Vorrichtung an Fahrzeugen zur Unterstützung und zum Richten mindestens eines Naschineugewehres. Bei den bekannten Vorrichtungen oben genannter Art, besonders bei der Ausrüstung voll Flugzeugen mit Maschinengewehren, ist die Waffe in solcher Weise unterstützt, dass diese in allen Richtungen frei drehbar ist.
Die Waffe selber ist in der Höhe einstell bar auf einem Ring angebracht, welcher drehbar im Flugzeug angebracht ist, wobei der Schütze den Oberkörper durch den Ring stecken kann. Mittelst dieses Ringes wird eine Grobeinstellung der Waffe in der Ziel richtung erreicht. Der Ring ist meistens fi xiert, doch kann er leicht gelöst, gedreht und aufs neue festgestellt werden.
Fig. 1 der Zeichnung ist eine Seitenansicht einer Vorrichtung zum Unterstützen eines Maschinengewehres dieser Art und von be kannter Ausführung. Darin ist 1 ein in einem Flugzeug drehbar montierter Ring, auf dein ein Joch 2 gelenkig und einem verzahnten Segment 3 entlang auf die erforderliche Höhe einstellbar angebracht ist. Das Joch 2 stützt bei 4 das Maschinengewehr 5 mittelst zwei senkrecht zueinander stehenden Achsen, so dass die Waffe frei drehbar ist. Richten und Feuern geschehen in der Weise, wie es bei Maschinengewehren immer üblich ist, nämlich mit Hilfe von Kolben 6, Handgriff 7, Abzug 8 und Visiervorrichtung 9, 10.
Einige wichtige Nachteile haften dieser Vorrichtung an, wodurch die Treffsicherheit der Waffe geringer wird.
1. Wagrechte und senkrechte, beschleunigte Bewegungen des Flugzeuges, und wechselnde Grösse des Winddruckes verursachen unge wollte Bewegungen des Schützen und der Waffe, wodurch das Richten gehemmt wird.
z. Bei Anwendung zweier gekuppelter Maschinengewehre erfolgt durch das nicht genau gleichzeitige Feuern infolge der wech selnden Rückstösse ein Rütteln der Gewehre, so dass eine unerwünschte Streuung entsteht.
3. Die Haltung des Schützen wird bei geneigter Bahn des Flugzeuges oder wenn die Richtlinie der Waffe mit der senkrecht zur Flugbahn stehenden Ebene einen grossen Winkel bildet, dermassen verdreht, dass er der Waffe nicht mehr gänzlich mächtig ist und also nicht genau richten kann.
4. Die immer wieder neue Grobeinstellung der Waffe mittelst Drehung des Ringes er fordert viel Zeit und Körperkraft, besonders wenn Schütze und Waffe einem starken seit lichen Winddruck ausgesetzt sind.
Um diese Mängel zu beseitigen, wird nach der Erfindung ein die Waffe stützendes Ge stell frei drehbar um eine senkrechte Achse gelagert und mit das Gewicht des Schützen ganz oder teilweise aufnehmenden Stütz organen versehen, wodurch das Gewicht des Schützen gänzlich oder teilweise aufgehoben wird, so dass dadurch der Schütze dieses Ge stell während des Richtens drehen kann.
Werden Armstützen angewendet, so wer den diese zweckmässigerweise verschiebbar ausgeführt und dem Drehgestell oder dem dieses mit der Waffe verbindenden Unterge- stell entlang geleitet, vorzugsweise aber an beiden in solcher Weise, dass Stütz- und Lauf fläche mittelst der Armstütze gezwungener weise miteinander in Berührung gehalten werden. Dadurch wird erreicht, dass die Vi- sierlinie dem Auge des Schützen bei unge zwungener Vor- und Rückwärtsbewegung des Kopfes erfolgt.
Fig. 2, 3 und 4 sind eine Seitenansicht und zwei Vertikalschnitte nach der Linie I-I in Fig. 2 eines Ausführungsbeispiels des Ge genstandes der Erfindung.
Das Maschinengewehr 5, von welchem vorzugsweise zwei nebeneinander in derartiger Distanz aufgestellt werden, dass der Scbütze dazwischen Platz nehmen kann, ruht auf jeder Seite auf einem Untergestell, das ein zylin drisch gebogenes Winkeleisen aufweist, dessen liegender Schenkel eine Stützfläche 11 und dessen stehender Schenkel eine Führung 12 bilden. Dieses Untergestell selbst ruht mit dem stehenden Schenkel 12 auf eurer hori zontalen Laufbahn 13, welche von zwei Stüt zen 14 und 14a getragen wird. Beide Stützen 14, 14a tragen ein ringförmiges Drehgestell 21, das in einem kreisförmigen Führungsring 22 läuft, der durch Streben 21' am Flugzeug be festigt ist.
Armstützen 15 werden mittelst Rolleu 16 auf der: Stützflächen 11 und mit- telst Rollen 17 auf zu den Bahnen 13 paral lelen Flächen geführt. Elastische Bänder 18, 19 (in Fig. 3 und 4 der Deutlichkeit wegen nicht gezeichnet) sind finit dem einen Ende an den Stützflächen 11 und mit dem andern au den Laufflächen 13 befestigt und sichern die genaue Stellung der Flächen 11 auf den Flächen -13. Die Stützen 15 verhindern mit- telst der Rollen 16, 17, dass die Stützflächen 11 von den Laufflächen 13 abgehoben wer den können.
Ein Handgriff 20, in welchem sieb ebenfalls das Organ zum Abfeuern be finden kann, dient zur Abwälzung der Stütz flächen 11 auf den Laufflächen 13. Die Horizontaldrehung dieser letzteren geschieht mit Hilfe der Armstützen 15, welche Stützen, ebenso wie die andern Teile und die Ma- schinengewehre, vorzugsweise doppelt ange wendet werden. Das Drehgestell 21 wird also mittelst der beiden Stützen 15 gedreht, in dem der Schütze mit seinen Achseln darauf ruht und sich dreht, während er sich mit den Füssen auf den Boden stemmt.
Die Teile 9 und 10 der Visiervorrichtung stellen in diesem Fall auf den Querverbindungen der beiden Waffen vor dein Auge des Schützen, dessen Kopf sich ungefähr irr der Mitte zwischen und über den Armstützen befindet. Es ist klar, dass bei geneigter oder schräg zur Flug richtung gerichteter Waffe die Visierlinie dem Auge des Schützen folgt bei ungezwun- gener vorwärtsgehender und rückwärtsgehen der Kopfneigung.
Statt der Armstütze oder ausser einer sol chen kann an den Trägern 14, 14a oder am Drehgestell 21 eine Sitz- oder eine Achsel stütze vorgesehen sein. Im ersten Fall kann das Drehgestell 21 auch durch die Füsse des Schützen, entweder direkt durch Abstossen. auf den Boden des Flugzeuges oder mit Hilfe einer Tretvorrichtung gedreht werden. Da durch wird der am meisten hinderliche Ein fluss, nämlich der Einfluss der vertikalen Be schleunigungen des Flugzeuges auf die Be- wegungen von Waffe und Schützen, beseitigt.
Der Einfluss der horizontalen Beschleunigun gen des Flugzeuges und des Winddruckes auf die vertikalen Bewegungen von Waffe und Schiuzen ist im allgemeinen weniger gross, weil diese sich nicht so plötzlich än dern. Dadurch aber, dass die Waffe nur um eine horizontale Achse drehbar auf dem Dreh gestell abgestützt wird, ist es möglich, auch diesen Einfluss gänzlich auszuschalten.
Bei bekannten Vorrichtungen wird die Beweglichkeit des Auges in vertikaler Rich tung durch die Sitz- und Armstützen be schränkt, irrdem durch sie der Körper gewisser massen fixiert und die Bewegung des Kopfes in bezug auf die Waffe beschränkt wird.
Bei der beschriebenen Vorrichtung ist dieser Nachteil dadurch vermieden, dass die Waffe eine vorwärts- und rückwärtswälzende Bewe <B>gung,</B> das heisst eine drehende und zugleich wandernde Bewegung ausführen kann relativ zum Drehgestell, indem das Untergestell 11, 12 mit einer geraden oder gebogenen Stütz fläche auf einer gebogenen oder geraden Lauf fläche ruht, von welchen Flächen die erste sich auf der zweiten abwälzen kann.
Einen besonderen Vorteil bietet die gezeichnete Ausführung mit einer gebogenen Lauffläche und geraden Stützfläche, wenn die Herzlinie, das heisst die Seelenachse, der Waffe durch den Berührungspunkt geht, in welchem Falle der Rückstoss gänzlich durch die Lagerung der Waffe aufgenommen wird.
Die Vorrichtung nach der Erfindung kann nicht nur bei Flugzeugen, sondern auch au andern Fahrzeugen, zum Beispiel auf Booten, zum Beispiel zur Bekämpfung von Flugzeugen verwendet werden.
Fig. 3 zeigt die Vorrichtung bei Anwen dung eines und Fig. 4 bei Anwendung zweier Maschinengewehre.
Es könnte auch nur eine einzige Stütz fläche und eine einzige Lauffläche vorhanden sein.