Elektrisches Stellwerk. Bei den bisher bekannten elektrischen Stellwerken liegt gewöhnlich die zur Her stellung der mechanischen Abhängigkeiten zwischen den Weichen-, Fahrstrassen- und Signalhebeln erforderliche Verschlusseinrich- tung unmittelbar vor oder hinter den Bedie nungsgriffen der einzelnen Hebel des Hebel werkes. Mit Weichen-, Fahrstrassen- und Signalhebel ist eine aus Bedienungsgriff, Übertragungsteilen, sowie Magnetschalter und Kontakten bestehende Einrichtung be zeichnet, die zur Stellung eines Weichen oder Signalantriebes, sowie einer Fahrstrasse dient.
Unter Hebelwerk ist hierbei das Ge stell mit den Bedienungsgriffen, sowie Über tragungshebeln, Schaltstangen und Kontak ten aller in einem Stellwerk vereinigten He belarten zu verstehen. Bei grösseren Hebel werken mit vielen von den Fahrstrassen hebeln angetriebenen Schubstangen zur Her stellung der mechanischen Abhängigkeiten ergibt sich aber ein verhältnismässig grosser Verschlusskasten, der nicht allein die Bedie- nung der Griffe, sondern auch die Übersicht des Wärters über die Gleisanlagen erschwert.
Es wurde daher vorgeschlagen, zur Erweite rung des Blickfeldes des Wärters den Ver- schlusskasten tiefer als die Oberkante des Hebelwerkes - anzuordnen. Es blieb aber immer noch die erhebliche Tiefe des Hebel werkes und damit die Notwendigkeit einer grossen baulichen Ausdehnung des Hebel werkraumes.
Gemäss vorliegender Erfindung werden diese Mängel dadurch vermieden, dass die mechanische Verschlusseinrichtung des Hebel werkes unter dem Hebelwerksraum angeord net wird. Die Tiefe des Hebelwerkes ergibt sich bei einer solchen Anordnung nur aus der baulichen Anordnung der einzelnen Bedie nungsgriffe, Übertragungsteile und der Hilfs einrichtungen.
Sie kann daher verhältnis mässig klein gehalten werden. Gleichzeitig ist man noch in der Lage, auch die Baulänge des Hebelwerkes zu vermindern, indem die einzelnen Bedienungsgriffe in mehreren hin- tereinanderliegenden Reihen untergebracht werden können.
Ausführungsbeispiele des Erfindungs gegenstandes sind in den Fig. 1 bis 3 der Zeichnung veranschaulicht.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 1 befinden sich auf der im Hebelwerksraum horizontal angeordneten Tischplatte 2 des Hebelwerkes die einzelnen Bedienungsgriffe 1. Durch den Bedienungsgriff werden die Schubstangen 4a, 4b und 4e der mechani schen Verschlusseinrichtung mittelbar über die Schaltstange mit den Teilen 5a, 5b und 5c betätigt. Die vertikal zur Tischplatte 2 angeordneten Schaltstangen 5a der Weichen-, Fahrstrassen- und Signalhebel liegen in einer Ebene. Diese Verschlusseinrichtung ist, wie die Fig. 1 zeigt, unterhalb des Hebelwerkes in einem besonderen Raum untergebracht.
Der Schaltstangenteil 5a wird dabei zweck mässigerweise zur Steuerung der zwangsläu figen Kontakte 6 herangezogen. Die Fig. 1 zeigt ferner, dass sich Schubstangen 4b, 4c der mechanischen Verschlusseinrichtung auf der der Bedienungsseite des Stellwerkes zu gewandten oder auf der abgewandten Seite des aus den vertikal stehenden Stangen 5a bestehenden Stangensatzes in horizontalen Ebenen liegend und unter sich parallel ver laufend anordnen lassen.
Dabei kann die Anordnung so getroffen werden, dass die zwangsläufigen Kontakte bequem zugäng lich bleiben, zumal die unter den Kontakten liegenden Verschlusseinrichtungen durch eine Abdeckung geschützt werden können. Die Abdeckung kann dann als Tritt benützt werden, um möglichst dicht an die Kontakte herankommen zu können. Ferner zeigt Fig. 1, dass Schubstangen 4a der mechanischen Ver- schlusseinrichtung ohne weiteres auch in einer zur vertikalen Ebene, in welcher die Schaltstangen 5a liegen, parallelen Ebene und horizontal verlaufend vor den Schalt stangen 5a angeordnet werden können.
Aus Fig. 2 ist ersichtlich, dass durch die Anordnung in zwei parallelen Reihen und Versetzen der einzelnen Bedienungsgriffe eine kleinere Baulänge erreicht wird, ohne die Bedienbarkeit der Griffe zu erschweren. Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform, bei wel cher die Bedienungsgriffe in mehreren Rei hen angeordnet sind.
Dabei können die Schubstangen der mechanischen Verschluss- einrichtungen in einer horizontalen Ebene liegend so hoch angebracht werden, dass sie sowohl von oben als auch von unten zugäng lich sind, zum Zweck, den Ein- oder Ausbau der Verschlussorgane zu erleichtern. Durch Anordnung der Querstangen 8 über und un ter der horizontalen Schubstangenreihe 7 ist es möglich, die Baulänge des Hebelwerkes gegenüber der Form mit in einer Ebene lie genden Querstangen auf etwa die halbe Länge zu bringen.
DieÜberwachungseinrichtungen sind auch bei diesem Beispiel vom Hebelwerk räumlich getrennt. Sie befinden sich in einem beson deren Schrank, der im eigentlichen Hebel werksraum oder darunter aufgestellt werden kann. Ihre Betätigung erfolgt durch die zwangsläufigen Kontakte des Hebelwerkes.