CH199045A - Verfahren zur Gewinnung eines blutdrucksenkenden Stoffes. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung eines blutdrucksenkenden Stoffes.Info
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Description
Verfahren zur Gewinnung eines blutdrucksenkenden Stoffes. Früher ist von Dr. Ernst Wollheim fest gestellt worden, dass aus dem Harn ein blut drucksenkender Stoff - gewonnen werden kann. Es hat sich nun gezeigt, dass dieser Stoff auch aus der Hypophyse, und zwar speziell aus deren Hinterlappen gewonnen werden kann. Gemäss dem Verfahren der Er findung werden, wie bei der Gewinnung des blutdrucksteigernden und des uteruskontra- hierenden Stoffes, mindestens einzelne Teile von Hypophysen mittels Essigsäure, z. B. Eisessig oder verdünnte Essigsäure, extra hiert.
Aus dem Essigsäureextrakt wird das blutdrucksteigernde Hormon mittels Äther, das uteruskontrahierende mittels Petrol- äther gefällt. Das blutdrucksenkende Hor mon bleibt hierbei in der Essigsäure gelöst.
Es gelingt deshalb, den blutdrucksenkenden Stoff von den beiden andern genannten Hor monen erfindungsgemäss dadurch zu trennen, dass man den essigsauren Extrakt aus Hypo physe einer Behandlung mit Äther und Pe- troläther unterwirft. Der essigsaure Extrakt kann entweder gleichzeitig mit Äther und Petroläther behandelt werden oder zunächst mit dem einen und nachher mit dem andern dieser Lösungsmittel.
Besteht. kein Interesse für die gleichzeitige Gewinnung und Tren nung des blutdrucksteigernden und uterus- kontrahierenden Hormons, so behandelt man den essigsauren Extrakt zweckmässig unmit- telbar mit einem Gemisch von Äther und Pe- troläther, während im andern Falle die an sich bekannte Fällung der beiden genannten Hormone vorteilhaft nacheinander vorgenom men wird.
Erfindungsgemäss wird die nach der Fäl lung mit Äther und Petroläther verbleibende saure Flüssigkeit neutralisiert. Hierbei ent steht, wie Versuche ergaben, ein Nieder schlag, der den blutdrucksenkenden Wirk stoff enthält. Dieser kann entweder für sich, gegebenenfalls in wässriger Lösung, verwen det oder noch einer weiteren Reinigung unterzogen werden.
Zum Zwecke solcher Reinigung kann die durch die Neutralisation erhaltene Fällung zu nächst mit wenig Wasser behandelt werden, wodurch das essigsaure Alkalisalz in Lösung gebracht und so entfernt werden kann. Der verbleibende Bodensatz kann dann unter An wendung grösserer Wassermengen extrahiert werden, wobei der blutdrucksenkende Stoff in den Extrakt geht. Der so erhaltene Ex trakt kann dann noch einer weiteren Reini gung, beispielsweise durch Deaminierung, in an sich bekannter Weise unterworfen werden.
Der blutdrucksenkende Stoff, der in der angegebenen Weise aus Hypophysenhinter- lappen bezw. durch Verarbeitung ganzer Hypophyse gewonnen werden kann, zeichnet sich ebenso wie der aus dem Harn gewonnene durch seine Kochbeständigkeit aus. Diese er möglicht es auch, ihn gegebenenfalls von an dern Wirkstoffen, wie z. B. dem blutdruck steigernden Hormon, zu trennen, welches be kanntlich in saurer Lösung nicht koch beständig ist. Dieses Kochen kann in jedem Stadium des Verfahrens vorgenommen wer den.
<I>Ausführungsbeispiel:</I> 100 g Hypophysenhinterlappen vom Rind oder Schwein werden mehrmals mit Eisessig extrahiert und die erhaltenen Extrakte wer den alsdann mit einer Mischung von Äther und Petroläther gefällt. Die von der Fällung abfiltrierte dicke, syrupartige, starksaure Flüssigkeit wird nun mit der auf die zur Neutralisation der angewandten Menge Eis essig berechnete Menge Atznatron, zweck mässig in fester, gepulverter Form, geschüt telt. Der sich hierbei bildende Bodensatz ent hält den gesuchten blutdrucksenkenden Stoff.
Er wird zwecks Herauslösung des gebildeten Natriumacetates mit möglichst wenig, für dessen Lösung gerade ausreichenden Mengen Wasser versetzt. Der nach der Entfernung der Salzlösung verbleibende Rückstand wird nun mit grösseren Mengen Wasser, z. B. mit einem Liter Wasser, extrahiert. Dabei geht der blutdrucksenkende Stoff in Lösung. Die ser Extrakt kann nun, gegebenenfalls nach Einengung, entweder so wie er ist, benutzt werden, oder er kann auch durch Deaminie- rung mit Natriumnitrit und Schwefelsäure oder dergl. noch weiter gereinigt werden. Auch kann man diese Lösung auf Wunsch kochen, um so etwa noch vorhandene koch unbeständige Begleitstoffe zu zerstören.
Der so erhaltene blutdrucksenkende Stoff ist in konzentriertem Alkohol, Aceton, sowie ferner in Äther und Chloroform unlöslich, hingegen gut löslich in Wasser, Eisessig und 10%iger Trichloressigsäure; er ist nicht dialysabel und durch Kohle auch nicht ad- sorbierbar und kann daher auch durch Elek trodialyse gut gereinigt werden. Durch Pep sin-Salzsäure wird er verdaut, hingegen wird er durch Trypsin nicht zerstört.
Der blutdrucksenkende Stoff findet sich hauptsächlich im Hypophysenhinterlappen, während, soweit bisher feststellbar, der Vor derlappen nichts oder nur geringe Mengen davon enthält; indessen kann man für dessen Gewinnung natürlich auch die ganze Hypo physe der Verarbeitung unterwerfen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung eines blut drucksenkenden Stoffes, dadurch gekenn zeichnet, dass mindestens einzelne Teile von Hypophysen mittels Essigsäure extrahiert, der erhaltene Extrakt mit Äther und Petrol- äther behandelt, die von dem gebildeten Nie derschlag getrennte Flüssigkeit neutralisiert und die dadurch erhaltene Fällung isoliert wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Neutrali- sierung der essigsauren Lösung erhaltene Fällung zunächst zwecks Entfernung des essigsauren Salzes mit wenig Wasser ex trahiert wird und darauf der 'verbliebene Bodensatz mit grösseren Mengen Wasser extrahiert wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erhaltene wässrige Lösung des Wirkstoffes zur weiteren Reinigung deaminiert wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Aufkochen einer den blutdrucksenkenden Stoff ent haltenden Lösung vornimmt, zwecks Be seitigung von nicht kochbeständigen an dern Wirkstoffen. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nur der Hinterlappen der Hypophyse verarbeitet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Extraktion mit konzentrierter Essigsäure erfolgt. 6.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Extraktion mit verdünnter Essigsäure erfolgt. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung des essigsauren Extraktes mit Äther und Pe- troläther gleichzeitig erfolgt. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung des essigsauren Extraktes mit Äther und Pe- troläther nacheinander erfolgt.
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