 28 und des Knopfes 29 von Zeit zu Zeit von Hand betätigt wird.
Die durch die beschriebene Schreib maschine erzeugte Druckform wird dann auf einen Rotationsvervielfältiger gelegt und zum Abdrucken von Blättern verwendet.
Fig. 5 zeigt einen Rotationsvervielfältiger mit einer Anfeuchtvorrichtung für die zu bedruckenden Blätter und eine Einfärbevor richtung für die Druckform, die nacheinan der bezw. kombiniert verwendet werden sol len. Die Drucktrommel 30 arbeitet mit einer Gegendruckwalze 31 zusammen. Auf der Drucktrommel ist ein elastisches Band aus Gummi oder dergleichen 32 angeordnet, auf dem die Druckform 33 zu liegen kommt. Die Druckform 33 wird von Klemmschienen 31 und 35 auf der Drucktrommel gehalten. An der Drucktrommel 30 ist eine Nockenscheibe 36 angeordnet, die über einen Hebelarm 37 mit der Rolle 38 die Anfeuchtung 39 im Rhythmus der Trommeldrehung schwenkt.
Die zur Verwendung kommenden Abzug blätter werden von einem Anlegetisch 40 zu geführt und beim Durchgehen durch die Ma schine durch die Anfeuchtvorrichtung 39, welche durch die Feder 41 auf sie gedrückt wird, leicht und verflüchtend angefeuchtet. Soll nicht mit Anfeuchtvorrichtung gearbei tet werden, so lässt sich diese, wie in Fig. 6 beschrieben, mittels eines Riegels 42 fest stellen. Beim Arbeiten mit Einfärbung wird eine Einfärbewalze 43, die mit Farbvertei- lungswalzen 44, 45 und 46 in Verbindung steht, mittels einer Lasche 47 in Wirlungs- stellung gebracht.
Fig. 6 zeigt einen Vervielfältiger mit der auf einer Achse 48 drehbaren Drucktrommel 49, welche mit einer Gegendruckwalze 50 zusammenarbeitet. Die Steuerung der An feuchtvorrichtung erfolgt wiederum durch eine Nockenscheibe 51. Die Anfeuchtvorrieh- tung 52 ist auf demn Zapfen 53 drehbar ge lagert. Auf dem Zapfen 53 befindet sich ein Rollenarm 54, der mit seiner Rolle 55 auf der Kurve 51 läuft. Bei normalem Betrieb befindet sich der Verriegelungshebel 42 in der mit vollen Linien gezeichneten Stellung, so dass die Anfeuchtung unter dem Einfluss der Feder 56 auf die über den Anlegetisch 57 zugeführten Abzugblätter aufgedrüclkt wird.
Wird der Verriegelungshebel 42 in die punk tierte Stellung umgelegt, worin er durch die Feder 58 gehalten wird, so kann sich die Anfeuchtvorrichtung während der Drehung der Drucktrommel nicht auf das zugeführte Blatt senken. Dies kommt besonders in Frage bei Verwendung von Reliefdruckformen der gekennzeichneten Art, welche durch eines Farbblattes etwa jeweils nach 300 Abzügen eine Erneuerung der abdruck fähigen Reliefschrift erhalten.