Selbstanlaufender polarisierter Synchronkleinmotor für Einphasen-Wechselstrom. Bei bekannten polarisierten Synchron kleinmotoren wird ein Selbstanlauf dadurch erzwungen, dass man die Pole des polari sierten Läufers einseitig abschrägt oder in sonstiger Weise magnetisch unsymmetrisch macht. Durch genaue Formgebung der Pole, die in der Massenfabrikation Schwierigkeiten macht, allein kann man aber noch keinen Anlauf in bestimmter Richtung erzielen, son dern der Motor wird je nach der Polarität, mit der die Wicklung eingeschaltet wird, nach der einen oder nach der andern Richtung anlaufen. Man hat deshalb derartige Motoren mit Rücklaufgesperre oder mechanischen Gleichrichtergetrieben versehen, um für den anzutreibenden Apparat stets die gleiche Umlaufsrichtung zu erzwingen.
Zwecks Verringerung der Motordrehzahl gibt man nach einem bekannten Verschlag dem Ständer die Form der sogenannten Klauentype, indem man zum Beispiel an die beiden Stirnseiten eines Erregermagnetes ge- zahnte, mit ihren Zähnen ineinandergreifende Eisenbleche anschliesst; die Zähne, die die Stän derpole bilden, haben abwechselnd verschie dene Polarität. Auf diese Weise erhält man Ständer mit verhältnismässig grossen Polzahlen.
Bei dem Synchronkleinmotor, der den Gegenstand der Erfindung bildet, fällt die magnetische Unsymmetrie der Pole fort; die Massenfabrikation wird dadurch wesentlich vereinfacht, weil es jetzt nicht mehr auf eine genaue Formgebung der Pole ankommt. Auch werden Rücklaufgesperre und me chanische Gleichrichtergetriebe vermieden. Erfindungsgemäss hat der Motor zwei polari sierte mechanisch miteinander gekuppelte Läufer und zwei Ständerpolreihen, von denen die eine Reihe einen in der Phase gegenüber dem Fluss der andern Reihe verschobenen Magnetfluss hat, um die beiden Ständer und Läufer sind entsprechend der Phasenver schiebung der Magnetflüsse in der Umlaufs richtung gegeneinander versetzt.
Die Erfindung soll anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel darstellt, näher erläutert worden. 11, 12 sind zwei in Reihe geschaltete Erregerwicklungen, von denen die eine durch einen Kurzschlussring 13 belastet ist. Der Ring 13 kann auch inner halb der Spule liegen oder die Form einer seitlich der Spule liegenden Kurzschlussscheibe haben. Die Wicklungen umschliessen die Magnetkerne 14, die das magnetische Mittel blech 15 mit den beiden gezahnten Aussen blechen 16, 17 verbinden. Das Mittelblech 15 ist magnetisch leitend mit dem an beiden Rändern gezahnten Rohr 18 aus magnetisch leitfähigem Material verbunden. Die Zähne der Teile 16 und 18, bezw. 17 und 18 greifen, wie namentlich die Fig. 2 erkennen lässt, ineinander und bilden die Ständerpolreihen 1, 2.
Der Fluss der Ständerpolreihe 2 eilt wegen der Belastung 13 dem Fluss der Ständerpolreihe 1 in der Phase nach. 3, 4 sind die beiden Läufer, die aus polarisiertem Dauermagnetstahl hoher Koerzitivkraft be stehen und auf der Welle 5 sitzen. Es sind entweder die beiden Läufer 3, 4 oder die Ständerpolreihen 1, 2 räumlich entsprechend der Phasenverschiebung der Ständerflüsse gegeneinander versetzt. Durch die Phasen verschiebung und die Versetzung der Ständer polreihen erhält man einen sicheren Anlauf in ein für allemal festliegender Richtung und eine zeitliche Vergleichmässigung des Dreh moments. Ausserdem ergibt sich durch die Verdoppelung von Ständer und Läuferpolen eine wesentliche Erhöhung des Drehmoments.
Da ferner die Ständerpolen mit phasenver schobenen Flüssen nicht zwischen den andern Ständerpolen liegen, sondern eine besondere Polreihe bilden, erhält man auch bei grosser Polzahl genügend breite Pole. Dies ist für die Drehmomentsbildung und für die Massen fabrikation vorteilhaft. Bei der Eichung kann das Anlaufsmoment durch Verdrehung des einen Läufers gegen den andern, bezw. bei zweiteiligen Ständern durch Verdrehung des einen Ständers auf den günstigsten Wert eingestellt werden.
Damit die Ständerpole gegeneinander ver- dreht werden können, und gegebenenfalls der Ständer aus zwei Teilen zusammengesetzt werden kann, können an Stelle des Teils 15 und 18 der Fig. 1 zwei etwa topfförmige Teile verwendet werden, von denen jeder eine Erregerwicklung einschliesst. Die beiden Läufer brauchen nicht auf einer gemeinsamen Welle zu sitzen, sondern können auch in anderer Weise, zum Beispiel durch Zahnräder, miteinander gekuppelt sein. Auch brauchen die beiden Polreihen nicht achsial nebenein ander angeordnet zu werden, sondern können auch radial nebeneinander liegen. Unter Umständen kann die eine Polreihe die andere konzentrisch umschliessen.
Ein besonderer Vorteil der Erfindung liegt auch darin, dass der Motor trotz grossen Drehmoments sehr klein ausfällt. In der Zeichnung ist er der Deutlichkeit halber in vergrössertem Massstab dargestellt.