An einer Kamera angebraehter photoelektrischer Belichtungsapparat. Die Erfindung betrifft einen an einer Kamera angebrachten photoelektrischen Be lichtungsapparat, dessen Ausschlag nach er folgter Einstellung von Mitteln zur Berück sichtigung der Filmempfindlichkeit, der Be lichtungszeit oder anderer feststehender photographischer Werte, von der Durch schnittshelligkeit der Aufnahmeszene ab hängt.
Die Kamera kann eine Photokamera oder eine Kinokamera sein. Der Ausschlag des BeliehtungsapparaLs kann lediglich eine Messanzeige bewirken oder auch zum Beispiel die Objektivblende einer Kinokamera ein stellen.
Es ist nun in der Photographie eine be kannte Tatsache, dass es unmöglich ist, in. einem Bilde alle Unterschiede der Lichtwerte in den sonnenbeschienenen wie in den Schat tenpartien der Aufnahmeszene gleichzeitig wiederzugeben. Wenn ein Photograph vor die Aufgabe gestellt ist, eine Bildszene auf zunehmen, bei welcher grosse Teile im Son nenschein und andere im Schatten liegen, so eröffnen sich ihm drei Hauptmöglichkeiten (Aufnahmebedingungen) 1. Er kann eine Durchschnittsaufnahme oder Normalaufnahme machen, welche auf der Durchschnittshelligkeit der gesamten Szene basiert.
Das Negativ wird dann nicht alle Lichtabstufungen wiedergeben, welche das Auge wahrnimmt, vielmehr werden die sonnenbeschienenen Teile der Bildszene über belichtet und die Schattenteile unterbelichtet sein.
2. Er kann die Belichtungszeit so bemes sen, dass die Lichtwerte im Schattenteil rich tig wiedergegeben werden. Hierzu wird eine längere Belichtungszeit als unter der Bedin <B>gung</B> 1 benötigt, und,die sannenb.eschienenen Teile der Aufnahmeszene werden;
infolgedes- sen stärrker überlichtet sein, während die Wie dergabe der Schattenteile, worauf es in die sem Falle ankommen mag, besser sein wird.
3. Er kann die Belichtungszeit so bemes sen, dass die Lichtwerte der sonnenbeschiene- nen Teile richtiger wiedergegeben werden. Hierzu wird eine kürzere Belichtungszeit als unter der Bedingung 1 benötigt, so dass sich eine stärkere Unterbelichtung der !Schatten teile, aber eine bessere Wiedergabe der Licht werte in den sonnenbeschienenen Bildteilen, worauf es in diesem Falle ankommen mag, ergibt.
Die Aufgabe, die charakteristischen Merk male einer Bildszene richtig wiederzugeben, ist besonders schwierig, wenn die Aufnahme mit einer Kinokamera gemacht wird, bei wel cher die Einstellung der Objektivblende durch einen photoelektrischen Apparat von der Durchschnittshelligkeit der gesamten Szene abhängt. Die Lichtwerte oder Gra- duationen der bildwichtigen Teile können ganz erheblich variieren, ohne die Durch schnittshelligkeit einer Szene mit starken Lichtkontrasten zu berühren, zum Beispiel wenn der bildwichtige Teil aus einer Gruppe von Personen besteht, die sich vom hellen Sonnenlicht in den tiefen Schatten bewegt.
Eine Durchschnittsaufnahme unter der Be- dingung 1 wird alsdann kein zufriedenstel lendes Bild der genannten Gruppe geben, und zwar weder, wenn sie sich im Sonnenlicht, noch wenn sie sich im Schatten befindet. weil die Durchschnittshelligkeit der Bild szene kein Massstab für die Durchschnitts- helligkeit des bildwichtigen Teils, nämlich der Gruppe, ist.
Die gleiche Aufgabe ent steht bei der Farbenphotographie, weil hier bei die Belichtungszeit an den Lichtwert und die Leuchtkraft der Farben angepasst werden muss, um eine möglichst gute Wiedergabe der Farben zu erzielen. Diese bestehenden Schwierigkeiten wer den der Erfindung gemäss dadurch gelöst, dass der Belichtungsapparat mit zusätzlichen Mitteln zur Änderung der den Ausschlag be- wirkenden Stromstärke ausgerüstet ist, um diesen Ausschlag willkürlich von dem nor malen Werte zum Zwecke der Berücksichti gung der Beleuchtungsstärke des bildwich tigen Teils der Aufnahmeszene, und damit seiner besseren Wiedergabe, abweichen zu lassen.
Vorteilhaft werden die Mittel, soweit der Belichtungsapparat an Kinokameras ange bracht ist, so ausgebildet, dass mit ihnen die Stärke des von der Photozelle gelieferten Stromes während der Belichtung des Filmes; das heisst während der Aufnahme verändert werden kann, so dass der Ablauf des Kamera triebwerkes hierbei nicht unterbrochen zu werden braucht. Als Normalwert des Aus schlages des Belichtungsapparates wird der jenige Ausschlag verstanden, der die Nor malbelichtung für eine Durchschnittsauf nahme nach Bedingung 1 herbeiführt.
Zum Beispiel kann der Ausschlag die hierzu nötige Blendeneinstellung bewirken, nachdem alle Faktoren wie Filmempfindlichkeit, Be lichtungszeit usw. berücksichtigt und einge stellt sind.
Beispielsweise Ausführungsformen des Belichtungsapparates nach der Erfindung werden durch die Fig. 1-11 der Zeichnung veranschaulicht.
Die Fig. 1-5 stellen schematisch ver schiedene Belichtungsmessapparate dar; Fig. 6 zeigt in Seitenansicht eine mit dem Apparat gemäss Fig. 2 versehene Kino kamera; Fig. 7 und 8 zeigen in Seiten- und Rück ansicht eine mit einem Apparat gemäss Fig. 5 versehene Kinokamera; Fig. 9 und 10 zeigen in Vorderansicht und Seitenteilansicht eine Kinokamera, wel che mit einem andern Apparat versehen ist;
Fig. 11 veranschaulicht schematisch einen weiteren Apparat.
Die Zahl 1 bezeichnet eine photoelek- trische, selbst Strom aus auffallendem Licht erzeugende Zelle, 2 ist das im Stromkreis be findliche Galvanometer. Mit 3 und 4 sind Vorrichtungen bezeichnet, die zur Verände rung der Stromstärke zwecks Berücksichti- gung der Filmempfindlichkeit und der Be lichtungszeit des Verschlusses dienen. Solche Vorrichtungen sind bekannt und bestehen ge wöhnlich aus veränderlichen elektrischen Wi derständen oder einer verstellbaren Irisblende vor der Photozelle.
Auf diese Weise wird der Strom unter Berücksichtigung dieser oder anderer plhotogTaphischer Faktoren derart be einflusst, dass sich hieraus die Ermittlung oder Einstellung des gesuchten Faktors, zum Beispiel -die Einstellung der Objektivblende, für eine Aufnahme, welche auf der Durch schnittshelligkeit der Bildszene gemäss Schema 1 basiert, ergibt.
Die Drehspule des Galvanometers 2 be tätigt die Blende des Kameraobjektives 6 mittels eines Mechanismus, welcher in Fig. 1 schematisch durch die Verbindung 7 ange deutet ist. Der Mechanismus kann in belie biger Weise beschaffen sein. Die Drehspule kann mit einem Zeiger 2' ausgestattet sein, um die Einstellung der Objektivblende zu kennzeichnen.
Eine aus zusätzlichen Mitteln bestehende Vorrichtung ist vorgesehen, um die Strom stärke, welche einer Normalbelichtung gemäss Bedingung 1 entspricht, zwecks einer bes seren Belichtung,derdunkleren oder helleren wichtigen Bildteile gemäss Bedingung 2 oder 3 zu verändern.
In Fig. 1 ist ein Apparat mit einer Vor richtung dargestellt, mittelst welcher sich eine bessere Belichtung der dunkleren Bildteile erhalten lässt. Der Federschalter 8, welcher fiarmalerweiseeine direkte Verbindung zwi schen der Photozelle 1 und der Drehspule 2 bildet, kann heruntergedrückt werden, um den Widerstand 9 in den Stromkreis einzu schalten.
Normalerweise nimmt der Schalter 8 die jenige Stellung ein, welche durch die voll ausgezogene Linie angedeutet ist, und der sich ergebende, durch die Drehspule 2 flie ssende Strom' bewirkt einen Drehspulenaus- schlag, welcher der Einstellung der Objek- tivblende 5 für eine Durchschnittsaufnahme gemäss Bedingung 1 entspricht.
Durch Her unterdrücken des Knopfes 10 wird der Schal ter 8 in die durch die gestrichelte Linie an gedeutete Stellung gebracht, der Widerstand 9 ist alsdann in den Stromkreis eingeschaltet, wodurch die Stromstärke herabgesetzt wird und die Drehspule eine neue Stellung erhält, der gemäss die Objektivblende weiter geöffnet wird.
Der Knopf 10 erhält eine solche Lage an dem Kameragehäuse 11, dass der Photo graph den Knopf während der Kinoaufnahme herunterdrücken oder herausfedern -lassen kann, entsprechend der Hineinbewegung des bildwichtigen Teils, zum Beispiel einer Per sonengruppe, in den Schatten oder in die Sonne. Durch das Herunterdrücken des Knopfes 10 und Einschalten des Widerstan des 9 wird die Aufnahmebedingung 2 erfüllt.
Die Aufnahmebedingung 3 kann durch eine zweite Widerstandsvorrichtung erfüllt werden, wie sie der Apparat nach Fig. 2 zeigt. Durch den Federschalter 8a ist nor malerweise der Widerstand 12 in den Strom- lcreis eingeschaltet, aber er kann herunter gedrückt werden, um den Widerstand auszu schalten. Der Schalter 8a kann durch den Knopf 13 betätigt werden.
Gemäss der Fig. 2 befinden sich auch die in Fig. 1 gezeigte Widerstandsvorrichtung 8-10 sowie die Einstellungsvorrichtungen 3 und 4 für die Filmempfindlichkeit und die Verschlussge- schwindigkeit im Stromkreis.
Der Widerstand 12 ist normalerweise :ein geschaltet, und die Erhöhung der Strom stärke, welche sich durch das Niederdrücken des Schalters 8a ergibt, veranlasst eine stär kere Schliessung der Objektivblende 5 durch die Drehspule 2. Auf diese Weise wird die wirksame Belichtung durch. Niederdrücken des Schalters 8a herabgesetzt und hierdurch eine bessere Wiedergabe der Einzelheiten in dem hellen bezw. .sonnenbeschienenen Bild teile herbeigeführt.
Die Belichtung ent spricht alsdann der Bedingung 3.
Die .Stromstärke kann auch durch einen Shuntwiderstand bezw. einen quergesehalte- tern Widerstand verändert wenden.
Im Appa rat gemäss Fig. 3 ist ein solcher Widerstand 9' normalerweise durch den Schalter 8' aus dem Stromkreis ausgeschaltet, kann aber durch Niederdrücken des Schalterknopfes 10 quergeschaltet werden, wodurch die Stärke des durch die Drehspule fliessenden Stromes herabgesetzt wird. Das bewirkte Ergebnis ist das gleiche wie das durch Betätigung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung. Durch die gezeigten Schaltvorrichtungen werden abrupte Stromveränderungen herbei geführt.
Die Widerstandswerte können zum Beispiel so bemessen sein, dass die Strom stärke<B>50%</B> unter normal herabgesetzt wird, um so eine bessere Belichtung der Schatten partien zu erhalten, oder um<B>150%</B> über nor mal erhöht wird, um so bessere Einzelheiten in den sehr hell belichteten Bildteilen zu er halten.
Die in den Fig. 4 und 5 gezeigten Appa rate gestatten einen allmählichen Wechsel der Stromstärke und eine einfache Gestaltung des mechanischen Teils. Das Kontrollelement in Fig. 4 besteht aus einem Widerstand 14, über welchen der Kontaktschlitten 15 an der Handhabe 16 entlang bewegt werden kann. Der Schlitten 15 gleitet in einem Gehäuse 17, in welchem sich drei gerben 18 befinden.
Der durch sie erhöhte friktionale Widerstand zeigt dem Photographen bei der Benutzung des Schiebers während der Aufnahme und ohne Unterbrechung derselben an, wann die gewünschten Widertandseinstelluhgen her- gestellt sind.
Der Widerstand 14 ist so kalibriert, dass der durch ihn fliessende Strom für eine Durchschnittsaufnahme der Bedingung 1 ein gestellt ist, wenn der Schieber in die mittlere Kerbe einhakt. Der Strom wird verstärkt durch eine Schieberverstellung in die in Fig. 4 gezeigte Stellung, wodurch die Objektiv blende verkleinert wird. Wird der Schieber in die gestrichelte Stellung bewegt, so wird die Stromstärke herabgesetzt, wodurch die Blende sich weiter öffnet.
Der Vorteil die ses allmählich verstellbaren, indessen mit Kerben oder dergleichen versehenen Wider standes besteht in der Vermeidung einer ab rupten Beeinflussung der Blendengrösse und der Möglichkeit, auch Zwischenstellungen benutzen zu können.
Wie Fig. 5 zeigt, kann das gleiche elek trische Schema auch aus einem kreisförmi- gen Widerstand 19, einem drehbaren Hebel 20 mit einer Handhabe 21 und einer gekerb ten Platte 22 bestehen.
Die Druckknöpfe 10, 13 nach dem Schema der Fig. 2 können an der Kamera in der Weise angeordnet sein, wie Fig. 6 zeigt. Das Objektiv 6' der Kinokamera befindet sich nahe der Kameramitte und der Anlass- hebel 23 für das Triebwerk der Kamera .an der rechten Wand des Kameragehäuses. Die Knöpfe 10, 13 ragen durch das Kamerage- häuse hindurch.
In ihrer Nähe werden vor teilhaft Bezeichnungen wie ,;Sonnenschein" und "Schatten" angebracht. Die Einrichtun- gen, um die Stromstärke zum Zwecke der Berücksichtigung und Einstellung der Film empfindlichkeit und der Verschlussgeschwin- digkeit zu regulieren, sind in der Figur nicht gezeigt. Sie können in bekannter Weise be schaffen sein.
Die in Fig. 7', 8 gezeigte Kinokamera, hat einen einzigen beweglichen Hebelarm 20', mit dem ein Widerstand gemäss Fig. 5 betätigt werden kann, und mit dem auch das Triebwerk der Kamera angestellt oder abge- stellt werden kann:
Durch Niederdrücken in Richtung des Pfeils 24, Fig. 8, gegen die Kamerawand wird das Triebwerk angestellt, durch Nachlassen des Druckes abgestellt. Durch Winkelverdrehung des Hebelarmes wird der Widerstand nach Fig. 5 verändert.
Die Einstellbezeichnungen werden vorteil haft in der Nähe der Hauptstellungen des Armes angebracht. 25 ist der übliche Sucher der Kamera.
Die in Fig. 9, 10 gezeigte Kinokamera hat eine Vorrichtung, mit welcher die ge wünschten Verstellungen durch eine Ände- rung der wirksamen Oberfläche der Photo zelle 1 erfolgen. Die Vorderwand 26 des Kameragehäuses trägt das Objektivgehäuse 6'.
Das galvanometrische System zur Ein stellung der Objektivblende ist mit 2 be zeichnet. Die Photozelle 1 und eine ihr vor gelagerte Irisblende 27 befinden sich in dem Gehäuse 28. Die Irisblen'de kann an der Handhabe 29 verstellt werden: Am Ge- häuse 28 befindliche Zeichen<I>A, B,</I> C kenn zeichnen die Einstellungen a, b, c der Iris blende.
Die Stellung A bezeichnet die Mittel- stellung der Blende für eine Durchschnitts- aufnahme gemäss Bedingung 1 und die Stel- lungen B und C entsprechen den Bedingun- gen 2 und 3. Es können naturgemäss auch Zwischenstellungen erfolgen.
Die gewünschte Veränderung der Strom stärke kann auch durch Benutzung von Photozellen verschiedener Grösse oder ver schiedener Stärke erfolgen. Wie Fig. 11 zeigt, können der Zelle 1 Hilfszellen 1b und 1c zugeordnet werden, die mittels des Dreh hebels 30 und der Knöpfe 31 je nach Be darf an dem Galvanometerstromkreis ein bezw. ausgeschaltet werden können.
Ähnlich wie in Fig. 10 können Einstellzeichen A, B, C oder ähnliche Zeichen angebracht werden, um anzuzeigen, ob @die Kamera auf "Normal", "Sonnenschein" oder "S-chatten" eingestellt ist.
Im vorstehenden sind Belichtungsappa rate an Kinokameras beschrieben, deren Objektivblende, bei Nichtbetätigung der zu sätzlichen Mittel auf Normalbelichtung voll- automatisch eingestellt wird. Natumgemäss kann der Belichtungsapparat auch an Photo kameras und Kinokameras angebracht wer den, welche anders, zum Beispiel halbauto matisch eingestellt werden.